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LE-3-2012

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

HandelsLogistik

HandelsLogistik Bonus/Malus-System bei Metro Logistiker werden bei Metro Cash & Carry in Österreich nach einem Bonus/Malus-System bewertet und von der Performance ist abhängig, ob es mehr oder weniger Geld für deren Leistungen gibt. Metro stellt neuerdings seine Waren zu seinen Profi-Kunden auch zu. REDAKTION: LOGISTIK EXPRESS Stefan Wolf und Paul Reisinger von Metro Die Supplier Scorecard ist beim Metro Cash & Carry in Österreich das Maß aller Dinge. Seit mehreren Jahren werden die Leistungen der 1.600 Lieferanten aus ganz Europa auf dieser Basis bewertet, um so einen gleich bleibend hohen Standard in den Lieferantenbeziehungen sicherzustellen, sagt Paul Reisinger, Senior Department Manager bei Metro Cash & Carry Österreich. Metro bietet in seinen österreichischen Märkten rund 48.000 Produkte, und das Handling so vieler Artikel bedarf standardisierter Prozesse, nicht nur in den Beziehungen zwischen Metro und seinen Lieferanten, sondern auch zu den Logistikdienstleistern sowohl im Warehousingbereich als auch in der klassischen Transportlogistik. Metro bezieht die Handelswaren von seinen Lieferanten zwar frei Haus, doch de facto lautet die Lieferkondition ab Werk des Lieferanten. Metro steuert selbst die Logistik in sein österreichisches Zentrallager in Wiener Neudorf. Dieses ist vor allem die Drehscheibe für alle Non-Food- Produkte. Die Bereiche Fischfrisch, Tiefkühlprodukte sowie Obst und Gemüse werden logistisch anders gesteuert. Tiefkühlprodukte werden über die beiden Lager in Passau und Asten bei Linz zu den 12 österreichischen Metro-Märkten distribuiert; die Logistikpartner sind in diesem Fall Brunner und Daily. Frischeprodukte werden via Cross-Docking in Maria Lanzendorf vom Logistikdienstleister Frigologo gemanagt. Das Zentrallager in Wiener Neudorf wird vom Logistikdienstleister Johann Weiss verantwortet. Permanente Leistungsbeobachtung Die Leistungsbewertung der Logistiker und Lieferanten nach dem Bonus/Malus-System bezieht sich auf Pünktlichkeit, Genauigkeit bei der Kommissionierung und Einhaltung der vereinbarten Leistungskriterien wie etwa exakte Einhaltung der Tiefkühlkette. Am Ende des Monats werden ein Soll/Ist-Vergleich gemacht und die Leistung abgerechnet. Rutscht der Dienstleister ins Malus, wird Ursachenforschung betrieben und „arbeiten wir gemeinsam an der Lösung des Problems“, sagt Reisinger. Frei Haus einkaufen und die Logistik selbst abwickeln hängt mit der generellen Einkaufspolitik bei Metro zusammen: „Dieses System ist notwendig, damit wir immer transparente Einkaufspreise vor Augen haben“, betont Reisinger. Der Metro-Konzern hat mit Metro Logistics eine eigene Logistik-Firma im Haus, die en gros einkauft und die Logistikkosten den Lieferanten im Wege des so genannten Frachtkostenausgleichs von der Rechnung abzieht. Den Lieferanten ist das in vielen Fällen sehr recht, weil sie sich nicht um Logistik kümmern wollen oder können und so diesen Part lieber Metro überlassen. Kunde fokussiert sein Kerngeschäft Metro hat