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LE-3-2012

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

AKTUELL Sand im Getriebe

AKTUELL Sand im Getriebe … wünscht sich niemand. In einem gut funktionierenden Unternehmen greifen Prozesse ineinander wie Zahnräder in einem gut geölten Getriebe. Wär‘ da nur nicht der Sand, der in Form von Umwelteinflüssen, Wirtschaftsproblemen und Restriktionen immer wieder hereinweht. Redaktion: ANGELIKA THALER Stellen wir uns einen Ameisenhaufen vor. Viele einzelne Individuen arbeiten Hand in Hand, haben alle ihre spezielle Funktion und folgen den Anweisungen der Königin. Zwar gibt es in Unternehmen eher selten Königinnen (eher noch Könige…), aber es gibt einen Geschäftsführer oder einen Vorstand, der die Richtung vorgibt. Nur wenn jede einzelne Ameise ihren Job gut macht, ist der Bau sicher und kann wachsen, sich weiterentwickeln und sich vor feindlichen Übernahmen schützen. Voraussetzung dafür ist die ständige Kommunikation untereinander, jedes Individuum wird ohne Ausnahme über alle Pläne oder Probleme informiert. Sieht man sich hingegen die Unternehmenskultur mancherorts an, wo Mitarbeiter beispielsweise Einsparungspläne aus der Zeitung erfahren, möchte man diesen Königen dringend raten, sich ein Beispiel an der Natur zu nehmen. Menschen, die im Ungewissen gelassen werden, sind verunsichert – und verlieren an Produktivität, Motivation und ihre Lebensqualität sinkt. Die Folge sind nicht nur schlechtere Ergebnisse, sondern im schlimmsten Fall ernsthafte gesundheitliche Probleme. Arbeitskräftemangel? Ein Blick auf die Statistik und aktuelle Umfragen vermittelt ein sehr differenziertes Bild: einerseits klagen manche Branchen über extremen (Fach)-Arbeitskräftemangel, andererseits steigen die Arbeitslosenzahlen an. Die Unternehmer müssen sich endlich darüber bewusst werden, dass ihr Umgang mit Mitarbeitern sich herumspricht – im positiven wie im negativen Sinne. „Tue Gutes und rede darüber“, meinte einst der deutsche Politiker Walter Fisch. Unternehmen, die sich gut und fair um ihre Mitarbeiter kümmern, deren Unternehmensziele klar und transparent kommuniziert und verfolgt werden, wo auch die Meinung ohne Konsequenzen kundgetan werden darf – diese Unternehmen haben auch weniger Probleme, qualifiziertes Personal zu finden. Stichwort: soziale Nachhaltigkeit (gute Beispiele dazu weiter hinten in dieser Ausgabe, Anm.). Sand von außen Bei genauer Betrachtung ist es verständlich, dass nicht jedes Unternehmen Transparenz lebt – sollte doch die Regierung als oberste Instanz ein Vorbild sein. Doch das Hickhack der Parteien, medial mächtig breitgetreten, hat längst effiziente Informationsweitergabe abgelöst. Gesetzesänderungen – und damit Modifikationen der wirtschaftlichen und unternehmerischen Rahmenbedingungen – ziehen sich entweder schier endlos in die Länge oder werden rasch und unüberlegt vom Zaun gebrochen (nicht ohne dadurch einige „Splitter“ zu verursachen). Als Unternehmer muss man sich aber darauf einstellen können, mit welchen Auflagen die eigene Produktion verbunden ist, ob beispielsweise Umweltschutzauflagen oder Arbeitszeitmodelle geändert werden. So wie etwa überraschende Fahrverbote Sand im Getriebe der Transporteure darstellen. Nicht falsch verstehen: ich befürworte Maßnahmen, die dem Arbeitnehmer- oder dem Umweltschutz dienen. Von phantasielosen Änderungen, die nur leere Kassen füllen (Stichwort Maut und Mineralölsteuer), halte ich hingegen überhaupt nichts. Sie würgen nur den ohnehin stotternden Konjunkturmotor ab. Es ist unmöglich, alle Interessensgruppen zufrieden zu stellen, kein Politiker – egal welcher Partei – schafft das. Es geht darum, Prioritäten zu setzen und eine Balance zu finden. Industrie verursacht Emissionen, verbraucht Strom und Wasser. Das kann man nicht verhindern. Durch extrem restriktive Auflagen schützt man die Umwelt, zwingt aber möglicherweise das betroffene Unternehmen AngELIKA THALER Redaktion Logistik Express zum Ausweichen in andere Länder. Damit ist keinem geholfen, denn einerseits gehen Arbeitsplätze verloren, andererseits sind im Ausweichland vielleicht kaum Umweltauflagen vorhanden und in Summe gesehen wird noch mehr Schaden angerichtet – denn unser Klima existiert nicht nur lokal, sondern global. Man muss das Ganze betrachten! Sicher sehe ich beim Blick aus dem Fenster lieber Berge und grüne Wiesen anstatt Fabrikschloten, wer tut das nicht. Aber wenn eine Fabrik schließt und dafür andernorts drei eröffnen, hat Österreich davon gar nichts – außer das Nachsehen. Vernetzung Abgesehen von den Mitarbeitern und den regulatorischen Einflüssen sind es die Geschäftspartner, die über Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens mitentscheiden. Greifen die Prozesse, die mich mit meinen Lieferanten und Kunden verbinden, ineinander? In der Lieferkette gibt es viele Glieder, doch ausschlaggebend für das Funktionieren ist immer das schwächste Glied. Um dieses zu identifizieren und zu stärken braucht es Vertrauen und Transparenz – und auch hier weht gelegentlich kräftiger Wind, der Sand mitbringt: Misstrauen, Fehlinformationen, Verzögerungen im Datentransfer, Hinterlist und Rücksichtslosigkeit. Wenn ich fürchten muss, dass mein Kunde interne Informationen nutzt, um bei der Konkurrenz billiger einzukaufen, werde ich kaum meine Prozesse offenlegen oder mein System angleichen. Die dadurch unvermeidbaren Schnittstellen kosten Zeit, Geld und Mühe – die Rädchen laufen nicht rund, wenn die Übersetzung nicht stimmt. Mag sein, dass ich mich wiederhole, wenn ich für mehr Ehrlichkeit und Vertrauen plädiere. Aber wenn ich mich so umsehe, habe ich das Gefühl, meine Botschaft ist leider noch immer nicht überall angekommen! Also los! (AT) FOTO: ISTOCKPHOTO.COM 4 LOGISTIK express Ausgabe 3/2012 www.logistik-express.com

