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LE-3-2012

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

GüterVerkehr Grünes

GüterVerkehr Grünes Licht für österreichisches Förder-Modell Österreich wird künftig den Kombi-Verkehr und Einzelwagengüterverkehr fördern – und auf die Frächter- Branche kommen mit Basel III keine schöne (Kredit)Zeiten zu. Ein Überblick über das, was sich im Sommer in Österreich im Verkehrsbereich getan hat. redaktion: LOGISTIK EXPRESS Positive Nachrichten aus Brüssel für Österreichs Bahnbetreiber. Die EU-Kommission hat das neue österreichische Förder-Modell für den Kombinierten Verkehr und Einzelwagenverkehr notifiziert und festgestellt, dass es nicht EU-Wettbewerbsregeln widerspricht. Das von Österreich in Brüssel vorgeschlagene Beihilfenpaket zur Stützung des Kombi- und Einzelwagenverkehrs in Österreich sieht für die Jahre 2012 bis 2017 staatliche Subventionen bis maximal 1,2 Mrd. Euro vor. Pro Jahr können bis zu 220 Mio. Euro aus der Staatskasse für den Betrieb von Rollenden Landstraßen (RoLa), unbegleiteten Kombi- Verkehren und Einzelwagenverkehren zugeschossen werden, betont Walter Fleissner, Sprecher von Verkehrsministerin Doris Bures. „Die tatsächlichen ausgezahlten Beihilfenbeträge werden allerdings aufgrund der Haushaltslage deutlich unter der notifizierten Höchstgrenze liegen.“ Um eine Förderung können Eisenbahnen ansuchen, die in Österreich Kombi-Verkehre bzw. Einzelwagenverkehre abwickeln oder abzuwickeln beabsichtigen, verlautet aus dem Ministerium. Damit die Kunden der Bahnen wissen, welche Förderung ihr Traktionspartner bekommt, werden die Förderbeträge auf die Website des Ministeriums online gestellt und so Transparenz für alle geschaffen, so der Sprecher der Ministerin. Ein nicht unwichtiges Detail dabei: Gefahrguttransporte, die im Rahmen von Einzelwagenverkehren oder im Kombi- Verkehr gefahren werden, kommen weiterhin in den Genuss der Förderung. Das neue Modell gilt ab Mitte Dezember dieses Jahres Kleine Frächter sind häufig hoch verschuldet Kleine Frächter mit einem Jahresumsatz von bis zu zwei Mio. Euro sind in Österreich deutlich höher verschuldet und daher stärker von den Banken abhängig als größere bis große Mitbewerber in dieser Branche. 52 Prozent aller kleinen Transportunternehmen stehen bei ihren Banken mit Krediten in der Kreide und auf sie kommen unsichere Zeiten zu, wenn Anfang 2013 das Banken-Reformpaket Basel III in Kraft tritt. Frächter mit einem Umsatz bis sieben Mio. Euro Umsatz sind nur zu 40 Prozent verschuldet; nur 28 Prozent der Unternehmen mit Umsätzen über sieben Mio. müssen auf Fremdkapital zurückgreifen. Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich warnt die Banken davor, die Kreditvergabe infolge von Basel III für Frächter teurer und komplizierter zu machen: „Die Transportbranche ist durch die geringe Eigenkapitaldecke schon jetzt stark unter Druck.“ Weiter steigende Refinanzierungskosten würden die Branche noch stärker belasten und könnten das Aus für finanzschwache Unternehmen bedeuten. Geld über alternative Quellen zu beschaffen, sprich via Private Equity oder Venture Capital zu beschaffen, komme für die klein strukturierte österreichische Frächterbranche nicht in Frage, so Klacska. Banken schauen sich Transporteure sehr genau an Wenn Anfang 2013 das Banken-Reformpaket Basel III auch in Österreich in Kraft tritt, könnte es für finanziell schwachbrüstige Logistikunternehmen in Österreich schwer werden, an Kredite heranzukommen. Zudem werden sie teurer werden, sowohl was die Beschaffungskosten als auch die Zinsen betrifft, blickt der Reinhard Fuchs, Chef des Kommerzgeschäfts der Wiener Privatbank Krentschker & Co in die Zukunft. Basel III als Reformpaket ist zwar fest geschnürt, doch hält der Banker es für möglich, dass es in einigen Punkten noch zu Änderungen kommt und danach die nationalen Regierungen grünes Licht geben werden. Ab 2013 können bestehende Kreditvereinbarungen durch Basel III geändert werden, sofern zwischen Bank und Kreditnehmer entsprechende Änderungsklauseln vereinbart worden sind. Weil die Banken Risikogeschäfte, wozu Kredite zählen, mit mehr Eigenkapital hinterlegen müssen, werden bei Kreditvergaben die Kunden künftig wesentlich stärker gescreent. „Wir müssen massiv auf Sicherheiten schauen“, sagt Fuchs. Je ungünstiger das Kundenrating Alexander Klacska, Obmann Bundessparte Transport und Verkehr, Wirtschaftskammer Österreich ausfällt, desto ungünstiger die Kreditkonditionen, weil wir „eine risikogewichtete Bepreisung“ durchführen müssen. Firmen-Bilanzen werden künftig viel genauer analysiert, ebenso Eigenkapitalquote und Cash Flow. Damit noch nicht genug, wird in Zukunft bei bestehenden Kunden die gesamte Performance gegenüber der Bank genau durchleuchtet und werden zur Risikobeurteilung auch „soft facts“ als Bewertungselemente herangezogen. Wie beispielsweise der Frächter oder Spediteur auf dem Markt platziert ist, welche Kunden er hat, welches Anlagenvermögen vorhanden ist, wie die Betriebsanlage aussieht, wie es um die Firmenkultur bestellt ist etc. Hitzige Debatte um Ausweitung des Lkw-Road-Pricing Eine halbe Milliarde Euro käme in die österreichische Staatskasse, würde man die Lkw-Maut in Österreich – nach dem Bespiel Deutschlands – auf Bundesstraßen ausdehnen, argumentiert der Verkehrsclub Österreich (VCÖ). „Eine Lkw-Maut auch auf Bundesstraßen schafft zusätzliche Einnahmen für Bund und Länder. Schwere Lkw nützen die Straßen um ein Vielfaches stärker ab als Pkw und sollen daher auch einen höheren Beitrag zur Erhaltung leisten“, so Ulla Rasmussen von VCÖ. Am meisten würde davon Niederösterreich profitieren (119 Mio. Euro), gefolgt von Oberösterreich (95 Mio.) und der Steiermark (89 Mio.). Derzeit werde der Lkw-Verkehr in Österreich mit rund 2,8 Mrd. Euro im Jahr FOTO: ISTOCKPHOTO.COM 8 LOGISTIK express Ausgabe 3/2012 www.logistik-express.com

