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LE-4-2010

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

HANDEL Die beiden

HANDEL Die beiden österreichischen Getränkehersteller Schlumberger und Almdudler haben eines gemeinsam. Beide produzieren sie Perlendes und lassen den Logistik-Job lieber von externen Logistikern erledigen, als dass sie sich selber um Supply Chain, Warehousing und Co kümmern wollen. Wer Schlumberger trinkt, kommt gleich gut in Stimmung. Almdudler perlt zwar auch, aber ist primär ein Durstlöscher und zugleich österreichisches Kultgetränk Nummer eins. Bis das Produkt fertig ist und zu dem wird, was im Champagnerglas so herrlich prickelt, dauert es in der Regel 18 bis 24 Monate. So lange dauert der Reifeprozess des nach der französischen Champagner-Methode produzierten Sekts von Schlumberger. Während dieser vielen Monate auf dem Rüttelpult müssen die Flaschen regelmäßig sorgfältig gedreht werden, um den Wein von der Hefe zu trennen. Der Rohstoff sind Trauben, die ausschließlich von österreichischen Reben kommen. Auch alle anderen Bestandteile für die Zubereitung kommen aus Österreich, mit Ausnahme von Kork. Zu der Cuvée aus österreichischen Grundweinen werden Champagner-Hefe und eine spezielle Zuckerlösung für die zweite Gärung in der Flasche hinzugefügt. Nach zwei Jahren ist der Sekt, der dem französischen Champagner nahe kommt, von den Produktionsstätten in der Wiener Heiligenstädter Straße ins Lager nach Achau bei Wien gebracht. Dort macht die Salzburger Spedition Wildenhofer das Warehousing und ist allein mit dem Kunden Schlumberger zu rund 80 Prozent ausgelastet, erzählt Schlumberger-Sprecher Benedikt Zacherl gegenüber Logistik express. In JEDER Hinsicht ein prickelndes Erlebnis Wie kommen Sekt von Schlumberger und Limonade von Almdudler ins Regal? Logistik express hat sich bei den Herstellern umgehört und erfahren: Das Wort bei der Logistik haben externe Dienstleister. Redaktion: MArkus TROSTMANN Wildenhofer ist sozusagen der klassische und exklusive Hausspediteur von Schlumberger. Wildenhofer übernimmt von Achau aus die gesamte Distribution in den Handel und zum Getränkegroßhandel, wo sich in weiterer Folge die Gastronomie mit dem edlen Tropfen für besondere Anlässe eindeckt. Die Bestellungen kommen in die Wiener Schlumberger- Zentrale und werden von dort an Wildenhofer zur Durchführung der Logistik weitergereicht. „Wir konzentrieren uns auf unsere Kernkompetenz Sekt- und Spirituosen-Produktion“, sagt Zacherl. Den Logistik-Job will man lieber extern von einem erledigen lassen, der das besser kann. In diesem Fall Wildenhofer, mit dessen Leistungen man bei Schlumberger zufrieden ist. Verbunden mit der Anmerkung, dass man immer alles noch besser machen kann. Die Lagerbewirtschaftung in Achau macht Wildenhofer gemeinsam mit dem Supply-Chain-Management von Schlumberger. „Unsere Produkte sind qualitativ hochwertig und somit muss es auch die Supply Chain sein.“ Benedikt Zackerl Beim Outsourcing lege ein traditionsbewusstes Haus wie Schlumberger großen Wert auf Kundenzufriedenheit, Pünktlichkeit, Lieferfähigkeit und einen hohen Servicegrad. Die jederzeitige Verfügbarkeit der Produkte ist besonders wichtig: Just-in-time ist somit auch bei der Heranschaffung von Sekt ein Thema, vor allem wenn es um Veranstaltungen geht und hier definierte Zeitfenster bei der Zulieferung genau eingehalten werden müssen. „Unsere Produkte sind qualitativ hochwertig und somit muss es auch die Supply Chain sein“, betont Zacherl. Bei der Eventbetreuung kommt sogar ein Speziallogistiker zum Einsatz, der dafür sorgt, dass die Flaschen optimal gekühlt am Ort der Feierlichkeit zur Verfügung stehen. Neben dem bekannten Premium-Sekt stellt Schlumberger, zu dessen Einflussbereich auch die Marke Hochriegl gehört, auch Hochprozentiges her: Rossbacher und Gurktaler Alpenkräuter, wobei letzterer direkt im kärntnerischen Gurk hergestellt wird. Dazu kommen noch Vertriebsaktivitäten für so bekannte Marken Asbach uralt, Averna, Grappa, Jim Beam, Metaxa oder Zirbengeist. 38 LOGISTIK express 4|2010 www.logistik-express.com

