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LE-3-2010

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

TRANSPORT Österreichs

TRANSPORT Österreichs Häfen zur weiten Welt Die Überseehäfen Rotterdam, Koper und Hamburg sind die wichtigsten Häfen für den österreichischen Außenhandel. Hamburg ist der wichtigste Exporthafen Österreichs. Redaktion: Markus Trostmann Die Häfen Rotterdam, Koper und Hamburg waren im Vorjahr die wichtigsten Tore zur weiten Welt, wenn es um die Abwicklung des Überseehandels aus bzw. nach Übersee ging. Hamburg ist der wichtigste Exporthafen für Österreich. Mehr als 1,5 Mio. Gütertonnen haben österreichische Firmen 2009 via Hamburg in alle Welt verschifft. Das waren zwar allerdings um acht Prozent weniger als im Jahr zuvor, hat aber nichts am ersten Platz als wichtigster Exporthafen Österreichs geändert, ist Alexander Till, Leiter der Wiener Hamburg-Repräsentanz zufrieden. Vom gesamten österreichischen Überseevolumen von geschätzten 450.000 Containern entfielen allein auf Hamburg 222.000 TEU. Damit ist Hamburg auch beim Container-Umschlag für und von Österreich führend. Weniger präsent in der Gunst der österreichischen Wirtschaft ist Hamburg im Import: Hier liegen die Hanseaten in der Gesamtgunst der österreichischen Verlader auf dem 4. Platz nach Rotterdam, Koper und Antwerpen. Wirft man einen Blick auf die wichtigsten Häfen für Österreich, so wurden im Vorjahr über Rotterdam, Koper, Antwerpen, Hamburg, die Bremischen Häfen, Rijeka und Konstanza im Vorjahr mehr als 13 Mio. Tonnen im- und exportiert. Dabei spielen die Nordhäfen mit einem Anteil von 73 Prozent die erste Geige; die Südhäfen kommen auf 27 Prozent des heimischen Handelsvolumens. Auffallend ist, dass die Nordhäfen im Vorjahr gegenüber den Südhäfen an Terrain zurück gewonnen haben. Zeichnete sich in den vergangenen Jahren ein Trend in Richtung Koper, Rijeka und Konstanza ab, so profitieren im Vorjahr wieder die Nordhäfen. Rotterdam liegt im Hafen-Ranking an erster Stelle. Vier Mio. Gütertonnen von und für Österreich wurden über den niederländischen Häfen umgeschlagen. Das ist ein Minus von 15 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor. Rotterdam ist traditionell sehr stark im Import für Österreich präsent. „Wir haben im Österreich- Geschäft die Krise zu spüren bekommen“, bemerkt Minco van Heezen, Sprecher des Hafens Rotterdam. Bei 3,8 Mio. Tonnen lag das Importvolumen um 14 Prozent unter 2008. In der Exportgunst muss sich der Hafen mit Platz fünf begnügen. Mit mehr als 820.000 Tonnen HAFEn Export in t Import in t Gesamt in t -/+ % 1. Rotterdam 820.000 3.250.000 4.070.000 -15 2. Koper 1.324.014 2.025.263 3.349.277 -22 3. Hamburg 1.504.338 897.415 2.401.753 -11 4. Antwerpen 878.319 951.512 1.829.831 -29 5. Brem. Häfen 1.050.000 85.000 1.135.000 -13 6. Rijeka 250.834 36.110 286.944 -7 7. Konstanza 11.693 237.494 249.187 -60 Summe 5.839.198 7.482.794 13.321.992 -19 hat Rotterdam im österreichischen Export 17 Prozent verloren. Österreichs Wirtschaft hat 90.000 TEU via Rotterdam exportiert und importiert. Im Vergleich zu 2008 war das ein Minus von 20.000 TEU. Die Container rollen zu 80 Prozent auf der Schiene. Das Minus machte sich in den Bereichen Eisenerz, Holz, Automotive, Agrarund Biomasse-Produkte bemerkbar. „Der österreichische Markt ist für uns sehr wichtig und dessen Bedeutung wird künftig weiter steigen“, ist van Heezen überzeugt. Nicht zuletzt deshalb, weil Österreichs Wirtschaft sehr stark in Südosteuropa präsent ist und sehr enge Bande zwischen Rotterdam und Österreich bestehen. Der Adriahafen Koper liegt auf Platz zwei der begehrten Umschlagsplätze am Meer. 3,3 Mio. Tonnen wurden hier im Vorjahr geladen und gelöscht, per Saldo 22 Prozent weniger als noch im Jahr vorher. Die sinkenden Rohstoffimporte für die österreichische Industrie hat Koper massiv zu spüren bekommen, weiß Miran Petrinja, Leiter des Koper-Büros in Wien. Teilweise fielen die Importe bei Erzen oder Phosphaten bis zu 50 Prozent gegenüber 2008 zurück. Österreich ist für Koper mit einem Anteil von rund 25 Prozent am Hafengesamtumschlag nach Slowenien der wichtigste Hinterlandmarkt. Gegen Ende des Vorjahres war eine gewisse Krisenstimmung nicht zu verhehlen, die sich derzeit wieder in eine fröhlichere Stimmung verkehrt. Der Lichtblick: Mit dem Umschlag österreichischer Container war man im Vorjahr stärker ausgelastet. Mit rund 40.000 TEU hat Österreichs Wirtschaft im Vorjahr um 22 Prozent mehr Boxen via Koper disponiert. 2008 waren es 33.000 TEU. Das Plus bewirkt haben u. a. die gestiegenen österreichischen Holz-Exporte, aber auch beim Papier konnte Koper kräftig punkten. 200.000 Tonnen österreichisches Papier wurden über die Kais gehievt. Petrinjas Bilanz für 2009: „Wir haben die Krise gut überstanden.“ Österreichs Wirtschaft erholt sich deutlich und das österreichische Substrat hat seit Beginn dieses Jahres massiv zugelegt, die Zuwachsraten liegen sogar im zweistelligen Prozentbereich. „Wer ausreichend Flächen bieten kann, zu dem kommen auch die Container“, ist Petrinja überzeugt. Wenn die Aufwärtsentwicklung weiter so anhält wie bisher, dürfte das Jahr 2010 wieder ein gutes werden, so die Einschätzung des Hafenmanagers. (MT) 28 LOGISTIK express 3|2010 www.logistik-express.com

