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LOGISTIK express Fachzeitschrift

IM GESPRÄCH Was die

IM GESPRÄCH Was die Führungsmannschaft vorlebt, wird zur Praxis Compliance Management soll Unternehmen vor Rufschädigung und Geldstrafen sowie Mitarbeiter vor Haftungen schützen. Dazu braucht es mehr als nur ein ‚positives Wertebild‘ und die Mahnung, sich an die wichtigsten Normen zu halten – meint Britta Druml, die gerade bei Novomatic eine konzernweite Compliance Struktur aufbaut. Welche organisatorischen und strategischen Weichenstellungen es braucht, verrät sie im Interview. Redaktion: ALEXANDER GHEZZO Wann wird das Thema Compliance für ein Unternehmen aktuell? Das Thema Compliance kann aus verschiedenen Gründen plötzlich aktuell werden: Zum einen sind es Veränderungen in der Gesellschaftsstruktur, z.B. die Übernahme durch ein Unternehmen, welches bereits ein Compliance-System hat, zum anderen ist es häufig die Zusammenarbeit mit großen Unternehmen aus dem angelsächsischem Raum, welche die Beschäftigung mit dem Thema Compliance erzwingt. Seltener ist bei mitteleuropäischen Unternehmen - meiner Beobachtung nach - die eigene Überzeugung von der Wichtigkeit von Compliance-Themen. Förderlich für ein wachsendes Interesse an der Implementierung eines Compliance-Systems ist zweifellos die Medienberichterstattung über die Verhängung von Bußgeldern in Millionenhöhe aufgrund von Compliance- Verstößen. Was sind die wichtigsten Eckpfeiler von Compliance Strukturen? Die Themen, die eine Compliance-Struktur abbilden muss, hängen stark von der Branche, aber auch der Mitarbeiterstärke anderer „seelenverwandter“ Abteilungen (Rechts-, Revisions-, Personalabteilung) ab. Hat ein Unternehmen für sich erst einmal definiert, welche Themen von „Compliance“ zu behandeln sind, erscheint mir eine Zusammenfassung dieser identifizierten Themen in einem Verhaltenskodex („Code of Conduct“) sehr wichtig. Dass von der Führung ein zentraler Ansprechpartner („Compliance Manager“) für Fragen rund um diese Themen ernannt werden muss, steht außer Zweifel. Als dritter Pfeiler, denke ich, braucht es eine Meldemöglichkeit für Compliance-Verstöße, die nicht unbedingt nur den Mitarbeitern zur Verfügung steht, sondern auch Geschäftspartnern. Welchen Stellenwert hat ein unternehmensweites Wertebild in der Praxis? Wertestandards oder ein Wertebild finden sich zwar häufig als Bestandteil im Code of Conduct, den ich als Grundlage eines Compliance-Systems verstehe, wieder, aber trotzdem sollte Compliance nicht auf kaum messbare Wohlverhaltensregeln reduziert werden. Compliance geht darüber hinaus und soll sicherstellen, dass ein Unternehmen und seine Mitarbeiter nicht aus Unkenntnis gegen Gesetze verstoßen und haftbar gemacht werden. Kurz: ein Wertebild ist nice to have, aber ein Compliance-System, mit dessen Hilfe Strafzahlungen oder ein Reputationsverlust verhindert werden, ist immens wichtig für eine Risikominimierung im Geschäftsalltag. Wie sehr beschäftigen sich die „einfachen“ Mitarbeiter mit den Werten des Unternehmens? In vielen Unternehmen werden mit viel Aufwand Poster, Schreibtischunterlagen u.ä. mit den für das Unternehmen geltenden Werten verteilt. Aus meiner Erfahrung heraus führt das beim einfachen Mitarbeiter eher zu Häme und Kränkung, nach dem Motto: „Aha, JETZT soll ich fair zu meinen Kunden sein? - Was war ich denn bislang???“ Ein schriftlich festgehaltenes Wertebild gehört zwar heute zum Standard jedes größeren Unternehmens, aber nur dann, wenn der einfache Mitarbeiter durch persönliche Erlebnisse mit Führungskräften die verlautbarten Werte in der Praxis vorgelebt bekommen hat, wird ein Wertebild von den Mitarbeitern ernst genommen. Wie hängt die Unternehmensstrategie mit dem Compliance Risiko Management zusammen? SSobald die Unternehmensführung entschieden hat, die Geschäftstätigkeit zu internationalisieren und wirtschaftlichen Erfolg dauerhaft sicherstellen zu wollen, denke ich, dass sie an der Einführung einer Compliance Struktur nicht vorbei kommt. Durch die Auslandstätigkeit potenzieren sich die Compliance-Risiken und man wird mit Usancen FOTO: ISTOCKPHOTO.COM 38 LOGISTIK express Ausgabe 4/2012 www.logistik-express.com

