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LE-4-2009

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

ZUM THEMA zu halten. So

ZUM THEMA zu halten. So können Hersteller kostenintensive Lieferengpässe elegant vermeiden. „Je präziser ein Hersteller den Produktionsbedarf der Endprodukte sowie den Bedarf an Bauteilen vorhersagen kann, desto weniger Material muss er vorhalten und desto besser kann er seine Produktion steuern“, weiß Dr. Andreas von Beringe, Gründer, Präsident & Chief Executive Officer der SAF Simulation, Analysis and Forecasting AG. Industrie vs. Handel – eins plus eins ist eins? Traditionell werden Prozesse in Industrie und Handel eher als zwei Paar Schuhe gesehen. Dabei könnte die Industrie vom Handel lernen, besonders was die Planung anbelangt. Wenn die Bedürfnisse des Kunden ins Zentrum der Warennachschubplanung rücken, sinken die Kosten. Das haben Handelsunternehmen wie dm-drogerie markt, Metro und Douglas eindrucksvoll bewiesen. Gleichzeitig steigert die Umstellung auf automatische Disposition Produktivität und Umsatz. Warum also nicht ein branchenübergreifendes Benchmarking? Das Schweizer Softwareunternehmen SAF hat einen Prototypen einer Prognose- und Bestellsoftware für industrielle Planungsprozesse entwickelt. Erfolgsfaktor Nachschub Bei genauerem Hinsehen entdeckt man, dass die vermeintlich unterschiedlichen Bereiche Industrie und Handel sehr wohl Gemeinsamkeiten aufweisen: klappt die Nachschubplanung nicht, kann im Handel nicht verkauft, in der Industrie nicht produziert werden – von der rechtzeitigen Bereitstellung des gefragten Gutes hängt also der Erfolg des Unternehmens ab, denn nichts ist auf Dauer schädlicher als leere Verkaufsregale oder stillstehende Produktionslinien. Interview mit Andreas von Beringe Geschäftsführer SAF Simulation, Analysis and Forecasting AG Heute an morgen denken Die Zeiten unbegrenzter Lagerkapazität sind längst passé, auf derart gebundenes Kapital muss weitgehend verzichtet werden. Daher ist die exakte Planung, wann wo wie viel von welchem Artikel oder Material benötigt wird, unbedingt erforderlich. Zwar gibt es (leider) keine allwissende Kristallkugel, um die Zukunft vorherzusagen, mit modernen Analyseund Prognosesystemen kommt man dieser jedoch schon ziemlich nahe. Etwas, das schon der französische Schriftsteller und Politiker André Malraux wusste, gilt es zu beherzigen: „Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern.“ Die Software von SAF verarbeitet ständig Millionen von Daten, die den aktuellen Verbrauch widerspiegeln und damit alle in die zukünftige Bedarfsberechnung einfließen. Modernste statistische Verfahren berücksichtigen den Einfluss von Trends, saisonalen Schwankungen, Feiertagen, Preisgestaltung und vielem mehr, für jeden einzelnen Artikel und an jedem einzelnen Standort. Heraus kommt der Bedarf der nächsten Tage, Wochen oder auch Monate. Hierarchische Prognose Automatische Prognosen können auch Industrieunternehmen das Leben erleichtern: egal ob bei Konsumgüterherstellern, Automobilzulieferern oder Verpackungsproduzenten, dank genauer Prognosen sind Material und Bauteile zur richtigen Zeit am richtigen Ort, ohne diese dafür in riesigen Mengen vorrätig Für die Erstellung konsistenter Vorhersagen für komplexe, mehrstufige Prozesse setzt der SAF-Prototyp der industriellen Prognosesoftware mit so genannten „hierarchischen Prognosen“ ein. Diese reichen von der präzisen logistischen Planung der Rohstoffversorgung über alle Stufen der Wertschöpfungskette bis hin zur Anlieferung zum Kunden. Besteht die Supply Chain aus mehreren hintereinander gelagerten Stufen, prognostiziert SAF zuerst den Bedarf für jeden einzelnen Artikel auf jeder Wertschöpfungsstufe. Anschließend werden die Prognosen konsistent zusammengeführt. Dadurch kann die Software nicht nur allfällige Einflussfaktoren jeder einzelnen Stufe separat berücksichtigen, sondern auch Vorhersagen vor- und nachgelagerter Stufen einbeziehen und damit die Prognosegenauigkeit deutlich verbessern. „So entstehen zuverlässige Vorhersagen für die gesamte Ressourcen- und Absatzplanung der Industrie“, freut sich Beringe. SAF und Douglas Auch die Douglas-Parfümerien konnten von der Qualität der SAF-Software überzeugt werden, weswegen das Bestell- und Prognosetool in über 1.000 Filialen zum Einsatz kommt. „Wir haben mit zwei Anbietern parallel eine Pilotphase durchgeführt, uns dann aber für das Produkt der SAF entschieden“, erklärt Dr. Michael Krings, Geschäftsführer Logistik & Verwaltung der Douglas Einkaufs- und Service GmbH & Co. KG. Es war viel Überzeugungsarbeit bei den Mitarbeitern nötig, damit diese den Bestellprozess aus der Hand gaben, doch nun läuft das System einwandfrei. Beringe: „Es geht nicht darum, die beste Bestellung der Welt zu machen, sondern darum, sehr viele Bestellungen schnell in guter Qualität zu machen.“ Bis zum endgültigen Rollout in allen Filialen (voraussichtlich 2010), wird es noch Anpassungen geben, aber Krings ist schon heute zufrieden: „Man braucht das Gefühl, dass das System alles richtig macht. Aber wenn ich vorher zu Fuß ging, bin ich froh, wenn ich ein Auto habe, selbst wenn die Fensterheber noch nicht drin sind.“ FOTO: ISTOCKPHOTO.COM 30 LOGISTIK express 4|2009 www.logistik-express.at

