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LE-3-2013

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

INTRALOGISTIK

INTRALOGISTIK Intralogistik 2014 Die Intralogistik umfasst sämtliche Prozesse von der Ankunftsrampe bis zur Abfahrtsrampe. Wie die einzelnen Schritte dazwischen ideal aussehen, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Logistik express im Gespräch mit Intralogistikanbietern über die Zukunft. Redaktion: ANGELIKA THALER Im Jahr 2014 wird es zusätzlich zur LogiMAT auch die CeMAT geben. Üblicherweise bereiten sich Unternehmen darauf mit Neuentwicklungen vor, die dort dem fachkundigen und interessierten Publikum präsentiert werden. Um einen Vorgeschmack zu erhalten, haben wir uns schon jetzt mit den Unternehmen KNAPP, SSI Schäfer, Swisslog, TGW und Vanderlande (alphabetische Reihenfolge, keine Wertung, Anm.) unterhalten. Alte und neue Trends Wer es noch nicht getan hat, wird vermutlich bald sein Lager zur Gänze oder auch nur zum Teil automatisieren, denn Fehlerminimierung und Geschwindigkeit sind wichtige Faktoren. Das beobachtet auch Dipl.-Ing. Tibor Matskassy, Business Development Manager bei Vanderlande Industries GmbH: „Man geht vom Palettenlager zum Tibor Matskassy automatischen Kleinteilelager über, was in Bezug auf die Kommissionierung einen vermehrten Einsatz von Ware-zum- Mann-Kommissioniersystemen bedeutet. Hierbei steht neben der erhöhten Kommissionierleistung die Ergonomie des Mitarbeiters im Vordergrund.“ Diese Entwicklung stellt auch Markus Augeneder, Geschäftsführer der TGW Systems Integration GmbH, fest: „Der Trend geht zu automatisierten Lager- und Kommissionierlösungen, aber Markus Augeneder die Systeme müssen auf die Prozesse des Kunden abgestimmt und wirtschaftlich sinnvoll sein. Wenn sich nur ein Teil des Systems automatisieren lässt, entstehen kombinierte Lösungen und diese haben ihre volle Berechtigung. Auffallend ist die vermehrte Kombination verschiedener automatisierter Lagersysteme innerhalb eines Distributionszentrums, beispielsweise ein großes Kartonsystem mit klassischen Regalbediengeräten für die Lagerfunktion, ein kleineres, dynamischeres Shuttle-System für die sequenzierte Versorgung der Kommissionierung und ein hochdynamisches Puffersystem als Versandpuffer zwischen Kommissionierung und Versand.“ Ein ganz starker Trend wird durch die Zunahme des Onlinehandels ausgelöst, E-Commerce-Lösungen sind aktuell der Renner, wie Herfried Pichler, Vertriebsleiter Österreich, Swisslog AG, bestätigt: „Ein heißes Thema für die Branche ist das Thema E-Business und damit verbunden die Multi-Channel-Logistik. Sehr viele Unternehmen müssen ihre Intralogistik an die Anforderungen der neuen Vertriebskanäle erst anpassen, um die neuen Kunden auch dementsprechend bedienen zu können.“ Dieser Meinung ist auch Gerald Hofer, CEO der KNAPP AG: „Die Zahl der Vertriebskanäle vom klassischen Filialbetrieb bis zum Internethandel wächst; dabei gewinnt die Verfügbarkeit von Artikeln als Kaufkriterium an Bedeutung. Gefragt sind flexible Systeme, mit denen unterschiedliche Absatzkanäle bedient werden können. Mit unseren Lösungen rund um die OSR Shuttle-Technologie können wir flexibel und rasch auf wachsende und sich ändernde Marktanforderungen reagieren. So konnten wir für die britischen Kaufhausketten John Lewis und Boots bereits zukunftsweisende Automatisierungslösungen umsetzen“. Ähnliches beobachtet man bei der SSI Schäfer Peem GmbH: „Der Trend zum E-Commerce ist ungebrochen, immer mehr wird online bestellt. Dabei handelt es sich vermehrt um kleingliedrige Sendungen, die direkt an den Endverbraucher anstatt an Filialen geliefert werden. Daher werden viele Distributionszentren erweitert und auf „Multichannel“ aufgerüstet. So durften wir unlängst für Tchibo ein neues Distributionszentrum Rainer Buchmann rein für E-Commerce ausstatten. Ein Nebentreiber ist der Nachholbedarf vieler Länder, z.B. in Asien und Südamerika. Hier entsteht nun, was bei vergleichbarer Wirtschaftskraft in den USA bereits vor 10 Jahren gebaut wurde“, so Geschäftsführer Rainer Buchmann. Technische Spielereien Das Rad wird zwar nicht neu erfunden, aber auch bei Rädern gibt es seit ihrer Erfindung vor gut 6.000 Jahren große Unterschiede und Verbesserungen. So in etwa kann man die Neuentwicklungen im Bereich der Intralogistik zusammenfassen. Buchmann: „Es geht darum, die beste Lösung aus bewährten Teilen zu bauen. Meiner Meinung nach ist in naher Zukunft keine bahnbrechende Entwicklung zu erwarten. Taschenförderkonzepte sind sehr wichtig, und eine modulare Bauform ist von Vorteil, da sie eine große Vielfalt an Kundenlösungen bietet. Der Markt ist der Treiber, und FOTO: ISTOCKPHOTO.COM 24 LOGISTIK express Ausgabe 3/2013 www.logistik-express.com

