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LOGISTIK express Fachzeitschrift

TRANSPORT & LOGISTIK

TRANSPORT & LOGISTIK Beispiel „große“ Waschmittelkartons auf die Reise um den Globus schickt, die zwar exakt das angegebene Gewicht beinhalten, aber auch ein Drittel Luft. Dass die Hülle um das Produkt auch eine logistische Herausforderung ist und oftmals zur Logistikkatastrophe führt, die der Trucker ausbaden muss, fällt dabei unter den Tisch und kein Mensch kümmert sich darum. Kein Umweltschützer, kein Konsumentenschützer und schon gar kein Verkehrspolitiker hat anscheinend Interesse daran, sich mit den Löchern im Logistik-Käse zu beschäftigen oder diese gar zu hinterfragen. Da ist es doch viel einfacher, auf den Lkw- Fahrer einzudreschen, wenn mal wieder die Straßen überlastet sind. “STAATSPREIS SMART PACKING” BILD: BMWFW/BMLFUW Die Kunden haben sich daran gewöhnt und fragen auch nicht nach. Man will ja nur ein schön verpacktes Produkt, möglichst schnell vor der Haustüre und billig soll es auch sein. Und zahlen muss der Kunde zumindest als Steuerzahler ohnehin immer irgendwie. Die Holländer haben für Steuerzahler deshalb ein Wort, dass dessen Schicksal sehr gut beschreibt: „Belastingbetaler“. Für alle daraus resultierenden Verkehrsprobleme gibt es einen anerkannten „Schuldigen“ (Trucker) und alle sind zufrieden. Warum zum Beispiel das Waschpulver ARIEL seine Verpackung mit einem Drittel Luft teilen muss, lässt sich vielleicht noch mit einer Opfergabe an den gleichnamigen Luftgeist aus der Mythologie erklären. Bei PERSIL oder ähnlichen Produkten wird es schon schwieriger, plausible Erklärungen für „sinnlose Transporte“ provozierende Verpackungen zu finden. Wasser statt Kohle Betrachtet man das Binnenschiff als Verpackung, was im Schweizer Zollrecht durchaus der Fall sein kann, findet man ebenfalls genügend Hohlräume, die es zu füllen gäbe, um „sinnlose Fahrten“ zu vermeiden. Wenn auch in einer größeren Dimension, spielt Lufttransport in der Schiffslogistik eine ebenso entscheidende Rolle, wie in der Straßenlogistik. Karl Nowak von der Robert Bosch GmbH. erklärt, dass derzeit weltweit 40 % Luft in den beladenen Containern transportiert wird. Dazu kommt noch die globale Leercontainerproblematik mit durchschnittlich 20 % leeren Boxen, die repositioniert werden müssen, weil es kaum paarigen Verkehr gibt. Berücksichtigt man, wie rar und teuer Frachtraum von Schiffen ist, wird schnell klar, welche Problemeisberge da die Flüsse und Weltmeere entlang schwimmen. Mit der raschen Zunahme der Schiffsgröße, haben sich nämlich „sinnlose Transporte“ etabliert, die Unsummen kosten und dramatische Auswirkungen auf die Umwelt haben. Leider ist es auch so, dass die nasse Infrastruktur längst nicht mit der Entwicklung im Schiffsbau wächst. Die Folge ist, dass zum Beispiel Binnenschiffe sechstausend und mehr Tonnen sinnlos zig-Kilometer weit bis zum nächsten Wendeplatz transportieren müssen, nur weil sie sonst nicht den Kurs ändern könnten. Ähnlich verhält es sich mit den Brückenbauwerken, die nicht schnell genug an größere Schiffe angepasst werden können. Schon beladene Schiffe haben Probleme diese Brücken zu passieren. Damit jedoch ein ungeladenes Schiff solche Stellen passieren kann, muss es zuerst Unmengen Wasserballast aufnehmen, bis die entsprechende Durchfahrtshöhe erreicht wird. In solchen Fällen wird nicht nur sinnlos Luft, sondern auch unsinnigerweise Wasser im 4-stelligen Tonnenbereich über hunderte von Kilometer transportiert. Statistik vs. Effizienz im Güterverkehr Geht es darum, Aussagen über die Fahrzeugproduktivität zu machen, hat die Statistik belastbare Daten zur Hand. Aber das reicht nicht aus. So weiß man ziemlich genau, dass rund ein Viertel aller Lkw-Fahrten in der EU von leeren Fahrzeugen durchgeführt wird. Der Hafen Hamburg nimmt an, dass allein den Hafen betreffend, jährlich eine Million leere Container per Lkw ankommen oder verlassen. Zumindest die Bedeutung über die Kenntnis des Beladungsfaktors hat sich schon herumgesprochen, denn an der Optimierung der vorhandenen Infrastruktur führt kein Weg vorbei. Effizient beladene Fahrzeuge führen zu weniger Fahrzeugkilometern bei gleicher Tonnage. Folglich ist auch die Umweltbilanz besser. Findige Unternehmen entwickeln daher Ideen und Lösungen, wie der Beladungsfaktor optimiert werden kann. Die Erfolge sind auch durchaus respektabel. Absolut keine statistischen Angaben existieren jedoch über den Hohlraum, der in einzelnen Frachtstücken transportiert wird. Folglich ist jede statistische Aussage im Güterverkehr und die daraus 48 LOGISTIK EXPRESS 3/2016

