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LOGISTIK express Fachzeitschrift

TRANSPORT | LOGISTIK Des

TRANSPORT | LOGISTIK Des Ausblicks zweiter Teil Das Jahr ist fast zur Hälfte vorbei, trotzdem gibt es noch einige Erwartungen, die sich in diesem Jahr erfüllen (sollen). Dieses Mal konnten wir zusätzlich die DHL Freight für Antworten gewinnen. Redaktion: ANGELIKA THALER Die neuesten Prognosen lassen nichts Gutes erahnen, auch das europäische Wirtschaftszugpferd Deutschland hat mit Problemen zu kämpfen. Das Wirtschaftswachstum bleibt hinter den ohnehin geringen Erwartungen noch zurück. Wer die Hände in den Schoß legt, hat schon so gut wie verloren. Doch davon will Heike Sommer, Managing Director Österreich und Slowenien DHL freight, ohnehin nichts wissen: „Wir wollen die beste Qualität bieten. Dadurch wollen wir schneller wachsen als unsere Wettbewerber, was letztlich dazu führt, dass wir Heike Sommer unsere Profitabilität steigern. Wir müssen nicht die Größten sein, sondern für unsere Kunden die Besten. Wenn unserer Kunden und unsere Mitarbeiter mit uns zufrieden sind, dann fahren wir auch betriebswirtschaftlich gut.“ Topthema Nachhaltigkeit Weiterhin aktuell sind Nachhaltigkeitsthemen, denn selbst in schwierigen Zeiten steigen – nicht zuletzt aufgrund verschiedener Kampagnen – das Bewusstsein der Konsumenten und damit auch die Nachfrage nach „verträglichen“ Produkten und Dienstleistungen. „Wir betreiben eigene Wasserkraftwerke und haben in Photovoltaikanlagen investiert, zudem achten wir auf den Einsatz modernster Motoren“, erklärt KommR Johannes Hödlmayr, Johannes Hödlmayr MBA, CEO der HÖDLMAYR INTERNATIONAL AG, der plant, in absehbarer Zeit die Eisenbahnverkehre zu verdoppeln. Die cargo-partner GmbH ist ein österreichisches Familienunternehmen, das betont CEO Mag. Stefan Krauter: „Nachhaltigkeit ist bei uns seit nunmehr 30 Jahren gelebte Realität, und nicht erst, seit es sich als medial schick erweist.“ Beim Thema Umwelt steht der Fokus bei cargopartner auf CO2 Stefan Krauter Vermeidung, sowohl beim Transport, als auch beim Zubau in der Zentrale in Fischamend. Dies kommt unter anderem auch durch die ISO 14.001-Zertifizierung zum Ausdruck. Bei der Zertifizierung steht das Unternehmen nicht alleine da, auch Lagermax besitzt das ISO 14001 Umweltzertifikat. „Damit haben wir einen besonderen Fokus auf ökologische Aspekte. Lagermax ist Mitglied bei respact Austria und setzt eine Reihe von umweltgerechten Maßnahmen um. Wir arbeitet laufend an Verbesserungen, wie der Modernisierung des Fuhrparks, Herbert Weber wo wir bereits EEV- und EURO 6-Klassen im Einsatz haben“, berichtet Herbert Weber, Geschäftsführer der Lagermax Internationale Spedition GmbH. Bekannt für ihr Engagement hinsichtlich Nachhaltigkeit ist die Schachinger Logistikholding GmbH. Dies äußert sich durch unterschiedliche Maßnahmen, wie Geschäftsführer Dkfm. Peter Overkamp erzählt: „Unsere Vorreiterrolle verankern wir z.B. durch den Bau des nachhaltigsten temperaturgeführten Hochregallagers oder das verstärkte Augenmerk auf betriebliche Gesundheitsförderung für unsere MitarbeiterInnen, Investitionen in unseren Fuhrpark uvm. Ende 2013 werden unsere Fortschritte, Aktivitäten und Maßnahmen in unserem zweiten Nachhaltigkeitsbericht erscheinen.“ Einen Nachhaltigkeitsbericht gibt es auch von der Gebrüder Weiss Gesellschaft m.b.H., wie CEO Wolfgang Niessner betont: „Als organisch gewachsenes Unternehmen, dessen Wurzeln im Transportwe- sen weit über 500 Jahre zurück reichen, ist nachhaltiges Wirtschaften für uns Erfolgsgeheimnis und Verpflichtung zugleich. Unsere verschiedenen Maßnahmen stellen wir auch in diesem Jahr in einem zertifizierten Nachhaltigkeitsbericht der Öffentlichkeit vor“. Die SCHENKER & CO AG versucht, den Geist und die Werte der aktuellen Generation mit ihren Mitarbeitern zu kommunizieren und zu leben, dazu gehören auch technische Entwicklungen. Vorstandsvorsitzender Kurt Leidinger: „Wir wollen bei wichtigen Entwicklungen dabei sein, darum haben wir beispielsweise einen Test für alternative Antriebe im Flurförderzeugbereich mit Linde und Fronius durchgeführt.