Latvia Ein Plädoyer für den Standort aktuell Bei der europäischen Schuldenkrise ist jetzt die Politik mehr denn je gefordert, Vertrauen in Stabilität und Reformfähigkeit der Institutionen wieder herzustellen. Dabei ist die Förderung des Wachstums ganz entscheidend, um die Herausforderungen bei der Sanierung der öffentlichen Defizite erfolgreich zu bewältigen. Redaktion: Paul CHristian Jezek Während manche Experten meinen, dass die aktuellen Probleme nur durch konsequentes Sparen zu lösen sind, sind andere der Auffassung, es müsse jetzt erst recht investiert werden. Ein typischer Fall für die vielzitierte „Goldene Mitte“, denn es muß wohl beides passieren, um die Schuldenkrise zu bewältigen. Weiters sollte außer Diskussion stehen, dass die EU-Mitgliedsstaaten nicht von ihrem grundsätzlichen Bekenntnis zur Union abweichen. Probleme sind (wie andernorts auch) nicht durch gegenseitige Schuldzuweisungen, Nationalismus oder mit einem Nord-Süd-Euro zu lösen, sondern nur durch Solidarität und Zusammenhalt. Am 19. September haben die Gewerkschaften die Herbstlohnrunde mit einer kräftigen Erhöhung für die Kollektivlöhne von nicht weniger als fünf (!) Prozent für die Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI) eingeläutet. Für die Arbeitgeber betonte FMMI- Obmann Christian Knill, dass dies „nicht nachvollziehbar und schwer erfüllbar“ sei. Ab Mitte Oktober sollen dann die Verhand- Switzerland Sweden Spain Slovenia Slovakia Turkey UAE UK Ukraine lungen mit den weiteren Fachverbänden aufgenommen werden. Es wundert nicht, dass die Metaller für heuer die „schwierigsten Verhandlungen seit langem“ erwarten. Und schon im Vorjahr gab es ja bekanntlich vier Verhandlungsrunden und einen Warnstreik ... ob eine solche Vorgehensweise auch nur ansatzweise als wirtschaftsstandortfreundlich bezeichnet werden kann? (PJ) Austria Belgium Bulgaria Croatia Czech Republic Denmark Estonia Finland France Was ist weiters zu tun? Das lässt sich in einem einfachen 3-Punkte-Programm zusammenfassen: Russia Romania Germany 1) Wachstum durch Stärkung des Unternehmertums Wachstum durch neue Schulden erkaufen, führte in die Sackgasse - Wachstum entsteht nur durch eine gesunde und leistungsstarke Wirtschaft. 2) Die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen Unternehmerisches Engagement braucht eine faire Wettbewerbsordnung und somit ein ausgewogenes Miteinander von Klein-, Mittel und Großbetrieben sowie eine Beschränkung von wirtschaftlichen Machtkonzentrationen. 3) Zukunftsfähige Rahmenbedingungen schaffen Eine zukunftsorientierte Standortpolitik verlangt nach einer kontinuierlichen Anpassung an die nationalen, europäischen und globalen Herausforderungen. Deshalb braucht es unter anderem ein zukunftstaugliches Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht und einen funktionsfähigen Kapitalmarkt. Notwendig wäre weiters gewesen, mit Augenmaß in die kommenden KV-Lohnrunden zu gehen. Einen ganz schlechten Anfang haben diesbezüglich am letzten Tag vor Redaktionsschluß dieser LOGISTIK-EXPRESS-Ausgabe die Metaller gemacht. Portugal Poland Norway Netherlands Morroco Macedonia Lithuania Lebanon dhl euroconnect. dIe eInFAchSte VerBIndunG nAch euroPA und dArÜBer hInAuS • • • • • • • Für Ihre europaweiten Frachttransporte benötigen Sie ein kundenfreundliches netzwerk für Stückgutverkehre, das Ihnen zuverlässige Verbindungen und häufige Abfahrten bietet. ein nahtloses Service von tür zu tür. Buchen Sie ganz einfach per telefon (07242-750-0), e-Mail (info.freight@dhl.com) oder online (www.dhl-freight.at). 12367.indd 1 24.08.11 12:17 Jordan Italy Ireland Hungary Greece www.logistik-express.com LOGISTIK express Ausgabe 3/2012 5

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