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LOGISTIK express Fachzeitschrift

MANAGEMENT

MANAGEMENT Beherrschbarkeit und Simplifizierung Was sich ERP Anwender von IT-Systemen erwarten (in Zeiten starken Transformationsdruckes). DIE REDAKTION Otto Schell ist seit September 2008 Mitglied des Vorstands der DSAG und hauptberuflich bei General Motors (GM) Europe SAP Business Program Manager bei der Adam Opel AG in Rüsselsheim beschäftigt. Unter dem Schlagwort EVOLUSTRY*(by Otto Schell) – “Evolution of Industry“, befasst er sich mit jenen Transformationsherausforderungen, denen sich die Industrie in Zeiten von Globalisierung, Generationswechsel und Digitalisierung zu stellen hat. Wo sehen Sie die Kernherausforderungen für die Unternehmens-IT? OS: Neue Technologien ermöglichen eine „neue Produktionsdenkweise“. Das bedeutet, dass eine Vernetzung nur über ein „Transformation-Office“ der Fachbereiche mit der IT erfolgen kann. Deren gemeinsame Aufgabe wird es sein, neue Wege zu kreieren. Die IT wird nach wie vor die Anforderungen der Fachbereiche übersetzen und zurückspielen. Was sich ändert, ist die Art der Beziehung, weg vom Silo, hin zur Partnerschaft. Diese Partnerschaft wird zudem der enormen Entwicklungsgeschwindigkeit Rechnung tragen müssen. Welche Rolle spielen die IT-Systeme und Software für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens? OS: Sie dienen als „Enabler“. Das heißt, dass jetzt die Themen realisierbar sind, die unter dem Begriff „CIM – Computer Integrated Manufacturing“ Anfang der 80er Jahre diskutiert wurden. Daneben werden Automatisierung/Monitoring und andere Softwarefaktoren eine größere Rolle spielen, um dem Menschen am Arbeitsplatz die notwendigen Freiheiten für Analysen und vorausschauende Aktionen zu geben. Otto Schell „ERP-Systeme sind konzeptionell ausgereizt“, sagen kritische Stimmen, und erwarten hier keine bahnbrechenden Innovationen mehr – Sehen Sie das auch so? OS: ERP Systeme werden eingesetzt, um zum einen die Standardisierung und zum anderen die Lokalisierung (Compliance) zu gewährleisten. In den Bereichen sind wir konzeptionell noch lange nicht am Ende. Beispiele hierfür sind u. a. Sales-Prozesse in verbundenen Unternehmen, Vorhersagen (Forecast), und die Manufacturing Execution (MES). Interessant wird sein, wie die ERP-Systeme den Spagat zwischen Backend und modulare Bauweise im Zusammenspiel mit Cloud gewährleisten können. Welche technologischen Anforderungen sehen Sie von Nutzerseite an moderne ERP-Systeme? OS: Beherrschbarkeit und Simplifizierung sind die zentralen Anforderungen und das ganze idealerweise adaptiv. Das heißt, neue Business-Prozesse müssen sich schnell in bestehende IT-Landschaften einbinden lassen. Wo liegt die Zukunft von ERP, in Zeiten in denen Digitale Business Transformation, Mobile, Social und Cloud die Trends vorgeben? Welche Optionen haben die ERP-Anbieter? OS: „Schuster bleib bei deinen Leisten“, könnte das Motto lauten. In der bereits erwähnten Beherrschbarkeit und der Vereinfachung liegen die Stärken einer Standard Software. Aber auch in der Möglichkeit, alles ohne Orchestrierung greifbar zu machen. Von daher „Simplifizierung“. Ein weiterer Pluspunkt ist der Umgang mit Big „trusted“ Data, also Photos, 3D-Darstellungen, Simulationen, etc. In Zeiten massiver Dynamik spielt Erfahrungsaustausch eine wichtige Rolle – Welche Rolle spielt dabei die DSAG und welche Möglichkeiten bietet sie Anwendern? OS: Derartige Überlegungen voranzutreiben und die damit verbundenen Entwicklungen als Stimme der Anwender zu begleiten, ist eine der Aufgaben der DSAG. Mit dem Potenzial des Prozess- und IT-Know-hows ihrer Mitgliedsunternehmen über diverse Industriezweige hinweg, kann die DSAG die Diskussionen um die Transformation 4.0 bereichern, mit dem Ziel, die Potenziale eines ganzheitlichen Ansatzes zu erkennen und umzusetzen. Damit können wir als Netzwerk den Industrie 4.0-Gedanken und die dafür notwendige Kooperation doppelt unterstützen. Zum einen bringen wir die Perspektive der Anwender in den Gesamtrahmen ein, damit Industrie 4.0 nicht nur ein Anspruch von Lösungsanbietern, sondern vor allem auch ein ökonomischer Erfolg für die anwendenden Unternehmen wird. Zum anderen unterstützen wir in Richtung unserer Mitglieder den Austausch und die Kooperation, damit uns der notwendige Wandlungsprozess, die Transformation 4.0, für die Standorte Deutschland, Österreich und die Schweiz (DACH) auch in der Breite gelingt. International sind wir auch gut vernetzt. (LE) Otto Schell ist Vorstandsmitglied der DSAG, der Deutschsprachigen SAP User Group und bei General Motors (GM) Europe SAP Business Program Manager der Adam Opel AG in Rüsselsheim. Als Keynotespeaker kann man ihn am 9. Oktober beim Confare ERP Infotag persönlich erleben. 34 LOGISTIK express Ausgabe 2/2014 www.logistik-express.com

