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LOGISTIK express Fachzeitschrift

LOGEXP_3_2008_END.qxp 21.09.2008 14:13 Uhr Seite 4

LOGEXP_3_2008_END.qxp 21.09.2008 14:13 Uhr Seite 5 FOTOS: ISTOCKPHOTO.COM (1) Was liegt, das pickt! Im Spiel gibt es klare Regeln, die jeder befolgen muss, um nicht als Schummler dazustehen. Leider scheint dieses Prinzip in Wirtschaft und Politik teilweise noch nicht so klar durchgedrungen zu sein. Ist Handschlagqualität heute wirklich schon von gestern? TEXT: ANGELIKA THALER Wir leben in turbulenten Zeiten: Banken- und Immobilienkrisen, Ölpreisschock, Klimawandel, Fleischskandale und Lebenserhaltungskostenexplosion sind der ernste Hintergrund eines aktuell erbitterten Wahlkampfes, der kontroverse Anschauungen zu diesen Bedrohungen und den eventuellen Lösungsmöglichkeiten zu Tage fördert. Vor aller Augen können sämtliche Akteure soziale Kompetenz, strategisches Geschick und Hausverstand beweisen – Fähigkeiten, die nicht nur bei Politikern, sondern besonders auch bei Führungskräften und Wirtschaftstreibenden ganz oben auf der Wunschliste stehen (sollten). Ehrlichkeit als Utopie? Die Globalisierung ist eine inzwischen unbestrittene Tatsache, die neue Rahmenbedingungen geschaffen hat. Für viele Unternehmen hat sich dadurch der Einsatz erhöht, die Einhaltung der Spielregeln ist wichtiger denn je. Geschäftsbeziehungen erstrecken sich heute über Kontinente und Kulturen hinweg, was viele Herausforderungen birgt. Gerade in dieser Situation ist es wichtig, genau zu wissen, woran man beim Handelspartner ist – Ehrlichkeit ist die Grundvoraussetzung für jedwedes Vertrauen. Leider scheint diese mancherorts aus der Mode gekommen zu sein, für viele zählt heute nur noch der maximale Gewinn ohne Rücksicht auf Verluste. Natürlich, wir leben in einer kapitalistischen Gesellschaft und Geld regiert die Welt, aber dürfen dafür Werte wie Anstand, Moral und Menschlichkeit auf der Strecke bleiben? Wer heute die Nachrichten verfolgt, erfährt von fahrlässigen Konkursen und Milliardenverlusten großer und an und für sich renommierter Konzerne, deren Manager oft trotzdem unverschämt hohe Gagen einstreifen – den Verlust tragen der Staat oder meist kleinere Unternehmen, die ihre offenen Forderungen zu einem hohen Prozentsatz abschreiben Kommentar von ANGELIKA THALER Redakteurin Logistik Express müssen und nur allzu leicht selbst ins Verderben gerissen werden. Würde mit offenen Karten – also beispielsweise ohne beschönigte Bilanzen – gespielt, wären viele Katastrophen vermeidbar oder würden zumindest geringer ausfallen, doch viele Verantwortliche versuchen, den Schein so lange wie möglich zu wahren, koste es was es wolle. Als Grund für diese Pleiten wird oft der harte Wettbewerb genannt, interessanterweise steigen trotz dieser starken Konkurrenz die Preise unaufhaltsam in bald schwindelerregende Höhen. Natürlich spielen auch die gestiegenen Rohstoffpreise eine tragende Rolle, schade nur, dass die Gehälter nicht ebenso unaufhaltsam ansteigen. Eine beliebte Maßnahme, um Kosten in Unternehmen einzusparen ist – zum Leidwesen der Mitarbeiter – eine Personalreduktion. Diese findet auch bei großen und finanzkräftigen Konzernen statt und wird ebenso mit gestiegenen Kosten argumentiert – netterweise finden sich dann oft wenig später Nachrichten über neue Rekordergebnisse genau dieser Firmen in den Medien, mit Fotos strahlender Geschäftsführer. AKTUELL Irgendetwas an den Argumenten kann so gesehen wohl nicht ganz der Wahrheit entsprochen haben, die wegrationalisierten Exmitarbeiter vernehmen solche Jubelmeldungen sicher mit Freuden(tränen). Qualität muss leistbar sein Wenn Umweltverschmutzung und Zivilisationskrankheiten zunehmen, wird auch der Ruf nach gesünderer Ernährung lauter. Große wie auch kleine Märkte springen auf den Bio- Lebensmittelzug auf, die Angebotspalette wird ständig erweitert. So weit, so gut – wenn man in der glücklichen Lage ist, beim Einkauf nicht auf die Haushaltskasse achten zu müssen. Leider ist die Anzahl derer, für die Geld keine Rolle spielt, eher gering – alle anderen „Normalsterblichen“ müssen genau abwägen, ob sie für ein halbes Kilo Biokarotten doppelt so viel bezahlen können und wollen wie für ein ganzes Kilo gewöhnliche Karotten. Dabei sollten doch gerade in einem selbsternannten Biomusterland wie Österreich, in dem Gentechnik glücklicherweise verpönt ist, gesunde und biologisch einwandfreie Nahrungsmittel selbstverständlich und keine Frage des Budgets sein. Hier ist die Politik gefordert, Gesetze zu erlassen, die für Kostenwahrheit sorgen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass aus fernen Ländern importiertes und mit unzähligen Dünge- und Spritzmitteln behandeltes Obst oder Gemüse trotz der Transportkosten tatsächlich günstiger ist als regional angebaute Biolebensmittel scheint eher gering. Erst wenn hier entsprechende Maßnahmen getroffen werden und wettbewerbsverzerrende Subventionen wegfallen, besteht die Chance, dass gesunde Lebensmittel bester Qualität für jeden leistbar sind. Führungskompetenz als Luxusgut Bei den Top-Gagen, die manche Führungskräfte erhalten, sollte man davon ausgehen, dass sie wissen, was sie tun und wie sie ein Unternehmen zu leiten haben. Oftmals entsteht aber der Eindruck, dass Spezialisten zum Einsatz kommen, die zwar auf ihrem Wissensgebiet Koriphäen darstellen, in Sachen Mitarbeitermotivation und Sozialkompetenz allerdings eher wenig reich beschenkt wurden. Dabei ist es gerade in den aktuellen Zeiten des Fachkräftemangels von absoluter Wichtigkeit, die Belegschaft motivieren, zufriedenstellen und damit im Unternehmen halten zu können. Leider wird diese Komponente in der Ausbildung bislang nahezu komplett vernachlässigt, nur einige wenige Institutionen und höhere Bildungseinrichtungen haben die Zeichen der Zeit erkannt und bieten dementsprechende Lehrgänge und Seminare an. Jetzt müssen die Betreffenden sie nur noch besuchen. www.logistik-express.at LOGISTIK express 3|2008 5

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