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LOGISTIK express Fachzeitschrift

HandelsKONGRESS Einmal

HandelsKONGRESS Einmal zum Mond und zurück Deutlich mehr als die Hälfte aller Paketsendungen ging auf den immer stärker werdenden Online-Handel zurück. Die Entwicklung zeigt: E-Commerce und Smartphone-Shopping zwingen den Handel, Deutschlands drittstärkste Branche, neue Wege zu gehen. Dass die Logistik dabei eine entscheidende Rolle spielt, das wurde im November auf dem 1. Fachkongress Logistik im Handel diskutiert. Logistik Express war als Medienpartner mit vor Ort. Redaktion: Karin Walter Man mag gar nicht glauben, wofür Drohnen alles gut sein können: Wer seine Neugier befriedigen will, erhascht damit einen indiskreten Blick in Nachbars Garten. Manch ein Land greift die auf die ferngesteuerten Flugobjekte bekannter Maßen auch zu militärischen Zwecken zurück, und wenn es nach dem Willen des Amazon-Gründers Jeff Bezos geht, dann könnten die unbemannten Flugkörper schon in ein bis zwei Jahren ganze Heerschaften von Zustellfahrzeugen und Paketboten ersetzen. In einem aktuellen Video auf der Firmen-Website sind jedenfalls schon heute kleine Karin Walter Flugroboter zu sehen, die in den Versandzentren des Unternehmens Pakete in gelben Behältern aufsammeln und diese binnen 30 Minuten nach Bestelleingang bei den Kunden abliefern. Die Marschroute ist völlig klar gelegt: Als Vorreiter der Online-Versandhandelsszene plant der US-Versandhandelsriese damit einmal mehr, den Takt beim Thema Prime-Belieferung vorzugeben. Aber wie hungrig sind die Online-Shopper wirklich auf derartige Prime-Services? Und sind die Kunden am Ende bereit, für die taggleiche Belieferung entsprechend tief in die Tasche zu greifen? Auf dem 1. Fachkongress Logistik im Handel zeichnete sich zu diesem Thema mit kleinen Ausnahmen, wie der des Münchener Kurierdienst-Startups Tiramizoo, ein recht eindeutiges Bild ab: Für Anbieter wie die im Münsterland beheimatete Textilkette Ernstings Familiy oder den Nordrhein-Westfälische Textil-Discounter KIK lohnt es sich angesichts von Sortiment, Preisgefüge und Kundenerwartungen gar nicht erst auf den Zug der Same-Day- Belieferung aufzuspringen, hieß es von Vertretern beider Unternehmen in Berlin. Und auch Bernd Kratz, einst Geschäftsführer von Conrad Electronics, heute als Management-Berater für unterschiedliche Mandanten im Einsatz, schilderte im Rahmen einer lebhaft geführten Diskussion seine Erfahrung: „Aus meiner Sicht ist es für Kunden am aller wichtigsten, die Waren pünktlich zu bekommen, nicht unbedingt aber am selben Tag“, betonte der Handelsexperte. Sein Fazit: „Für alle Services dieser Art sollte der Kunde bezahlen.“ Mehr Automatisierung gefordert Wenn sich Kundenzufriedenheit nach überwiegender Expertenmeinung aber gar nicht so sehr an der Liefergeschwindigkeit bemisst, was sind dann die entscheidenden Faktoren? „Kundenzufriedenheit ergibt sich aus den Kundenerwartungen gepaart mit einer perfektionierten Logistik“, pinnte Management-Berater Kratz auf der Berliner Gemeinschaftsveranstaltung des Handelsverbandes Deutschland (HDE) und des Managementforums der Verlagsgruppe Handelsblatt die aus seiner Sicht maßgebliche Faustformel an die Wand. Der Handel brauche Lösungen, die auf Automatisierung aufbauen, nicht jedoch auf Standardisierung. Zudem dürfe es auch beim Thema Flexibilität der Logistiksysteme keine Einschränkungen geben. „Umsatzsteigerungen mit den gleichen oder sogar verringerten Logistikkosten zu erreichen, das muss die Zielsetzung der Akteure sein“, meinte der Handelsexperte. In dieser Hinsicht geht der Wohnaccessoires- Hersteller Gries Deco Company, bekannt unter dem Markennamen Depot, mit seiner Distributionsstrategie bereits mit gutem Beispiel voran. An seinem Stammsitz in Niedernberg bei Aschaffenburg hatte das Unternehmen bis Mitte dieses Jahres rund 120 Millionen Euro für die Planung und den Bau eines neuen Logistikzentrums investiert. Ziel der Übung: Die Voraussetzung für das Wachstum von morgen zu schaffen, und der vollzogenen Unternehmensentwicklung vom reinen Wohnaccessoires-Hersteller zum erfolgreichen Retailer Rechnung zu tragen. Halbierung der Logistikkosten Um den Vertrieb des eigenen Sortiments zu stärken, hatte sich das Filialnetz des Unternehmens in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit 2009 verdreifacht. Für die 370.000 Paletten, die im kommenden Jahr aller Voraussicht nach an die Filialen sowie über den Online-Kanal direkt zum Endkunden ausgeliefert werden, musste eine zukunftsfähige Lagerlösung gefunden werden. „Bei unseren Überlegungen standen Aspekte wie die Reduzierung der Durchlauf- und Zustellzeiten von 48 auf 12 Stunden, eine Verbesserung der Kommissionierungsqualität auf 99,9 Prozent, eine Verbesserung des Lieferservicegrades für den Point of Sale, die Reduzierung des Logistikaufwands in den Filialen, eine Halbierung der Logistikkosten sowie die Bestandsoptimierung im Fokus“, schilderte Martin Kötter, Geschäftsbereichsleiter Logistik bei der Gries Deco Company in Berlin. Angesichts der Filialexpansion in Österreich und der Schweiz, aber auch unter der Vorgabe der Realisierungs- und Umzugskosten sowie den Möglichkeiten zur Prozessoptimierung fiel die Entscheidung unter 30 möglichen Szenarien letztlich auf die umgesetzte Zentralisierungsstrategie. Das im Juli dieses Jahres in Betrieb genommene Depot-Verteilzentrum in Niedernberg bietet eine riesige Kommissionierfläche, die sich FOTO: AMAZON.COM 28 LOGISTIK express Ausgabe 4/2013 www.logistik-express.com

