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LE-4-2009

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

IM FOKUS Frischer Fisch

IM FOKUS Frischer Fisch auf Ihren Tisch Ein besonderer Anreiz, sich als Unternehmer selbständig zu machen, könnte sein, dass man dadurch die Berechtigung für den Besitz einer METRO-Kundenkarte erlangt. Denn die ist die Voraussetzung, um an der üppigen Frischfischtheke zu gustieren. tragsbedingung ist.“ Anders als im Handel oft üblich, spiele auch der ökologische Gedanke hinsichtlich möglicher Synergieeffekte bei der Auslieferung eine gewichtige Rolle, weswegen man nicht nur Zentralläger für alle Warensortimente betreibe. Die METRO Cash & Carry Österreich GmbH ist der weltweit führende Abhol-Großhandelsmarkt, geschaffen für Wiederverkäufer, öffentliche Einrichtungen (beispielsweise Krankenhäuser), Restaurants und Ähnliches. Die erste österreichische Filiale eröffnete bereits 1971 in Vösendorf, insgesamt stehen auf 139.000 Quadratmetern Verkaufsfläche rund 48.000 verschiedene Artikel zur Verfügung. Dementsprechend groß sind auch die Mengen, die täglich umgeschlagen werden, immerhin betrug der Nettojahresumsatz 2008 in den 12 österreichischen Niederlassungen stolze 808 Millionen Euro. Während Konserven problemlos transportiert und gelagert werden können, birgt das Frischfischsortiment besondere Herausforderungen. Effiziente Lieferung Bei der Belieferung der Märkte setzt MET- RO auf unterschiedliche Lieferstrategien, wie Karl Gigerl, Leiter Supply Chain Management der METRO Cash & Carry Österreich GmbH, erklärt: „Zum einen betreiben wir für das Fisch-Tiefkühlsortiment je ein Konsignationslager in Österreich und Deutschland, zum anderen beziehen wir gewisse Tiefkühlwaren von regionalen österreichischen Lieferanten direkt. Wir haben uns bei der Lieferstrategie für Outsourcing entschieden, wobei die durchgängige IFS- Zertifizierung (IFS, I n t e r n a t i o n a l Food Standard, Anm.) eine Ver- Nord, west, und mediterran Das Frischfischsortiment der METRO läuft über drei internationale METRO-Plattformen mit METRO eigener Qualitätssicherung. „Das Nordsortiment kommt über Cuxhaven, das Westsortiment über den Frankfurter Flughafen, und die mediterranen Produkte über Venedig“, erläutert Gigerl. Alle Frischfisch Landtransporte werden, von den drei internationalen Fisch-Plattformen abgehend, von der Spedition Lühmann durchgeführt. Von Venedig aus werden die für Deutschland, Tschechien, Ungarn, Österreich und die Slowakei bestimmten Fische wiederum ins Lager nach Frankfurt überstellt. „Für die österreichischen Märkte brauchen wir jährlich 1,5 Millionen Kilogramm Frischfisch, wovon 1,1 Millionen Kilogramm – überwiegend Lachs, Rotbarsch, Seeteufel und Schellfisch – aus Cuxhaven kommen. 400.000 Kilogramm aus Übersee werden über den Frankfurter Flughafen umgeschlagen, und lediglich 120.000 Kilogramm der Gesamtmenge sind mediterrane Produkte“, geht Gigerl ins Detail. Etwa 30 Prozent der Frischfisch Importe landen über die Märkte direkt bei Profikunden. „Hier ist genaues Timing gefragt, die Kommissionierung der Profikunden übernimmt der betreuende METRO Markt“, ergänzt Gigerl. Qualitätssicherung Im Frischebereich ist die Qualitätssicherung ein besonders heikles, aber auch extrem wichtiges Thema. Bei METRO wird ein immens Interview mit KARL GIGERL Leiter Supply Chain Management der METRO Cash & Carry großer Aufwand hinsichtlich der Qualitätssicherung betrieben. Auf jeder Fisch-Plattform prüfen METRO-eigene, auf Fisch spezialisierte MitarbeiterInnen die Qualität der Ware für alle METRO-Länder. Zusätzlich werden im Auftrag der Qualitätssicherung von anerkannten Prüf-Laboren Fischproben von den Plattformen und aus den Märkten entnommen und im Labor genauestens untersucht. Dieses System, verbunden mit den strengen Warenausgangskontrollen in den METRO-Großmärkten, führt dazu, dass der Fisch jedenfalls doppelt, meist dreifach überprüft wird, bevor er zum Verkauf freigegeben wird. Noch kein RFID „Unser Ziel ist es, den frischen Fisch möglichst rasch zum Konsumenten zu bringen. Die RFID-Auszeichnung kostet zum momentanen Zeitpunkt einfach zu viel Zeit“, meint Gigerl, „vielleicht greifen wir aber darauf zurück, wenn es automatisierte Prozesse dafür gibt.“ Sämtliche Fische mit „fishclips“ zu versehen, sei derzeit nur in kleinen Strukturen effizient umsetzbar. Gigerl: „Wir prüfen stets neue Entwicklungen auf ihre Umsetzbarkeit, aber für uns stehen in jedem Fall die Frische und die Qualität im Vordergrund.“ FOTO: ISTOCKPHOTO.COM 26 LOGISTIK express 4|2009 www.logistik-express.at

