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LE-3-2014

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

TRANSPORTLOGISTIK

TRANSPORTLOGISTIK Rivalen auf dem Vormarsch: Hong Kongs sinkender Stern Der Hong Konger Hafen könnte künftig weiter an Bedeutung verlieren. Im Ranking liegt er bereits hinter Shenzhen auf Platz 4 der weltgrößten Häfen. Shenzhen möchte sich weiter internationalisieren und auch Taiwan drängt durch die Öffnung des Handels mit Festland China und zunehmenden Investitionen als Basis für „Greater China“ nach vorne. Hong Kong sucht bereits nach anderen Betätigungsfeldern. Die Hälfte des globalen Containerverkehrs passiert laut der Londoner Agentur Drewry asiatische Containerhäfen und bis 2020 soll der Anteil bis auf zwei Drittel angewachsen sein. Asien entwickelt sich zum Zentrum für den Containerhandel. Schon werden 30 Prozent des weltweiten Containerhandels in chinesischen Häfen umgeschlagen – mit steigender Tendenz. Trotzdem sieht es nicht für alle Häfen gleich gut aus. Der Hafen Shenzhen, der in der benachbarten Provinz Guangdong gelegene Hafen Guangzhou sowie Häfen in Taiwan erodieren zuneh-mend die Bedeutung des Hafens Hong Kong in der gleichnamigen Sonderverwaltungszone. Der Dufthafen ist 2013 laut dem deutschem Statistik-Portal Statista.com mit einem Umschlag von 22,3 Millionen TEU hinter Shenzhen mit 23,3 Millionen TEU auf Platz vier zurückgefallen. Guangzhou liegt mit 15,3 Millionen TEU auf Platz acht. Neil Davidson von der Londoner Drewry's Maritime Research beschreibt die Situation wie folgt: „Der Hong Konger Hafen ragt unter den zehn Häfen mit sinkendem Containervolumen durch den Verlust an rivalisierende Häfen heraus. Er erfährt aufgrund der geringeren Kosten Shenzhens eine starke Konkurrenz.“ Er fügt an: „Hong Kong war schon immer ein Hafen mit sehr teuren Landressourcen und ein enorm teurer Hafen- allerdings bei hoher Qualität. Shenzhen besitzt geringere Land- und Arbeitskosten und damit niedrigere Tarife.“ Der Dufthafen besitzt zudem fragmentierte Kapazitäten, dh. eine große Anzahl von Boxen muss zwischen den Terminals hin- und hertransportiert werden. Um den Allianzen mit ihren Megaschiffen gerecht zu werden, würde „der Hafen stark von der Zusammenlegung von Terminaleigentum, besser ^ Containerumschlag in Kaohsiung angrenzenden Kailinien und der Möglichkeit, nur an einem Terminal anzulegen bzw. den Transfer zwischen den Terminals vermeiden zu können, profitieren.“ In Hong Kong sind 60 Prozent der Warentransporte Transhipments. In Shenzhen und Guangzhou handelt es sich überwiegend um tatsächliches Be- und Entladen. Fraglich ist daher, ob ein geplantes zehntes Containerterminal in Tsing Yi noch umgesetzt wird. Wirtschaftsgeografische Veränderungen in China Hong Kong hat bisher den Vorteil, ein internationales Finanzund Schifffahrtszentrum zu sein. Die Zehnmillionenstadt Shenzhen gilt aufgrund ihres Status als Sonderwirtschaftszone als eine der bedeutendsten Städte für ausländische Investitionen und ist eine der am schnellsten wachsenden Städte der Welt. Sie soll durch eine sogenannte „Kooperation“ mit Hong Kong auf den Gebieten Finanzen und Logistik internationalisiert 30 LOGISTIK express 3|2014 LEITARTIKEL BLICKPUNKT INTRALOGISTIK TRANSPORTLOGISTIK

^ Redakteur: Dirk Ruppik ^ Foto: ChicagoExpress werden. Da die Arbeitskosten in Südchina zunehmend anziehen, wandern herstellende Betriebe immer häufiger in den billigeren Norden ab. Daher profitieren die Häfen in der Bohai-Region nördlich von Qingdao. Die Perlflussregion in Guangdong könnte ihren hohen Status als Exportregion laut Davidson künftig verlieren, da die Fertigung zu Niedriglöhnen immer häufiger nach Vietnam, Bangladesch und Kambodscha verlagert wird. Zudem wandert die Elektronikfertigung zunehmend in die Inlandsprovinzen in Städte wie Chongqing in Westchina und Chengdu ab. Auch in Guangdong ändert sich die Wirtschaftsstruktur, was negative Auswirkungen auf den Dufthafen haben wird. Produktionsbetriebe, die weiter in Küstennähe bleiben wollen, wandern ins westliche Perlflussdelta ab und verschiffen dort eher über Nansha als über Hongkong. Da sich viele Betriebe mehr und mehr dem chinesischen Binnenmarkt zuwenden, verlieren Ausfuhren an Bedeutung. Zunehmend werden auch eher hochwertigere und kleinere Güter transportiert, die dann u. a. auch mit dem Flugzeug versendet werden können. Da die chinesische Mittelschicht weiter wächst und der Yuan härter wird, ist allerdings mit vermehrten Importen zu rechnen. Bislang wurde der Dufthafen hauptsächlich als Tor für die Versorgung Südchinas gesehen und die internationale Rolle vernachlässigt. Nun denkt man dort an die Entwicklung eines islamischen Finanzzentrums, an die Schaffung eines Hubs für den Weinhandel sowie an die Subvention eines Kreuzfahrtterminals. Die Taiwanfrage Die chinesische Republik Taiwan besitzt große Finanzinstitutionen, eine starke Währung, eine diversifizierte Unternehmenslandschaft, eine aktive Börse, großes Fachwissen in vielen Bereichen und exzellente Hafenanlagen. Sie könnte sich künftig als Hauptgeschäftsstelle von vielen Firmen für „Greater China“ anbieten. Allerdings müssten hierzu der Servicesektor liberalisiert und Arbeitsgenehmigungen für ONLINE-TIPP Hafen Hongkong www.pdc.gov.hk/ Drewry's Maritime Research www.drewry.co.uk Invest in Germany www.gtai.de Hong Kong Port Development Council www.pdc.gov.hk/ Shenzhen Hafenverwaltung www.szport.net/eng/ index.jsp MANAGEMENT UNTERNEHMEN JOB & KARRIERE TERMINE LOGISTIK express 3|2014 31

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