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LE-4-2010

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

TRANSPORT JCL auf

TRANSPORT JCL auf Expansion Die steirische JCL-Gruppe hat von Logwin die Landverkehre übernommen und steuert auf Expansionskurs. Firmenchef Stephan Jöbstl über gesunden Hausverstand, seinen Managementstil und Ziele bis 2015 für seine Gruppe. Redaktion: Markus Trostmann Das steirische Logistik-Unternehmen JCL AG mit der Eigentümerfamilie Jöbstl im Hintergrund ist seit Beginn dieses Jahres wieder kräftig gewachsen. Das in vierter Generation von Stephan Jöbstl geführte Unternehmen hat sich in einen 200 Mio. Euro schweren Markt eingekauft: durch den Kauf der Road+Rail-Geschäftsbereiche von Logwin in Österreich (Standorte in Vorarlberg), der Schweiz (Logwin Road+Rail Switzerland), in den Niederlanden und in Ungarn. Teile des ungarischen Geschäftes wurden mittlerweile aber schon wieder verkauft. „Es passte nicht zu uns“, sagt Stephan Jöbstl, CEO der JCL AG, im Interview mit dem Logistik express. Unter der JCL AG sind seit 2008 alle Aktivitäten des Unternehmens zusammengefasst, in den zahlreichen Firmen zwischen Indonesien und Werndorf bei Graz werken derzeit 1.600 Mitarbeiter. Stephan Jöbstl präsentiert sich in seinem eher spartanisch eingerichteten Büro in der Firmenzentrale auf dem Areal des Cargo Center Graz als relaxed wirkender Manager. „Ich verfolge im gesamten Unternehmen eine sehr flache Hierarchie und eine Zusammenarbeit mit meinen Mitarbeitern. Dadurch bieten sich ihnen viele Entfaltungsmöglichkeiten, sie können Prozesse mitentscheiden, beeinflussen und treffen letztlich auch selbständig Entscheidungen“, erzählt Jöbstl. Im Gegensatz dazu erwartet sich der 32jährige „uneingeschränkte Ehrlichkeit, ein hohes Problemlösungspotenzial und einen hohen Einsatz.“ Im Jahr 2008 ist Stephan Jöbstl in die Fußstapfen seines Vaters Hermann Jöbstl getreten. „Es war so ziemlich genau zu meinem 30. Geburtstag“, erinnert er sich. Die Rahmenbedingungen haben sich inzwischen signifikant verändert: „Mein Vater hat mit den Herausforderungen eines Familienunternehmens gekämpft.“ Die heutige JCL AG entwickelt sich zu einem internationalen Konzern, der Aktionsradius hat sich geändert. Dennoch: „Das eine oder andere habe ich von meinem Vater übernommen“, sagt der Junior nicht ohne Stolz. Hausverstand und Bodenständigkeit Welche Fähigkeiten braucht man heute, um ein Speditionsunternehmen erfolgreich zu führen? Stephan Jöbstl: „Neben gesundem Menschenverstand sehe ich zwei Faktoren als essenziell an: Man muss in der Lage sein, eine Situation schnell einzuschätzen und zu bewerten. Wir treffen täglich Entscheidungen, die nicht nur Auswirkungen auf einen Teilbereich des Unternehmens haben, sondern eine Kette an Folgereaktionen hervorrufen.“ Zweitens sei es wichtig, die Balance zwischen dynamischem Wachstumsdenken und realistischer Bodenständigkeit zu finden. „Nur so überwindet man das Risiko des Stillstands.