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LE-3-2014

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

TRANSPORTLOGISTIK

TRANSPORTLOGISTIK Österreich: Regierungsumbildung "Das Verkehrssystem soll umweltfreundlicher werden." ONLINE-TIPP www.bmvit.gv.at/ ^ ...Alois Stöger kommt [Bildrechte Elisabeth Grebe] im NAP ist (das Projekt läuft ja noch) zumindest eine Verdoppelung der auf der österreichischen Donau transportierten zwölf Millionen Tonnen Güter im Jahre 2006 auf 25 bis 30 Millionen Tonnen bis zum Jahre 2015. Inzwischen hat man diese hehre Zielsetzung (laut GVP- 2012) bereits auf +20 Prozent bis 2020 reduziert (Basis 2010 - 11 Mio. Tonnen), was der Realität mit ein wenig Glück schon näher kommt. Vor allem dann, wenn die Statistik nachhilft. Plakativ wollte man 2006 auch eine Schlagzeile liefern und zeigen, wo die Reise hingeht, wenn Österreich in der EU etwas zu sagen hat: Durchschnittlich wartet man jetzt (2006) 70 Minuten auf der Wiener Reichsbrücke, um ein Güterschiff zu Gesicht zu bekommen, künftig sollen es nur noch 35 Minuten sein, schrieb man optimistisch im Nationalen Aktionsplan fest. Tatsächlich liegen wir heute bei 180 Minuten (wenn man Glück hat). Das Verkehrssystem soll umweltfreundlicher werden. Ebenfalls eine konkret formulierte Zielsetzung der Verkehrspolitik unter Bures. Fakt ist, im nun vorliegenden ersten Sachstandsbericht zum Klimawandel für Österreich steht: Von allen Sektoren sind in den letzten beiden Dekaden die THG-Emissionen im Verkehr mit +55 Prozent am stärksten gestiegen. Unrealistisch zu erwarten, dass sich bis zum Ende der Laufzeit des NAP (2015) und auch bis zum Ablauf des aktuellen Gesamtverkehrsplanes (2025) etwas ändert. Dabei kann man Bures einen Willen zur Änderung gar nicht absprechen. Oft wurden in den vergangenen Jahren die unter Bures ins Leben gerufenen Technologiegespräche mit heimischen Wirtschaftstreibenden hervorgehoben. Zuletzt ging es um das Thema Förderung von Industrie 4.0 und ihre Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft. In Wahrheit geht es aber nach Bures nicht darum, einen Nutzen aus der neuen industriellen Revolution zu ziehen, sondern darum, ob es in Zukunft in Österreich überhaupt noch eine nennenswerte Industrie geben wird. Denn noch nie hat so eine maßgebliche Industrie wie die voestalpine AG laut darüber nachgedacht, aus Österreich abzuwandern. Und sie denkt nicht nur darüber nach, sie tut es auch bereits. 2011 hat Bures das Innovationsland Österreich proklamiert und das Land bereits als Innovation Leader gesehen. Patentamtspräsident Friedrich Rödler ortet 2014 jedoch dringenden Handlungsbedarf: "Um Österreich zum Innovation Leader zu machen, werden nachhaltige Rahmenbedingungen wichtiger als Lippenbekenntnisse sein", sagt er und weist darauf hin, dass Österreich 2014 im europäischen Vergleich im Bereich der Innovation wieder Terrain verloren hat (Innovation Union Scoreboard 2014). Geschafft hat Bures im Jahre 2011 endlich, nach 20 Jahren, einen Gesamtverkehrsplan zu erstellen, der von der Wirtschaft lange und nachdrücklich eingefordert wurde. Die Umsetzung der darin enthaltenen Zielsetzungen wird wohl der Nachfolger von Bures angehen müssen. Denn mit den bisher erreichten Ergebnissen kann eigentlich nur die Bundesbahn zufrieden sein. Ihr Investitionsprogramm ist bereits auf Jahre abgesichert und der neue Verkehrsminister braucht sich darum nicht 22 LOGISTIK express 3|2014 LEITARTIKEL BLICKPUNKT INTRALOGISTIK TRANSPORTLOGISTIK

