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LOGISTIK express Fachzeitschrift

UMWELT Umweltschonende

UMWELT Umweltschonende Produktion ist keine Utopie! Wir leben in einer Konsumgesellschaft, die ohne Produktion nicht funktioniert. Lange Zeit haben Unternehmen aber auf „Teufel komm raus“ zu Lasten der Natur produziert, wurden Rohstoffe ausgebeutet. Zum Glück hat nun ein Umdenken eingesetzt, und strenge Auflagen haben Einzug gehalten. Zertifizierungen ermöglichen auf den ersten Blick, die Spreu vom umweltfreundlichen Weizen zu trennen. Redaktion: Angelika Thaler Österreich gilt in vielerlei Hinsicht in den Köpfen so mancher immer noch als die „Insel der Seligen“: wir haben sauberes Wasser, gute Luft, biologische Landwirtschaft und einen vergleichsweise hohen Anteil erneuerbarer Energien. Doch auch unsere Ressourcen sind nicht endlos! Zwar führt in vielen Produktionsbetrieben allein schon der Kostendruck zu Energieeinsparungen, aber auch in vielen anderen Bereichen gibt es Einsparungspotenzial, das gehoben werden will. Abgesehen davon sind Produktionsbetriebe nicht die einzigen, die Rohstoffe verbrauchen! ISO 14001 und EMAS Es gibt bei uns zwei häufig vorkommende „Kategorien“ von Umweltzertifizierungen: einerseits die internationale Umweltmanagementnorm ISO 14001 und andererseits die Kombination aus Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung, die EMAS (Eco Management and Audit Scheme, Öko-Audit, Anm.). „Die Zertifizierungen sind das Ergebnis des Erdgipfels in Rio 1992“, meint Prok. DI Axel Dick, MSc, Quality Austria Trainings-, Zertifizierungs- und Begutachtungs GmbH. „Nach der Zertifizierung ist vor der Zertifizierung.“ Thorsten Krones Obwohl es die EMAS Richtlinien schon früher gab, sind mehr Betriebe nach ISO-Norm zertifiziert. Vermutlich, weil die Anforderungen für EMAS höher sind“, verrät er. Bei der ISO 14001 (auch ÖNORM EN ISO 14001:2009) liegt der Schwerpunkt auf einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess zur Erreichung jeweils im Vorfeld definierter Zielsetzungen hinsicht- Thorsten Krones Leiter Integriertes Management-System, ÖBB-Infrastruktur AG lich der Umweltleistung einer Organisation (Unternehmen, Dienstleister,…) mit Hilfe der PDCA-Methode (Plan-Do-Check-Act, Planen- Ausführen-Kontrollieren-Optimieren, Anm.). „Anfangs ließen sich vor allem Unternehmen aus der Papier-, Pappe- und Ölindustrie zertifizieren, heute kommt die Nachfrage aus allen Bereichen, etwa auch aus dem Krankenhaussektor und der Verwaltung“, weiß Dick. Ein großer Vorteil liegt für ihn klar auf der Hand: „Besonders bei großen Unternehmen oder weitreichenden Behörden gilt es, sehr viele Gesetze und Regelungen zu beachten. Durch die unabhängige Prüfung kann gleichzeitig die Rechtskonformität festgestellt werden – oder notfalls schnellstmöglich Maßnahmen gesetzt.“ Studien hätten ergeben, so Dick, dass EMAS-zertifizierte Unternehmen in Haftungs- und Rechtssicherheitsfragen wesentlich besser aufgestellt seien als viele andere, die sich unwissentlich in Graubereichen befänden. Hauptunterschied: im Gegensatz zur ISO-Zertifizierung müssen Unternehmen bei EMAS eine Umwelterklärung verfassen und veröffentlichen. Seit 11. Jänner 2010 gilt die EMAS III, die Erleichterungen für KMU bringt und die Anwendungsbereiche erweitert. Positive Beispiele Eines der nach mehreren Standards zertifizierten Unternehmen ist die ÖBB-Infrastruktur AG. DI Thorsten Krones, Leiter Integriertes Management-System, erkennt darin viele Vorteile: „Neben der regelmäßigen, systematischen Bewertung unserer Geschäftsabläufe und Schnittstellen, erhöhen externe Audits unsere Rechtssicherheit. Gleichzeitig steigt der Druck, Ziele rascher zu erreichen und in der täglichen Umsetzung konsequenter vorzugehen. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Bewusstseinsbildung innerhalb des Unternehmens. Zu guter Letzt geht es aber auch um unsere Vorbildwirkung und Glaubwürdigkeit.“ Konsequenz und Kontinuität stehen im Vordergrund: „Nach der Zertifizierung ist vor der Zertifizierung“, verweist Krones auf den ständigen Verbesserungsprozess. Für ihn ist ein Verzicht undenkbar: „Ein Zertifikat verleiht auch dem Vorstand die Sicherheit, dass nötige Dinge umgesetzt und kontrolliert werden. Gerade in großen Unternehmen kann ich mir das gar nicht anders vorstellen.“ Das eigene Umweltprogramm beinhaltet dementsprechend viele Punkte, von Gebäudedämmungs- und Energieeffizienzmaßnahmen (etwa an Bahnhöfen), Einsatz von Elektromobilität im Fuhrpark und systematischer Abfalltrennung bis hin zu Nachhaltigkeitskriterien bei der Beschaffung und dem Einsatz eines Umweltfachberaters schon in Projektplanungsphasen. Energieeffizienz steigern Im Kreise der Zertifikatsfamilie gibt es auch die ÖNORM EN 16001, die sich auf ein Managementsystem zur systematischen Verbesserung der Energieeffizienz bezieht. Vor wenigen Tagen erhielt 6 LOGISTIK express 4|2010 www.logistik-express.com