“ Mit dem Zukauf der genannten Firmen will JCL in diesem Jahr einen Umsatz von 550 Mio. Euro erwirtschaften. Der Optimismus leitet sich von der Geschäftsentwicklung seit Jahresbeginn ab: „In allen Bereichen liegen wir über Plan.“ Die Anteile an der JCL AG werden zu 51 Prozent von der Familie Jöbstl gehalten; zu 49 Prozent ist ein Private-Equity-Fonds beteiligt. Die Hereinnahme eines solchen Partners erwies sich anlässlich der Hofübergabe vom Vater zum Sohn als erstrebenswerteste Lösung, blickt Jöbstl zurück. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen mit seiner starken Präsenz in der Textil- und Möbellogistik einen Umsatz von 350 Mio. Euro eingefahren; das waren um rund drei Prozent weniger als im Jahr 2008. Der Grund: das spürbar rückläufige Geschäft, etwa in der Textillogistik. Dennoch: Unzufrieden ist er mit dem Geschäftsverlauf von 2009 nicht. „Wir haben das vergangene Jahr positiv abgeschlossen.“ Mit dem Zukauf von Märkten will man Knowhow ins Haus holen und zum Full-Service- Provider mutieren. In den vergangenen Monaten wurden die von Logwin eingekauften Firmen in die JCL AG und Firmenkultur integriert. Eine weitere Expansion des 1928 gegründeten Unternehmens ist nicht ausgeschlossen: Dabei denkt man an die Länder des ehemaligen Jugoslawien und speziell an Serbien. „Langfristig sehen wir dort entwicklungsfähiges Marktpotenzial.“ Fokus Kontraktlogistik Die Kontraktlogistik für die Möbel- und Textilbranche sind die angestammten Geschäfte der JCL-Gruppe; das Speditionsgeschäft wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Durch die Übernahme der Logwin-Firmen wird der Bereich Landverkehr in Europa gefestigt. JCL hat 200 eigene LKW im Fuhrpark und setzt diese dann ein, wenn es die Kunden wünschen. Etwa im Vor- und Nachlauf im Kombi-Verkehr, den JCL mit 600 eigenen Wechselaufbauten nutzt. Gefahren wird im Kombi-Verkehr innerhalb Österreichs, aber auch im Einzelwagenverkehr nach Koper. „Das System funktioniert in Österreich ganz gut“, bemerkt der Manager, ohne dabei auf den Hinweis zu vergessen, dass es in der Logistik ohne LKW ohnehin nicht geht. Auch wenn der LKW den Preis bestimmt, werden Transporte auf die Schiene verlagert, wenn es der Kunde wünscht und auch bezahlt. Nein sagen nur in Ausnahmefällen Ein Logistiker steht heute unter einem hohen Erwartungsdruck seitens der Kunden, die immer mehr Leistung zum möglichst gleichen Preis wollen. Kann ein Spediteur auch einmal Nein sagen? Jöbstl: „Ein klares Nein gibt es nur Ausnahmefällen. Wenn ein Kundenwunsch unrealistisch ist – im Sinne der Unerfüllbarkeit des potenziellen Auftrags und weniger in preislicher Hinsicht.“ Gemeinsam versuche man, die optimale Lösung zu finden. Ein Nein wäre wirklich nur der letzte Ausweg, weiß Jöbstl. Seine Vorstellung für die nächsten Jahre bis 2015 ist: „Wir möchten unsere Positionierung in den sechs Geschäftsbereichen stärken und gleichzeitig in neue Märkte hineingehen. Und selbstverständlich halten wir unaufhaltsam an unserem Umsatzziel, bis 2015 die eine Milliarde-Euro-Marke zu überschreiten, fest.“ (MT) 24 LOGISTIK express 4|2010 www.logistik-express.com