IM FOKUS Seit kurzem vertraut die Genossenschaft Migros Ostschweiz (GMOS) in ihrer Betriebszentrale in Gossau auf das vollautomatische Kommissioniersystem StackRunner. Die Migros-Gruppe, zu der die GMOS gehört, ist das größte Einzelhandelsunternehmen der Schweiz. Mit 9.150 Mitarbeitern erwirtschaftete die GMOS im letzten Jahr mehr als 2,4 Milliarden Schweizer Franken. Von Gossau aus werden täglich die rund 120 Filialen der Region mit Frischprodukten beliefert. Belastung reduzieren Bisher wurden die 15 bis 20 Kilogramm schweren Kisten manuell verladen. „Anhand der im Vergleich zu den anderen Abteilungen doppelt so häufigen Krankenstände konnten wir erkennen, dass die körperlich schwere Arbeit – pro Schicht verlädt ein Arbeiter immerhin rund 20 Tonnen – auf Dauer unzumutbar ist. Daher haben wir uns nach einer Alternativlösung umgesehen“, erklärt Charles Roth, Logistikleiter der GMOS. Automatische Prozesse Nach erfolgter Evaluierung unterschiedlicher Automationskonzepte entschied man sich, die Swisslog als Generalunternehmer mit der Implementierung des StackRunner-Systems zu betrauen. Bei dieser vollautomatischen Lösung werden Kunststoff-Normgebinde mit den Grundmaßen 60x40 Zentimeter und 40x30 Zentimeter, vor allem IFCO Gebinde, verarbeitet. „Uns hat besonders gefallen, dass sich die komplette Kommissionierfläche auf dem Boden befindet. Das erleichtert die Reinigung, da wir doch viel Ware mit hohem Schmutzeintrag haben, beispielsweise Kartoffeln“, meint Roth. „Hinzu kommt, dass bei einem etwaigen technischen Defekt noch manuell eingegriffen werden könnte, da die Paletten am Boden stehen. So kommt es selbst im Notfall nicht zum Totalstillstand“, erläutert Daniel Hauser, Mitglieder der Geschäftsführung, Swisslog AG, einen weiteren Vorteil. Nach der Anlieferung und Identifizierung werden die Gebinde sortenrein auf Paletten gestapelt. „Da wir uns an das bestehende Gebäude anpassen mussten, beträgt hier die maximale Höhe der Stapel 1,60 Meter. Natürlich kann aber bei ausreichender Raumdimension auch höher gestapelt werden“, erwähnt Hauser. Roboter im Einsatz In den zwei Pufferzonen kommen nun Portalroboter zum Einsatz, deren Greifer die Stapel beim Einlagern oder Auslagern sowohl aufteilen als auch zusammenstellen können. „Uns war wichtig, dass die Gebinde nicht einfach Schweizer Lösung für schwere Kisten Täglich verlassen bis zu 50.000 Gebinde mit Obst und Gemüse die Zentrale der Migros Ostschweiz. Zur Entlastung der Mitarbeiter setzt das Unternehmen in der Kommissionierung auf das innovative StackRunner- System von Swisslog. nur kommissioniert werden, sondern dass ihre Anordnung auf der Palette auch genau dem Facing der Filialen entspricht. So konnten wir den Logistikaufwand in der Filiale deutlich reduzieren“, verrät Roth. Die redundanten Portalroboter entnehmen genau so viele Behälter, wie in den nachfolgenden Kommissionierrobotern bereits als Aufträge aktiv sind. Ein Destacker-Automat teilt die Stapel gemäß der einzelnen Filialbestellungen auf. „Durch die Automatisierung erreichen wir eine Produktivität von 95 Prozent, Tendenz steigend. Gleichzeitig erreichen wir fehlerfreie Prozesse“, ist Roth stolz. Dank der Kosteneinsparungen durch erhöhten Materialfluss beträgt die Amortisationszeit nur 5 Jahre. Das Herz der Anlage sind die vier „StarRobots“, moderne Kommissionier-Gelenkarmroboter mit speziellen Greifern, die an die Eigenschaften der Produktbehälter angepasst sind. Um sie herum stehen Pufferplätze auf Gestellen zur Verfügung, wo die Umsortierung und Zwischenlagerung stattfindet. „Durch dieses System konnten wir den Palettenfüllgrad auf 97 Prozent steigern, die einzige Anbruchpalette pro Filiale wird nun auch Interview mit Charles Roth Leiter Logistik Genossenschaft Migros Ostschweiz noch manuell mit Kartongebinden aufgefüllt, effizienter kann man Transportkapazitäten nicht nutzen“, freut sich Roth. Was lange währt… Dass die Anlage heute reibungslos läuft, ist der intensiven Zusammenarbeit der GMOS mit der Swisslog, insbesondere in der Planungs- und Umsetzungsphase, zu verdanken. „Es hängt viel von der Qualität der Gebinde ab“, erläutert Hauser, „anfangs kam es beispielsweise durch vorstehende Plastikfolien zu Fehlern in der Verarbeitung.“ Dank präziser Messinstrumente und Software-Algorithmen mit entsprechenden Toleranzen konnte das Problem jedoch gemeistert werden. „Das System hat sich in der Praxis bewährt, und darauf kommt es an“, schließt Hauser. www.logistik-express.at LOGISTIK express 4|2009 27

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