HANDEL Das Unternehmen wurde 1842 von Robert Alwin Schlumberger gegründet und er war es, der erstmals in Österreich Sekt nach der französischen Champagner-Methode herstellte, gibt Zacherl Einblick in die Firmenhistorie. 1973 erwarb die österreichische Underberg Gesellschaft die Schlumberger Wein- und Sektkellerei und brachte sie 1986 an die Börse. Strategisch ist man derzeit dabei, den Aktionsradius auf das Weingeschäft zu erweitern und den Marktanteil zu pushen. Auf dem heimischen Sektmarkt hat die Marke Schlumberger einen Anteil von 30 Prozent. Mit 221 Mitarbeitern wurden im Vorjahr 214 Mio. Euro erwirtschaftet, was ein Plus von fünf Mio. Euro gegenüber dem Jahr zuvor war. Auf der Alm dudeln, aber nicht transportieren Im Jahr 1957 wurde er aus der Taufe gehoben, heute kennen 97 Prozent der Österreicher den Almdudler, das Nationalgetränk schlechthin. Unverwechselbar sind das Trachtenpärchen, das die schlanke Flasche ziert, und der knackige Werbeslogan: „Wenn die kan Almdudler habn, dann geh i wieda ham“ („Wenn die keinen Almdudler haben, dann gehe ich wieder nach Hause“, Anm.) ist unzertrennlich mit der Marke verbunden. Der Wiener Sodawasserund Limonadenhersteller Erwin Klein war es auch, der die österreichische Marke erfunden hat. Den Markennamen leitete er von der damals gebräuchlichen Redewendung „auf der Alm dudeln“ ab. Bis 1968 wurden 200 Millionen Liter getrunken, 14 Millionen Flaschen mit der typischen Form sind bis dahin verkauft worden. Almdudler, ursprünglich als Folkloredrink konzipiert, schaffte die Wandlung zu einer dynamischen Marke europäischen Zuschnitts. Die Konzentration auf die Kernmarke, ein klares Markenprofil und eine konsequente Markenführung haben das Getränk zu dem gemacht, was es heute ist: Nämlich nach Coca Cola die zweitbeliebteste Marke in Österreich. 17 Prozent des Gesamtumsatzes werden im Ausland erzielt, vor allem in Deutschland, der Schweiz und in Belgien. Hinter Almdudler steht das österreichische Familienunternehmen A. & S. Klein. Zwar hat man 1973 einen Vertrag mit der Harmer KG der Ottakringer Brauerei geschlossen, die damit Produktion und Vertrieb übernommen hat. Doch Almdudler konzentriert sich seitdem mit Erfolg auf die Kernkompetenzen wie Qualitätssicherung, Produkt- und Packungsentwicklung, Marktforschung, Betreuung der Partner, Werbung und Markeneinführung. Logistik machen Logistiker besser Was heute von vielen Unternehmen praktiziert wird, hat Erwin Klein bereits vor 50 Jahren erkannt und erfolgreich umgesetzt. Mit Almdudler führte er nämlich ein für die damalige Zeit revolutionäres Lizenzmodell ein. Unermüdlich begeisterte Erwin Klein die damals noch vielen existierenden und sich gegenseitig konkurrierenden Sodawasser- und Limonadeerzeuger in ganz Österreich für die Almdudler-Idee. „Das Geschäftsmodell von Erwin Klein machte es schon damals möglich, dass erstmals eine österreichische Limonade auf nationaler Ebene beworben wurde und sogar mittels TV-Werbung in Konkurrenz zu den großen internationalen Getränkeherstellern treten konnte“, erzählt Gerhard Schilling, Geschäftsführer von Almdudler. Die aus den 50er Jahren unveränderte Rezeptur aus natürlichen Alpenkräutern steht für den einzigartigen Trinkgenuss von Almdudler, so der Manager. Von Anfang an bis heute kommt Almdudler mit seinen 32 verschiedenen Alpenkräutern aus der Alpenregion ganz ohne chemische Konservierungsstoffe aus. Bei der Logistik gibt sich Almdudler kompromisslos. Die gesamte Logistikkette von der Produktion in den Handel, zum Kiosk um die Ecke oder in die Gastronomie sowie in „Die gesamte Logistikkette wird von externen Logistikdienstleistern bewerkstelligt.“ Gerhard Schilling die Hauptabnehmerländer beispielsweise Schweiz oder Belgien wird von externen Logistikdienstleistern - ohne deren Namen nennen zu wollen - bewerkstelligt. Schilling: „Das deshalb, weil die Logistik nicht zu unserem Kerngeschäft gehört. Wir haben ein kleines Lager für unsere Merchandisingartikel und Fertigware, das von uns geführt wird.“ Mit dem Transport hat die Eigentümerfamilie Klein nichts am Hut. Dennoch: Sehr großen Wert in der Distributionslogistik legt Schilling auf Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. Auf die Rückverfolgbarkeit und das nachhaltige Wirtschaften seiner Partner. Die Logistik ist Teil eines umfassenden Service- und Dienstleistungspaketes mit den Produktions- bzw. Vertriebspartnern und unterliegt keiner separaten Bewertung. Schilling: „Die Logistik- Konzeption ist länderspezifisch ausgerichtet, da beispielsweise in Deutschland eigene Abfüllpartner und Logistikunternehmer beschäftigt werden.“ (MT) www.logistik-express.com LOGISTIK express 4|2010 39

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