Aufrufe
vor 5 Monaten

LE-3-2015

  • Text
  • Handel
  • Intralogistik
  • Transportlogistik
  • Express
  • Jaklitsch
  • Logistik
  • Unternehmen
  • Industrie
  • Entwicklung
  • Wirtschaft
  • Beispielsweise
  • Deutschland
  • Menschen
  • Zukunft
LOGISTIK express Fachzeitschrift

TRANSPORT & LOGISTIK

TRANSPORT & LOGISTIK Preiserhöhung auf der „letzten Meile!" Wie der Internet-Versandhandel die Paketpreise in die Höhe treibt – und was Unternehmen dagegen tun können. Von Frank Welge, Partner und Spezialist für Supply Chain Management bei der INVERTO AG. FRANK WELGE Index INVERTO AG www.inverto.com Der Internethandel lässt die Kosten der Paketzusteller steigen. Erste Dienstleister erhöhen deshalb jetzt die Preise. Unternehmen, die viel Paketfracht verschicken, können der Preiserhöhung entgegen wirken – mit fünf Einkaufsstrategien, die die Kosten für Paketsendungen niedrig halten. Der Onlinehandel wächst zusehends und beschert Paketdienstleistern immer höhere Umsätze: Die Zahl der zuzustellenden Pakete steigt derzeit um vier Prozent jährlich. Dazu kommt, dass viele Onlinehändler nach immer neuen Zusatzdienstleistungen verlangen: Außer kostenfreien Retouren fragen die Händler inzwischen auch das Zustellen von Waren am Tag der Bestellung nach oder sogar, wie im Falle des US-Konzerns Amazon, das Liefern von Paketen direkt in den PKW-Kofferraum des Kunden und nicht nur bis zur Haustür. Die „letzte Meile“ wird immer teurer Doch der Siegeszug von Internethandel und Paketversand hat für die Zusteller nicht nur Vorteile – er treibt auch die Kosten. Denn die sogenannte „letzte Meile“ ist äußerst teuer. Schon jetzt entfallen etwa fünfzig Prozent der gesamten Zustellkosten auf die Zustellstrecke zwischen Paketzentrum und Empfänger. Jeder neue Zusatzdienst erhöht diesen Wert. Bisher haben die Dienstleister diese Teuerung kaum oder gar nicht an Händler weitergegeben. Stattdessen nahmen sie Gewinnrückgänge in Kauf, um ihre Marktanteile zu schützen. Der Wettbewerb im Paketgeschäft ist hart, und die Markteintritte von Start-Ups wie „tiramizoo“, „Shippies“ oder der zum Lufthansa-Konzern gehörenden „Liferey“ haben ihn zuletzt noch verschärft. Doch das ändert sich derzeit. Denn erste Dienstleister versuchen, sich aus dem Preiskampf zurückzuziehen. Der Zusteller Hermes etwa verteuerte seine Leistungen kürzlich um durchschnittlich 2,4 Prozent – über alle Leistungsbereiche hinweg. Sollte dieses Beispiel Schule machen, dürften Paktversand und Zustelldienste wie Pick-Up, Express- und Inselzu-stellungen, definierte Regellaufzeiten oder die Verarbeitung von Nachname- oder Postidentaufträgen künftig teurer werden. Frühzeitig handeln, Kostensteigerungen vermeiden Für die versendenden Unternehmen bedeutet das: Sie müssen auf jeden Fall mit höheren Versandkosten rechnen, ganz unabhängig davon, ob sie Zusatzdienste á la Amazon anbieten oder nicht. Unternehmen, die sehr viele Pakete versenden, sollten deshalb frühzeitig handeln und Vorkehrungen treffen. Die größten Einsparreserven können Einkaufsverantwortliche in der Regel durch die nachfolgenden Strategien erreichen: Neuausschreibung, Nachverhandlung Die Wettbewerbsintensivierung per Neuausschreibung ist nach wie vor der beste Weg, um günstigere Verträge mit Versendern zu erreichen. Denn selbst wenn ein Verfahren nicht per se zu niedrigeren Preisen führt, kann es doch wichtige Informationen und Ideen bringen, mit denen sich besser strukturierte und deshalb günstigere Dienstleisterverträge abschließen lassen. Wer nicht neu ausschreiben will, sollte wenigstens bestehende Verträge überprüfen. Häufig können über die Veränderung des Leistungsspektrums (also etwa durch den Verzicht auf selten benötigte Mehrwertdienste) Preisnachlässe erreicht werden. Sollte ein Dienstleister eine Nachverhandlung für Preiserhöhungen nutzen wollen, sollten die zukünftigen Einkäufer diesem mit einem Hinweis auf die 26 LOGISTIK express 3|2015

