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LE-3-2010

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

TRANSPORT RCA will bis

TRANSPORT RCA will bis 2011 schwarz sein Rail Cargo Austria will 2011 wieder in die Gewinnzone zurückkehren; Rail Cargo Hungaria soll 2012 schwarz werden und für 2013 wird eine „angemessene Umsatzrentabilität“ angepeilt. Redaktion: Markus Trostmann Die ÖBB-Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria (RCA) konnte während der vorjährigen Wirtschaftskrise im nationalen und internationalen Konkurrenzvergleich dazu gewinnen: Österreichs Schienengüterverkehr verlor im Vorjahr 19 Prozent, RCA hingegen nur 16 Prozent. Für den Vorstandschef von RCA ist somit klar: Die Bahn konnte Marktanteile gewinnen. Gemessen an betriebswirtschaftlichen Kennzahlen sei RCA im Vorjahr mit einem Umsatzeinbruch von 11 Prozent deutlich besser davongekommen als andere Bahnen in Europa, betont Macher. Und präsentierte dieser Tage gleich das Konzept für die mittelfristig strategische Ausrichtung von RCA. Defizitärer Kombi-Verkehr RCA geht es im kombinierten Verkehr nicht gut. Das nationale Kombi-Netzwerk ist wegen der hohen Kosten „seit jeher nur bedingt kostendeckend zu führen“, kommt Macher gleich zur Sache. Die Kostenunterdeckung sei bislang mit den Erträgen aus dem internationalen Kombi-Geschäft ausgeglichen worden, doch damit sei jetzt Schluss. Die Krise im Vorjahr und die Liberalisierung ließen die internationalen Erträge weiter sinken. Die Konsequenz daraus: Der nationale Kombi- Transport wird teurer. Ab August müssen die österreichischen Kombi-Kunden mit einer Erhöhung zwischen 9 und14 Prozent kalkulieren, kündigte Macher an. Damit werde dieser Geschäftsbereich „an ein betriebswirtschaftlich vertretbares Maß herangeführt“. Die Tarifanhebung soll laut RCA lediglich ein Prozent des gesamten Güterverkehrs der RCA betreffen, allerdings ist der UKV gesamthaft gesehen ein wichtiges strategisches Bein der Bahn. Die Preiserhöhung im August sei notwendig, weil „wir es uns nicht mehr leisten können, Transporte abzuwickeln, die ein Loch in die Bilanz schlagen“, bekräftigt Macher. Den wiederholten Vorwürfen, mit der Preiserhöhung würde man die Kunden an die Straße verlieren, tritt Macher entschieden entgegen: „Jeder Kunde trifft selbst die Entscheidung, ob seine Transporte auf der Schiene oder der Straße rollen.“ RCA versuche alles, um Cargo auf die Schiene zu bringen, müsse aber gleichzeitig auch betriebswirtschaftlich denken, rechtfertigt er die Marschrichtung. Und im Interview mit Friedrich Macher Vorstand Rail Cargo Austria AG Nachsatz: „Wir können nicht unrentabel fahren, nur damit sich irgendjemand auf unsere Kosten ein grünes Mäntelchen umhängen kann.“ Wirtschaft, Politik und Interessensvertretungen müssten europaweit an einem Strang ziehen, damit die Bahn nicht aus dem Takt kommt. Die Hausforderung an die RCA- Führung für die nächsten Jahren ist groß: Im vergangenen Jahr rutschte der Güterverkehr in die roten Zahlen, das Umsatzminus betrug elf Prozent. Der Hauptgrund dafür: der Tonnagerückgang infolge der Krise. Ab 2011 wieder schwarze Zahlen schreiben Bis Ende 2011 will Macher die RCA wieder in die schwarzen Zahlen bringen. Und das sowohl mit dem nationalen, als auch internationalen Geschäft. 2012 soll das auch bei der ungarischen Rail Cargo Hungaria gelingen. 2013 will man eine „angemessene Umsatzrentabilität und eine entsprechende Verzinsung des Kapitals“ erreichen. Vorausgesetzt freilich, dass wieder mehr Cargo auf die Bahn kommt und sich die Krise nicht fortsetzt. Macher hatte auch schon wiederholt einer Privatisierung das Wort geredet. Einen potenten strategischen Partner ins Boot zu holen kann sich der Manager gut vorstellen. Im Vorjahr kündigte Macher ein Sparpaket über 200 Mio. Euro an. Einsparen will man durch weitere Straffung der Ablaufprozesse, Rationalisierungen und Optimierung der Produktion. Aus diesem Grund wurde denn auch zu Jahresbeginn die neue ÖBB Produktion GmbH aus der Taufe gehoben, wohin (Noch)-RCA-Vorstandsmitglied Ferdinand Schmidt zu Jahresbeginn 2011 als Geschäftsführer wechseln wird. (mT) Frächter und Spediteure in ganz Europa, die ihre nicht kranbaren Sattelauflieger bislang auf die Schiene verlagern wollten, aber technisch nicht konnten, können das seit 19. Juni. Und zwar zwischen Wels in Österreich und Stara Zagora in Südbulgarien, von wo es noch 50 Kilometer zur türkischen Grenze sind. Und weitere 150 Kilometer bis nach Istanbul. Bis dahin wollte der österreichische Kombi-Operator Ökombi ursprünglich das neue Kombi-Zug- Produkt ISU (Innovativer Sattelauflieger Umschlag) fahren. Doch die zolltechnische Behandlung an der EU-Außengrenze zur Türkei hätte sich komplizierter gestaltet als geplant. Interview mit Franz Dirnbauer Geschäftsführer ÖKOMBI „Wir bleiben mit dem Zug innerhalb der Europäischen Union und können so einen zeitlich kalkulierbaren Rundlauf sicherstellen“, sagt Franz Dirnbauer, Geschäftsführer der Ökombi gegenüber dem Logistik express. ISU wurde von der Mutter von Ökombi, Rail Cargo Austria, entwickelt: Damit lassen sich mit wenigen Handgriffen nicht kranbare Sattelauflieger von der Straße auf die Bahn verlagern. Das Produkt ISU-Zug ist neu und der dafür in Frage kommende Markt ist groß: Rund 85 Prozent der in Europa auf den Straßen fahrenden Sattelauflieger sind nicht kranbar. Diese mit dem neuen Umschlagssystem auf die Schiene zu locken, ist die Absicht mit dem ISU-System, das sich in Zukunft auf attraktiven Relationen bewähren soll, hofft man bei Ökombi. Das Projekt läuft derzeit noch unter dem Titel Forschungsprojekt und wird von der EU aus dem CREAM-Projekt finanziell gefördert. Großer Zielmarkt im Visier Als Zielgruppe für den neuen Zug kommen Spediteure und Frächter sowohl in Europa als auch in der Türkei und des Nahen Ostens in Frage. Gerade für größere Transportunternehmen sei ISU interessant, weil diese meist über die entsprechende Vor- und Nachlauforganisation zu den Kombi-Terminals verfügten. In diesem Fall in Wels und Stara Zagora. Denn Ökombi organisiert lediglich den Transport auf der Schiene und die Be- und Entladung der Fahrzeuge in den beiden Terminals. Für die Traktion auf der gesamten Bahnstrecke zeichnet Rail Cargo Austria mit ihren Partnern in Ungarn, Rumänien und Bulgarien verantwortlich, wobei in Stara Zagora die Firma Me- 26 LOGISTIK express 3|2010 www.logistik-express.com