TRANSPORT Die Cargo Center Graz Betriebsgesellschaft hat auf dem ehemaligen Hödlmayr-Autogelände im Terminal Werndorf auf einer Fläche von 13.000 m2 eine große Halle errichtet, wo ab Dezember dieses Jahres ein großer europäischer Konzern seine Logistik abwickeln wird. Dessen Name wird noch diskret geheim gehalten und erst bei der Eröffnung darf die Welt erfahren, wer dort geschäftlich tätig sein wird. In einer zweiten Phase ist die Erweiterung um weitere 8.000 bis 10.000 m2 geplant, erklärt Franz Glanz, Geschäftsführer des Cargo Center Graz gegenüber Logistik express. FRANZ GLANZ Geschäftsführer Cargo Center Graz Der neue Kunde bringt neues Leben in das CCG, wo infolge der verblassten Autoindustrie im Raum Glanz das Umschlagsgeschäft stark rückläufig ist. Glanz spricht von 15.000 TEU jährlich, die künftig über den Adriahafen Koper nach Werndorf kommen werden und im neuen Lager des Kunden gelagert bzw. in andere Europa-Lager weiter verfrachtet werden. Gemeinsam mit diesem Kunden arbeitet die CCG gerade ein schlüssiges Logistikkonzept aus, wie die Boxen am effizientesten nach Werndorf kommen sollen. Die Umsetzung soll dann dem vom Kunden beschäftigten Logistiker obliegen. Das Cargo Center Graz war in den Hochzeiten der Grazer Magna- Cargo Center Graz forciert Betreiberrolle Im Cargo Center Graz in Werndorf bei Graz stehen die Zeichen auf Expansion: Dort, wo vor noch nicht allzu langer Zeit jede Menge schicke Chrysler-Limousinen auf den Versand in alle Welt warteten, wurde eine große Halle hochgezogen. Redaktion: Markus Trostmann Autoproduktion zu 100 Prozent ausgelastet; Chrysler lässt nicht mehr in Graz Autos bauen und damit verbunden war auch ein Rückgang des via CCG disponierten Cargo-Volumens. 2008 kamen noch 180.000 TEU auf den Terminal, im Vorjahr waren es knapp 100.000 TEU. Glanz ist daher auf der Suche nach neuem Geschäft. Unternehmen wie der Lebensmitteldiskonter Hofer, Fresenius Kabi oder Leykam Alpina haben sich in den vergangenen Jahren und Monaten auf dem Areal des CCG niedergelassen und bringen so Ladung auf den Standort, was optimistisch macht. Für den steirischen Logistiker JCL wird gerade die Halle fünf um 6.000 m2 erweitert, um so mehr Platz für dessen Textillogistik zu schaffen. Rund 20 Mio. Euro werden in den Neubau für den diskreten Neukunden und JCL investiert. Platz für weitere ansiedelungswillige Firmen ist noch ausreichend vorhanden. Betreiberrolle forcieren Zu bieten hat das CCG noch einiges: 35.000 m2 entwicklungsfähige Fläche sind noch vorhanden und harren potenzieller Ansiedler. Gewerbeflächen mit unmittelbarer Autobahnanbindung und der Option auf ein Anschlussgleis. Glanz: „Wir sind bereits mit weiteren Firmen im Gespräch.“ Cargo Center Graz Das CCG soll sich strategisch zu einem Logistik-Provider entwickeln. Mit dem Fokus auf die Entwicklung von Logistikimmobilien sowie auf Entwicklung von eigenen Produkten im Kombi-Verkehr und Logistik-Consulting. Glanz: „Wir wollen eine neutrale Plattform sein und Akteure zusammenbringen, die untereinander Berührungsängste haben“. Damit gemeint ist beispielsweise die Kreation von Ganzzügen im Kombi-Verkehr etwa zwischen Koper und Werndorf, die verschiedenen Spediteuren als Produkt offen stehen. CCG würde den Zug entwickeln und Stellplätze an Verlader wie DHL, Schenker etc. verkaufen. Als neutraler Akteur könne man besser unterschiedliche Interessen auf einen gemeinsamen Nenner bringen. „Wir müssen künftig die neutrale Betreiberrolle stärken betonen, weil unsere Kunden danach verlangen“, so Glanz. In diese Betreiber- und Plattform-Strategie will man selbstredend die Häfen und Reeder aktiv einbinden. Gleichzeitig will man sich auch aus dem operativen Geschäft zurücknehmen. (MT) EffiziEnt, wirtschaftlich, umwEltschonEnd Batterieladesysteme mit Active Inverter Technology: 30% weniger strombedarf, längere Batterielebensdauer, weniger Batteriewartung. individuellen Batterie-Betriebskosten-check für ihr unternehmen anfordern. Fronius International GmbH sparte Batterieladesysteme tel.: +43 (0)7242 241-0 E-mail: battery.chargers@fronius.com www.fronius.com BLS_Folgeinserat_LogiMAT_185x65_rz.indd 1 31.08.2010 13:44:07 www.logistik-express.com LOGISTIK express 4|2010 25

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