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LE-3-2016

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

BLICKPUNKT Deutsche

BLICKPUNKT Deutsche Logistikkonjunktur zieht an Nach Rückgängen in den vergangenen Quartalen nimmt die Logistikkonjunktur in Deutschland wieder deutlich an Fahrt auf. Das ergab die jüngste Erhebung vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) an der Universität Kiel im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) im Juni 2016. AUTORIN: PI/BERENIKA STERBA Für die große Mehrzahl der Unternehmen ist Markenführung offenbar ein wichtiges Thema – bei Logistikdienstleistern noch etwas mehr als in Industrie und Handel. Das Thema fällt bei der Mehrzahl der befragten Unternehmen in den Aufgabenbereich der Geschäftsführung bzw. des Vorstandes, während knapp 40 % dazu eine Abteilung für Marketing unterhalten. TANZ: BULLE & BÄR Das Prognosezentrum vermeldet einen Zuwachs beim Gesamtklima um gut 18 auf nunmehr 133,3 Punkte. Die günstigere Konjunkturbeurteilung ist sowohl auf eine deutlich verbesserte Lageeinschätzung zurückzuführen (Anstieg um gut 14 auf 130 Zähler) als auch auf erheblich optimistischere Erwartungen für die kommenden 12 Monate (Anstieg um knapp 22 Punkte auf 136,5 Indexpunkte). Die Anbieterseite (Logistikdienstleister) trug maßgeblich zur konjunkturellen Aufhellung bei: So verbesserte sich das Dienstleisterklima kräftig um 30 auf jetzt 137,8 Zähler, währenddessen erhöhte sich der Wert für die Logistikanwender in Industrie und Handel nur leicht (Anstieg um gut 6 auf 128,7 Zähler). Nachdem die gemessene Stimmungslage in der deutschen Logistikwirtschaft in den vergangenen drei Quartalen jeweils tendenziell nach unten zeigte, ist mit der jüngsten Befragung der Optimismus erkennbar zurückgekehrt. Markenpflege im Wirtschaftsbereich In der Sonderfrage wurden die Unternehmen der deutschen Logistikwirtschaft zudem zur Bedeutung der Unternehmensmarke befragt. Bei immerhin 35 % der Logistikdienstleister wird die Markenpflege zudem von einem externen Dienstleister unterstützt, in Industrie und Handel sind es nur 10 %. Etwa 20 % der Unternehmen beider Marktseiten unterhalten eine Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Hinsichtlich der Strategien unternehmerischer Markenführung setzen die Befragten vor allem auf einen einheitlichen Unternehmensauftritt (80-90 % der befragten Unternehmen). Eine wichtige Rolle spielt zudem das Unternehmensleitbild (bzw. Vision / Mission), welches an Führungskräfte und Mitarbeiter vermittelt wird, um diese als Botschafter der Unternehmensmarke einzusetzen (70 - 80 %). Deutlich geringere Bedeutung haben ein „Tag der offenen Tür“ (knapp ein Viertel) und regelmäßige Befragungen zum Unternehmensimage (unter 20 %). [BS] BVL e.V. Die 1978 gegründete Bundesvereinigung Logistik (BVL) e. V. ist eine gemeinnützige, neutrale und überwiegend ehrenamtliche Organisation. Als Plattform für Manager der Logistik in Industrie, Handel und Dienstleistung, für Wissenschaftler und Studierende bildet sie mit heute mehr als 10.000 Mitgliedern eine Brücke zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und ist Podium für den nationalen und internationalen Gedankenaustausch zwischen Führungskräften aus Logistik und Supply Chain Management. RAIMUND KLINKNER THOMAS WIMMER 6 LOGISTIK EXPRESS 3/2016

