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LE-3-2015

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

JOB & KARRIERE

JOB & KARRIERE Frauenpower in der Logistik In dieser Ausgabe widmen wir uns einer Frau, die das Transportwesen theoretisch in die Wiege gelegt bekam – auch wenn sie es eigentlich gar nicht wollte – und schließlich ihr ganz eigenes, erfolgreiches Unternehmen schuf. Romana Steko- Papousek ist Gründerin und leidenschaftliche Geschäftsführerin der STEKO-TRANS Güterbeförderung GesmbH. ROMANA STEKO-PAPOUSEK Index STEKO TRANS www.steko-trans.at Am 1.6.1994 noch mit 4 LKW gegründet, verfügt die Steko-Trans heute über einen Fuhrpark von 50 modernen LKW, insbesondere für Gefahrgut, Krantransporte und Stückgutverteilung, die in hübschem Blau-weiß oder bei langfristigen Kooperationen auch in den Firmenfarben der Kunden durchs Land fahren. Im Unterschied zu „traditionellen“ Speditionen ist die Steko-Trans auf Outsourcing (meist langjährige Stammkunden) spezialisiert und stellt den gewünschten LKW samt Fahrer tageweise zur Verfügung. Der Kunde disponiert und plant den Einsatz nach seinen eigenen Anforderungen. „Wir stellen termingenau das spezielle Equipment bereit, das benötigt wird“, so Steko-Papousek. Ausbildung zählt Sie selbst ist gelernte Großhandelskauffrau, hat ein Masterstudium in Betriebswirtschaft abgeschlossen und legt bei ihren Mitarbeitern größten Wert auf die Aus- und Weiterbildung. „Fast alle Fahrer sind ausgebildete Berufskraftfahrer und haben auch den entsprechenden Lehrabschluss. Hinzu kommen Kranführerschein, Gefahrgutführerschein, ÖAMTC-Fahrsicherheitstraining, Staplerschein, Spritsparschulungen sowie jährlich interne Schulungen zu den Themen Ladungssicherung und Gefahrgut. Alle neuen Mitarbeiter müssen nach und nach sämtliche Kurse absolvieren“, meint sie. Auch AUVA-Schulungen werden abgehalten, denn „die Gesundheit meiner Mitarbeiter ist mir wichtig!“ Die Fortbildung findet in der Freizeit statt, dafür trägt die Kosten zur Gänze die Firma. Ihr ist bewusst, dass sie hohe Anforderungen stellt, aber in puncto Ausbildung gibt es für sie keine Kompromisse: „Unsere Firmenphilosophie lautet: Qualität vor Quantität, und um diesen Standard zu halten, ist laufende Fortbildung unabdingbar“. Dies macht sich bezahlt, denn als Anerkennung für ihr Engagement durfte Steko-Papousek im Jahr 2014 den Hermes Logistikpreis im Bereich Ausbildung entgegennehmen. Übrigens sind nicht nur die Fahrer so gut geschult, auch die Mechaniker der hauseigenen Werkstätte haben all diese Ausbildungen und können so im Bedarfsfall als Fahrer einspringen. „Ich bin stolz auf meine Burschen!“, sagt die Unternehmerin, und man merkt, es ist ihr Ernst. Persönlichkeit als Schlüssel Sich selbst bezeichnet die Powerfrau als Perfektionistin, und wenn sie etwas macht, dann ganz oder gar nicht. Was Frauen anders machen? „Meiner Meinung nach haben Frauen mehr soziale Kompetenz, um auf die einzelnen Mitarbeiter einzugehen, und mehr Fingerspitzengefühl in manchen Situationen. Jedes Unternehmen steht und fällt mit dem Personal – das vermittle ich meinen Mitarbeitern laufend. Bei uns herrschen großes Vertrauen und Loyalität! Falls es doch einmal zu einem Problem kommen sollte, findet man meist eine Lösung durch ein persönliches Gespräch.“ Darum achtet sie auch bei der Auswahl neuen Personals sehr darauf, dass die Person ins Team passt – um das tolle Betriebsklima nicht zu gefährden. „Ich kenne jeden einzelnen Fahrer genau und weiß, wen ich bei welchem Auftrag wo einsetze. Denn wenn der Job Spaß macht, dann sind auch die Mitarbeiter motivierter“, ist sie überzeugt. Sie selbst habe nie ein Problem gehabt, als Führungskraft anerkannt zu werden. Steko- Papousek: „Das hängt weniger vom Geschlecht als von der Persönlichkeit ab. Der 50 LOGISTIK express 3|2015

