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LE-4-2010

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

TRANSPORT Die beiden

TRANSPORT Die beiden Schifffahrtskanäle stehen normalerweise am stärksten miteinander in Konkurrenz, wenn der Abfahrtshafen und das Ankunftziel eines Schiffes grob auf gegenüberliegenden Seiten des Globus liegen. In diesem Fall könnte die jeweilige Höhe der Kanalgebühr die Wahl der Route beeinflussen. Der Panama-Kanal hat ein 5,25 Milliarden US-Dollar (rund 3,8 Milliarden Euro) schweres Expansionsprogramm begonnen, das die Gebühren laut der Boston Logistics Group bis 2010 um bis zu 69 Prozent hochschrauben wird. Es wird erst 2014 beendet sein. Die hohen Kosten könnten die Wirtschaftlichkeitsgrenze für Güter auf dem Weg zur amerikanischen Ostküste (US-OK) für den Suez-Kanal weiter nördlich bis nach Hong Kong verschieben. Schifffahrtskanäle im Wettbewerb Suez- versus Panama Der Panama-Kanal hat sein rund 4 Milliarden Euro schweres Expansionsprogramm begonnen, das er 2014 beenden wird. Die hohen Kosten werden sich stark in steigenden Gebühren widerspiegeln. Dadurch erhält der Suez-Kanal einen Wettbewerbsvorsprung. Redaktion: ANGELIKA THALER „Der Suez-Kanal bietet eine direkte reine Seeverbindung zur amerikanischen Ostküste.“ Admiral Fadel Die Strecke von Hong Kong zur US-OK beträgt via Suez 11.207 Nautische Meilen, über Panama 11.593 Nautische Meilen. „Vor dem Hintergrund von Verzögerungen, Streiks und höheren Inlandstransportkosten in Amerika, bietet der Suez-Kanal eine direkte reine Seeverbindung zur amerikanischen Ostküste“, sagte Admiral Fadel, Vorsitzender der Suez- Kanalbehörde. „Wir werden Dienstleistungen zu geringeren Preisen anbieten“. Tanker aus dem persischen Golf erhalten schon jetzt 35 Prozent Preisnachlass. Der Suez-Kanal hat nach 2014 kaum noch Schulden abzubezahlen. Zudem ist er durch seine günstige Topografie einfach in Stand zu setzen und zu erweitern. Das komplizierte Schleusensystem des Panama-Kanals, durch das Schiffe auf über 26 Meter über Meereshöhe gehoben werden, ist dagegen nur mit größerem Aufwand instandzuhalten. Der Suez-Kanalbeamte Abdel Tawab Haggag sagte der Hafenverwaltung des australischen Hafens Sydney: „Wir glauben, dass der Hafen Sydney Europa und dem Suez-Kanal am nächsten liegt. So kann er Güter auf dem Weg zur Ostküste Nordamerikas anziehen. Wir sollten keine Zeit verlieren, da die Suez-Kanalbehörde in Zukunft einen starken Zuwachs im Containervolumen für Nordamerika erwartet.“ FOTO: DIRK RUPPIK 36 LOGISTIK express 4|2010 www.logistik-express.com

