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LOGISTIK express Fachzeitschrift

Nachhaltigkeit Schluss

Nachhaltigkeit Schluss mit lustig! Allen Bemühungen und Versprechungen zum Trotz scheint der Klimawandel immer schneller voranzuschreiten. Die Transportbranche ist einer der Buhmänner, und das teilweise zu Recht. Doch die Hoffnung ist noch nicht ganz verloren, es geht auch anders. Logistik express im Gespräch mit Österreichs Global Playern zum Thema Nachhaltigkeit. Redaktion: ANGELIKA THALER Eines vorweg: Nachhaltigkeit bezieht sich im Gegensatz zu „Green Logistics“ nicht nur auf ökologische, sondern auch auf ökonomische und soziale Faktoren. In den Interviews ging es Angelika allerdings überwiegend Thaler um die Faktoren Umwelt und Gesellschaft sowie die Aktivitäten der befragten Unternehmen in diesen für die Allgemeinheit besonders interessanten Bereichen. Dabei stellte sich heraus, dass die Bereitschaft für Maßnahmen überall vorhanden ist, dass die Intensität jedoch durchaus variiert. Branchenprimus unter den Gesprächspartnern ist – zumindest nach der bescheidenen Meinung des Logistik express – Schachinger Logistik. Aber auch an anderer Stelle wurden durchaus nachahmenswerte Ansätze gefunden. Ausgangslage Jeder Mensch konsumiert. Um dies zu ermöglichen, werden weltweit Rohstoffe abgebaut, Waren produziert und in weiterer Folge transportiert, um am Ort des Bedarfs zur Verfügung zu stehen, am Ende steht die Entsorgung. „Je höher eine Gesellschaft entwickelt ist, desto mehr Faktoren – wie beispielsweise Umweltschutz – werden auf diesem Weg vom Abbau über die Verwendung bis zur Entsorgung aller Materialien berücksichtigt“, weiß em. Univ.-Prof.Dr.-Ing. Dr. h. c. Albert Oberhofer, Präsident des Logistik Clubs Leoben und damit Veranstalter des Leobener Logistiksommers. Und fügt etwas pessimistisch hinzu: „Logistik kann weltweit ökologische und sozioökonomische Ziele nur über den Preis erreichen. Erst wenn Energie so teuer ist, dass Langstreckentransporte nicht mehr tragbar sind, wird man lokal produzieren.“ Dass jedes Unternehmen Gewinn machen muss, um seinen Fortbestand zu sichern, steht außer Frage. Dabei muss Nachhaltigkeit nicht unbedingt nur Kosten verursachen, sie kann durchaus auch zum Unternehmenserfolg beitragen: „Wirtschaftlicher Erfolg und nachhaltiges Handeln schließen sich nicht aus sondern ergänzen sich in der Unternehmensphilosophie und täglichen Arbeit von cargo-partner“, meint beispielsweise Mag. Stefan Krauter, Eigentümer und Vorstandsvorsitzender der cargo-partner Gruppe. Emission = Verbrauch An niemandem, der ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor besitzt, sind die Spritpreiserhöhungen unbemerkt vorbeigegangen. Viel fahren bedeutet viel bezahlen. Fahrzeuge mit geringerem Treibstoffverbrauch oder weniger Fahrleistung durch das Verbinden von Wegen – Stichwort intelligente Routenplanung – wirken sich direkt auf das Budget aus. Was Lieschen Müller einleuchtet, spricht sich langsam aber sicher auch bei Transportunternehmen herum. „Jede Emission bedeutet den Verbrauch von Ressourcen. Hauptanliegen muss es daher sein, die Emissionen zu reduzieren und den negativen Einfluss auf die Umwelt zu minimieren, ohne dabei jedoch das Geschäft zu beeinträchtigen“, bestätigt Heiner Verfondern, Head of QSHE & Security Management Eastern Europe, Kühne + Nagel GmbH. „Dabei ist dies durchaus möglich, denn man übersieht leicht, dass Kosteneinsparungen beim Verbrauch und Umweltschutz Hand in Hand gehen.