ZUM THEMA Die Marke als Schlüssel zum Erfolg? In einem immer härter werdenden Verdrängungswettbewerb gilt es, die Aufmerksamkeit der Kunden nicht nur zu gewinnen, sondern auch zu halten. Auch in der Logistikbranche ist ein eindeutiger Trend hin zur Positionierung als starke Marke zu verspüren. Was für eine Hose tragen Sie im Moment, eine vom Diskonter oder doch eine bekannte Marke? Und warum? Viele Produkttests haben gezeigt, dass zumindest in der Verbrauchsgüterindustrie „Noname“- Produkte qualitativ so gut wie immer mit den teureren Markenartikeln mithalten können. Vergleichbare Ergebnisse aus dem Transportwesen findet man kaum, vielleicht auch deshalb, weil hier noch keine vergleichbare „Markenschlacht“ eingesetzt hat. Vorteil Marke Starke Marken schaffen gerade in Krisenzeiten Vertrauen in die Qualität der Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens und dienen als Orientierungshilfe. Als Unterscheidungsmerkmal beeinflussen sie Entscheidungen und das Image einer Firma. Das hat auch Dipl.-Bw. Christian Bischoff, Managing Director Northern Europe der ProLogis Interview mit Christian Bischoff Managing Director Northern Europe ProLogis Germany Germany Management GmbH, erkannt: „Die Marke ProLogis ist weltweit das Identifikationszeichen für hochwertige Logistikfächen. In Zeiten, wo Nutzer und Konsumenten eine größere Auswahlmöglichkeit haben – insbesondere durch die neuen Medien – wirken Marken wie Schilder im Informationsdschungel.“ Die Marke dient also dazu, sich von anderen Anbietern abzuheben, die herausragenden Eigenschaften einer starken Marke beinhalten eine Führungsfunktion. Eine Marke soll die Emotionen ihrer Kunden wecken, das Image eines Unternehmens schaffen und festigen, das Vertrauen in die Qualität der Produkte und Dienstleistungen schüren sowie so ganz nebenbei auch noch vor Nachahmungen schützen. „Wichtig sind ein prägnantes Logo sowie ein ganzes Bündel an prägenden Alleinstellungsmerkmalen. Je eindeutiger die Eigenschaften, desto profitwirksamer ist die Marke“, stellt Bischoff fest. Gewachsene Marken Eine Marke kann auf vielfältige Weise entstehen. Sie kann neu, hip und durch aufwändige Werbekampagnen ins Bewusstsein der Kunden gelangt sein, oder das Produkt jahrelanger, kontinuierlicher Entwicklung wie beispielsweise bei Fiege: „Als weltweit operierendes Logistikunternehmen tragen wir den Namen unseres Gründers Joan Joseph Fiege bereits in vierter Generation. Es war eine Metamorphose vom kleinen, regionalen Transportunternehmer hin zum internationalen Logistikdienstleister, die den Weg zur anerkannten Marke Fiege beschreibt“, erklärt Dr. Rembert Horstmann, Leiter Marketing & Kommunikation der Fiege Stiftung & Co. KG. Das Unternehmen Fiege war eines der ersten, das Logistik zu einem Markenprodukt entwickelte und die bis dahin für LKW tabuisierte Farbe Weiß zu seinem Gestaltungselement Nr. 1 machte. „Während Transport heißt, Welten zu verbinden, meint Logistik, sich mit der Welt des Kunden zu verheiraten“ sinniert Horstmann. So gesehen könnte man die weiße Farbe auch als Brautgewand betrachten, und diese Braut ist eine besonders geliebte, immerhin machte das Unternehmen im Jahr 2008 1,8 Milliarden Euro Umsatz. „Für uns Interview mit Rembert Horstmann Leiter Marketing & Kommunikation der Fiege Stiftung & Co. KG definiert sich die Marke als Persönlichkeit, als Charakter eines international operierenden Dienstleistungsunternehmens, das auf Augenhöhe mit seinen Kunden kommuniziert“, erklärt Horstmann. Internationalität Verfolgt ein Unternehmen eine Expansionspolitik via Übernahmen, stellt sich oft die Frage, ob der alte, eingesessene Firmenname in irgendeiner Form erhalten bleiben soll, beispielsweise durch Doppelnamen. Von dieser Vorgehensweise ist man bei Fiege längst abgekommen: „Unsere Marke ist jetzt international so stark, dass Integrationsprozesse innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen sind. Die Fiege-Flagge vor dem Haus signalisiert heute überall auf der Welt ein Kundenversprechen: Hier ist Premium-Logistik zuhause, mit einer durchgängigen Qualität von Madrid bis Moskau. Deshalb ist Flagge zeigen erste Pflicht bei der Expansion“, ist Horstmann überzeugt. www.logistik-express.at LOGISTIK express 4|2009 31

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