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LE-2-2016

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

INTRALOGISTIK

INTRALOGISTIK End-to-end-Optimierung auf Basis maximaler Datentransparenz In der Distributionslogistik vollzieht sich aktuell ein Paradigmenwechsel. Zum einen wird die Veränderung vom Markt getrieben: Food- und Non-Food-Konsumenten verfügen durch E-Commerce und Online-Handel über völlig neue Möglichkeiten, Bedarfe zu decken. ANWENDERBERICHT: WITRON Die gute alte Supply Chain hat sich längst zu einer konsumentengesteuerten Demand-Chain entwickelt. Zudem schaffen technische Entwicklungen wie Big Data, Predictive Analytics oder Industrie 4.0 die Voraussetzungen dafür, konkrete Lösungen für die zum Teil neuen Geschäftsmodelle in der Praxis umzusetzen. Auch für WITRON und deren nationale und internationale Kunden haben diese Themen oberste Priorität – viele Themen sind bereits heute erfolgreich implementiert – und spannende Themen sind in der Pipeline. Durchgängige Datentransparenz in Echtzeit und auf allen Ebenen Horizontale und vertikale Datentransparenz ist die Grundlage dafür, richtige Entscheidungen in der Demand-Chain zu treffen. Auf Anforderungen schnell zu reagieren oder potenzielle Entwicklungen rechtzeitig vorauszusehen ist entscheidend. Die Voraussetzungen für eine durchgängige Datentransparenz und die Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette in der Logistik sind seit langem geschaffen. WITRON ist als Generalunternehmer für die Planung, IT, Steuerung, Mechanik, Instandhaltung und den Anlagenbetrieb seiner Projekte komplett verantwortlich. Mit fast 45 Jahren Markterfahrung und mehr als 2.000 realisierten Projekten kennt das Unternehmen die horizontale Prozesskette vieler Branchen bis ins Detail: Vom Lieferanten über den Wareneingang, das Verteilzentrum, den Transport bis zur Anlieferung der Waren am Zielort wie z. B. im Filial-Regal oder direkt an die Haustüre. Da WITRON seinen Ursprung in der Entwicklung und Integration von Lagerverwaltungs- und Steuerungssoftware hat, ist ebenso ein breites Wissen über die vertikale Prozesskette vorhanden: Vom ERP-System über das WMS, den WCS, die PLC, die Mechanik, die Antriebe bis hinunter zur Sensorik und Aktorik. Durch die Strukturierung der so gesammelten Informationen entsteht ein „gläsernes Logistikzentrum“ mit einer Vielzahl an relevanten Daten, welche zum Nutzen der WITRON-Kunden als umfangreiche Wissensdatenbank genutzt werden: Für einen optimalen und effizienten Anlagen- und Schichtbetrieb, als Handlungsempfehlungen für strategische Logistik-Entscheidungen, als Planungsgrundlage für weitere Projekte und die flexible Anpassung an Marktveränderungen, zur Erstellung von exakten Analysen und Visualisierungen, für den effizienten und nachhaltigen Einsatz der Mechanik-Elemente, die Entwicklung innovativer Software-Features, für die Instandhaltung und vieles mehr. Aber die schnelle und richtige Interpretation aller verfügbaren Daten hat noch eine weitere Auswirkung: Es wird ein Weg geebnet in Richtung einer sich selbst dynamisch steuernden Anlage. Die Konsequenz: Eine Logistik mit durchgängig hoher Optimierung auf allen Ebenen und in allen Bereichen. Gesteuert wird das moderne Logistikzentrum mit und durch einen zukunftsweisenden Leitstand. Eine von WITRON entwickelte Leitstandssoftware erstellt auf Basis einer Vielzahl gesammelter und ausgewerteter Informationen aus dem Lagerverwaltungssystem automatisch Aktions- und Handlungsempfehlungen für den Betreiber – mithilfe zahlreicher Schnittstellen zu internen und externen Systemen. Das gewährleistet Durchgängigkeit und Transparenz über alle Vertriebskanäle, eine intelligente Beschaffung und Bestandsoptimierung sowie ein globales Bestandsmanagement über alle internen und externen Lagerstandorte bis hin zu Beständen bei Lieferanten. Ebenso eine ganzheitliche Prognose für die Prozesse aller Lagerbereiche – vom Wareneingang über die Kommissionierung bis zum Versand – mit entsprechenden Optimierungsmaßnahmen in Bezug auf Personalbedarf und Schichtbesetzungen. Zukünftig wird WITRON seinen Kunden noch detailliertere Prognose- und Entscheidungsgrundlagen ermöglichen. Dies hat zur Folge, dass sich der Blick der Lagerverwaltungssysteme nicht mehr nur ausschließlich auf die eigentliche Intralogistik richtet, sondern den gesamten Geschäftsprozess des Kunden betrachtet. Beispielsweise mit einer intelligenten und dynamischen Integration der Tourenplanung. Ebenso erhält das WMS Einblick in die Einkaufs- und Abverkaufs-Systeme und kennt Auswertungen von aktuellen bzw. historischen Filialdaten. Weiterhin sind ihm Informationen über Marketingaktionen und das Retouren-Verhalten zugänglich. Mit dem Ziel, sämtliche möglichen Auswirkungen auf die Logistik zu bewerten. Direkte und durchgängige Kommunikation zwischen Produkten, Maschinen und 30 LOGISTIK EXPRESS 2/2016