“ Hierbei geht es nicht nur um Treibstoffe, sondern Ressourcen jeglicher Art: Energie, Papier und Wasser beispielsweise werden häufig unnötig verschwendet. Verfondern: „Das ‚papierlose Büro‘ haben wir bereits verwirklicht, sowie weitere Maßnahmen, bei denen unsere Mitarbeiter wichtige Multiplikatoren dieses Umweltbewusstseins sind. Einstellungssache Ob Nachhaltigkeitsmaßnahmen erfolgreich sind, hängt vor allem auch davon ab, wo der Gedanke im Unternehmen angesiedelt ist. „In unserem Unternehmen ist Nachhaltigkeit als einer von vier Kernwerten definiert“, erklärt Peter Waldenberger, Nachhaltigkeitsbeauftragter bei der Gebrüder Weiss Gesellschaft m.b.H., „für uns ist dabei besonders wichtig, dass unser Engagement in diesem Bereich stets messbar und transparent ist. Ähnlich sieht es auch Krauter: „Für uns zählen Umweltverantwortung und Nachhaltigkeit zu wichtigen Unternehmenswerten. Vorausschauendes Denken ist vor allem für zukünftige Generationen ein ganz wichtiger Teil des modernen mittelständisch geprägten unternehmerischen Handelns. Verantwortung heißt, sich mit dem Thema Klimaänderung ernsthaft auseinander zu setzen.“ Schöne Worte findet Max Schachinger, Juniorchef, Schachinger Logistik: „Eine verantwortungsvolle Unternehmensentwicklung lässt soziale und ökologische Faktoren in Strategie und Entscheidungen einfließen. Nachhaltigkeit ist in unserer Zeit des extrem beschleunigten Wirtschaftens eine wesentliche Voraussetzung für eine langfristig abgesicherte und kontinuierlich erfolgreiche Unternehmenspolitik und deshalb fest in der Unternehmensvision & Mission verankert.“ Soziales Bemühen Die „soziale Nachhaltigkeit“ umfasst laut Steffen Bauer ( vgl. Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung, Bonn 2008) neben dem Aspekt der Sicherung der Grundbedürfnis- FOTO: ISTOCKPHOTO.COM 22 LOGISTIK express Ausgabe 3/2012 www.logistik-express.com

Nachhaltigkeit se und der Armutsbekämpfung (z.B. durch gerechten Zugang zu Chancen und Verteilung von Ressourcen -sowohl binnengesellschaftlich, als auch global) auch die Frage der Geschlechterverhältnisse. Daraus ergibt sich eine Vielzahl an Möglichkeiten für Unternehmen, sozial nachhaltig zu agieren. Gebrüder Weiss hat 2011 die Patenschaft für das generalsanierte SOS-Clearing-house in Salzburg-Aigen übernommen, dessen Renovierung das Unternehmen schon im Vorfeld finanziell unterstützt hatte. Für das Hilfswerk Austria International, das weltweit zivile Opfer von Kriegen und Umweltkatastrophen unterstützt, stellt GW finanzielle Mittel sowie unentgeltliche Transportkapazitäten zur Verfügung. Waldenberger: „Wir wollen durch längerfristige Partnerschaften helfen, statt per Gießkannenprinzip Mittel zu verteilen. Jede Niederlassung investiert zudem jährlich einen gewissen Anteil vom Umsatz in lokale Nachhaltigkeitsaktivitäten.“ Da es heutzutage immer schwieriger wird, qualifiziertes Personal zu bekommen und im Unternehmen zu halten, sind auch interne Projekte zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit essenziell für den langfristigen Geschäftserfolg. „Wir möchten zukunftsfähige Mitarbeiter, die gerne und erfolgreich in unserem Unternehmen arbeiten“, bestätigt Schachinger. Daher wurde bereits 2008 in Kooperation mit der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse das Projekt „… G’sundheit!