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LE-4-2015

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

TRANSPORT & LOGISTIK Das

TRANSPORT & LOGISTIK Das Gegenteil von „one fits all“ – erfolgreich in CEE Die REWE international AG ist der größte Lebensmittelhändler in Österreich. Auch in CEE-Ländern ist der international agierende Konzern äußerst erfolgreich. Basis dafür ist eine funktionierende Logistik, wobei es naturgemäß Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern gibt. Ein kleiner Blick hinter die Kulissen des Marktführers. ^ Christian Kern INDEX: REWE CEE www.rewe-group.at Die BILLA CEE steuert von Wiener Neudorf aus die CEE-Geschäfte der 7 Länder der Rewe International AG. Sie ist derzeit mit 704 Märkten in Tschechien, der Slowakei, Kroatien, Bulgarien, Rumänien, der Ukraine und Russland vertreten – mit 199 Filialen befinden sich die meisten davon in der Tschechischen Republik. In Österreich umfasst die REWE International AG die Vertriebsschienen BILLA, MERKUR, PENNY, BIPA, ADEG sowie AGM, Sutterlüty und die REWE Austria Touristik. Der Umsatz der gesamten Gruppe betrug im Jahr 2014 stolze 13,02 Milliarden Euro – davon entfielen 8,01 Milliarden Euro auf Österreich, 1,8 Milliarden Euro auf Italien und 3,21 Milliarden Euro auf CEE. Dass damit auch ein immenser logistischer Aufwand verbunden ist, liegt auf der Hand. Insgesamt umfassten die Warenströme in die sieben CEE Länder im Jahr 2014 rund 165 Millionen Collis, oder umgerechnet rund 2,5 Millionen Transporteinheiten. Nationale Unterschiede Die Koordination und laufende Optimierung der Logistikprozesse liegt in den Händen von Christian Kern, Leiter Logistik CEE der REWE International AG. Dabei gibt es für jedes einzelne Land eine maßgeschneiderte Lösung. Der Aufbau der Distributionslogistik hängt stark von der Anzahl der vorhandenen Filialen ab, auch die Warenströme unterscheiden sich. „Jedes Land importiert aus verschiedenen Ländern, zudem wird regional viel produziert. Eigenmarken kommen teilweise gebündelt aus Österreich“, erklärt Kern. In den Ländern findet sich je nach Bedarf ein Mix aus klassischen Zentrallagerstandorten, teilweise kombiniert mit Regionallagerstandorten, und eine Kombination aus Lagerstandsführung und verschiedenen Cross-Docking-Verfahren. Kern: „Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die Flexibilität unserer modular einsetzbaren Logistiksysteme. Je nach Anforderung und Notwendigkeit werden für unsere verschiedenen Länder individuelle Logistikkonzepte zusammengestellt und gemeinsam mit unseren Ländern umgesetzt. Unsere Konzepte in der Distributionslogistik bewegen sich zwischen eigenen Lagerstandorten, Mietobjekten und Kooperationen mit Logistikserviceprovidern – je nachdem, was der Kostenstruktur der Landesorganisation am besten gerecht wird.“ Die Herausforderung der Zukunft liegt seiner Meinung nach darin, die Logistik mit ihren Lager- und Transportleistungen nicht isoliert zu betrachten, sondern innerhalb der Supply Chain alle beteiligen Fachbereiche in Einklang zu bringen. Mit anderen Worten: „Vernetztes Denken und Handeln entlang der Wertschöpfungskette“. Der überwiegende Teil der Waren wird per LKW angeliefert, da dieser am flexibelsten ist. Während in Österreich der Eigenfuhrparkanteil bei ca. 60 bis 70 Prozent liegt, arbeitet das Unternehmen in den CEE Ländern mit Transportdienstleistern zusammen. „Pro Land haben wir zwischen einem und fünf Partnern für Logistikdienstleistungen. Im Idealfall haben wir jedoch zumindest zwei Frächter, um das Ausfallrisiko zu minimieren“, so Kern. Zu Spitzenzeiten dürfen diese Partner auch an Subfrächter auslagern, sofern diese die von der REWE Group vorgegebenen Standards erfüllen. 38 LOGISTIK express 4|2015

