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LE-3-2011

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TRANSPORT (SchiffFRACHT)

TRANSPORT (SchiffFRACHT) Schwerguttransport auf der Donau Die Zeiten, als die Bahn ihre Brücken noch so niedrig über den Donaufluss gebaut hat, dass ja kein größeres Schiff darunter durchfahren konnte, sind zum Glück für die Binnenschifffahrt endgültig Geschichte. Redaktion: PETER BAUMGARTNER Nun kann alles nur noch besser werden. Spätestens seit 1998 wissen auch österreichische Verkehrspolitiker, dass sich die Wasserstraße hervorragend für den Schwerverkehr eignet. Damals vertrat Bundesrat Schaufler die Meinung, dass es unbedingt notwendig ist, den Schwerverkehr auf die Donau zu bringen um so die vorhandenen Transportmöglichkeiten im Interesse der Umwelt besser zu nutzen. Seinem damaligen Verkehrsminister Caspar Einem kam aber gelegen, dass er sich auf den schlechten Ausbauzustand der Donau in Bayern berufen konnte, um selber kein Geld in die Hand nehmen zu müssen. Inzwischen wissen Politiker auch hierzulande, dass ein Standortnachteil auch ein Standortvorteil sein kann. „Weil durch Seichtstellen in Bayern, der Binnentransport Richtung Westen blockiert ist, bieten sich für den Ennshafen beste Chancen als Verladeterminal in beide Richtungen“, meint zum Beispiel Oberösterreichs Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl und seiner Niederösterreichischen Kollegin geht der Begriff High & Heavy im Zusammenhang mit der Binnenschifffahrt ebenfalls bereits glatt über die Lippen. Auch via donau, die österreichische Wasserstraßengesellschaft, veranstaltet seit 2010 regelmäßig Workshops zum Thema High & Heavy, um die Interessenten für die Wasserstraße zu sensibilisieren. Für den Herbst ist bereits eine weitere Veranstaltung zum Thema in Planung. Sogar eine Letter of Intent (LOI) zwischen Hafen Rotterdam und Österreich wurde bereits unterzeichnet, um den Schwerguttransport mit dem Binnenschiff zu fördern. Übermaßtransporte verursachen naturgemäß eine übermäßige Straßennutzung mit einem begleitenden Mehraufwand, der sich signifikant vom normalen Straßengüterverkehr unterscheidet. Entsprechend umfangreich sind daher auch die behördlichen Auflagen und Genehmigungsverfahren, die mit einem Transport schwerer oder großer Waren auf der Straße verbunden sind. Solchen Transporten sind aber auch auf der Bahn und im Flugtransport so enge Grenzen gesetzt, dass längst nicht Peter Baumgartner Logistik express Redaktion alle angebotenen Dimensionen verladen werden können. Bleibt also nur noch das Binnenschiff, das geeignet ist, praktisch alle derzeit verfügbaren Schwerguttransporte problemlos zu verladen. Ganz problemlos vielleicht doch nicht, denn in der Binnenschifffahrt spielt die vorhandene Infrastruktur bei der Be- und Entladung eine wesentliche Rolle. Auch die Ausbauqualität der Wasserstraße ist – wenn auch nicht in dem Maße wie bei Massengütern – verantwortlich für einen wirtschaftlichen Transport schwerer bzw. großer Güter. Zwar ist es gerade im Schwergutbereich hilfreich, dass man an der Donau auch außerhalb ausgewiesener Hafenanlagen mittels provisorischer Rampen überall an die Uferkante kommt, aber ohne ausreichende Verladeeinrichtungen läuft letztlich doch nicht viel. Einmal auf dem Binnenschiff, sind dem Schwergut aber praktisch keine Grenzen mehr gesetzt. Kein Überholverbot, keine Lärmbelastung, kein Wochenendfahrverbot. Selbst dem Schleusenmeister ist es egal, ob ein Personen- oder Schwergutschiff seine Schleusenkammer benützt. Schwergüter, die vorher in einer monatelangen Vorlaufzeit und zentimetergenau geplant, oft