“ Beim Bau neuer Terminals werden Experten für ökologische Lösungen in die Planung einbezogen. „Für uns ist das aber nicht nur eine grüne Plakette, sondern ein Beitrag zur eigenen Wirtschaftlichkeit und damit zur Wettbewerbsfähigkeit“, ergänzt er, „wenn das von allen verstanden wird, ist Nachhaltigkeit ein Selbstläufer.“ Schlüssel zum Erfolg Kurz und prägnant formuliert Niessner, was ein Unternehmen braucht, um erfolgreich zu sein: „Um auf den Weltmärkten zu überzeugen, bedarf es höchster Qualifikation, Stateof-the-Art-Technologien sowie zeitgemäßer Infrastruktur und Verkehrsmittel.“ Das klingt sehr einfach, ist es aber nicht. Gerade in Bezug auf die Qualifikation trennt sich oft die Spreu vom Weizen. Leidinger: „Die Herausforderung liegt darin, Rezepte zum Thema Volatilität zu finden, vom Wachstumsmodus umzuschalten auf Flexibilität.“ Wo früher Jahreskontrakte üblich waren, werden heute häufig Ad-hoc-Lieferungen angefragt, und das zu aktuellen Tagespreisen. Die dadurch bedingten großen Mengensprünge erfordern ein hohes Maß an Flexibilität und Präzision. Was Leidinger auffällt, ist eine „Schizophrenie in der Branche, die zwar Outsourcing an andere verkauft, sich aber dann teilweise selbst nicht drüber traut.“ Er plädiert dafür, die Prozesse kritisch zu betrachten und zu prüfen, was wirklich zur Kernkompetenz des Unternehmens gehört, und sich zu fragen: „Muss ich wirklich alles selber machen?“ Für Hödlmayr sind seine Mitarbeiter ein wichtiger Erfolgsfaktor: „Man braucht eine klare Vision, eine umsetzbare Strategie und die richtigen Mitarbeiter am richtigen Ort. Gemeinsam 10 LOGISTIK express Ausgabe 2/2013 www.logistik-express.com

TRANSPORT | LOGISTIK sind wir stark.“ In diesem Punkt stimmt er mit Weber überein, der meint: „Die Basis für einen erfolgreichen Wettbewerb bildet unser motiviertes Personal. Aber auch ‚ordentliche‘ Strukturen sind wichtig. Bei Lagermax setzen wir auf ein Ost-und Südosteuropa-Netzwerk mit eigenen Häusern und Linien, sowie auf ein starkes Partnernetz.“ Mit Hinweis auf diverse Einflussfaktoren auf die weltweiten Versorgungsketten ist Berndt- Michael Winter, CEO der Logwin AG, überzeugt, dass neben der oft geforderten Flexibilität und Effizienz auch Stabilität und Verlässlichkeit gewährleistet sein müssen. „Umsichtige Risikoabsicherung ist hier in wichtiges Schlagwort. Für Unternehmen wie Logwin mit Berndt-Michael Winter einem hohen Anteil mittelständisch geprägter Kunden sind außerdem der persönliche Kontakt, die reibungslose Kommunikation und die tiefe Kenntnis der jeweiligen Kundenbranchen wesentliche Kriterien bei der Differenzierung im Wettbewerb.“ Dabei zählen seiner Meinung nach individuelle Lösungen, Qualität und Passgenauigkeit, oder auch kurz: „fokussiert und schnörkellos.“ Deutliche Worte findet auch Overkamp: „Um wettbewerbs- und zukunftsfähig zu sein, bedarf es: Einer schlanken Organisation, Branchenwissen und -kompetenzen sowie der Offenheit gegenüber Neuem (Pioniergeist).“ Für Sommer liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Kundenbeziehung: „Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist die Festigung der Kundenbeziehung, um Logistikanbieter erster Wahl zu werden! Um das zu erreichen wurde bei DHL ein spezielles Kundenzufriedenheitsprogramm eingeführt.“ Trends: In & Out In einer Branche, die (Güter) bewegt, stehen auch die Entwicklungen nicht still, und daher fragten wir unsere Gesprächspartner nach Trends. Den Anfang machte Niessner: „In der Branche zeichnet sich eine gewisse Umorientierung ab, die sich auch bei Gebrüder Weiss bemerkbar macht. Der Spediteur wird immer mehr direkt in die Supply Chain eingebunden. Das Outsourcing von Logistiklösungen und anderen Bereichen, die nicht als Kernkompetenz des Auftraggebers gesehen werden, bietet große Chancen für unsere Branche.