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LE-4-2015

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

TRANSPORT & LOGISTIK

TRANSPORT & LOGISTIK Unentbehrlich für Österreich Seit 1951 besteht in Wien die älteste Repräsentanz des Hamburger Hafens. Welche Bedeutung der größte deutsche Seehafen für den österreichischen Außenhandel hat, erläutert Alexander Till, Leiter der Hafen Hamburg Marketing- Repräsentanz in Wien, im Gespräch mit dem Logistik express. Herr Till, Sie sind seit 2007 Leiter der Hafen Hamburg Marketing-Repräsentanz in Wien. Welchen Bezug haben Sie zu Hamburg? Insgesamt war ich über 20 Jahre in der Speditionsbranche tätig, zuletzt als Produkt Manager der Seefracht für Österreich und Südosteuropa bei Schenker. Aus beruflichen Gründen war ich also sehr oft in Hamburg und natürlich auch im Hafen. allem Holz, Papier, Getränke, Beschläge, Maschinen und Anlagen. Für welche Märkte sind Waren bestimmt bzw. von wo kommen sie? Unsere Exportgüter gehen ganz klassisch nach Fernost, Nahost, Mittlerer Osten, in die USA und nach Südamerika. Importseitig sind es Konsumgüter aus Fernost. ^ Alexander Till INDEX: HAFEN HAMBURG www.hafen-hamburg.de Was sind Ihre Aufgaben als Leiter der Hafen Hamburg Marketing-Repräsentanz in Wien? Wir vermarkten den Wirtschaftsstandort Hamburg und die Metropolregion in Österreich. In diesem Zusammenhang führe ich über 200 persönliche Gespräche pro Jahr mit der Wirtschaft, bin also sehr viel unterwegs. Wichtig sind auch die Kontakte auf politischer Ebene und mit Bildungseinrichtungen. Ich bin Dozent an der Fachhochschule des BFI Wien und halte in ganz Österreich viele Vorträge an Hochschulen und an Berufsschulen, um den Hamburger Hafen zu vermarkten. Seit April dieses Jahres bin ich zudem Regionalobmann des Vereins Netzwerk Logistik (VNL) für Wien und Niederösterreich. Wie wichtig ist Hafen Hamburg für Österreich? Er ist unentbehrlich. Im vergangenen Jahr wurden 270.000 TEU über die Elbe in alle Welt verschifft. Im Export waren es 1,6 Millionen Tonnen, im Import über eine Million Tonnen. Der Hamburger Hafen steht auf Platz 1, was den Containerumschlag betrifft: Fast 50 Prozent der Container aus Österreich werden über Hamburg exportiert. Umgekehrt gilt: Für die Hamburger Hafenbahn ist Österreich nach dem innerdeutschen und dem tschechischen Markt der drittwichtigste Handelspartner im Vor- und Nachlauf per Schiene. Welche österreichischen Güter werden in Hamburg umgeschlagen? Das sind seit vielen Jahren unverändert vor Und welche Bedeutung haben die anderen Nordrange-Häfen, insbesondere Rotterdam und Antwerpen? Erze und Kohle werden mit dem Binnenschiff via Rotterdam und Antwerpen nach Österreich transportiert. Das wird auch so bleiben, denn der Transport von Massengut auf der Wasserstraße ist günstiger als auf der Schiene. Beim Containergeschäft steht Hamburg nach wie vor ganz vorn. Woran liegt das? Zum einen an der langjährigen Verbundenheit von Wien und Hamburg und dem jahrzehntelang gewachsenen Netzwerk. Zum anderen ist die Schienenanbindung nach Hamburg hervorragend. Es gibt keine Steigungen, sodass die Züge bis zu 650 Meter lang sind und fast 100 TEU laden können. Auf den Zügen in die Südhäfen sind aufgrund der Berge nur 550 Meter Länge möglich und das Gewicht muss geringer sein. Das ergibt bis zu 14 TEU weniger pro Zug. Da es sich jedoch um einen Rundlauf handelt, sind es bereits 28 TEU beziehungsweise Container – ein großer Unterschied. Aber die Entfernung zwischen Hamburg und Wien ist doch viel größer als die nach Triest in Italien oder Koper in Slowenien. Das stimmt, nach Hamburg sind es auf der Schiene von Wien aus 1.100 Kilometer, nach Koper nur 620. Allerdings liegt Koper an einer Steilküste, sodass zwei bis drei Loks erforderlich sind. Der Schienenweg nach Hamburg ist 42 LOGISTIK express 4|2015

