Aufrufe
vor 5 Monaten

LE-4-2013

  • Text
  • Express
  • Jaklitsch
  • Logistik
  • Unternehmen
  • Mitarbeiter
  • Infrastruktur
  • Produkte
  • Intralogistik
  • Cargo
  • Versender
  • Binnenschifffahrt
  • Handel
LOGISTIK express Fachzeitschrift

INTRALOGISTIK | HANDEL

INTRALOGISTIK | HANDEL Kommissionieren (fast) wie von allein Picken, packen, Retouren bearbeiten, Nachschub einlagern: Was gerade in der Vorweihnachtszeit so manchen Mitarbeiter in den Paketfabriken des Online-Handels an seine körperlichen Grenzen bringt, könnte bereits im nächsten Weihnachtsgeschäft viel effizienter geregelt sein. Ein vom Karlsruher Automatisierungsspezialisten Grenzebach Automation entwickeltes, und von Swisslog ab dem kommenden Frühjahr vertriebenes, roboterunterstütztes Ware-zum-Mann-System verspricht spürbare Erleichterungen im Kommissionierlager. Redaktion: KARIN WALTER Mobile Regale, ein fahrerloses Transportsystem, kleine fahrbare Roboter sowie variabel konfigurierbare Pickstationen: Das sind die Zutaten für ein neues Lager- und Kommissioniersystem, das im kommenden Frühjahr in Europa auf den Markt kommen wird. Die Idee dahinter ist nicht ganz neu: Bereits im Frühjahr 2012 hatte die amerikanische Firma Kiva Systems mit einem automatischen Kommissioniersystem aufhorchen lassen, bei dem kleine fahrbare Roboter durch die Lagerhalle fahren und die Waren selbständig zu den Pickstation bringen. Gerade die Betreiber von Versandzentren des Online-Handels versprachen sich spürbare Effekte von dem Kosten, Durchlaufzeiten und Laufwege sparenden System. Doch kaum hatte der US-Intralogistiker auf seine neue Lösung aufmerksam gemacht, wurde er vom Branchenprimus der Online-Handelsszene Amazon geschluckt. In der Folgezeit wurde es in Europa erwartungsgemäß sehr ruhig um das System. Jetzt nimmt das Thema der roboterunterstützten Kommissionierung wieder Fahrt auf: Und zwar mit dem modular aufgebauten Lager- und Kommissioniersystem G- Com von Grenzebach Automation, das der Intralogistikanbieter Swisslog auf der LogiMAT 2014 als Vertriebspartner unter dem neuen Namen CarryPick vorstellen wird. Anders als bei herkömmlichen Kommissionierungslösungen ist das CarryPick-System als Ware-zur-Mann-Lösung konzipiert. Die Regale bewegen sich also selbständig hin zum Kommissionierer. Sie werden von kleinen Robotern unterfahren, angehoben und anschließend vollautomatisch zu den Pick-Stationen transportiert. Dort ist es in Spitzenzeiten möglich, bis zu 480 Picks pro Stunde zu realisieren. Bleibt die Frage: Wie funktioniert das System? Die erste wichtige Voraussetzung ist ein verfügbares Warehouse-Managementsystem. Über dieses System wird die chaotische Lagerung aller eingesetzten Regale organisiert. Der Flottenmanager übernimmt die Daten und steuert seinerseits die Flotte der Carrys. Die Besonderheit dabei: Anders als bei der Kommissionierlösung von Kiva Systems beziehen die Carrys über Induktionsschleifen die zum Fahren erforderliche Energie. Die Fahrzeuge verbrauchen somit nur dann Strom, wenn sie tatsächlich in Bewegung sind. Außerdem sind sie ständig betriebsbereit, ohne dass sie wie manch ein anderes Transportsystem stundenlang in Ladestationen verweilen müssen. Der Karlsruher Technikhersteller Grenzebach Automation spricht daher von einer flexibel skalierbaren Lösung. Das bedeutet: Der Kunde muss letztlich nur in so viele Carrys investieren, wie im operativen Betrieb tatsächlich für das Abarbeiten des Sendungsaufkommens benötigt werden. Fahrregale Individueller Aufbau Unter dem Aspekt der Flexibilität wurden herstellerseitig auch die fahrbaren Regale konzipiert: Nicht nur die Anzahl der mobilen Regale ist individuell skalierbar, auch die Entscheidung, ob die Regale mit Fachböden, Wannen, Schubladen oder Hängestangen ausgestattet werden, bleibt dem Lagerbetreiber letztlich selbst vorbehalten. Entscheidend ist nur, dass der individuelle Regalaufbau die vom Chassis vorgegebenen Abmessungen in der Länge um 1300, in der Breite um 900 und in der Höhe um zirka 1800 mm nicht überschreitet, und die voll bestückten Regale nicht mehr Gewicht als 600 kg auf die Waage bringen. Denn alles Gewicht, was darüber liegt, würde den Ein- und Auslagerungsprozess stoppen und dazu führen, dass die Carrys die Regale nicht mehr aufnehmen und weiter transportieren können. Hohe Pickproduktivität Neben den Aspekten der Flexibilität und Skalierbarkeit bestand die wohl wichtigste Aufgabe bei der Entwicklung des neuen, roboterun- 38 LOGISTIK express Ausgabe 4/2013 www.logistik-express.com