abgeleitete politische Handlungen sinnlos. Allein die Kenntnis, ob ein Fahrzeug beladen oder leer ist und wie hoch der Beladungsfaktor ist, sagt noch nichts über die tatsächliche Effizienz des Transportes aus. Den tatsächlich optimalen Beladungsfaktor eines Transportes, bestimmt allein die Industrie oder die verladende Wirtschaft. Ohne die Mitwirkung der Industrie und der verladenden Wirtschaft, werden selbst das beste Transportmanagement und die beste Verpackungslogistik auf ein Verwalten von Misswirtschaft reduziert. Verantwortung der Verkehrspolitik Transport von warmer Luft oder Leerfahrten wirken wie Verkalkungen im Blutkreislauf. Verkehrsträger können die Güter nicht mehr effizient und ressourcenschonend transportieren. Anstatt die Kostenwahrheit immer nur bei der Transportwirtschaft einzufordern, braucht die Transportlogistik endlich Rückendeckung von der Verkehrs- und Wirtschaftspolitik, damit die Laderaumverfügbarkeit nicht durch Industrie und verladende Wirtschaft verplempert wird. Wenn die Verkehrspolitik verlangt, dass die Straßenschäden von den Verursachern zu zahlen sind, dürfen die Verlader nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden. Sie sind es, die mit „Lufttransporten“ sinnlosen Verkehr verursachen und den Transporteuren die Möglichkeit zur optimalen Nutzung der Infrastruktur nehmen. Eine Kostenwahrheit, die alle Verursacher mit einbezieht, muss daher das Ziel haben, dass die wertvolle Verkehrsinfrastruktur und der begrenzt verfügbare Laderaum ausschließlich für reale Waren und nicht für Marketingspinnereien genützt werden kann. Was noch helfen könnte eine optimale Transportlogistik zu erreichen? Zuckerbrot und Peitsche! Der „Staatspreis Smart Packaging“ versucht es mit Zuckerbrot. Nur wer Verpackungen so gestaltet, dass sie einerseits den notwendigen Produktschutz gewährleisten und anderseits auf das unbedingt erforderliche Mindestmaß an Volumen, Gewicht und Umweltkosten reduziert werden, kann Gewinner werden und erhält die begehrte Trophäe. Jetzt bräuchten wir nur noch die Peitsche. [PB] POSITIVE BEISPIELE GIBT ES AUCH! • pamyra.de = Frachtbörse mit dem Anspruch auf ökologische Aspekte • IML-Fraunhofer = entwickelt Programme für Verpackungslogistik • Tworty Box = Container Konzept zur Vermeidung von Leerfahrten • Ceckrobin (Jagerhofer) = Mitfahrgelegenheit für Pakete KONZENTRIEREN SIE SICH WIEDER AUF DAS WESENTLICHE. MIT LOGISTIK-OUTSOURCING VON LOGSERV. Wir verbinden, was zusammen gehört. Wirtschaftliche Abläufe und effiziente Transporte sind heute wichtiger denn je. Als Full-Service-Spezialist für industrielle Logistik sind Ihre Herausforderungen bei uns bestens aufgehoben. Kontrakt- und Projektlogistik Zolldienstleistungen Eisenbahn-Infrastruktur Werkstätten Rolling Stock Werkstätten Schwer- und Sonderfahrzeuge Fuhrparkmanagement Werksinterne Logistik Bahnakademie Private Eisenbahntraktion via CargoServ Logistik Service GmbH, Lunzer Straße 41, A-4031 Linz Tel: +43-732-6598-2000, E-Mail: office@logserv.at www.logserv.at Logistik in Bewegung. 49

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