TRANSPORT In Österreich für Europa verzollen Einfuhrzölle sind echte Kosten und deren Höhe hängt vom Warenwert ab. Doch Warenwert ist nicht gleich Warenwert, wie das gerade im Verzollungsgeschäft offensichtlich wird. Durch cleveres Verzollungsmanagement lassen sich Kosten sparen. Redaktion: Markus Trostmann Zölle sind Teil der staatlichen Eingangsabgaben und sie sind echte Kosten, die man im Rahmen eines effektiven und nachhaltigen Supply Chain Managements senken kann. Ausschlaggebend dafür ist die Basis, auf derer der Zollwert errechnet wird, denn nicht immer muss dieser auf Grundlage des Einkaufspreises errechnet werden. Genau das ist der Punkt, bei dem es jetzt in Österreich professionelle Hilfe gibt. Das Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsunternehmen Deloitte bietet in Österreich auch professionelle Beratung im Zollmanagement an. Neben den Beratungsansätzen im Supply Chain Management gehören zu den Kernkompetenzen der neuen Abteilung „Customs, International Trade and Logistics“ auch alle Fragen des Zoll-, Verbrauchsteuer- und Außenhandelsrechts. In der Beratung rund um das Thema Zoll sieht Georg Knopf, der bei Deloitte Österreich zuständige Abteilungsleiter für Zoll- und Logistik, ein signifikantes Einsparungspotenzial für Importeure, aber auch Exporteure. Als Beispiel für das große Einsparungspotenzial von Einfuhrzöllen nennt er die Automobilbranche oder Textilindustrie. Diese versenden ihre Waren aus Asien nach Europa. Bei der Importabfertigung kommt es dann explizit darauf an, dass relevantes Zollmanagement Platz greift, erklärt Knopf. In den Einkaufspreisen sind sehr oft nicht nur Materialkosten enthalten, sondern in der Regel auch nicht zollwertrelevante Preiskomponenten wie Lagerkosten, Logistikkosten, F&E-Kosten etc. Diese Kosten entlang der Lieferkette gilt es zu identifizieren und für die Zollbehörden nachvollziehbar darzustellen, dann stellt sich die Berechnungsgrundlage bei der Importverzollung als eine andere dar. Knopf benennt konkrete Beispiele, in denen die Einsparungen für Importe nach Europa durch diese Entflechtung der nicht-zollwertrelevanten Kosten, die Einfuhrabgaben um mehr als 20 % gesenkt haben. Ausschlaggebend sollte nicht der Warenwert der Sendung sein, sondern die richtige Klassifizierung des importierten Produkts, erklärt Ronald Friedreich, Managing Director bei DHL Global Forwarding in Österreich. Dabei könne man durch die richtige Zolltarifnummer das Produkt in die passenden Warengruppe zuordnen: „Schon kleine Unterschiede in der Zolltarifnummer können eine Auswirkung auf den anzuwendenden Zollsatz haben.“ Der Herausfiltern der Präferenz- und Ursprungskritierien ist nicht so leicht: „Das ist ein Informationsdschungel“, weiß Friedreich aus Erfahrung. Hier brauche es Fachwissen, um den richtigen Präferenzursprung (Präferenzabkommen zwischen Herkunftsland und Bestimmungsland je nach Warengruppe) anwenden zu können. Zollbehörden lassen mit sich reden Knopf, der aus Deutschland stammende Spezialist für Zollrecht, Logistik und Supply Chain Managementstreut den österreichischen Zollbehörden Rosen für deren Kooperation bei der Abwicklung von grenzüberschreitender Zollverfahren. Knopf schwärmt förmlich von den österreichischen Zollbehörden, „weil sich diese für innovative Konzepte sehr kooperativ und gesprächsbereit zeigen“, so Knopf. Deloitte hält nach eigenen Angaben „hervorragende Kontakte ins Bundesministerium für Finanzen sowie zu den Zollbehörden und kann dort mit den Beamten Optimierungpotenziale erörtern.“ In Deutschland, Italien, Spanien oder England sei diese Form der Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden sehr viel aufwendiger und oft „nicht zielführend.“ Diese Tatsache sieht Knopf als echten Standortvorteil für Österreich, das künftig noch mehr eine entscheidende Rolle in der Optimierung von grenzüberschreitenden Zollverfahren spielen kann. Die Flexibilität in zolltechnischen Abfertigungsfragen in Österreich kann Deloitte ihren internationalen Klienten nur ans Herz legen. Global agierende Unternehmen können die zolltechnische Abwicklung ihrer Importe nach Europa idealerweise über Österreich bewältigen und die Waren danach in ganz Europa verteilen, wobei Deloitte hier unterstützend tätig werden kann, vergisst Knopf nicht noch schnell anzumerken. (MT) Fliegen Sie mit uns in eine papierlose Zukunft! Profitieren Sie von Kühne + Nagel als führenden Partner der e-freight Initiative. Elektronische Daten statt ausgedruckter Transportdokumente Papiereinsparung für ein besseres Klima Reduzierung der Kosten Keine Sendungs-Verzögerung aufgrund verlorener Dokumente Hohe Flexibilität Maximale Verlässlichkeit Ihre zufriedenen Kunden Weniger CO ²- für Ihre Zielvorgaben Wir informieren Sie gerne! info.wien@kuehne-nagel.com www.kuehne-nagel.at www.logistik-express.com LOGISTIK express 3|2010 29

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