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LE-3-2015

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

INTRALOGISTIK Der Handel

INTRALOGISTIK Der Handel im Wandel Betrachtet man die Trends in der globalen Wirtschaft, so lassen sich zwei in gewisser Weise gegensätzliche Strömungen erkennen. Die Nase vorne hat dabei derzeit aber jedenfalls der E-Commerce, der traditionelle Prozesse im Handel und der dazugehörigen Supply Chain teilweise gehörig durcheinander wirbelt. Logistik express hat sich zu diesem Thema mit Manfred Preiß, Vertriebsleiter bei der SSI Schäfer Peem GmbH, unterhalten. MANFRED PREISS Info SSI Schaefer www.ssi-schaefer.ct Laut Österreichischem Handelsverband betrug der Anteil Online- und Versandhandel am gesamten Einzelhandel im Jahr 2013 11 Prozent, das entspricht rund 6,9 Milliarden Euro (2010: 9,7 Prozent/5,3 Mrd. Euro). Spitzenreiter war dabei die Warengruppe Textil & Schuhe mit 1,9 Milliarden, gefolgt von Multimedia, Hi-Fi, Elektrogeräte mit 1,5 Milliarden. In Deutschland und der Schweiz sehen die Verhältnisse ähnlich aus, gesamt betrug der Umsatz der Online- und klassischen Versandhändler der DACH-Region im Jahr 2013 60 Milliarden Euro. Ein beachtlicher Kuchen, von dem natürlich fast jeder naschen möchte. In manchen Ländern wie England geht es sogar schon so weit, dass 20 Prozent der online vertriebenen Lebensmittel Frischwaren sind, die binnen einer Stunde zugestellt werden. „Immer beliebter werden sogenannte Packstationen, wo der Kunde online bestellt und die Waren dann im gewünschten Shop abholt“, weiß Preiß. Doch dafür müssen die Rahmenbedingungen innerhalb der Unternehmen angepasst werden. „Sobald ein Händler sich für die Einführung von E-Commerce entscheidet, muss er seine Prozesse dementsprechend anpassen. In den meisten Fällen erhöht sich durch einen Onlineshop auch die Artikelanzahl signifikant“, spricht Preiß aus Erfahrung. Für die Auslieferung werden gerne Dienstleister beauftragt. „Aufgrund der befristeten Verträge mit den Dienstleistern automatisieren diese eher ungern, da eine Vorhersage über die Auslastung und auch Auslegung der Anlagen schwierig ist. Daher sind besonders flexible Anlagen mit Erweiterungsmöglichkeiten nötig, die Technik muss Schwankungen ausgleichen“, erklärt er. Technische Höchstleistung Zeit ist Geld – dieser Spruch trifft auf den Onlinehandel absolut zu: „Die schnelle Auslieferung ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Erfolgt die Zustellung nicht am nächsten Tag, verdoppelt sich die Rücklaufquote auf 30 Prozent“, so Preiß. Bei rund 40 Prozent der Auslieferungen in einem Kommissionierlager entspricht eine Zeile nur einem Stück. Trotz der kleinen Losgrößen muss die Lieferzuverlässigkeit gewährleistet sein – bei möglichst geringen internen Prozesskosten. „Das Problem liegt dabei aber gar nicht in der Kommissionierung, sondern bei Verpackung und Versand“, verrät er. „Sieht man sich das Beispiel Tchibo an, so gibt es jede Woche neue Artikel, die aber mehrere Wochen lang zurückgeschickt werden können. Hier ist eine besonders schnelle Rückführung von Retouren in den Kreislauf nötig, damit sie noch verkauft werden können.“ Die Lösung von SSI Schäfer dazu: Hängefördertechnik. Die Retourwaren werden nach der Überprüfung ihrer Unversehrtheit nicht eingelagert, sondern einzeln in Hängefördertaschen im dynamischen Puffer gegeben und bei Aufträgen vorrangig neu versendet. Nach Ende der Aktionen wird dann entschieden, ob die Ware wieder eingelagert wird. Von klein bis groß Da ein Lager selten dem anderen gleicht, bietet SSI Schäfer für Mittelständler und Großunternehmen unterschiedliche Lösungen für die Lagerung und Kommissionierung von Einzelartikeln und Kartonware. „Die realisierten Anlagen reichen von etwa 800.000 Euro bis 120 Millionen Euro. Von unseren etwa 1.500 Installationen weltweit waren rund 120 ausschließlich für E-Commerce“, berichtet Preiß. Beliebt bei Multi-Channel-Anbietern ist beispielsweise die vollautomatische 3D-MA- TRIX Solution®, die eine sehr hohe Leistung bei hoher Raumdichte bietet und alle Anforde- 20 LOGISTIK express 3|2015