HANDELSKONGRESS auf vier Ebenen verteilt. Maximal 90.000 Picks pro Tag sind hier in Spitzenzeiten möglich. Bis zu 5.500 Paletten können somit Tag für Tag das Kommissionierlager des Wohnaccessoire- Herstellers verlassen. Das halbautomatische Ware-zum-Mann-Kommissionierungssystem „Caddypick“ des Intralogistikspezialisten Swisslog bietet das Herzstück der Anlage. „Wir haben uns im Spannungsfeld zwischen dem Investitionsvolumen und den Prozesskosten für eine halbautomatische Lösung entschieden“, erläuterte Kötter die mit viel Weitsicht umgesetzte Distributionsstrategie. Perfekte Vernetzung Auf das größte Interesse stieß im Plenum übrigens die von Stefanie Wölfel, Bereichsleitung eCommerce bei der Kinder- und Damenbekleidungskette Ernsting‘s Family sehr kompetent und unterhaltsam dargestellte Marschroute ihres Unternehmens vom klassischen Einzelhändler zum mittlerweile erfolgreichen Multi- Channel Retailer. Nach der strikten Devise „sei da, wo der Kunde ist“, unterhält der Bekleidungsspezialist aus dem Münsterländischen Coesfeld-Lette zurzeit 1750 Filialen. Das Unternehmen hatte die klassische Vertriebsschiene bereits vor über zehn Jahren als eine der ersten Bekleidungsketten Deutschlands um einen Online-Shop ergänzt. Mittlerweile ist das gesamte Warensortiment des Unternehmens natürlich längst bereits auch über eine eigene Smartphone-App verfügbar. Wölfel zeigte in ihrem Vortrag anhand einer im Jahr 2012 durchgeführten Studie eindrucksvoll auf, welche Effekte eine perfekte Vernetzung der Vertriebskanäle mit sich bringen kann: „Auf 100 Onlinekäufe kamen in unserer Studie 45 Käufe in Filialen, bei denen sich der Kunde vorab online informiert hatte“, sagte Wölfel und überraschte die Zuhörer kurz darauf gleich noch mit einem weiteren erstaunlichen Ergebnis: „Wurde für eine online aufgegebene Bestellung die kostenlose Lieferung in eine der Ernsting’s family Filialen genutzt, entstanden bei rund 30 Prozent der Abholungen zusätzliche Käufe in der Filiale.“ Das Erfolgsgeheimnis der Multichannel-Strategie von Ernsting’s Family verbirgt sich laut der E-Commerce-Leiterin, in dem vom Unternehmen konsequent praktizierten System der flachen Hierarchien. „Wir haben bewusst keine ausgelagerte Online-Vertriebsschiene, sondern verfügen über eine stark integrierte Systemlandschaft“, betonte Wölfel beim Handelslogistikkongress in Berlin. Die Wirkungsweise kann man sich in etwa so vorstellen: Bestellt ein Kunde online, kann er die georderte Ware bereits zwei Tage später in der Filiale abholen und vor Ort bezahlen. Wird die online bestellte Ware andererseits am Point-of-Sale zurückgegeben, werden über das ad-hoc Bestandsmanagement automatisch in den Bestand der Filiale eingebucht, so dass die Waren sofort wieder abverkauft werden können. Unternehmen, die in der Vernetzung der Vertriebskanäle ebenfalls eine große Chance für die Zukunft sehen, sei am Ende noch ein wichtiger Hinweis mit auf den Weg gegeben: Nicht nur Ernstings’s Family, sondern bei den meisten erfolgreich agierenden Multi-Channel-Anbietern, werden Endkunden- und Filiallogistik zwar in ein und demselben Logistikzentrum, jedoch strikt voneinander getrennt betrieben. knapp.com making complexity simple Die KNAPP AG setzt mit modernsten Technologien neue Standards in der Lagerlogistik. Schlüsselkomponenten zum Erfolg sind jahrelange Erfahrung, Branchenkenntnis und technologisches Know-how. Gegründet 1952, beschäftigt die KNAPP AG heute über 2.300 Mitarbeiter und verfügt über ein globales Netzwerk von Unternehmensstandorten von Sydney bis Buenos Aires. * Mit 400.000 Unternehmen und einem Umsatz von über 420 Milliarden Euro ist der Einzelhandel drittgrößte Wirtschaftsbranche in Deutschland. * Der wird immer wichtiger. Der HDE erwartet hier für 2013 einen Umsatzanstieg von 12 Prozent. * Knapp drei Millionen Menschen sind im deutschen Einzelhandel beschäftigt. Die Branche stellt damit jeden zwölften Arbeitsplatz in Deutschland. Drei Viertel der Beschäftigten sind Frauen. * Die Handelsunternehmen bilden 160.000 junge Leute in mehr als 30 Berufen aus. Mit zirka acht Prozent ist die Ausbildungsquote überdurchschnittlich... (WAL) LogiMAT 2014 25.–27. Februar 2014 | Halle 3 | Stand 205 KNAPP AG | Günter-Knapp-Straße 5–7 | 8075 Hart bei Graz | Austria www.logistik-express.com LOGISTIK express Ausgabe 4/2013 29

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