nur wenige Kilometer von der Werkshalle bis zum Hafengelände unterwegs waren, verschwinden spielend im Laderaum des Binnenschiffes und sind oft nicht einmal mehr zu sehen. Spektakulärer sind die höchsten Schwergüter mit einer Gesamthöhe von über zehn Metern, wo der Kapitän sein hydraulisches Steuerhaus schon maximal ausfahren muss, um noch eine ausreichende Übersicht zu haben. Bis zu zehn Meter lässt sich die Kommandobrücke eines Binnenschiffes ausfahren. Damit und mit einem perfekten Ballastsystem, lassen sich auch besonders schwere und hohe Güter problemlos transportieren. Auch die Länge und die Breite großer Ladungen ist für Binnenschiffe kein Problem. Ein Laderaum ist mindestens siebzig Meter lang und neun Meter breit. Das längste Binnenschiff für Schwergut hat derzeit eine Länge von 140 Meter. Was wegen Überbreite nicht mehr in den Laderaum passt, kann als Decksladung zumindest auf Schleusenmaß von 12 bzw. 24 Metern Breite transportiert werden. Auf Wasserwegen, wo keine Schleusen im Wege sind, werden auch spezielle Schwimmpontons zum Einsatz gebracht. Solche Pontons sind mehr als 30 Meter breit. Für den Schwertransport im unteren Bereich der Donau würde sich sogar ein aktuelles Projektschiff eignen, das 70 Meter breit und 185 Meter lang sein soll. Geht nicht, gibt es nicht! Die Donau bietet als internationale Wasserstraße über das Schwarze Meer mit Verbindungen an die Nordseehäfen über den Rhein-Main-Donaukanal bzw. an das gesamte europäische Wasserstraßennetz für Verlader von Übermaßladungen alle denkbaren Transportmöglichkeiten. Mit einer durchschnittlichen Verfügbarkeit von über 98 Prozent ist die Donau in Österreich wie in anderen Ländern auch, praktisch jederzeit verfügbar. Dazu kommt die aus Umweltschutzgründen gewollte und gewünschte Verlagerung des Verkehrs auf das Binnenschiff, womit sich letztlich auch ganz gut das grüne Firmenimage darstellen lässt. Von zentraler Bedeutung ist auf der Donau die direkte Anbindung an den See/Short Sea-Verkehr über die leitungsfähigen Häfen an der Donaumündung in Bulgarien, Rumänien und Ukraine. Damit hat die Export/Importwirtschaft praktisch eine ungebrochene, nasse Autobahn, die rund um den Globus bis an das Werkstor in Österreich reicht. Wie bedeutend diese Möglichkeiten sind, lässt sich daran ablesen, dass die Schwergutflotte im Short Sea-Verkehr extrem stark wächst und diese modernen Schiffe auch bereits selber über Bordkräne mit einer Hubleistung von insgesamt bis zu 2.200 Tonnen verfügen. Jede direkte Umladung vom Binnenschiff auf das Seeschiff ist daher leicht möglich. Dort, wo für die Umladung vom Binnen- auf das Seeschiff 38 LOGISTIK express 3|2011 www.logistik-express.com

TRANSPORT LOGISTIK Transport (SchiffFRACHT) keine entsprechenden Hafen-/Bordkräne zur Verfügung stehen, sind gigantische Schwimmkräne wahrlich keine Notlösung. Mit entscheidend für den Schiffs-bauboom ist wohl auch die stark wachsende Nachfrage nach Transportmöglichkeiten für den Offshore-Bereich. Ein Bereich, der für österreichische Betriebe extrem gute Exportchancen bietet und auch schon rege genutzt wird. Natürlich sind Hafenanlagen im Mündungsbereich der Donau, die von Seeschiffen mit großem Tiefgang angelaufen werden können im Vorteil, aber für Schiffe im Short Sea-Bereich gibt es selbst in den Häfen weit oberhalb der Flussmündung ausreichend Verlademöglichkeiten. Hier besteht eher noch ein Nachholbedarf an qualifiziertem Hafenpersonal, aber das wird ohnehin oft vom Bord- oder Begleitpersonal ersetzt. Unnötige Hindernisse für einen reibungslosen Schwergutverkehr auf Sowjetische Raumfähre Buran, Kübler der Donau sind mancherorts