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LOGISTIK express Fachzeitschrift

TRANSPORT & LOGISTIK

TRANSPORT & LOGISTIK Haftung & Versicherung in der internationalen Güterbeförderung Globalisierung und überregionale Geschäfte bedingen den internationalen Warenverkehr. Nicht selten werden Risiken für Verlader, Empfänger, Spediteure und Frachtführer unterschätzt. GERNOT FISCHBACH Redaktion Gernot Fischbach g.fischbach@logistikexpress.at Sinnfreie Formulierungen wie ein Weitergabeverbot am Transportauftrag an den Spediteur, Übernahme unter generellem „Vorbehalt“, Haftbarhaltungen unter Androhung der Abrechnung von Vermögensschäden – und ein Versuch, CMR – internationales Recht – auszuhebeln. Was nützt im Falle von Transportschäden, wer haftet, in welcher Höhe? Was haben Haftungen in der Transportbranche für Auswirkungen auf das Risk Management im verladenden Unternehmen? Ist nicht ohnehin alles „versichert“? Auszug aus dem Themenbereich „Transport-schaden“ Ein breites Spektrum an Regelwerken, Gesetzen und Übereinkommen machen es dem Risk Manager bis zum Mitarbeiter im Versand nicht gerade einfach. Auf nahezu jedem Verkehrsträger gelten verschiedene Haftungshöhen und Fristen. Gesetzliche Höchsthaftungsgrenzen, die meist nicht ansatzweise den Wert der zu transportierenden Güter abdecken! Gerade im internationalen Güterverkehr stehen häufige Manipulation von Gütern am Plan, selten werden Waren direkt geladen und zur Haustüre des Empfängers verbracht. Allein schon aus Kostengründen werden Zusammenladungen durch Spediteure gewählt, um Frachtkosten zu reduzieren. Das ist alles schön und gut. Und kostensparend – doch gerade durch den mehrfachen Umschlag von Gütern erhöht sich die Gefahr, dass das wertvolle Gut Schaden nimmt. Dann ist oft guter Rat teuer! Man bedenke allein im Ablauf eines Seetransportes im FCL (gesamter Seecontainer steht zur Verfügung), der bereits mit Vortransport per LKW zum Hafen beginnt. Darauf folgen der erste Umschlag und Stauung bzw. Verladung im Container (sollte dies nicht der Absender bereits erledigt haben), Verladung aufs Schiff, Umschlag des Containers in einem Hafen und Umladung auf ein weiteres Schiff. Dies kann sich auf längeren Wegen, beispielsweise aus Asien, wiederholen. Nach der Ankunft im Empfangshafen erfolgt ein weiterer Umschlag auf LKW oder Bahn. Die Zustellung bis zum Empfänger erfolgt sowieso meist per LKW. Wir zählen den vielfachen Umschlag, viele Verkehrsträger – und viele Möglichkeiten der Beschädigung. Jede Manipulation im Umschlag von Waren ist eine schadenanfällige Prozedur. Ist die Ware erst am Transportmittel, ist sie – statistisch gesehen – vergleichsweise sicher. In Österreich als Binnenland laufen viele Transporte auf der Straße. Der LKW ist jedoch auch sonst kaum wegzudenken! Die „erste und letzte Meile“ läuft nahezu in jedem Transportbereich über die Straße. Häufig werden so Schäden im Straßengüterverkehr zum Thema. Aber: Wie verhält man sich richtig, wenn schon bei der Übernahme ersichtlich ist, dass das Gut beschädigt ist? Was nützt der vielzitierte „Vorbehalt“? Oder reicht eine nachträgliche Haftbarhaltung? Wer ist der richtige Ansprechpartner? Und bis wann muss eine Rüge erfolgen? Bei äußerlich erkennbaren Schäden ist der Vermerk bei der Übernahme bei jedem Transportmittel sehr wichtig. Am CMR Frachtbrief, am Lieferschein, im Zweifelsfall kann die Ware gar nicht angenommen werden – auch, wenn Fracht und Ware bereits bezahlt sind! Wird die Ware ohne Vorbehalt übernommen, also „rein quittiert“, wird der Frachtführer/ Spediteur im wahrsten Sinne des Wortes (in den meisten Fällen) freigezeichnet. Wie wollen Sie beweisen, dass die Ware, die Sie „ordnungsgemäß“ entgegengenommen haben, 44 LOGISTIK express 2|2015

^ LKW - Friends on the road doch schon beschädigt war und nicht erst nach der Übernahme in Ihrer Obhut Schäden erfahren hat? Im Übrigen – führen Sie beim Vorbehalt an, was Sie vorhalten wollen. Um finanzielle Folgen von Schäden oder Verlusten zu minimieren, ist es sinnvoll, das Gut am Transportweg zu versichern. Spediteure oder Transportversicherer ermöglichen die passende Variante für die individuelle Anforderung. Denn: Transportversicherungen decken im Regelfall die am Transportweg möglichen Risiken der Beschädigung und Verlust – je nach Polizze von der ersten Verladung bis zur endgültigen Zustellung. Frachtführer wiederum halten sich im Regelfall an die Höchsthaftungsgrenzen. Übersicht zu den Haftungsgrenzen der Verkehrsträger Straßentransport (nach CMR): 8,33 SZR/kg brutto – das heißt: etwa 10,20 EUR* pro Kilo- gramm - Bahntransport (nach Cotif-CIM): 17,00 SZR/kg brutto – etwa EUR 21,05 EUR* pro Kilogramm - Seetransport (nach Hamburger Regeln): 2,50 SZR/kg brutto – oder 835,00 SZR pro Packstück (= Container!) – also etwa EUR 3,10 pro Kilogramm – oder eben EUR 1.033,86 pro Packstück. In der Luftfracht (Montrealer Übereinkommen) besteht eine Höchsthaftung zu 19,00 SZR pro Kilogramm brutto. Dies entspricht in EUR 23,53 pro Kilogramm des Bruttogewichts der Waren. Stets natürlich entspricht der höchste Ersatz dem Wert des Gutes! Die vorgenannten Haftungshöhen sind abhängig vom tatsächlich anwendbaren Verkehrsträgerabkommen, u.a. durch Nachweis des Schadenereignisses, Schadenortes etc. Letztendlich ist es erwähnenswert zu wissen, dass Haftung nicht mit Versicherungen gleichzusetzen ist. Handeln Sie im Schadensfall, als wäre keine Versicherung eingedeckt worden! (GF) Info Umrechnungskurs EUR/SZR vom 13.2.2015 1,00 EUR = 0,81756 SZR Index SVZL Consulting e.U. www.svzl.eu LOGISTIK express 2|2015 45

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