UMWELT „Durch die unabhängige Prüfung kann gleichzeitig die Rechtskonformität festgestellt werden.“ Axel Dick AXEL DICK Prokurist & Marketing Quality Austria Trainings-, Zertifizierungs- und Begutachtungs GmbH wird ausschließlich auf PEFC-zertifiziertem Papier hergestellt. Deshalb dürfen wir auch das Umweltzeichen tragen – und das ist uns der Mehraufwand wert! Vorsicht geboten So wie Gesetzestexte oft „Auslegungssache“ sind, ist es natürlich auch bei Zertifikaten ratsam, nicht blind zu vertrauen. Bei meinen Recherchen bin ich durchaus auch auf kritische Stimmen gestoßen, was den Missbrauch mancher Regelungen anbelangt. Denn nur, weil etwas systematisch verbessert wird, bedeutet das nicht unbedingt, dass es insgesamt gut ist. Anders lässt es sich nicht erklären, dass auch Urananreicherungsanlagen oder Chemiefabriken sich mit Umweltzertifikaten schmücken. Damit will ich nicht behaupten, dass die ISO 14001 und die EMAS-Zertifikate schlecht sind – ganz im Gegenteil! Aber es bleibt noch viel zu tun, und jeder sollte sich beispielsweise von neuen Lieferanten ein eigenes Bild machen und nicht nur die Zertifikate bewundern. (AT) KNAPP.com die Sandoz GmbH als erstes österreichisches Industrie-Großunternehmen die dementsprechende Zertifizierung durch die TÜV AUS- TRIA CERT GMBH. Im Laufe der Prüfung wurde nachgewiesen, dass der Generikahersteller in seinen ökologischen Standards die gesetzlichen Vorgaben übertrifft, beispielsweise durch spezielle Recyclinganlagen und effiziente Produktionssysteme. Bei der Produktion wird besonderer Wert auf die Reduktion des Energieverbrauchs gelegt. Ebenfalls energieaufwändig ist die Herstellung von Holzspanplatten. Umso erfreulicher ist es, wenn sich ein Unternehmen wie EGGER nach ISO 14001 und EMAS zertifizieren lässt, wie dies im Jahr 2009 am Standort Unterradlberg geschah. Den Grund nannte Mag. Martin Wurzl, Bereich Technik und Produktion sowie Legal Compliance, in einem Gespräch mit Axel Dick: „Im EGGER Unternehmensleitbild hat die nachhaltige Nutzung von Holzwerkstoffen eine hohe Priorität. Holz ist ein nachwachender Rohstoff und bindet das Treibhausgas Kohlendioxid. Der Umweltgedanke prägt unsere Prozesse und mündet schließlich in den Umwelt-Produktdeklarationen. Somit können unsere Kunden auch nachvollziehen, welche Umweltauswirkungen EGGER Produkte haben. Somit lag es auf der Hand, ein Integriertes Managementsystem abzubilden.“ making complexity simple Das Unternehmen betreibt in Unterradlberg zwei Biomassekraftwerke und versorgt nebenbei zwei Nachbarbetriebe mit Prozesswärme. Bei der Auswahl der Lieferanten wird selektiert: „Wir unterscheiden in der Beschaffung zwischen technischem Einkauf, Chemieeinkauf und Holzeinkauf. Im technischen Einkauf spielt die Energieeffizienz die zentrale Rolle. Im Chemieeinkauf fordern wir Umweltzertifikate.“ Auch für die Zukunft sind Maßnahmen geplant, etwa ein Austausch des letzten älteren Trockners zur Reduktion des Wasserverbrauchs und die Entwicklung energiesparender Zerspanungsmethoden. Auch die Papierproduktion ist oft eine starke Umweltbelastung. Daher hat Logistik express als eines der ersten Printprodukte der Branche die Produktion umgestellt. Das Blatt solution provider Zuverlässige Logistiksysteme sind unsere Kompetenz. Zahlreiche Referenzen bestätigen, dass KNAPP intelligente Lösungen für verschiedenste Lager erfolgreich realisiert. Vertrauen Sie auf die Verknüpfung von Branchenkenntnis und technologischem Wissen. pharma | cosmetics | office | retail | tobacco | audio & video | fashion KNAPP AG | Günter-Knapp-Straße 5-7 | 8075 Hart bei Graz | Austria | Tel.: +43 316 495-0 | Fax: +43 316 491-395 | sales@knapp.com www.logistik-express.com LOGISTIK express 4|2010 7

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