INTRALOGISTIK | HANDEL terstützten Kommissioniersystems darin, den Suchaufwand sowie die unnützen Wegstrecken, die ein Mitarbeiter bei der herkömmlichen Methode der Kommissionierung mit Pickwagen und Scanner zurücklegt, zu eliminieren. Die mit größtenteils sinnlosen Tätigkeiten vergeudete Zeit ist erheblich: Laut den Logistik- und Automatisierungsspezialisten von Grenzebach Automation geben diverse wissenschaftliche Studien darüber Aufschluss, dass 55 Prozent der täglichen Arbeitszeit eines Kommissionierers allein durch das Zurücklegen kilometerlanger Wegstrecken verloren geht. Bis die Waren tatsächlich gefunden, gepickt und gescannt werden können, hat ein Mitarbeiter bereits rund 70 Prozent seiner Arbeitszeit mit unnützen Aufgaben vertan. Das CarryPick-System setzt deshalb genau an diesem Punkt an: Ziel ist es, dass sich die Mitarbeiter ihre voll und ganz auf die fehlerfreie Abarbeitung der Kommissionierungsaufträge konzentrieren können. jeder Durchfahrt durch das Schnelllauftor nimmt das Carry mit dem Regal Wärme mit in den ungeheizten Bereich. Somit muss am Ende lediglich der von den Mitarbeitern an den Pickstationen besetzte A-Artikel-Lagerbereich entsprechend den Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung beleuchtet und beheizt werden. Und wie verhält es sich mit dem Wirtschaftlichkeits-Aspekt der Anlage? „Wir haben G-Com so ausgelegt, dass es sich sowohl mit den physischen Komponenten als auch mit der Steuerungssoftware in bestehende Umgebungen leicht integrieren lässt“, sagt Dr. Christian Wurll, Chief Technology Officer (CTO) bei Grenzebach Automation. „Besitzt ein Kunde etwa ein bestehendes Warehouse Management System oder eine Versandtransportanlage, so ergänzen wir mit unseren maßgeschneiderten Bausteinen das System und optimieren es.“ Weil sich die Systemkomponenten bei steigenden Mengen oder Sortimentswechseln leicht auf die neuen Gegebenheiten anpassen lassen, glauben die Automatisierungsexperten aus dem Hause Grenzebach Automation fest daran, eine ideale Lösung für die dynamischen Anforderungen der Paketfabriken des Versandhandels, bei Fulfillment-Dienstleistern, im Pharma-Großhandel oder im Ersatzteil- und Nachschublager gefunden zu haben. Ob die Kunden das genauso sehen, bleibt vorerst abzuwarten. (WAL] Die Pick-Stationen selbst wurden multifunktional ausgerichtet: Sie können flexibel zum Kommissionieren, für die Nachschubeinlagerung oder die Retourenrücklagerung eingesetzt werden. Die Funktionalität am Pick-Arbeitsplatz steuert den Mitarbeiter über Pointer, einen Scanner zur Produktabfrage und ein Put-to-Light-System. Über ein Lichtsignal wird für den Kommissionierer also deutlich das Fach angezeigt, an dem der gepickte Artikel abgelegt werden muss. Gegenüber herkömmlichen Put-to-Light-Kommissioniersystemen, bei denen sich kleinere, zeitnah fakturierte Aufträge oft nur mit deutlichen Produktivitätsverschlechterungen und Kostenerhöhungen abarbeiten ließen, gibt es beim CarryPick-System ein weiteres wichtiges Konzept-Merkmal: Sämtliche Auftragseingänge können vom Kommissionierer online abgearbeitet werden. Die Bildung logistisch optimierter Auftragsbatches ist bei dem System nicht mehr erforderlich. Durch diesen Aspekt ist es möglich, die Durchlaufzeit eines Auftrages im Extremfall gleich um mehrere Stunden zu reduzieren. Geringere Energiekosten Beim Bestücken und Einlagern der mobilen Regale empfiehlt es sich, die Artikel nach der gängigen Methode der A-B- und C-Artikel- Analyse zu verteilen. Ein besonderes Merkmal des CarryPick-Systems ist, dass sich die kleinen fahrbaren Roboter über aufgeklebte QR-Codes auch in totaler Dunkelheit bewegen. Zwischen Lagerbereich und Arbeitsplätzen sollte zur Klimatrennung eine Wand mit Schnelllauftoren eingebaut werden. Bei www.logistik-express.com Logistik express informiert fachlich, sachlich, aktuell liefert Vorsprung durch Information berichtet informativ, frei und unabhängig verbindet, verknüpft, vernetzt effizient, multimedial Halten Sie Schritt! Mit Logistik express bleiben Sie und Ihr Unternehmen immer in Bewegung. Denn Information ist Vorsprung, und genau das bieten wir Ihnen – fachlich, sachlich, aktuell, auf allen verfügbaren Kanälen. Die Zufriedenheit unserer Leser und Werbekunden liegt uns am LOGISTIK Herzen. express Ausgabe 4/2013 39

LOGISTIK express informiert

LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 4
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 3
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 2
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 1
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2017 Special 1
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2017 Journal 4
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2017 Journal 3
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2017 Journal 2
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2017 Journal 1
LE-4-2016
LE-3-2016
LE-2-2016
LE-1-2016
LE-4-2015
LE-3-2015
LE-2-2015
LE-1-2015
LE-3-2014
LE-2-2014
LE-1-2014
LE-4-2013
LE-3-2013
LE-2-2013
LE-1-2013
LE-4-2012
LE-3-2012
LE-2-2012
LE-1-2012
LE-4-2011
LE-3-2011
LE-2-2011
LE-1-2011
LE-4-2010
LE-3-2010
LE-2-2010
LE-1-2010
LE-4-2009
LE-3-2009
LE-2-2009
LE-1-2009
LE-4-2008
LE-3-2008
LE-2-2008
LE-1-2008
OEQA-2018-2
OEQA-2018-1

© Copyright 2018 LOGISTIK express® Markus Jaklitsch. Alle Rechte vorbehalten.