Charakter zählt! Die Branche ist nach wie vor eine Männerdomäne, weil viele Frauen es sich vermutlich nicht zutrauen. Natürlich muss man sich eingestehen, dass dieser Job sehr zeitintensiv ist. Durchsetzungsstärke und mentale Kraft sind nötig, um erfolgreich zu bestehen. Männern wird oftmals hinsichtlich Haushalt und Kinder der Rücken freigehalten, dieses Glück haben nur wenige Frauen. Ich habe zwei Kinder. Mein Mann, selbst Unternehmer in einer anderen Branche, hat mich immer unterstützt, wir haben zusammen gehalten.“ Frauen sind eine Bereicherung für diese Branche – von einer Quotenregelung hält sie allerdings nichts: „Die beste Person sollte den Zuschlag bekommen, unabhängig vom Geschlecht. Bei einer Quotenregelung besteht oft die Gefahr, als ‚Quotenfrau‘ abgestempelt zu werden, auch wenn man es durch eigene Leistung geschafft hat. Das schadet mehr, als es nutzt.“ Reizthema Politik In ihren Augen hat die Politik in vielerlei Hinsicht versagt, insbesondere bei den Rahmenbedingungen. „Wenn die Preisspirale weiter so nach unten geht, wird es bald keine österreichischen Frächter mehr geben“, sorgt sich Steko-Papousek. „Vor 10 Jahren wurden die in Österreich anfallenden Transporte zu 60 Prozent von österreichischen Unternehmen durchgeführt – heute sind es nur noch 40 Prozent. Das sind österreichische Arbeitsplätze, die hier verloren gehen! Dabei bleibt die Qualität auf der Strecke. Den Kunden sollte bewusst werden, dass der Spruch ‚Wer billig kauft, kauft am Ende teuer‘ hier durchaus Berechtigung hat. Das Geld und die Wertschöpfung sollten im Land bleiben“, appelliert sie. Doch nicht nur die Politik ärgert sie, auch der Zusammenhalt in der Branche lässt zu wünschen übrig. „Wenn in Italien oder Frankreich beispielsweise gestreikt wird, machen alle mit, jedoch in Österreich gäbe es sicher Streikbrecher. Die LKW-Fahrer sind immer die Buhmänner“, seufzt sie. Hier mangele es vor allem auch an Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung, dass der LKW für die Lieferung der Güter des täglichen Bedarfs notwendig ist – denn für jeden sei es selbstverständlich, im Supermarkt volle Regale zu finden, aber wie die Waren dorthin gelangen, werde nicht gesehen. „LKW-Fahrer stehen unter starkem Termindruck, haben oft nur enge Zeitfenster und müssen sich dann mit zugeparkten Ladezonen herumärgern“, ergänzt sie. Auch die Überreglementierung ist ihr ein Dorn im Auge, beispielsweise bei den Lehrlingen. „Lehrlinge sind wichtig für die Branche, aber viele Unternehmen schrecken davor zurück, welche aufzunehmen. Doch wenn sich ein Lehrling nach einiger Zeit als ungeeignet herausstellen sollte, wird man ihn bis zum Ende der Lehrzeit nicht mehr los. Schutz ist gut, jedoch zu viel Schutz bewirkt das Gegenteil.“ Hier wäre gesundes Mittelmaß nötig. Doch trotz aller Ärgernisse und auch wenn Sie sich ihren Lebensweg ursprünglich anders vorgestellt hatte, würde sie es aus heutiger Sicht nicht anders machen. „Ich möchte das Unternehmen bis zur Pension weiterführen, und dann wollen meine Kinder übernehmen“, freut sie sich. Aber das hat noch eine ganze Weile Zeit. (AG) Wenn die Preisspirale weiter nach unten geht, wird es bald keine österreichischen Frächter mehr geben. REDAKTION Angelika Gabor a.gabor@logistikexpress.at LOGISTIK express 3|2015 51

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