sein Cash & Carry-Prinzip in Österreich ausgeweitet und stellt jetzt die in den Märkten erhältlichen Waren auf Wunsch auch seinen Kunden zu. „Die Entwicklung des Bereiches Zustellung für Profikunden ist seit dem Start überaus positiv und generiert im Moment 15 Prozent des Umsatzes“, sagt Stefan Wolf, Head of Delivery bei Metro in Österreich. Der Zustellservice wird als ergänzendes Angebot an die Kunden gesehen, die sich dadurch stärker auf deren eigene Kernkompetenz konzentrieren können. Das Zustellservice wird von den Kunden in unterschiedlicher Tiefe genutzt. Viele lassen sich schwere, sperrige Dinge, einen Großteil des Trockensortimentes und teilweise auch Molkereiprodukte zustellen, kommen jedoch für Obst & Gemüse, Frischfisch und Fleisch am liebsten in den Großmarkt, um die Ware selbst auszusuchen und sich vom jeweiligen Abteilungsleiter beraten zu lassen. Wolf: „So bestehen oft langjährige, vertrauensvolle Beziehungen.“ Für die logistische Steuerung zum Kunden wurde ein spezielles Software- Programm entwickelt. Wolf: „Mit „SPS plus“ wurde eine Metro-eigene Lösung entwickelt, die über sämtliche Schnittstellen zwischen Ordermanagement, Warehousemanagement und Transportmanagement miteinander verbindet.“ Zustellung machen externe Partner Was den Ressourceneinsatz betrifft, so wird die Logistik im Sinne von Bestellannahme, Disposition, Kommissionierung ausschließlich mit eigenen Mitarbeitern abgedeckt. Wolf erklärt den Ablaufprozess so: „Der Geschäftsleiter steuert die Zustellung in seinem Großmarkt, der Betriebsleiter managt sie, hat also die operative Verantwortung und Zahlenverantwortung, und der Zustellkoordinator steuert die Abläufe.“ Beim Transport wird mit regionalen, externen Service-Partnern zusammengearbeitet. Wolf: „Wir nutzen die Kraft der Großmärkte hinsichtlich Sortimentsgröße und verfügbarer Artikelanzahl und arbeiten grundsätzlich nach dem Out-of- Store Prinzip. Für Schnelldrehartikel vor allem im Trockensortiment gibt es jeweils einen eigenen Lagerbereich in den Zustellhallen.“ Metro unterscheidet zwischen regelmäßigen Zustellkunden mit fixem Lieferrhythmus und gelegentlichen Servicekunden, die nur sporadisch auf diese Dienstleistung zurückgreifen. Wolf: „ Wir preisen die Zustellkosten nicht in unsere Verkaufspreise ein, sondern berechnen einen Aufschlag nach Zeitzonen von vier, sechs und acht Prozent.“ Zustellung ist kein offensives Geschäft Metro forciert das Zustellgeschäft nicht aktiv, da das Kerngeschäft weiterhin im C&C- Bereich liegt. Wolf: „Wir sehen die Zustellung aber als sinnvolle Ergänzung und es ist uns gelungen, beide Konzepte erfolgreich miteinander zu verbinden.“ Der Trend geht jedoch generell in Richtung zusätzliche Dienstleistungen und verstärkte Kundenorientierung. Zustellung ist ein Teil des Kundenservice, wo Metro als verlängerter Arm der Kunden im Großmarkt agiert. Qualitätssicherung spielt dabei eine wichtige Rolle: So sind die Zustellfahrzeuge durchwegs mit GPS-Systemen mit integrierter Temperaturkontrolle zur lückenlosen Kontrolle und Dokumentation ausgestattet. (MT) 24 LOGISTIK express Ausgabe 3/2012 www.logistik-express.com