TRANSPORT „Durch die Anhebung des Gatunsees erreichen wir einen Tiefgang von rund 15 Metern.“ Alberto Alemán Zubieta Suez: Vielversprechende Zukunft In den letzten Jahren wurde der Suez-Kanal mehrmals vertieft. In 2005 erreichte die Tiefe 66 Fuß (rund 20 m). Damit war der Seeweg zu diesem Zeitpunkt für alle Container- und Schüttgutschiffe passierbar. Bis 2012 soll er rund 22 Meter erreichen und somit für 82 Prozent aller Öltanker durchfahrbar sein. Rund 20.000 Schiffe passieren ihn jedes Jahr. Der eingefahrene Ertrag des Kanals betrug im Oktober 2008 467,5 Millionen US-Dollar (rund 332 Millionen Euro) im Vergleich zu 327 Millionen Euro im Jahr davor. Damit stellt er eine bedeutende Quelle für ausländische Währungen für die ägyptische Regierung dar. Wegen der Piratenattacken vor der Küste Somalias bevorzugen Reeder zunehmend allerdings die Route über das Kap der guten Hoffnung. Auch wegen der Wirtschaftskrise fielen die Einnahmen im Fiskaljahr 2008-2009 um 7,2 Prozent auf rund 3,4 Milliarden Euro. In den ersten sieben Monaten von 2010 stiegen die Einnahmen wieder um 11,5 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro gegenüber dem gleichen Zeitraum in 2009 (rund 1,7 Milliarden Euro). Die Durchfahrten nahmen um 3,1 Prozent auf 10.205 im Vergleich zu 9.896 in der gleichen Periode zu. Der Suez-Kanal schlägt bisher nur weniger als sechs Prozent des Asien/US-Amerika-Containerhandels um. 90 Prozent davon gehen zur US-Westküste und müssen vorher auf dem Inlandsweg mittels Eisenbahn oder LKW teuer transportiert werden. 95 Prozent der Schiffe, die den Kanal passieren, bedienen die Asien/Europa-Route. APL, die Containersparte von Neptune Orient Lines aus Singapur, führte erst im August 2008 ihren Asien-US Suez Express-Dienst (SZX) zur amerikanischen Ostküste mit acht Schiffen ein. Das Unternehmen vertritt den selben Standpunkt wie die Suez-Kanal-Behörde. Weitere Reedereien und Hafenbetreiber investieren aufgrund der positiven Aussichten für den Asien/Europa- und US-Güterverkehr in Ägypten. Die China Shipping Group (CSCL) hat 20 Prozent an der Damietta International Port Company (Dipco) erworben. Auch die französische Reederei CMA CGM und United Arab Shipping (UAS) sind an Dipco beteiligt. Die Hong Konger Hutchison Port Holdings (HPH) investiert in Alexandria, DP World aus Dubai in Sokhna und APM beziehungsweise Cosco im Suez-Kanal-Containerterminal (SCCT) in Port Said. Expansion des Panama-Kanals Die augenblickliche Begrenzung des Panama-Kanals für Containerschiffe liegt bei 4.000 TEU. Nach dem Expansionsprogramm in 2014 werden es 12.000 TEU sein. Die jährliche Transitkapazität des Kanals wird dann von 165 Millionen Tonnen auf 330 Millionen Tonnen verdoppelt. Der Erweiterungsplan beinhaltet laut Alberto Alemán Zubieta, Geschäftsführer der Kanalbehörde, den Bau neuer Gleise für den Schienenverkehr, die Konstruktion neuer Schleusen (Tiefe 60 Fuß entsprechend 18,6 Meter), die Ausbaggerung neuer Zufahrtswege und Parkplätze beziehungsweise Wartestellen sowie die Vertiefung der Fahrrinnen. Außerdem soll der Gatunsee angehoben werden, sodass dem durchfahrenden Verkehr ein Tiefgang von rund 15 Meter ermöglicht wird. Der Kanal soll der Regierung nach Abschluss der Arbeiten jährlich rund 1,2 Milliarden Euro einbringen, dreimal soviel wie 2005. Rund 82 Prozent der den Panama-Kanal passierenden Güter stammen aus dem Warenverkehr mit China, Indien und anderen asiatischen Ländern. Davon werden zwölf Prozent in der größten lateinamerikanischen Freihandelszone, dem panamaischen Colon, verarbeitet. Zudem wächst der Güterverkehr mit Südamerika, das derzeit über keine ausreichende Infrastruktur verfügt, um große Containerschiffe abzufertigen. Die Häfen Panamas wollen künftig Weltklasse- Dienstleistungen, wie zum Beispiel Häfen in Singapur und Hong Kong, anbieten und dadurch den Standort Panama stärken. In den Hafenbereich wurden bis 2006 1,25 Milliarden Euro investiert und das gesamte Einkommen des Hafensystems dadurch von rund 58 Millionen Euro auf 1,9 Milliarden Euro gesteigert. HPH betreibt zwei Containerterminals – eines in Colon mit 1,5 Millionen TEU Kapazität auf der Atlantikseite und eines in Balboa auf der Pazifikseite. In Colon betreibt die taiwanesische Reederei Evergreen ebenfalls ein Containerterminal. Balboa wurde gerade in der vierten Phase aufgrund des hohen Frachtaufkommens mittels rund 234 Millionen Euro in ein Megaterminal mit drei Millionen TEU Kapazität verwandelt. Das Manzanillo International Terminal auf der Atlantikseite wurde auf 2,2 Millionen TEU (Stand Mai 2007) erweitert. Die nächste Phase wurde sogleich ausgerufen. Im Juli 2008 wurden die ersten Liegeplätze auf 400 m Länge für Containerschiffe und ein Kai für Ro-Ro-Schiffe in Betrieb genommen. (DR) Fliegen Sie mit uns in eine papierlose Zukunft! Profitieren Sie von Kühne + Nagel als führenden Partner der e-freight Initiative. Elektronische Daten statt ausgedruckter Transportdokumente Papiereinsparung für ein besseres Klima Reduzierung der Kosten Keine Sendungs-Verzögerung aufgrund verlorener Dokumente Hohe Flexibilität Maximale Verlässlichkeit Ihre zufriedenen Kunden Weniger CO ²- für Ihre Zielvorgaben Wir informieren Sie gerne! info.wien@kuehne-nagel.com www.kuehne-nagel.at www.logistik-express.com LOGISTIK express 4|2010 37

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