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LE-4-2009

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

IM FOKUS Mehr

IM FOKUS Mehr Energieeffizienz bei Fördersystemen Manche können es schon nicht mehr hören, dennoch ist das Thema brandaktuell: wer Energie spart, spart auch Kosten! Deswegen baut die TGW Mechanics schon seit Jahren auf mechatronische Optimierung. Gründe gibt es genug: „Eine Reduktion des Energieverbrauchs im Betrieb automatischer Intralogistiksysteme bedeutet niedrigere Betriebskosten, raschere Amortisierung und ist nicht zuletzt ein Beitrag zum Umweltschutz“, stellt Christoph Wolkerstorfer, Entwicklungsleiter der TGW Mechanics GmbH, fest. Allein, oft fehle die Idee, wo anzusetzen sei, um das größtmögliche Potenzial zu nutzen. In diesem Fall kommt die EU zu Hilfe, denn laut deren SAVE-Berichten liegt das größte Einsparungspotenzial bei elektromotorisch angetriebenen Systemen in der mechanischen Systemoptimierung. Den Anforderungen entsprechend „Eine optimale Auslegung des Systems in Bezug auf die jeweiligen Anforderungen ist schon die halbe Miete“, meint Wolkerstorfer. Aus diesem Grund gibt es für die Geräte der TGW Mechanics Fördertechnik klare Gewichtsunterteilungen: Behälter- und Kartonfördertechnik bis 50 kg, Tablarfördertechnik bis 300 kg, Combifördertechnik bis 500 kg und Palettenfördertechnik bis 1.500 kg. Je nach Projekt erfolgt innerhalb dieser Einteilung die Wahl der passenden Antriebsgröße als zweiter wichtiger Faktor. „Gäbe es für jede Gewichtsklasse nur einen Universalantrieb, müsste dieser natürlich auf die Maximalleistung ausgelegt sein und wäre somit in vielen Einsatzfällen überdimensioniert“, verdeutlicht Wolkerstorfer, „deswegen wird jeder Antrieb in Abhängigkeit von Fördergeschwindigkeit, Nutzlast und Funktion kundenspezifisch ausgelegt.“ Die Spanne kann sich beispielsweise bei Kettenförderern für Paletten von 0,55 kW bis 3,0 kW erstrecken. Zur Erhöhung der Wirkungsgrade auf 94 – 98 Prozent setzt TGW Mechanics ausschließlich auf die Verwendung von Stirnrad- und Kegelradgetrieben, auf Schneckengetriebe oder Keilriemen wird verzichtet. „Auch alle Lager, Rollen und Gleitmaterialien müssen einen hohen Wirkungsgrad erlauben“, begründet Wolkerstorfer seine hohen Qualitätsansprüche. Je leichter, desto besser „Einer unserer Schwerpunkte ist die Umsetzung der Leichtbaukonstruktion, insbesondere bei Verfahrwagen, Vertikalförderern und Sortersytemen. Denn durch diese Reduktion der bewegten Massen können die Antriebsgrößen reduziert werden, was den Energieverbrauch zusätzlich senkt“, führt Wolkerstorfer aus. Interview mit Christoph Wolkerstorfer Leiter der Entwicklung TGW Mechanics Geregelte Power Drei Viertel des laut SAVE-Berichten bestehenden Einsparpotenzials bei Motoren entfallen auf die elektronische Drehzahlregelung. „Die elektronische Drehzahlregelung ist ein wichtiges Instrument zur Effizienzsteigerung“, ist Wolkerstorfer überzeugt, „deshalb werden in der Palettenfördertechnik 70 Prozent aller Antriebe bei Umsetzgeräten frequenzgeregelt ausgeführt.“ Bei Hebern, Verfahrwagen oder Sortern ist der frequenzgeregelte Antrieb inzwischen Standard bei TGW Mechanics. Mit dem eigens entwickelten Berechnungstool können potenzielle Kunden übrigens schon in der Planungsphase ermitteln, wie hoch ihre Einsparung ausfallen wird. Durch den Einsatz von Gegengewichten beim TGW Riemenheber für Paletten wird die benötigte Antriebsleistung im Hub verringert und somit der Energieverbrauch gesenkt. Je nach Leistungsanforderung setzt TGW bei Kettenförderern Antriebe zwischen 0,55 und 3,0 kW ein. 24 LOGISTIK express 4|2009 www.logistik-express.at