MANAGEMENT Modernisierung & Transformation bei der ÖBB IT Im Gespräch gibt Peter Lenz als CIO der ÖBB Auskunft über den Wandel in der ÖBB IT und die Rolle des CIO. DIE REDAKTION Im Gespräch gibt er Auskunft über den Wandel in der ÖBB IT und die Rolle des CIO. Seit 2011 verantwortet Peter Lenz als CIO die IT-Geschicke der ÖBB. Er hat die IT auf einen Modernisierungs- und Transformationskurs geführt, wofür ihn Confare in Zusammenarbeit mit EY mit dem CIO AWARD 2014 ausgezeichnet hat. Zuzug externer Expertise, zum einen vom Markt als auch von öst. CIOs und europäischen Bahn-CIOs. Denn wir alle haben ähnliche Herausforderungen und können uns wertvollen Input geben. Welche Qualifikationen sind aus Ihrer Sicht für den Erfolg als CIO ausschlaggebend? Wie hat sich die Rolle der IT im ÖBB Konzern in den letzten Jahren gewandelt? PL: Wesentlich war in den letzten Jahren die Bündelung der Kräfte in der IT. Alle mit IT befassten Kräfte (und das waren viele im Konzern) haben sich zusammengesetzt und überlegt, wie wir die PS auf die Schiene bringen. Rausgekommen ist ein Rollenmodell, das klar zwischen Anforderungsmanagement, Governance und Umsetzung und Betrieb unterscheidet. Seit dem wir genauer wissen, „wer macht was?“, funktioniert die Zusammenarbeit wesentlich besser. Bei den ÖBB sind das Anforderungsmanagement im Teilkonzern (Personenverkehr AG, Rail Cargo Austria AG und Infrastruktur AG)und die Governance in einem schlanken Konzern- CIO-Office gebündelt. Die Umsetzung und der Betrieb obliegt dem internen Kompetenz-Center für IT, der ÖBB IKT GmbH. Welche Hürden waren dazu zu überwinden? PL: Die ÖBB IKT GmbH war bis 2012 Tochter der Infrastruktur AG und beinhaltete auch noch rund 700 Mitarbeiter die Telematik-Services in ganz Österreich in der Fläche angeboten haben. Wir haben die Business IT (damals 430 MA) abgespalten und konzern-neutral unter die ÖBB-Holding AG gehängt. So konnten wir uns mit gleichwertiger Priorisierung wesentlich besser auf die IT-Themen fokussieren. Die Telematik Services beziehen wir von den Kollegen der Telematik Gruppe weiter als Dienstleistung. Welche Auswirkungen hat das auf die IT-Strategie? PL: Wenn alle gemäß ihren Kompetenzen eingesetzt werden, nicht gegeneinander arbeiten und fokussieren, dann bleibt viel mehr Zeit, sich um die Geschäftsziele zu kümmern. Über die IT-Stäbe in den Teilkonzernen (Anforderungsmanagement) und die Fachabteilungen bekommen wir klar die Business-Strategien mit. Im zentralen IT Kompetenz-Center ÖBB IKT bündeln wir diese und sorgen für größtmögliche Synergie-Effekt-Hebungen, sowohl in der Entwicklung als auch im Betrieb. Als Konzern CIO habe ich alle Informationen an der Hand um den Rahmen vorzugeben, in dem IT innerhalb der ÖBB passiert. Wie gestalten Sie Ihre Rolle als CIO im Unternehmen? PL: Zuhören, Bedarfe erkennen, Informieren, Handeln. Aber auch als „Diplomat“ die verschiedenen Akteure immer wieder auf ein gemeinsames Ziel einschwören, nämlich mit zeitgemäßer IT den Erfolgskurs der ÖBB unterstützen. Wichtig ist für mich auch der PL: Ein breites Verständnis, was man mit IT für einen Konzern machen kann und wie IT funktioniert, halte ich für ebenso wichtig wie das Übersetzen von Strategien und deren Lösungen zwischen Vorständen und Bereichsleitern. Wirtschaftliches Denken als Geschäftsführer einer 100+ Mio Euro GmbH sind ebenso nötig wie lebenslanges Weiterbilden und Neugier an Innovationen, genauso wie Beharrlichkeit bei heiklen Themen wie z.B. in der Informations-Sicherheit. Welche Bedeutung hat für Sie der CIO AWARD? PL: Für mich ist der CIO Award eine Auszeichnung für einen erfolgreichen Weg, den ich mit meinen KollegInnen und MitarbeiterInnen eingeschlagen habe. Für die ÖBB wäre der CIO Award ein weiterer Beweis, dass sich das Unternehmen nicht nur beim Anbieten von Mobilität für Kunden und Güter enorm weiterentwickelt hat, sondern dass auch die IT einen wesentlichen Beitrag dazu leisten konnte. (LE) Der CIO AWARD wird von Confare in Zusammenarbeit mit dem Fachmagazin CIO Guide und Ernst & Young verliehen. Details und das Einreichungsformular für den CIO AWARD 2015 finden Sie auf www.cioaward.at www.logistik-express.com LOGISTIK express Ausgabe 2/2014 35

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