OPM-PET-SLIPSHEET Systemen sind in einem hochdynamischen WITRON-Verteilzentrum alle Produkte, Bereiche und Elemente vom Wareneingang bis zum Warenausgang logisch und informationstechnisch miteinander verknüpft, ermöglicht dies eine echtzeitoptimierte Auftragsabwicklung, welche größtenteils ohne Benutzereingriffe abläuft. Es entsteht eine „fluide“ Logistik: Ändern sich Stammdaten, Abfahrtszeiten, Filial-Layouts, Maschinenzustände oder Rahmenbedingungen, ändert sich flexibel, automatisch und in Echtzeit auch die Auftragsabwicklung bzw. Priorisierung. Im Kern geht es darum, dass sämtliche Einheiten bzw. Teilnehmer im Gesamtsystem (wie z. B. Maschinen, Artikel, Filialen, Touren) direkt miteinander in Verbindung stehen, miteinander kommunizieren und dynamische Veränderungen dezentral und in Echtzeit in den Prozess einfließen. Ein typisches Beispiel für die „Selbststeuerung und durchgängige Kommunikation“ in der Logistik anhand des Handlings von PET-Flaschen: Die Wareneingangspalette wird systemtechnisch nicht nur auf Vollständigkeit und Qualität kontrolliert, bevor sie komplett automatisiert eingelagert wird. Vielmehr weiß das Logistiksystem hier schon, ob es sich um ein behälterfähiges Produkt handelt, um ein Sperrigteil, ob der Artikel vollautomatisch kommissioniert werden kann oder manuell gepickt werden muss. Bereits im Wareneingang ist auf Basis der vorliegenden Kundenaufträge bekannt, ob das Produkt aktuell ein Schnelldreher bzw. ein Langsamdreher ist. Entsprechend erfolgt die Platzierung im Hochregallager. Verändern sich ABC-Kurven, greifen sofort neue Optimierungen. Danach erfolgt die bedarfsgerechte Einsteuerung, z. B. im OPM-Bereich. Bei WITRON-Lösungen stehen selbst die einzelnen Produkte in direkter Kommunikation mit dem Logistik-System und den dazugehörigen Mechanik-Elementen. Im Rahmen der Depalettierung und Vereinzelung „signalisiert“ der Artikel, nach welchen Parametern er „behandelt“ werden muss. Die Depalettier- Maschine kennt somit z. B. die Stärke des Anpressdruckes, der maximal auf den Artikel einwirken darf, die Mechanik weiß, dass der Artikel auf ein Tray gestellt und nicht gelegt werden darf und vieles mehr. Beim Weitertransport in das Tray-AKL passt die Fördertechnik automatisch ihre Geschwindigkeit individuell an das Produkt an – ein Umkippen der Flaschen ist daher nicht möglich. Generell ist dem Lagerverwaltungssystem bekannt, wo sich die einzelne Handelseinheit physisch im Lager befindet. Durch ein Produktfoto für jedes einzelne Case wird dies ebenso visuell plausibilisiert. Für die filialgerechte Kommissionierung wird die Verpackungseinheit sequentiell aus dem AKL zur COM-Maschine transportiert. Falls notwendig, nochmals automatisch ausgerichtet, bevor sie ihren zugewiesenen Platz auf der Auftragspalette bzw. dem Rollcontainer – abhängig vom individuellen Shop-Layout der Filialen – erhält. Da Flaschenhälse kein stabiler Ablageplatz für weitere 31

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