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LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2017 Journal 2

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LE-2-2017 | S46 | JOB + KARRIERE • www.logistik-express.com/ seo-keywords-karriere/ • www.logistik-express.com/ seo-keywords/ • www.logistik-express.com/ archiv/ Wenn aber die ÖBB sagt, sie schaffen es nicht, aus 1.500 Bewerbern 500 Lehrlinge zu rekrutieren, dann brauchen wir keine neue Studie, sondern wohl mehr und bessere Ausbildung an der Basis. Wenn eine Reederei 180 Schiffe unter ihrer Flagge hat, aber keine Binnenschiffer ausbildet, dann brauchen wir wohl mehr Reeder die Lehrplätze anbieten und nicht solche, die sich für Förderungen an Cluster- Projekten beteiligen. Wenn 30 Lkw am Montag den Parkplatz ihrer österreichischen Spedition verlassen haben und stattdessen dort 30 Pkw mit slowakischen Kennzeichen stehen, dann können wir uns neben der Projektförderung die Ausbildungsförderung und gleich auch die Bildungspolitik ersparen. Käpt’n Computer? Lernziele sind immer anwendbares Wissen Zunehmend bekommt man den Eindruck, dass die herkömmliche Bildungspolitik und die Aus- und Weiterbildung vor dem Hintergrund der Industrie 4.0 ohnehin ein Thema von auslaufendem Wert ist. Stichwort IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie). Für die Transportwirtschaft bedeutet das eine autonome Fortbewegung von Lkws, Schiffen, Schienenfahrzeugen und Flugzeugen. Alle Verkehrsmittel werden zu Rohrleitungen. Fahrer werden nicht mehr gebraucht. Das ist nicht Science Fiction, sondern teilweise schon Realität und in naher Zukunft nur eine Frage des Wie, nicht mehr des Ob. Die herkömmlichen Ausbildungsmodelle werden dann aber tatsächlich obsolet. Auch die vielen bunten Projektbroschüren sind dann für die Rundablage. Wer sich heute mit dem Gedanken spielt, Lkw-Fahrer oder Schiffskapitän zu werden, sollte sich lieber überlegen, ob er (oder sie) nicht Lehrzeit in das Programmieren von fahrerlosen Lkw oder Schiffen investieren soll. Denn ziemlich sicher wird der Lehrling von heute nicht mehr selber mit dem Lkw in die Pension fahren und auf der Kommandobrücke wird Käpt’n Computer sitzen. Aus- und Weiterbildung ist kein Gordischer Knoten. Digitale Kompetenz vorausgesetzt Vorläufig werden in Österreich noch 11 Berufsfelder zu den sogenannten Mangelberufen gezählt. Das bedeutet, dass wie in Deutschland, etwa 50 Berufe nur noch unter erheblichen Schwierigkeiten mit entsprechendem Fachpersonal besetzt werden kann. Fachkräfte für die Logistik befinden sich in Österreich noch nicht auf der Liste. Wohl aber nahezu alle Berufe im IT-Bereich – auch die, die in der Logistik gebraucht werden. Und genau hier liegt ein zentrales Problem von wachsender Brisanz. Schon fast alle Berufe sind von der Digitalisierung durchdrungen und kaum noch ein Beschäftigter kann sich der Digitalisierung in seiner Branche entziehen. Man denke nur an den Automechaniker, der fast schon zum Computerfachmann mutiert ist und in naher Zukunft vielleicht mit weißem Mantel, statt mit Blaumann zu Werke gehen wird. Die digitale Kompetenz ist also ein absolut dringendes Ausbildungsthema. Das hat auch die Bundesregierung realisiert und in der „Digital Roadmap“ festgeschrieben, kein Kind soll künftig ohne digitale Kompetenzen die Schule verlassen. Das führt aber auch dazu, dass die Ausbildner zunehmend ein Problem bekommen. Christian Schöndorfer vom Bildungsministerium kennt schon Schüler, die den Lehreraccount ausspionieren und für ein Upgrading der Noten 50 Euro kassieren. Train the Trainer ist also ein Gebot der Stunde. Die Ausbildung wird immer professioneller und anspruchsvoller. Die Beherrschung neuer und moderner Technologien sind wesentliche Voraussetzungen für Fachkräfte im Ausbildungsbereich. Letztlich wird man nicht umhin kommen, den Auszubildenden weiterhin auch einen „altmodischen“ Ausbildungsplatz zur Verfügung zu stellen. Derzeit ist es noch vielfach so, dass die Wirtschaft glaubt, künftige Mitarbeiter wachsen auf Bäumen und man muss nur warten, bis sie herunter fallen. Oder man lässt ausbilden und hofft dann „absahnen“ zu können. Einen Ausbildungsplatz brauchen die Lkw-Fahrerin, der Schiffsjunge und auch der künftige IT- Experte. Leider werden Ausbildungsplätze aber immer weniger – trotz Förderung. Vor 60 Jahren hat man zum Beispiel noch 60 Meter lange Schiffe gebaut die genug Raum für zwei Ausbildungsplätze geboten haben. Heute baut man 135 Meter lange Schiffe, die keinen einzigen Auszubildenden aufnehmen können. Dabei weiß jeder Reeder, wenn der Nachwuchs nicht fließt, sitzt der Dampfer auf dem Trockenen. (PB)

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