vergleichsweise eine Rennstrecke, der nach Koper teilweise eine Landstraße. 98 Prozent der österreichischen Container von und nach Hamburg werden per Bahn mit mehr als 80 Containerzügen wöchentlich nach Hamburg transportiert. Sind der Ausbau des Semmering-Basistunnels zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag bis 2027 und des Koralmtunnels zwischen Graz und Klagenfurt bis 2022 eine Konkurrenz? Nein. Beide Eisenbahntunnel müssen natürlich von der Politik gerechtfertigt werden. Der Hafen von Koper hat zwar einen Tiefgang von 15 Metern, aber die Überwindung der Steilküste bleibt ein Hemmnis, das sich auch durch den Bau der Tunnels nicht wegdiskutieren lässt. Die Südhäfen sind zudem hinsichtlich ihres maximalen Ausbaus begrenzt. Insgesamt können dort 5 Millionen TEU Umschlagskapazität entstehen, allein Hamburg könnte auf etwa 20 Millionen TEU ausgebaut werden. Ein Problem für den Seecontainerexport aus Österreich sind fehlende Leercontainer. Wie ist die aktuelle Lage? Wir verzeichnen aus Österreich heraus auch über die Krisenjahre unverändert hohe Exporte. In den vergangenen Jahrzehnten haben wir viele Leercontainer aus Ungarn, Tschechien und der Slowakei für die Ausfuhr genutzt. In diesen Ländern hat der Export nun zugenommen, sodass wir inzwischen zugweise Leercontainer aus verschiedenen Überseehäfen nach Österreich fahren müssen. Inwieweit wirken sich die immer größeren Containerschiffe in Österreich aus? Die Megacarrier haben teils bis zu 4.000 Importcontainer für den Umschlag in Hamburg an Bord. Ein Großteil davon muss mit Zügen abtransportiert werden. Das stellt Hafenumschlagsbetriebe und Bahnoperateure vor neue Aufgaben. Ich denke, dass eine transparentere Gestaltung der Transporte, auch ITseitig, unerlässlich ist und kommt. Hamburg ist beispielsweise mit dem Projekt „smartPORT“, mit dem die Effizienz des Hafens gesteigert werden soll, und neuer Technologie von Dakosy auf einem guten Weg. Und welche Bedeutung hat der Wiener Hafen für Österreich? Wien ist das größte Umschlagsterminal in Österreich. Derzeit liegt die Umschlagskapazität bei 600.000 TEU und ist damit größer als die von Triest. Ein Ausbau bis über eine Million TEU ist möglich. Dem Gebiet des Wiener Hafens kommt eine Doppelfunktion zu, zum einen für den Umschlag, zum anderen haben hier oder in unmittelbarer Nähe viele große und internationale Logistikunternehmen ihre österreichischen Hauptsitze. Wie wird sich Ihrer Einschätzung nach der österreichische Außenhandel über den Hamburger Hafen künftig entwickeln? Stabil, es spricht kein Trend dagegen. Im kommenden Frühjahr werden wir mit einer großen Delegation von Führungskräften aus österreichischen Industrie- und Handelsunternehmen nach Hamburg reisen. Darauf freue ich mich schon. (CB) CLAUDIA BEHREND REDAKTION: CLAUDIA BEHREND contact@ claudiabehrend.de WIR HABEN PL ATZ FÜR IHRE PRODUKTE Lagerlogistik ist viel mehr als Waren in ein Regal zu schlichten. Produkte umpacken, verladen, kommissionieren, wettergeschützt versorgen, Warenkontingente bereitstellen, … Auf der Logistik- Drehscheibe Hafen Wien ist Ihre „Supply Chain“ in sicheren Händen. LOGISTIK IM FLUSS www.hafenwien.com LOGISTIK express 4|2015 43

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