INTRALOGISTIK der Fokus liegt auf schneller Kleinteilkommissionierung. Meist entstehen einfach neue Ausprägungen von bereits Vorhandenem, wie z.B. Pick-to-Voice.“ Eine Verbesserung des Bewährten sieht auch Matskassy: „Wir arbeiten permanent an der Entwicklung und Erweiterung des Portfolios für Shuttles und Kommissioniersysteme, um hier noch intensiver auf weitere Kundenbedürfnisse eingehen zu können. Einen durchaus interessanten Ansatz verfolgt KNAPP, verrät Hofer: „Wir beschäftigen uns intensiv mit dem Thema „zero defect warehouse“. Hier geht es um den Einsatz von Technologien zur Bilderkennung als Qualitätsmanagement-Instrument. KiSoft Vision, wie wir unsere Produktlinie nennen, wird in alle relevanten Prozesse im Lager – vom Wareneingang und Nachschub bis zur vollautomatischen Kommissionierung – eingesetzt. Zusätzlich Gerald Hofer arbeiten wir an einem Ausbau unserer Systempalette bei der Shuttle-Technologie und den Kommissionierautomaten.“ Dieses Übergreifen bewährter Technologie auf die Intralogistik sieht auch Pichler: „Neue Technologien, die in anderen Industriezweigen schon lange etabliert sind, wie Bilderkennung oder Robotertechnik, werden in die Branche Einzug halten.“ Neben Robotern zählen aber vor allem die Menschen, und daher ergänzt er: „Der Trend zu mehr Ergonomie für die Mitarbeiter erfordert auch eine geänderte Herfried Pichler Gestaltung von Arbeitsplätzen und höhere Automatisierung der Systeme als in der Vergangenheit. Auch die Themen Nachhaltigkeit und Effizienz nehmen an Bedeutung zu.“ Diese Gedanken der Nachhaltigkeit teilt Augeneder: „Unsere Kunden wollen heute eine Lösung haben, die auch in Zukunft ihre Anforderungen optimal erfüllt. Deshalb geht die Entwicklung der Systeme in Richtung Skalierbarkeit, Flexibilität und Modularität. Unsere Lösungen müssen in der Lage sein, auf geänderte Prozesse, Mengen oder Waren und Sortimente zu reagieren.“ CeMAT 2014? Alle Neuerungen wollen wir noch nicht verraten, sonst wäre es ja langweilig. Abgesehen davon warten nicht alle bis zur Messe, um Neuentwicklungen vorzustellen – so etwa die TGW: „Wir warten mit unseren Überraschungen nicht auf die CeMAT oder eine andere Messe. Unsere Kunden wollen die modernste Technik dann einsetzen, wenn sie verfügbar ist und zuverlässig arbeitet, deshalb richten wir unsere Entwicklungspläne nicht an Messeterminen aus“, meint Augeneder. Das Motto der CeMAT 2014 „Smart – Integrated – Efficient“ gefällt Pichler besonders: „Die Veranstaltung hat den Trend zur Nachhaltigkeit aufgegriffen und widmet sich dem Thema Integration und Effizienz. Sicher ein sehr spannendes und umfassendes Thema.“ Was die Swisslog sich dazu wohl einfallen lässt? Etwas gesprächiger diesbezüglich war glücklicherweise Hofer, der uns mit einem Teaser versorgte: „Von Seiten KNAPP wird es in jedem Fall wieder Überraschungen geben: Erstens bei der Weiterentwicklung der autonomen Shuttles („open shuttles“) und zweitens bei der neuesten Technologie zum automatischen Kommissionieren – unter dem Stichwort ‚Griff in die Kiste‘.“ Einen kleinen Einblick gewährte uns auch Buchmann: „Wir wollen den Besuchern eine Botschaft vermitteln: Alles aus einer Hand. Denn bei der Sortimentsbreite ist SSI führend. Bei einem Distributionszentrum kommen rund 95 % aus unserer eigenen Wertschöpfung. Der Vorteil: weniger Ansprechpartner im Projekt und dadurch weniger Schnittstellen.