“ ins Leben gerufen, um gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz zu schaffen. „Jährliche Impfaktionen, Pilates- und Erste-Hilfe-Kurse, Gesundheitstage, Wasserentnahmestellen mit gefiltertem und energetisiertem Wasser sowie frische Gerichte aus unserer Betriebsküche mit mehr als 50 Prozent Bioanteil sind nur einige der Maßnahmen, die sich positiv auf die Mitarbeitergesundheit auswirken sollen“, zählt Schachinger auf. Aus demselben Grund bietet auch cargo-partner Gesundheits-Kurse für alle Mitarbeiter an. Bildungschancen Dass man die (nachhaltige) Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter mit sozialem Engagement verbinden kann, beweist zum Beispiel die Spendenaktion der Lehrlinge von Kühne + Nagel Österreich für die Hilfsorganisation CONCORDIA, die Straßenkinder in Osteuropa betreut. „Im Rahmen unseres Ausbildungsprogramms fördern wir neben der Vermittlung des fachlichen Know-hows auch das soziale Engagement“, berichtet Verfondern. Der klingende Name „Pioneers of Change“ steht für ein Programm zur Förderung junger und nachhaltigkeitsengagierter Menschen, das sie zu „Gestaltern des Wandels“ werden lässt – und das von Schachinger unterstützt wird. „Im Rahmen des Qualifizierungsverbundes Momentum bieten wir zudem unseren Mitarbeitern und Lehrlingen Ausbildungen zu nachhaltigerem Wirtschaften“, ergänzt Schachinger. Dass eine interne Nachwuchsschmiede sinnvoll ist, weiß man bei Gebrüder Weiss schon lange. Waldenberger: „Wir haben mehrere konzerneigene Aus- und Weiterbildungsprogramme, wo Mitarbeiter Meilensteine für ihre weitere Karriere setzen können. Speziell für Jungakademiker und High Potentials gibt es das Trainee- und Potenzialförderprogramm ‚Orange Future‘, das großen Anklang findet.“ Viele Facetten Bezüglich der ökologischen Nachhaltigkeit sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Rein nur die Emissionen zu beleuchten, wäre eine sehr einseitige Sichtweise. In den Gesprächen stellte sich heraus, dass es durchaus kreative Ideen zur Verringerung der negativen Einflüsse eines Betriebes verwirklicht wurden. Es gibt vermutlich noch nicht sehr viele konzerneigene Waschstraßen, wo nicht nur biologisch abbaubare Reinigungsmittel verwendet werden, sondern auch das Wasser recycelt wird, wie es bei Schachinger geschieht. Die Drucker und Kopiergeräte sind mit Zeitschaltern versehen, in den Lagerhallen und Bürogebäuden sorgen Bewegungsmelder für Energieeinsparungen. „Lässt sich ein Flug bei einer Dienstreise nicht vermeiden, wird er über das Programm ‚atmosfair‘ CO2-kompensiert“, verrät Schachinger. Apropos Flug: Krauter unterstützt eine Luftfahrt-Projektgruppe bei dem Bau eines manntragenden Nurflügel-Flugzeugs – diese Technologie soll den Energiebedarf um 25 Prozent reduzieren – aus eigener Tasche. Und warum sollte man die verbrauchte Energie nicht einfach selbst produzieren? Der norddeutsche Windpark von Gebrüder Weiss produziert jährlich etwa 20 Gigawattstunden Strom, „mehr als wir verbrauchen“, meint Waldenberger. Kühne + Nagel verwendet seit 2008 ein GFCC-System (Global Facility Carbon Calculator, Anm.), um Wasser, Energie, Treibstoffe, Abfälle und Kohlendioxidemissionen zu reduzieren. Verfondern: „Zusätzlich zum GFCC können wir mit dem GTCC (Global Transport Carbon Calculator, Anm.) die Emission über die komplette Supply Chain monitoren und steuern.“ Es gibt noch viel mehr Maßnahmen, Programme und vor allem auch Organisationen und Gremien, die darauf abzielen, dass unsere Welt auch für die nächsten Generationen noch lebenswert ist. Steter Tropfen höhlt den Stein, und früher oder später wird hoffentlich jeder den Tatsachen ins Auge blicken. Fortsetzung folgt. (AT) Warehouse Management | Lagerautomation Profilbasiertes Lagermanagement by ISA: www.isalogistics.com Partner of Das Design und die Umsetzung von kundenorientierten Lösungen als Antwort auf die Herausforderungen im Warehouse Management und in der Lagerautomation stehen bei uns im Mittelpunkt. 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