IM FOKUS F(r)isch verliebt Seit mehr als 110 Jahren versorgt die „Nordsee“ die Menschen mit frischem Fisch. Strenge Qualitätsvorschriften und genau überwachte Logistik-Prozesse sind nur zwei der Erfolgsfaktoren des deutschen Traditionsunternehmens. Bereits 1896 gründete eine Gruppe Bremer Kaufleute und Reeder in Bremerhaven die „Deutsche Dampffischerei-Gesellschaft NORDSEE“, nur drei Jahre später wurde der Sprung nach Österreich gewagt und heute gibt es international mehr als 400 Stores, über 40 davon in Österreich, die in Summe pro Jahr von über 80 Millionen Kunden besucht werden. „Wir haben Franchisepartner in der Schweiz, Rumänien, Ungarn, Tschechien, Griechenland, Spanien, Dubai, Ägypten, der Türkei und am Baltikum“, zählt Thomas Schachner, Leiter technische Unternehmensentwicklung, „Nordsee“ Fisch-Spezialitäten GmbH, Bremerhaven, auf. Generell gibt es drei „klassische“ Store- Kategorien: Restaurants, Meeresbuffets (Frischfisch-Einzelhandel) und Snackshops sowie die neuen Module Strandcafé (Premium-Kaffee und Kuchen nach Familienrezepten von Heiner Kamps, dem Aufsichtsratsvorsitzenden und größten Anteilseigner der „Nordsee“), Strandhaus (Bediengastronomie auf hohem Niveau, z.B. am Wiener Naschmarkt) sowie Campo’s (WOK/Grill/Pasta/Salate, z.B. in Pasching bei Linz). „In den letzten Jahrzehnten hat das Unternehmen eine Transformation weg vom Einzelhandel und hin zur internationalen Gastronomie erfahren“, beschreibt Schachner das Unternehmen. Tiefgekühlt oder frisch In Kooperation mit seinen Partnerunternehmern werden die Filialen sowohl mit Frischals auch mit Tiefkühlfisch beliefert. In beiden Fällen gelten strengste Hygienevorschriften: „Wir sind zwar nur eine Kette von Fisch-Restaurants und -Einzelhandel mit wesentlich kleineren Shopgrößen als beispielsweise im LEH, bewegen jährlich aber doch über 30.000 Tonnen Ware über unsere Logistikkette. Jedes einzelne Filet wird auf mögliche Parasiten (Nematoden, Anm.) durchleuchtet und HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Points, Gefahrenanalyse kritischer Lenkungspunkte, Anm.) getestet, bei jeder Warenübergabestelle gibt es Stechthermometer“, erklärt Schachner. Je nach Storekategorie wird das jeweilige Sortiment in hoher Frequenz angeliefert. In Deutschland ist die „Deutsche See“ GmbH für die Anlieferung zuständig, die Ware wird im Depot in Bremerhaven gesammelt und dann über 23 Niederlassungen in Deutschland verteilt. In Österreich ist Cernys Fisch & Feinkost GmbH (vormals Cerny & Nordsee) mit dieser Aufgabe betraut. Mindestens alle zwei Tage, in den meisten Fällen jedoch täglich, erfolgt die Zustellung – abhängig von der jeweiligen Lagerkapazität im Store. Die LKW verfügen über die zwei Temperaturbereiche tiefkühl und gekühlt. „Der Frischfisch muss während des gesamten Transports im Eisbett liegen“, nennt Schachner eine Herausforderung, „hier kommen spezielle stapelbare Mehrwegkisten zum Einsatz, die das Schmelzwasser in eigenen Rinnen ableiten.“ Daher kommt auch der Begriff „Nasslogistik“ für diese sehr spezielle und komplexe Dienstleistung. Selbstverständlich würden die LKW regelmäßig desinfiziert, um der Keimbildung vorzubeugen. Herausforderung „Eine absolute Notwendigkeit ist die termintreue Anlieferung“, stellt Schachner fest, „diese darf nämlich keinesfalls während der „rush-hour“ des Mittagsgeschäftes oder in einer Abtauphase des Tiefkühlraumes im Store erfolgen.“ Die kritischste Phase für die gesam- te Kühlkette vom Kutter zum Produzenten und über das Distributionszentrum bis zum Store liegt nämlich bei der Anlieferung. Manche Standorte würden den Logistiker dabei vor besondere Herausforderungen stellen: „Wir betreiben keine „Freestander“, unsere Restaurants sind stets in die Infrastruktur eingebettet, beispielsweise in Einkaufszentren, Fußgängerzonen oder Bahnhöfen. Liegt nun eines mitten in einer Anlage oder weit von der nächsten Parkmöglichkeit entfernt, so kann die Erreichbarkeit schon ein kleines Problem darstellen“, weiß Schachner. Interview mit THOMAS SCHACHNER Leiter technische Unternehmensentwicklung, Nordsee Im Non-Food-Bereich findet ein monatlicher Packlauf statt, wo die Einheiten beispielsweise mit Reinigungs- oder Verpackungsmaterial versorgt werden. „Die größeren Volumina werden hier über einen Logistikdienstleister gesammelt und verteilt, während Kleinstmengen bisweilen auch vom jeweiligen Lieferanten direkt zugestellt werden. Alle Produkte sind zertifiziert und standardisiert, der Einkauf erfolgt zentral in Bremerhaven“ beschreibt Schachner. Für die Beschaffung lokaler Produktsortimente oder Dienstleistungen, beispielsweise kleiner handwerklicher Reparaturarbeiten, sei jedoch der jeweilige Store selbst zuständig. Ausgewählte Standorte Die Nordsee-Restaurants findet man nur an ausgesuchten Plätzen in Top-Lagen: „Wir investieren jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag in den Neu- und Umbau der von uns langfristig gemieteten Immobilien“, verrät Schachner. Für die Umsetzung des neuen Konzepts im maritimen Stil sei schließlich nicht jeder Ort geeignet. „Mit unserem neuen Design wollten wir unsere Kunden dazu einladen, die Seele baumeln zu lassen und sich gedanklich an den Strand zu versetzen. Dazu dann noch unser frischer Fisch, was will man mehr?“ www.logistik-express.at LOGISTIK express 4|2009 25

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