TRANSPORT LKW auf die Schiene verlagern Der Kombi-Operator Ökombi transportiert in Österreich und Bulgarien nicht kranbare Sattelauflieger auf der Schiene. Und bietet damit ein völlig neuartiges Transportsystem zur Verlagerung von LKW auf die Schiene. Redaktion: Markus Trostmann talimpex als lokaler Terminalbetreiber für die reibungslose Abfertigung und das Handling des Zuges sorgt. Der Zug braucht für die 1.800 Kilometer lange Entfernung rund 48 Stunden. „Preislich sind wir mit 60 Cent pro Kilometer mit der Straße wettbewerbsfähig“, ist der Ökombi-Manager überzeugt. Eine Fahrt schlägt pro Richtung und Auflieger mit 1.260 Euro zu Buche. Rollende Landstraße kommt gut an Das eigentliche Kerngeschäft der Ökombi ist die Abwicklung der Rollenden Landstraßen. Die Cash Cow ist dabei die Brenner-Strecke. Während der LKW-Transitverkehr durch Tirol über die Straße im Vorjahr auf 1,6 Mio. LKW- Fahrten zurückgegangen ist, wurden gleichzeitig deutlich mehr LKW mit den Rollenden Autobahnen durch Tirol befördert und hat Ökombi seinen Brenner-Marktanteil von 10 auf 14 Prozent gesteigert, sohin mit 225.000 transportierten LKW einen Zuwachs um zehn Prozent gegenüber 2008 erreicht. Die starke Nachfrage nach der RoLa durch Tirol hängt nicht zuletzt mit den straffer werdenden gesetzlichen Rahmenbedingungen zusammen. Anfang Juli trat die dritte Phase des sektoralen Fahrverbots für LKW-Transporte durch Tirol in Kraft. Das bedeutet, dass LKW mit bestimmten Gütern beladen nicht mehr je- derzeit und überall auf den Straßen fahren dürfen. Dass mehr LKW auf die RoLa kommen, sieht Dirnbauer aber nicht allein in den straffen Regelungen begründet: „80 Prozent der RoLa-Nutzer kommen freiwillig auf die Schiene.“ Der Brenner-Verkehr ist das Hauptgeschäft von Ökombi mit einem Anteil von rund 72 Prozent. Das restliche Geschäft spielt sich mit dem LKW-Transport auf der Tauern-, Pyhrn- und Donauachse ab. Die Nachfrage im ersten Halbjahr dieses Jahres kann sich sehen lassen: Ökombi hat in den ersten sechs Monaten 17 Prozent mehr LKW (175.988) auf seinen 74 verkehrenden RoLa- Zügen transportiert als im Vorjahr. Über den Brenner stieg die Nachfrage um 15 Prozent; auf den im Vorjahr eher mager nachgefragten Zügen auf den Achsen Donau, Pyhrn und Tauern stieg die Zahl der beförderten LKW im Halbjahr um 24 Prozent. Ökombi überlegt den Start weiterer RoLa-Züge, beispielsweise zwischen Budapest–Wien oder Budapest–Wels, um „unseren Kunden die Möglichkeit zu geben, dort auf die Rola einzusteigen, wo die Ruhezeit gebraucht wird“, so Dirnbauer. (mT) Nur Toyota Stapler mit SAS wissen, wie es geht, Kosten zu senken. www.toyota-forklifts.at TOYOTA MATERIAL HANDLING EUROPE, MANAGEMENT DER STAPLERMARKEN TOYOTA UND BT IN EUROPA toyota_ins_190x137.indd 1 03.09.10 09:16 www.logistik-express.com LOGISTIK express 3|2010 27

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