Die süßesten Früchte… IntraLogistik …lagert Europas größter Obstverarbeitungsbetrieb MIVOR im italienischen Latsch in einem Hochregallager von LTW. Ein anspruchsvolles Projekt, das in nur sechs Monaten realisiert wurde und heute noch für Begeisterung sorgt. Redaktion: ANGELIKA THALER Im Unterschied zum Songtext handelt es sich zwar nicht um Kirschen, sondern um Äpfel, von denen gibt es dafür in Südtirol aber jede Menge: Die 400 Mitglieder der Obstgenossenschaft MIVOR produzieren auf 1.100 Hektar Anbaufläche im Vinschgau jährlich etwa 500 Millionen Äpfel – das entspricht gut 80.000 Tonnen oder 300.000 Großkisten. Die Herausforderung: geerntet wird nur im September, gebraucht und verschickt werden die Früchte jedoch ganzjährig. Überzeugendes Projekt Nicht alle Genossenschaftsmitglieder waren anfangs von der Idee, die Äpfel in einem Hochregallager zwischenzulagern, begeistert. Eine Visualisierung des Ausschreibungssiegers LTW Intralogistics GmbH überzeugte schließlich die letzten Zweifler, das Projekt konnte starten. So entstanden im Jahr 2011 in knapp 6 Monaten ein 80 Meter langes, 25 Meter breites und 27 Meter hohes HRL mit 6 Gassen und Platz für 18.600 Obstkisten mit 1.200 kg Nutzlast sowie ein 80 Meter langes, 5 Meter breites und 16 Meter hohes zweites HRL mit einer Gasse für etwa 1.650 Leerkisten. „Sofort nach der Ernte werden die Großkisten mit Äpfeln in sauerstoffreduzierten CA-Zellen (Controlled Atmosphere, Anm.) auf 2 Grad Celsius heruntergekühlt. Dieses Prozedere ermöglicht eine Langzeitlagerung nahezu ohne Frischeverlust. Nach und nach wird dann übers Jahr die Ernte nach Größe, Farbe sowie Qualität sortiert, verpackt und verschickt“ erklärt MIVOR- Geschäftsführer Dr. Martin Pinzger den Ablauf. Jede Großkiste bekommt einen Barcode, um die spätere Chargenrückverfolgbarkeit zu gewährleisten. Die neue Sortieranlage klassifiziert bis zu 65 Äpfel pro Sekunde auf Basis eines 3D-Modells, das für jeden einzelnen Apfel aus 60 Fotografien berechnet wird. Von der Sortieranlage führt eine zweigeschossige, MIVOR-Geschäftsführer Dr. Martin Pinzger automatische Förderstrecke mit zwei Vertikalförderern und zwei Verschiebewagen ins Hochregallager (Puffer zur Verpackung), in dem sechs automatische LTW-Regalbediengeräte nach dem FIFO- Prinzip (First In, First Out) arbeiten. Warum FIFO? „Das bringt einen Frischegewinn von bis zu einer Woche“, ergänzt Pinzger. Vorteile Hauptgrund, in die Höhe statt in die Fläche zu bauen, war die bereits dichte Verbauung des Areals, die kaum Alternativen zuließ. Doch auch andere Faktoren spielten eine wichtige Rolle: Denn wer wünscht sich nicht volle Prozess- und Produktsicherheit, die Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen Apfels bis zur Obstwiese und obendrein noch ein Drittel Energieeinsparung bei der Zwischenlagerung? Der Geschäftsführer zeigt sich absolut zufrieden: „Mit der neuen Anlage läuft alles noch besser und schneller als geplant - die Kundenreklamationen und Stehzeiten sind auf DER GRÖSSTE OBSTVERARBEITER EUROPAS SETZT AUF LTW historischem Tiefststand.“ Pinzger freut sich, bereits regelmäßig Branchenkollegen aus ganz Europa auf der Besuchertribüne seiner Anlage begrüßen zu können, um ihnen die Stärken des Konzepts aufzuzählen, und LTW konnte inzwischen zwei Folgeprojekte verbuchen. Beim Projekt MIVOR kommen neben der Hardware, auch Lagerleitsystem, Visualisierung und die Schnittstelle zum übergeordneten Produktionsplanungssystem (PPS) von LTW. (AT) „Technologieführer zu sein ist kein Selbstzweck. Das wirtschaftliche Ergebnis muss stimmen.“ Martin Pinzger Zur Einstimmung auf die Interpoma (15.-17.11.2012, Bozen/IT) Gönnen Sie sich gern vorab den MIVOR- Präsentationsfilm „Ein Apfel erzählt...“ wir von LTW freuen uns auf einen interessanten Austausch in Bozen. www.logistik-express.com LOGISTIK express Ausgabe 3/2012 25

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