vielleicht bürokratische Hindernisse an den noch vorhandenen Grenzabfertigungen. Probleme, die einen historischen Ursprung haben und anscheinend auch von der Donaukommission nicht beseitigt werden können. Letztlich fehlt auch noch immer eine statistische Erfassung der Schwerguttransporte im Interesse einer Verbesserung der Markttransparenz. Im krassen Gegensatz zu den langfristigen Perspektiven im Donau-Schwergutverkehr, scheint auch die mancherorts in Mode gekommene Verlandung von vorhandenen Wasserflächen innerhalb bestehenden Häfen zum Zwecke der Landgewinnung zu stehen. Eigenen Terminals in Krefeld am Rhein, Salzmünde an der Saale und in Linz an der Donau erleichtert die Anlieferung zum Binnenschiff. Der Kunde kann in der Montagehalle direkt vor Ort sein Produkt komplettieren und an Ort und Stelle auf das Binnenschiff verladen lassen. Das bringt einen beträchtlichen Kostenvorteil Felbermayr Schwergut Verladung im Vorlauf zum Hafenumschlag. Einen spektakulären Auftrag hatte der „blaue Riese“, wie Felbermayer in Fachkreisen genannt wird, sogar in der kalten Jahreszeit des letzten Winters zu bewältigen: zwei Gastanks mussten von Constanza via Donau zur Schiffswerft Turnu Severin in Rumänien gebracht werden. Die dicken Dinger, sie kamen per Schwerlastschiff aus Shanghai über den Suez Kanal nach Constanza, hatten insgesamt 820 Tonnen, 40 Meter Länge und 18 Meter Breite. Auch die Höhe von 12 Meter war beeindruckend. Nach einer erfolgreichen Donaureise verschwanden sie im Rumpf eines 115 Meter langen Gastankers, der in der Werft neu gebaut wurde. Über welche Entfernungen Schwertransporte auf dem Wasserweg transportiert werden können, zeigt das Beispiel eines 210 Tonnen-Trafos, den Fallstromverdampfer per Binnenschiff,IZB-Cargo Felbermayer 2300 Km von Mönchengladbach bis nach Constanza gefahren hat. Der Schiffstransport eines 290 Tonnen Transformators unter Felbermayer zeigt den enormen Zeitvorteil, den Binnenschiffe bringen können. Für die Schiffsreise von Linz nach Basel über Donau, MDK/Main und Rhein benötigte der Transport nur 11 Tage und für die restlichen 140 Km Bahntransport ab Basel zum Bestimmungsort, waren 4 Tage notwendig.Die deutsche Kübler Spedition ist inzwischen weltweit als Spezialist für Flugzeugtransporte (bisher 15 Transporte!) bekannt. Spektakulärster Transport war bisher die russische Raumfähre Buran über den Rhein ab Rotterdam bis Speyer. Kübler hat neben anderen Wasserlinien auch eine Donau Projektlinie. Zweimal pro Woche von Passau bis zum Schwarzen Meer und weiter nach Russland bzw. Georgien, wobei Kübler seine Transporte auf der Donau mit den derzeit größten und schnellsten RoRo-Katamaranen durchführt.Dass durchaus auch kleinere Reedereien erfolgreich im Schwerguttransport auf der Donau mitmischen können, zeigt das Beispiel der deutschen Firma IZB-Cargo. Die Firma ist schon seit 1996 im Geschäft und beteiligte sich zuerst an Schwertransporten per Binnenschiff für den Wiederaufbau Serbiens. Seither gilt die Firma, die sich auch auf den Transport von Schiffsneubauten spezialisiert hat, als verlässlicher Partner im Schwerguttransport auf der Donau. (PB) Schwergut-Verlader können sich getrost auf ihr Geschäft konzentrieren Der Full-Service-Dienstleister Felbermayr legt Wert auf größtmögliche Trimodalität. Dabei spielt beim Schwertransport der Wasserweg oft eine zentrale Rolle. Außerdem bietet Felbermayr Gesamtlösungen mit Lagerfläche, Montagehalle, Transport und Umschlag an. IZB-CARGO & Co. GmbH | +49-(0) 9395 97 22 0 | www. izb-cargo.de www.logistik-express.com LOGISTIK express 3|2011 39

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