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LE-4-2013

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

HILFS- | KÜHLLOGISTIK

HILFS- | KÜHLLOGISTIK Effiziente Kühllogistik für weltweite Hilfsaktionen Die Thermolabilität vieler pharmazeutischer Präparate, insbesondere von Impfstoffen, stellt besondere Anforderungen an die Kühllogistik. Um sicherzustellen, dass der Transport die Integrität der temperaturempfindlichen Produkte nicht beeinträchtigt und eine hohe Verfügbarkeit in Krisengebieten gewährleistet ist, hat Médecins Sans Frontières (MSF) flexible, belastbare Logistiklösungen entwickelt. Redaktion: URSULA SCHMELING cken ihr Ziel erreichen müssen, obwohl jede Impfaktion eine hohe Verfügbarkeit von Impfchargen voraussetzt... Um diese Herausforderungen zu meistern, betreibt MSF viel Aufwand bei der Verpackung von Impfstoffen und Medizin. Die einzelnen Produkte werden in spezielle, gut tragbare Isolierkartons verpackt, bevor sie palettiert und im europäischen Logistik- Hub in Bordeaux in Kühlcontainern auf die Schiffsreise geschickt werden. Für schnelle Einsätze und bei Umweltkatastrophen werden Impfstoffe und Medikamente natürlich auch geflogen. Mitarbeitende von Médecins Sans Frontières sind meist in Krisengebieten oder schwer zugänglichen Regionen mit einer medizinischen Unterversorgung im Einsatz. So ist MSF in Lagern mit somalischen Flüchtlingen in Kenia und Äthiopien, aber auch in Syrien und zuletzt auf den Philippinen tätig. Anlässlich einer Kundenveranstaltung der SISA Studio Informatica S.A. in Bern erläuterte der MSF-Logistiker Patrick Hafner, wie sich die Herausforderung meistern lässt, Kühltransporte für Impfstoffe über zahlreiche nationale Grenzen hinweg, trotz 48 Grad Celsius Umgebungstemperatur am Zielort, erfolgreich durchzuführen. Das A und O ist ein effizientes Zusammenspiel aller Glieder der Lieferkette. Extreme Thermolabilität Impfstoffe, aber auch andere pharmazeutische Präparate, reagieren empfindlich auf zu hohe und zu niedrige Temperaturen sowie intensives Sonnenlicht. 50 % aller Transportschäden bei Medikamenten und Impfstoffen gehen auf falsche Temperaturen zurück. Jedes Produkt hat sein spezifisches Temperaturfenster. Manche Impfstoffe müssen bei +2 bis +8 Grad transportiert werden, Polio- Schluckimpfstoffe bei -18 Grad. Aber die meisten flüssigen Impfstoffe vertragen keine Minustemperaturen. Ambison (Kala-Azar) behält seine Wirksamkeit nur bei Temperaturen zwischen +2 und +25 Grad. Viele Krisengebiete liegen in den Tropen, zwischen dem Wendekreis des Krebses und des Steinbocks, so dass am Einsatzort der Impfstoffe Temperaturen zwischen 30 und 45 Grad Celsius keine Seltenheit sind. Entsprechend muss die Kühlkette bis zur effektiven Impfung lückenlos aufrechterhalten werden, um die Integrität des Impfstoffs nicht zu gefährden. Mangelhafte Verkehrsinfrastruktur Für Transporte in Krisengebiete kommt erschwerend hinzu, dass es dort vielfach keine verlässliche Elektrizitätsversorgung gibt und Einsatzorte meist nicht mit Thermofahrzeugen und häufig auch nicht mit Lkw angefahren werden können, sondern die labilen Produkte manchmal per Fahrrad, Motorrad, Kleinflugzeug, Motorboot oder auf Eselsrü- Die Zwischenlager im Einsatzland sind mit durch Solarzellen, Kerosin und Gas betriebenen Kühlgeräten ausgestattet, falls es keinen elektrischen Strom für Kühltruhen und Kühlkammern gibt. Spezielle kleine, tragbare Kühlbehälter sorgen dafür, dass die Chargen auch den Einsatzort noch gekühlt erreichen und weiter gekühlt werden können, bis die Charge zum Spritzen entnommen wird. Schulung als Basis des Qualitätsmanagements MSF-Mitarbeitende werden regelmäßig geschult, um sicherzustellen, dass die Produkte jederzeit in einer sicheren und angemessenen Art und Weise behandelt werden. Es wurden Prozesse implementiert, die eventuelle Abweichungen während eines Transportes regeln, um Auswirkungen auf die Qualität der transportierten Produkte ausschließen zu können. Die Dokumentationen machen alle wichtigen Aktivitäten und Abweichungen zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar. Der sorgfältige Umgang mit Pharmazeutika ist nicht nur im Interesse der Patienten. Schließlich muss sorgfältig mit den Spendengeldern umgegangen werden, mit denen der Einkauf der pharmazeutischen Präparate finanziert wird. Für seinen Einsatz bei SISA wurde Patrick Hafner mit einem Spendenscheck über 4.000 CHF für MSF belohnt. (US) FOTO: MSF:CH 26 LOGISTIK express Ausgabe 4/2013 www.logistik-express.com