mehr zu kümmern. Wenn auch unter dem Zugzwang der dramatischen Folgen vergangener Hochwasserereignisse, hat Ministerin Bures in den letzten zwei Jahren ihrer Amtszeit wesentliche Weichenstellungen zur Reduktion der Hochwasserrisiken gesetzt. Auch wenn dem manche entgegen halten, dass durch die umgesetzten Maßnahmen lediglich das Problem verlagert, aber nicht beseitigt wurde. Den jetzt geschützten Bevölkerungsteilen wird das eher egal sein. International hat sich das Verkehrsministerium 2011 im Rahmen der EU Donauraumstrategie als Moderator für die Verbesserung der Schifffahrtsverhältnisse positioniert. Nachhaltige Erfolge lassen aber auf sich warten. Zumal die vorgesehenen Fahrwasserverbesserungen vor der eigenen Haustür (östlich von Wien, Wachau) noch keineswegs erreicht sind. Unbestritten sind die Erfolge von Doris Bures in ihrem Bemühen um die Frauenförderung. Ihr wird sogar attestiert, dass sie in ihrer Amtsperiode als Verkehrsministerin die beste Frauenministerin war. Nicht nur, weil auch Frauenmagazine aus dem Fördertopf des Verkehrsministeriums naschen durften, Bures hat die Frauenquote in allen Bereichen, in denen sie ihren Einfluss geltend machen konnte, mehr als verdoppelt. Und jetzt steht ein ehemaliger Gesundheitsminister im Intensivraum des Verkehrsministeriums und muss mit dem Skalpell dem an Obsoleszenz leidenden Patienten Verkehrsund Infrastrukturpolitik auf die Beine helfen. Was der Patient nach der Operation können muss, weiß der Onkel Doktor schon: "Eine moderne Infrastruktur ist unverzichtbare Voraussetzung für den Erfolg des Wirtschaftsstandortes Österreich. Verkehrswege – Schiene, Straße und Donau –, Luftfahrt und Telekommunikation sind die Lebensadern unserer modernen Gesellschaft. Sie verbinden Menschen untereinander und Österreich mit den entscheidenden Zukunftsmärkten“, sagte Alois Stöger bei der Amtsübernahme am 1. September 2014. Mit Adern wird sich der Ex-Gesundheitsminister ja auskennen. Und auf Christoph Leitl als Assistenzarzt mit seinen sicheren Diagnosefähigkeiten kann sich Stöger verlassen. Das sind schon mal gute Voraussetzungen für das Gelingen der Operation. Die Spielzeuglok, die Vorgängerin Bures als Einstandsgeschenk Alois Stöger überreicht hat, wird er bei der schweren Operation eher nicht brauchen. Sie war aber wohl auch nur als Symbol dafür gedacht, was im Verkehrsministerium wirklich Priorität hat(te). Die Themen der Zukunft im Transport und Verkehr sind definiert. Die Industrie verlangt von der neuen Bundesregierung den Auf- und Ausbau intelligenter und innovativer Verkehrsinfrastruktur (Verkehrsmanagement zum Zwecke der Effizienzsteigerung und Kapazitätserhöhung) wie der Luftfahrt, des Straßengüterverkehrs, der Schiene und der Donauschifffahrt sowie deren ressourceneffiziente Bewirtschaftung. Der neue Verkehrsminister ist angehalten, sich Gedanken darüber zu machen, wie Öster-reich die alten und neuen Herausforderungen lösen will. Da geht es vor allem um die Vernetzung der verschiedenen Technologien und Systeme in der Kommunikation. Es geht um die wachsenden Herausforderungen der Energieversorgung und um das Erreichen der Klimaziele unter Berücksichtigung zuneh-mender Warenströme. Und es geht darum, welche Rolle spielt der Mensch als Fahrer – egal ob auf der Straße, der Schiene, dem Wasser oder in der Luft – vor dem Hintergrund vollautomatischer Transportsysteme. Lösungen auf all diese Fragen sind vor allem und zuerst für den Transport und Verkehr im städtischen Bereich zu finden. Denn, die Urbanisierung ist die wahre Herausforderung für die Logistik. Wien wächst um 25.000 Menschen jährlich und wird schon in 20 Jahren die 3 Mio. Grenze überschreiten. Logistikzentren abseits der Wasserstraße zu errichten, wie das jetzt der Fall ist, wird für diese Aussichten nicht reichen. Was soll man dem neuen Minister für sein schwieriges Amt wünschen? Jedenfalls im Interesse der Verkehrs- und Infrastrukturpolitik ein langes Überleben im Amt. (PB) ^ Redakteur: Peter Baumgartner Eine moderne Infrastruktur ist unverzichtbare Voraussetzung für den Erfolg des Wirtschaftsstandortes Österreich MANAGEMENT UNTERNEHMEN JOB & KARRIERE TERMINE LOGISTIK express 3|2014 23

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