“ Wie genau das auf den Messeständen dann umgesetzt wird, davon muss sich jeder selbst ein Bild machen. Vom 19. - 23. Mai 2014 bietet sich dazu Gelegenheit. Tunnelende in Sicht? Interessanterweise scheint es für manche Gesprächspartner keinen Tunnel – keine Krise – gegeben zu haben. So bemerkt beispielsweise Pichler: „Die Nachfrage ist in den letzten Jahren nicht eingebrochen.“ Er fügt aber noch hinzu: „Es wurden einzelne Projekte verschoben und nur in sehr wenigen Ausnahmefällen völlig gestoppt. Auch kleinere Unternehmen werden gezwungen sein, sich Gedanken über ihre interne Logistik zu machen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Damit wird auch die Zahl der kleineren und mittelgroßen Projekte künftig wieder zunehmen.“ Ins selbe Horn stößt Augeneder, der von der Geschäftsentwicklung nur Positives zu berichten weiß: „Unsere Auftragslage ist ausgezeichnet, insbesondere in unseren Kernbranchen, dem Textil-, dem Lebensmittelhandel und im e-Commerce. Wir konnten unser Auftragseingangsvolumen in den letzten Jahren permanent steigern.“ Ähnliches erzählt Matskassy: „Die gute Projekt- und Auftragslage hält erfreulicherweise weiterhin an. Im Moment sehen wir auch keinerlei Anzeichen, dass sich an der derzeitigen wirtschaftlichen Lage kurzfristig Änderungen ergeben könnten.“ Inhaltlich näher an den Aussagen der Wirtschaftsforscher, die Wachstumszahlen in der Eurozone ständig nach unten korrigieren, ist beispielsweise Buchmann angesiedelt: „Generell ist die Situation durchwachsen. Dank einiger Großaufträge ist unser Eingangsbuch voll. Speziell im Fashionbereich besteht Aufholbedarf, hier werden Investitionen in Automatisierungslösungen getätigt. Der ehemalige Katalog-Versandhandel ist gut für das Wachstum im e-Commerce aufgestellt, aber viele andere müssen ihre Hausaufgaben erst machen.“ Hofers Worten zu Folge gibt es derzeit eher eine Verschiebung denn ein Bergauf: „Einen richtigen Aufschwung spürt man derzeit nicht. Die letzten Jahre waren geprägt von der Entwicklung neuer Vertriebskanäle bei unseren Kunden und der Erhöhung im Servicegrad beim klassischen Handel. Das heißt, damit lief es für KNAPP sehr gut. Im Moment wird die negative Entwicklung in vielen europäischen Märkten durch neue Märkte kompensiert – das bedeutet für uns eine Seitwärtsbewegung, also eine Konsolidierung auf höchstem Niveau.“ Zusammengefasst wird eines klar: ohne e- Commerce wären wohl schon einige auf der Strecke geblieben, zumindest wäre es sehr, sehr eng. Wie auch Buchmann richtig erkennt: „Gäbe es den Bereich e-Commerce nicht, wären wir in einer Rezession.“ Die Menschen sind bequem und bestellen von zu Hause aus. Angesichts günstiger Versandgebühren – viele Güter erhält man schon versandkostenfrei – ist dieser Trend in nächster Zeit wohl nicht zu stoppen, darauf müssen sich die Produzenten einstellen, wenn sie es nicht ohnehin schon getan haben. Schließlich können Sie ja auch Ihre Ausgabe des Logistik express schon längst online bestellen. (AT) www.logistik-express.com LOGISTIK express Ausgabe 3/2013 25

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