SUPPLY CHAIN FORUM BLICKPUNKT Mehrwert durch Medien-Kooperation Hannes Hunschofsky (Hoerbiger), Haimo Primas (Lafarge), Johann Königshofer (Palfinger) und Herbert Paierl. Supply Chain Exzellenz Dass in Logistikforen über Supply Chain Optimierung gesprochen wird, ist nichts Neues mehr. Dass die präsentierten Ansätze das fachkundige Publikum zum Staunen bringen, ist jedoch nicht alltäglich. So geschehen am 26. November beim VNL-Logistik-Forum Graz. Redaktion: Angelika Thaler In der vergangenen Ausgabe berichteten wir von der neuen Kooperation zwischen Logistik Express, dem Videoportal logistik-tv.net und der Frankfurter PR-Agentur Mainblick. In den drei Monaten, die seitdem vergangen sind, hat die Zusammenarbeit bereits Früchte getragen. Uwe Berndt Die 80 Teilnehmer, durchwegs Logistik- und Supply Chain- Experten, kamen im Grazer Kunsthaus in den Genuss von sieben Vorträgen zum Thema „Finanzielle Performance im Sog der Supply-Chain-Exzellenz“. Dipl.-Ing. Herbert Paierl (PCB Paierl Consulting Beteiligungs GmbH) wies darauf hin, dass beim österreichischen Budget im Gegensatz zu Schweden und der Schweiz vergangenheitsbezogene Größen die zukunftsorientierten Posten bei weitem übersteigen und seit 60 Jahren permanent ein Defizit erwirtschaftet wird. Das ist zwar eher frustrierend als erstaunend, doch dann kam Hannes Hunschofsky (Hoerbiger Compression Technology Holding) ans Rednerpult. Und überraschte alle mit einem genauen makroökonomischen Forecast über stolze 15 Monate hinweg, indem er einen Zusammenhang zwischen diversen Industrie-Indizes und Absatzzahlen herstellte. Allerdings empfahl er dringend, die Prognose dahingehend zu nutzen, dass der Vertrieb besser in die Supply Chain eingebunden wird. Johann Königshofer (Palfinger AG) holte die Zuhörer wieder in die Gegenwart zurück, indem er mittels Modularitätskostenkalkulation einen Teil der Produktentwicklungskosten anhand des Wiederverwendungsgrades von Teilen den verkaufbaren Produkten zurechnete. Haimo Primas (Lafarge Cement d.o.o.) wiederum erläuterte das System OTIFIC (on time, in full, invoiced correctly), das die erreichte Qualität für den Kunden zum Ausdruck bringt, alle Unternehmensbereiche vom Vertrieb über die Produktion bis zum Versand einbezieht und damit das Silodenken aufgelöst hat. Die von ihm genannten 10 goldenen SC-Regeln wollen wir an dieser Stelle nicht verraten. Nach der Mittagspause verriet Alfons Dachs- Wiesinger, (MAGNA STEYR AG & Co KG), wie Magna Steyr ein- und ausgehende Transporte durch einen strukturierten Vergabeprozess abwickelt, Partner auswählt, wie die Qualität überwacht und entwickelt wird und wie die gesamten internen und externen Prozesskosten optimiert werden. Interessantes Detail: Spot-Märkte werden nicht genutzt. Zu einer Neugestaltung der Planung mit Fokus auf Flexibilität, Einfachheit und Integration riet Christian Schneider (Nagel Group). Die strategische soll mit der operativen Planung verknüpft und zusätzliche Informationen aus GuV, Bilanz und Cash Flow integriert werden. Als letzter Sprecher stellte Roland Zimmermann (Bissantz & Company) eine einfach bedienbare betriebswirtschaftlichen Laserkanone vor, die dank automatisierter Methoden eine schnelle Analyse der wirtschaftlichen Situation aus vielen Perspektiven und tiefe Einblicke in logistische Abläufe ermöglicht. Interaktive ad-hoc-Analysen sind möglich, um klar erkennbare kritische Punkte im Logistikprozess zu hinterfragen. Alles in allem eine gelungene Veranstaltung, und einige Denkanstöße, die dem einen oder anderen vielleicht sogar den nächtlichen Schlaf geraubt haben. (AT) Auf dem Deutschen Logistik-Kongress 2013 in Berlin waren Redakteure von Logistik express zu Gast in der Mainblick- Medienlounge. Die Frankfurter Agentur gab ihnen dort in angenehmer Kaffeehaus-Atmosphäre Gelegenheit, in Gesprächen mit zahlreichen Entscheidern aus der Transport-, Logistik- und IT- Branche neue spannende Themen aufzugreifen, die den Lesern einen Mehrwert bringen. Einen Monat später war der Logistik express erneut in Berlin – diesmal auf dem Deutschen Handelskongress und in Begleitung von Redakteuren der Bewegtbildplattform logistik-tv.net, die dort Interviews führten. Auch hier profitierten die Medienpartner gegenseitig von ihren jeweiligen Netzwerken. Durch die Kooperation mit logistik-tv.net ermöglichte Logistik express seinen Kunden beispielsweise unkompliziert die Produktion von Videobeiträgen. „Hier sehen wir einen Schwerpunkt unserer Kooperation“, erklärt Markus Jaklitsch, Herausgeber des Fachmediums. Bereits auf der LogiMAT 2014 in Stuttgart vom 25. bis zum 27. Februar werden die Kooperationspartner erneut bei der Video-Produktion zusammenarbeiten. Wer Interesse hat, während der Messe oder im Vorfeld für ein Video- Interview zur Verfügung zu stehen, kann sich an logistik-tv.net oder an den Logistik express wenden. (UB) www.logistik-express.com LOGISTIK express Ausgabe 4/2013 27

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