ungen an die geforderte Sequenzierung und Skalierbarkeit abdeckt. Bei der Einzelstück- Kommissionierung hat man die Wahl zwischen unterschiedlichen Regalbediengeräten, Shuttle- und Fördertechniksystemen, Kommissionierplätzen, Regalen und Behältern. „Von manuell bis vollautomatisch, pick by voice oder pick by light, egal, wie die Lösung im Endeffekt aussieht, den Anfang macht bei jedem Auftrag eine umfassende Prozessanalyse beim Kunden“, erklärt Preiß. Hierbei werden auch etwaige unnötige Prozesse identifiziert und eliminiert. Nach der Datenanalyse, einer Vorausplanung für die nächsten Jahre und einer vom Kunden bestätigten Grobplanung folgt der detaillierte Aufbau von Anfang bis Ende inklusive IT. „Mit WAMAS® und SAP EWM haben wir leistungsstarke IT-Systeme für eine durchgängig prozessgeführte Steuerung automatisierter Kommissionier- und Warehousing-Prozesse. Weltweit beschäftigen wir 800 Software-Mitarbeiter“, so Preiß. Fulfilment Factory Die Fulfilment Factory basiert auf dem SSI Translog Carrier System und bietet einen neuen Ansatz für die Split Case Auftragskommissionierung, wobei sie sich die Vorteile des Batch Pickings zunutze macht. So können verschiedene Vertriebs- und Distributionskanäle ebenso problemlos nebeneinander effizient bearbeitet werden wie unterschiedliche Marken oder gar Produktpaletten – auch bei sehr kleinen Aufträgen. „Der bereits erwähnte dynamische Puffer liegt zwischen Verpackung und Einspeisung, er dient vor allem dem vollautomatischen Retourenhandling sowie zur Ein- und Auslagerung von einzelnen Teilen“, beschreibt Preiß das System. Hier kommt die Hängefördertechnik mit RFID-fähigen Carrier zum Einsatz, wodurch hohe Durchsätze ermöglicht werden. Statt ganzer Behälter, Kartons oder gar Paletten betrifft das Handling jeden Artikel einzeln. Alle Artikel kommen einzeln in eigene Beutel, die Fulfilment Factory kann diese somit genau nach Anforderung befördern, puffern und in der richtigen Reihenfolge zur Verfügung stellen. Gegentrend? Interessanterweise kann man eine Entwicklung beobachten, die wie ein Gegentrend zum E-Commerce wirkt. „Gut etablierte Online-Händler wie beispielsweise Zalando gründen plötzlich Shops und Niederlassungen. Denn das Einkaufserlebnis am Monitor ist auf Dauer wohl doch nicht das, was die Kunden wünschen“, meint Preiß. Auch wenn sich online oft Schnäppchen ergattern lassen, am Ende sind wir ja doch nur Menschen, und das Gefühl eines echten Einkaufsbummels kann wohl kein Onlineshop jemals ersetzen. (AG) Redaktion Angelika Gabor a.gabor@logistikexpress.at LOGISTIK express 3|2015 21

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