Erstklassig im Zentrum Europas konfrontiert, die ein Unternehmen vorher wahrscheinlich nicht kannte. Ich denke da an Anfragen von ausländischen Kunden, ob Lieferanten-Screenings durchgeführt werden oder die Aufforderung, irgendwelche Erklärungen zum Datenschutz oder zum Kampf gegen Korruption zu unterschreiben. Um all das von der Wichtigkeit her richtig einordnen zu können, braucht es Personen, die den Entscheidungsträgern beratend zur Seite stehen. Das heißt, ein Eintritt in neue Märkte beispielsweise kann intern auch die Implementierung neuer - mit Kosten verbundener - Prozesse erforderlich machen, was bei der Entwicklung der Unternehmensstrategie beachtet werden sollte. Ist ein Unternehmen nur am Inlandsmarkt tätig, kann die Einführung einer Compliance Struktur trotzdem sinnvoll sein. Zum Beispiel können über das Meldesystem Schwachstellen in der Geschäftspraxis frühzeitig erkannt werden. Die Art und Weise, wie die Schwachstellen zukünftig zu vermeiden sind, fließt möglicherweise wiederum in die Unternehmensstrategie ein. Dr. Britta Druml (LL.M., LL.M.Eur.) ist seit 2011 als Juristin in der Konzern-Revision von Novomatic tätig und kümmert sich um den Aufbau einer konzernweiten Compliance- Struktur. Nach ihrem Jus- und Wirtschaftsstudium (Export) in Österreich, Spanien und Deutschland sammelte Britta Druml Arbeitserfahrung in der Europäischen Kommission (GD Wettbewerb) sowie als Rechtspraktikantin am Gericht. Die erste berufliche Station führte sie zu KPMG nach Köln, wo sie im Bereich Wirtschaftskriminalitätsbekämpfung forensische Untersuchungen in Unternehmen vornahm. Es folgte ein Branchenwechsel mit mehrjähriger Tätigkeit in der internationalen Forderungsabsicherung in Hamburg und Wien, wobei sie für die Mitteleuropa-Holding des US-amerikanischen Konzerns Aon ein Compliance-System implementierte. (AG) Konkurrenzdruck standhalten Statt den Kopf in Krisenzeiten in den Sand zu stecken, sollte man besser Ausschau nach Möglichkeiten zur Verbesserung der Karrierechancen halten. Ein Weg ist der Lehrgang zur LogistikleiterIn von Confare. Von 8. bis 12. April 2013 werden innerhalb von fünf Modulen alle relevanten Themen der Logistik – von Supply Chain Management bis Lagerbewirtschaftung – behandelt. Redaktion: Anna STEINER 11. Internationale Fachmesse für Distribution, Materialund Informationsfluss 19. – 21. Februar 2013 Neue Messe Stuttgart Intralogistik ohne Umwege Marktplatz für Innovationen Der Lehrgang zum Logistikleiter spricht Manager aus den Bereichen Logistik, Supply Chain, Einkauf, Produktions- und Werksleitung an. Ein breites und vielfältiges Spektrum, bei dem jeder Logistiker fündig wird. „Es sind vor allem die Prozessthemen und das Lean Management, das von den Kursteilnehmern stark nachgefragt wird. Immer wichtiger werden aber auch rechtliche Themen – ein weiterer Schwerpunkt des Lehrgangs“, kommentiert Mag. Alexander Ghezzo, Gründer und Geschäftsführer von Confare, die Modulinhalte. Die Liste der Referenten liest sich wie die „Hall-of-Fame“ der Logistikbranche. Darunter unter anderen DI Stefan Auer, Gruppenleiter Logistikmanagement, Fraunhofer Austria Research GmbH, Dr. Gudrun Ghezzo, MBA, Leiterin Consulting/ Training, Confare GmbH und Univ.-Prof. Dr.- Ing. Dr. h.c. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Wilfried Sihn, Geschäftsführer, Professor für Betriebstechnik und Systemplanung, Fraunhofer Austria Research GmbH – wer möchte mit solchen Persönlichkeiten nicht die ersten Frühlingstage verbringen? Fünf Tage im April Eine Schulwoche, in der man einiges lernen und neue Kontakte knüpfen kann. Wem das nicht genug ist, der kann zur Erreichung des Fraunhofer Austria Zertifikats innerhalb von sechs Wochen nach Abschluss des Lehrgangs noch eine schriftliche Arbeit abgeben. „Das Zertifikat ist international anerkannt und eröffnet jedem Absolventen ausgezeichnete berufliche Möglichkeiten – weltweit“, ist Ghezzo überzeugt. Fazit: Fünf Tage die Schulbank drücken, nach Bedarf sechs Wochen über interessante Themen aus der beruflichen Praxis schreiben und schon wird die Konkurrenz blass aussehen! (AT) Jetzt informieren und dabei sein! Tel.: +49 (0)89 32391-253 www.logimat-messe.de

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