Britischer EU-Austritt Beigetreten sind die Briten am 1. Januar 1973, damals noch in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) mit zwölf Mitgliedern. Das Brexit-Votum – und damit veränderte Spielregeln im Umgang mit dem drittwichtigsten Exportmarkt Deutschlands nach den USA und Frankreich – trübte bis dato die Stimmung des Wirtschaftsbereichs Logistik im 2. Quartal 2016 jedoch nicht - ganz im Gegenteil. AUTORIN: PI/BERENIKA STERBA Der Logistik-Indikator, der im Mai 2016 erhoben wurde, zeigt nach drei Quartalen der Unentschlossenheit wieder eindeutig nach oben. Er erreicht sogar den optimistischen Wert aus dem Juni 2015 – so der Kommentar von Prof. Dr.-Ing. Raimund Klinkner, Vorsitzender des Vorstands der Bundesvereinigung Logistik (BVL). An den Brexit schienen die Logistiker bei der Erhebung aber nicht geglaubt zu haben: sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen für die Zukunft in Industrie, Handel und Logistikdienstleistung war gleichermaßen nach oben gerichtet – sowohl in der kurzen Dreimonatsperspektive als auch beim längerfristigen Blick auf die kommenden zwölf Monate. Mit Ausnahme des Seefrachtbereichs berichten die Dienstleister von insgesamt guter Auftragslage und insbesondere von einem starken Auftragseingang aus dem Ausland. Industrie und Handel spüren bei steigender Nachfrage eine Verknappung der Logistikkapazitäten. Anders als noch im ersten Quartal gehen die Logistikdienstleister davon aus, dass Personal eingestellt werden muss. Industrie und Handel, die vor drei Monaten schon recht optimistisch gestimmt waren, signalisieren nochmals verstärkten Personalbedarf. Nicht zuletzt bei der Suche nach qualifiziertem Personal setzen die Unternehmen des Wirtschaftsbereichs verstärkt auf Markenführung. Die Antworten auf die Zusatzfrage zum Logistik-Indikator zeigt: Der Aufbau und die Pflege von Unternehmensmarken ist als strategisches Thema erkannt und wird überwiegend auf Top-Managementebene vorangetrieben. So ist ein einheitlicher Unternehmensauftritt mittlerweile fast selbstverständlich. Führungskräfte sind mit dem Unternehmensleitbild vertraut und die Mitarbeiter werden als Botschafter ihres Unternehmens und der Marke geschätzt. Spitzenplatz Logistik in der EU? Mit dem Austritt wird sich der Logistik- Indikator im kommenden Quartal wohl ändern. Die BVL nimmt das Ergebnis des EU-Referendums in Großbritannien mit Sorge zur Kenntnis und wertet es als schlechte Nachricht für Wirtschaft und Logistik in Deutschland und Europa. Von der Entscheidung Großbritanniens, aus der EU auszutreten, wird auch die deutsche Wirtschaft betroffen sein. Zwar werden die Warenströme nach dem EU-Austritt zunächst weiterfließen wie bisher, da die Verträge zwischen Großbritannien und seinen Handelspartnern neu verhandelt werden müssen. Dafür ist ein Zeitraum von zwei Jahren vorgesehen. Doch danach sind aus Sicht der BVL-Experten viele unterschiedliche Szenarien möglich: ein deutliches Wachstum des Wirtschaftsbereichs Logistik in Deutschland oder ein weiteres Auseinanderfallen der Europäischen Union. BVL-Vorstandsvorsitzender Klinkner betont: „Die EU-Mitgliedschaft war und ist der richtige Weg. Die EU hat sich im Jahr 2015 mit 17 % Anteil am globalen BIP zu einem der stärksten Wirtschaftsräume der Welt entwickelt – auf Augenhöhe mit den USA und China." Zur Logistik sagt er: „Die Logistik nimmt in Europa Spitzenplätze ein – auf Augenhöhe mit der Metallverarbeitung (1,2 Billionen Euro Jahresumsatz), der Lebensmittelwirtschaft (900 Milliarden Euro) und der Automobilindustrie (800 Milliarden Euro). Deutschland, BeNeLux und Frankreich haben Schlüsselpositionen in der Logistik in Europa, die skandinavischen Länder sind im Markt bestens positioniert und die logistischen Dienstleistungen in Polen sind exzellent. Diese Vorteile im weltweiten Wettbewerb sollten die Mitgliedsstaaten gemeinsam weiter ausbauen.“ Auch der Vorsitzende der BVL-Geschäftsführung, Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer, betont die Bedeutung einer EU-Mitgliedschaft: Der freie Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital. Allein der Logistik-Markt Europa umfasst rund 960 Milliarden Euro Umsatz. Daran hat Deutschland mit 25 % einen hohen Anteil. Das liegt nicht nur an der geografischen Lage im Herzen Europas - Deutschland nimmt eine internationale Spitzenposition in Infrastrukturqualität und Logistiktechnologie ein. [BS] 7

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