Diesel- und Mautpreise begegnen. Die liegen derzeit nämlich unter denen von vor zwei Jahren. Entscheidend sowohl für die Neuausschreibung als auch für Nachverhandlungen ist: Eine genaue Kenntnis der bisherigen Sendungsstruktur und ein valider Forecast über den zu verhandelnden Zeitraum sind Pflicht! Wirklich gut verhandeln kann nur, wer genau weiß, wie viele Sendungen im Jahr wann verschickt werden sollen, welche Gewichtsklassen die Sendungen haben und welche Mehrwertdienste zu erbringen sind. Andere Zustelloptionen bewerben Unternehmen können weit mehr tun, als nur mit Paketdienstleistern zu verhandeln. Sie können beispielsweise ihre eigenen Kunden davon überzeugen, andere Zustelloptionen als die Lieferung an die Haustür zu wählen. Viele Paketdienstleister gewähren hohe Rabatte auf Pakete, die nicht an einen einzelnen Empfänger geliefert werden müssen, sondern an eine Paketstation, einen Paketshop oder an einen ähnlichen „Drop-off Point“. Diese Art der Zustellung erlaubt den Dienstleistern Sammellieferungen von mehr als einem Paket abzusetzen, was die Kosten pro Paket erheblich reduziert. Einkäufer, die mit Paketdienstleistern verhandeln, sollten die zuständigen Geschäftsbereiche (meist Marketing und Vertrieb) frühzeitig auf diese Tatsache aufmerksam machen und so den Start entsprechender Projekte anregen. Verpackungsgrößen optimieren Die Optimierung von Verpackungsgrößen erschließt in der Regel zusätzliche Einsparreserven. Denn viele Unternehmen verschicken nach wie vor viel teure „Luft“. Einkäufer können auf zweierlei Weise dazu beitragen, dass diese Verschwendung begrenzt wird: Sie können die Führungskräfte der zuständigen Fachbereiche auf das Thema ansprechen und den Start von Optimierungs-Projekten anregen. Und sie können diese Projekte unterstützen, indem sie gezielt spezielles Verpackungsmaterial beschaffen – beispielsweise kleinere, bisher nicht verfügbare Kartongrößen. Kleinere Verpackungsgrößen und höhere Füllstände sparen übrigens nicht nur Versandkosten, sondern senken häufig zusätzlich die Schadens- und Rücksendungsquoten. Sendungen selbst vorsortieren Schließlich können Unternehmen auch die eigene Versandvorbereitung derart umstellen, dass dem Paketdienstleister im Versandvorlauf weniger Aufwand entsteht. Wer die eigenen Sendungen vor der Abholung durch den Dienstleister selbst nach Postleitzahl- oder Zielregionen vorsortiert, kann so Nachlässe von bis zu 8 Prozent auf den Paketpreis erreichen. Zudem kann eine eigene Vorsortierung die Zustellung zum Empfänger beschleunigen, da einzelne Sendungen nicht mehr im Versandzentrum des Dienstleisters sortiert und umgeschlagen werden müssen, sondern sofort in den Hauptlauf gegeben werden können. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Sendungen des selbst sortierenden Unternehmens ein gewisses Volumen erreichen und die Fahrzeuge des Dienstleisters für den Hauptlauf im ausreichenden Maße auslasten. Fazit Der Internethandel setzt Paketdienstleister schon seit längerem unter zunehmenden Preisdruck. Seit einiger Zeit beginnen einzelne Dienstleister deshalb, ihre Preise anzuheben. Unternehmen und ihre Einkäufer können dieser Entwicklung entgegenwirken: Wer Dienstleistungsverträge neu ausschreibt oder nachverhandelt und die unternehmensinternen Versandabläufe optimiert, sollte ausreichend Einsparreserven heben können, um die Preiserhöhungen auszugleichen. (FW) Über 1.000 Typen Vom Sichtlagerkasten für die Lagerung von Kleinteilen bis zur neuen Generation Schwerlastbehälter für schwere Lasten und großvolumige Komponenten – in jedem Farbton lieferbar. Mehr Highlights der Lagerwelt: www.bito.at 2015_Anzeige_BITO_AT_70x297.indd 1 04.05.2015 12 LOGISTIK express 3|2015 27

LOGISTIK express informiert

LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 4
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 3
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 2
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 1
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2017 Special 1
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2017 Journal 4
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2017 Journal 3
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2017 Journal 2
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2017 Journal 1
LE-4-2016
LE-3-2016
LE-2-2016
LE-1-2016
LE-4-2015
LE-3-2015
LE-2-2015
LE-1-2015
LE-3-2014
LE-2-2014
LE-1-2014
LE-4-2013
LE-3-2013
LE-2-2013
LE-1-2013
LE-4-2012
LE-3-2012
LE-2-2012
LE-1-2012
LE-4-2011
LE-3-2011
LE-2-2011
LE-1-2011
LE-4-2010
LE-3-2010
LE-2-2010
LE-1-2010
LE-4-2009
LE-3-2009
LE-2-2009
LE-1-2009
LE-4-2008
LE-3-2008
LE-2-2008
LE-1-2008
OEQA-2018-2
OEQA-2018-1

© Copyright 2018 LOGISTIK express® Markus Jaklitsch. Alle Rechte vorbehalten.