GüterVerkehr subventioniert; durch die Lkw-Maut würden nur 73 Prozent der Infrastrukturkosten abgedeckt, verlautet seitens des VCÖ. Unterstützung für die Ausdehnung der Lkw-Maut kommt von der Arbeiterkammer Österreich. Die Ausgangslage in Österreich sei identisch mit der deutschen. Der Lkw, und nicht die Allgemeinheit, müsse für die Kosten für Straßenabnützung und Umweltkosten aufkommen, das verlange die Kostenwahrheit, so der Tenor aus der Arbeiterkammer. Laut einer aktuellen Studie der Technischen Universität Wien sind rund 50 Prozent aller österreichischen Straßen in schlechtem Zustand und es werden jährlich zusätzliche 100 Mio. Euro benötigt, nur um den derzeitigen Straßenzustand zu erhalten. Kontroverse um Besteuerung von Klein-Lkw Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) fordert auch eine Abschaffung von Steuerprivilegien für Klein-Lkw bis 3,5 t. „Mehr als 80 Prozent der in Österreich zugelassenen Lkw sind Klein-Lkw, für die weder Lkw-Maut, noch Kfz-Steuer und Normverbrauchsabgabe (NoVA) anfallen”, behaupt der VCÖ und verlangt „aus Gründen der Steuergerechtigkeit, der Verkehrssicherheit und des Klimaschutzes, Maut-und Steuerprivilegien für Klein-Lkw abzuschaffen”. Diese Forderung bringt die betroffene Branche auf die Palme und sie kontert scharf: Das Gros der vom VCÖ angeprangerten Klein-Lkw würden im Werksverkehr fahren und seien nicht dem gewerblichen Güterverförderung zuzurechnen, sagt Wolfgang Herzer, Obmann des Fachverbandes für das Güterbeförderungsgewerbe in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Klein-Lkw im Güterbeförderungsgewerbe seien weder von der NoVA noch von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit. Schützenhilfe bekommt Herzer von Universitätsprofessor Sebastian Kummer, Vorstand des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik an der Wirtschaftsuniversität Wien. Mehr dazu lesen Sie auf Seite 18. Frächter flaggen Lkw nach Osteuropa aus DDie Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich schätzt, dass in den nächsten Jahren mehr als 50 Prozent der an sich österreichischen Lkw mit ausländischem Kfz-Kennzeichen fahren werden. Vor zehn Jahren war es rund 20 Prozent der Fahrzeuge, die in östliche Nachbarländer ausgeflaggt worden sind. Favoriten-Länder sind Slowakei, Ungarn und Rumänien; dort sind die Personalkosten, Steuern und Abgaben im Vergleich zu Österreich deutlich geringer, stellt Klacska fest. Von der Politik fordert Klacska nicht nur eine monetäre Entlastung, sondern auch eine bessere Abstimmung der einzelnen Transportmittel und ein Ende des Fleckerlteppichs wie beispielsweise den sektoralen Fahrverboten: „Die durch Fahrverbote bedingten Umwegverkehre verursachen volkswirtschaftliche Kosten in Höhe von 215 bis 285 Millionen Euro pro Jahr.“ Keinen Bedarf sieht Klacska in Österreich für überlange Lkw mit 40 statt 60 Tonnen höchst zulässiges Gesamtgewicht. Österreichs Topographie würde sich nicht für solche Lkw eignen, außerdem wären für die Transportunternehmen die Umrüstkosten der Fuhrparks viel zu hoch, argumentiert der Kammerfunktionär und ist damit interessanterweise voll auf Linie von Verkehrsministerin Bures, die wiederholt die Zulassung von überlangen Lkw in Österreich abgelehnt hat. (LE) UND WENN ICH JEMANDEM DIREKT IN DIE AUGEN SEHEN WILL, WENN ER MIR ETWAS vERSPRICHT? Dann fragen Sie Logwin! Als integrierter Logistikdienstleister entwickelt Logwin ganzheitliche Logistik- und Servicelösungen für Industrie und Handel: mit über 5.700 Mitarbeitern an etwa 250 Standorten auf fünf Kontinenten. Logwin bietet Kontraktlogistik, weltweite Luft- und Seefracht sowie Transportlösungen auf Straße und Schiene. Mit individuellen Logistikkonzepten bringt Logwin das Geschäft seiner Kunden nachhaltig voran. Mehr Kundennähe und mehr Innovation finden Sie unter: www.logwin-logistics.com 2012_LogistikExpress_190x137_M2.indd 1 19.09.12 15:33 www.logistik-express.com LOGISTIK express Ausgabe 3/2012 9

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