Standortfrage Vor jeder Investition steht eine ausgiebige Standortanalyse. Beispiel: „Es kann sein, dass eine Analyse des Filialnetzes aufzeigt, dass der ideale Standort für ein Dispositionszentrum in der Mitte des Landes wäre. Allerdings sagt dann die Erfahrung, dass zukünftige Filialen eher im Westen, nahe der Hauptstadt entstehen werden – so verschiebt sich der ideale zukünftige Standort natürlich“, schildert Kern, „es ist wesentlich für den wirtschaftlichen Erfolg, von Anfang an die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ In den letzten 10 Jahren habe er mit seinem Team viele Szenarien durchkalkuliert und jedes Land losgelöst von den anderen betrachtet. Dabei müssen viele Faktoren beachtet werden. Kern: „Fragen wie ‚Wie entwickelt sich der Ölpreis?‘, ‚Von welcher Annahme gehe ich aus?‘, ‚Wie sollen die zu transportierenden Mengen verteilt werden?‘ oder ‚Wie kann die Transportauslastung langfristig und nachhaltig gesteigert und gehalten werden?‘ und ‚Wäre es besser zu mieten, oder zu kaufen?‘ muss man sich natürlich stellen, ehe man sich auf eine Strategie festlegt.“ Zudem werde alle 3 bis 5 Jahre evaluiert. Laufende Optimierungen der Strukturen und Transportströme, etwa bei Expansionen, sind ohnehin selbstverständlich. Aktuell gibt es in Kroatien (Sveta Helena) und Rumänien (Brazi) nur jeweils ein Zentrallager, wohingegen sich in Tschechien gleich fünf Läger befinden (drei davon in Modletice, eines in Prostejov und ein TK-Lager bei einem Logistikserviceprovider). In der Slowakei (Senec, Petrovany und ein TK-Lager bei einem Logistikserviceprovider) und Russland (zwei in Tomilino, Rodniki) gibt es jeweils drei Lagerstandorte. Jeweils zwei gibt es dann noch in Bulgarien (Elin Pelin, Musachevo) und der Ukraine (Peremonga, Hlevakha), die teilweise ebenfalls von Logistikserviceprovidern betrieben werden. „In Russland haben wir gerade ein ca. 22.000 m 2 großes Lager im Raum Moskau gemietet. Die alten Standorte werden aufgelöst und zusammengeführt“, verrät Kern. Nach der Umsetzung und der erfolgreichen Inbetriebnahme des Frischelagers in Tschechien soll in den nächsten zwei Jahren das Trockenlager in Modletice um ca. 10.000 m² erweitert werden. Tägliche Herausforderungen Nach besonderen Herausforderungen in den Regionen befragt, fallen Christian Kern gleich mehrere Punkte ein: „Im Transportwesen können die Kosten durch Erhöhung der Dieselpreise bzw. die Einführung von Straßenmauten stetig steigen. Zusätzlich steigt das Verkehrsaufkommen verhältnismäßig schneller, als die Infrastruktur der Straßen ausgebaut werden kann“, meint er. Dies führe zu speziellen Transportbeschränkungen in den Städten, die sich natürlich auch auf die Logistikstrategie auswirken. Weiterer Punkt: „Aufgrund einer annähernden Vollbeschäftigung im Umkreis der Hauptstädte liegen die Herausforderungen im Personalbereich in der Personalverfügbarkeit und in weiterer Folge beim Aufbau der notwendigen Ressourcen (Know-how Aufbau)“ weiß Kern. „Meine Erfahrung zeigt, dass in diesen Absatzmärkten sehr flexible Rahmenbedingungen vorzufinden sind, welche eine rasche Anpassung der Logistikprozesse fordern. Dies führt dazu, dass sogenannte Kontraktlogistiker in diesen Ländern boomen.“ Bedenkt man, wie viele richtige und wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen, damit ein so großer Konzern erfolgreich expandieren kann, bewahrheitet sich wohl der firmeneigene Werbeslogan: „Der Hausverstand sagt: »Wer nicht von gestern ist, denkt an morgen!“ (AG) REDAKTION: ANGELIKA GABOR a.gabor@ logistik-express.at LOGISTIK express 4|2015 39

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