“ Als weiteren Trend sieht er Multimodalität: „Wenn die infrastrukturellen Möglichkeiten gegeben sind, kann die Kombination verschiedener Verkehrsträger deutliche Effizienzsteigerungen bringen.“ Wolfgang Niessner Bei DHL freight ist Multimodalität ebenso ein Thema, hier liegt die Konzentration auf den Ost-West-Routen. Hödlmayr:„In der Automobilindustrie findet gerade eine Intensivierung der Produktpolitik statt, immer schneller werden neue Technologien eingeführt. Mit diesen Entwicklungen müssen die Logistiker Schritt halten, und dafür sind Trimodale Lösungen nötig, wo die einzelnen Verkehrsträger besser verzahnt sind. Dazu ist eine bessere Datenvernetzung nötig! Generell zeigt sich, dass Fortschritte in der High-Tech- Welt immer rascher erzielt werden, da müssen wir mit.“ Einen deutlichen Umbruch im weltwirtschaftlichen Gefüge erkennt Winter: „Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat die wirtschaftlichen und politischen Machtverhältnisse neu geordnet. Beispielsweise entwickeln sich frühere Beschaffungsmärkte auch zu Absatzmärkten mit völlig neuen Perspektiven. Die Staaten Süd- und Südostasiens sind schon lange nicht mehr die ‚Werkbank des Westens‘. Gemeinsam mit Australien und Neuseeland bilden sie einen eigenständigen und riesigen Binnenmarkt, der auch ausländischen Unternehmen Geschäftsmöglichkeiten bietet. Hier sind Logistikpartner gefragt, die Landes- und Fachsprache sprechen.“ Zwei gegenläufige Trends verortet Overkamp: „Es gibt den Trend der Konsolidierung auf der einen Seite – auf der anderen schätzen Kunden Peter Overkamp mehr und mehr familiengeführte Mittelständler mit ausgeprägter Branchenkompetenz.“ Weber bemerkt das wachsende Aufkommen beim Internethandel und die damit verbundenen Logistik-Aufgaben, etwa im Bereich e-fulfillment. „Aber auch Cross-Trade Verkehre nehmen zu. Auf die Verlagerung der Produktionsstätten muss ein Logistikdienstleister flexibel reagieren können und über entsprechende Voraussetzungen sowie ein qualitativ hochwertiges Netzwerk verfügen.“ Einen Trend hin zu mehr Qualität über die gesamte Transportkette hinweg bemerkt man bei DHL freight. Sommer: „Im LKW Bereich haben wir uns viel zu lange mit der einen Frage beschäftigt – ‚was kostet der Kilometer‘ – und zu wenig mit dem Funktionieren der gesamten Transportkette. Hier sehen wir Nachholbedarf, hier müssen wir auch gegenüber den Kunden transparenter werden. Schließlich verdienen die Kunden nicht daran, dass sie ein Prozent der Transportkosten sparen, sondern daran, dass eine funktionierende Transportkette dazu beitragen kann, mehr Waren zu verkaufen.“ Ihrer Meinung nach müssen die Kunden den Wert der Leistung auf der gesamten Lieferkette verstehen. Denn, so Sommer: „Wir wollen eben nicht nur den reinen Transport von A nach B abwickeln, sondern wesentlich stärker ein Teil der End-to-end-Lösung sein – also in die Produktionsplanung, die Transporte und die Markterreichung integriert werden.“ Ein Punkt, den sonst keiner ansprach, erscheint Leidinger als bemerkenswert: die Hafenentwicklung. „Es gibt Alternativen zu Hamburg und Rotterdam! Dort haben nicht nur die Kapazitäten, sondern auch die Kosten im Nachlauf eine kritische Grenze erreicht. Von Koper nach Österreich sind es 400 Bahnkilometer, von Hamburg nach Österreich im Vergleich dazu rund 1.000 km. Und die Reeder bieten mehr Service an, die Häfen erwachen – hier wird es in Zukunft starke Veränderungen geben.“ Kurt Leidinger Einen weiteren Trend erkennt Leidinger in der Standortwahl der Unternehmen, vom reinen Lohnkosten-Produktionsstandort hin zum Absatzmarkt-Standort. „Hier entsteht ein sehr hoher Logistikanspruch zur Versorgung lokaler Verbrauchermärkte. Ich gehe davon aus, dass wir irgendwann von der Null-Zins- Welt wieder in eine 2-3%-Zins-Welt übergehen, und eine Supply-Chain über 10.000 km zu finanzieren kostet natürlich wesentlich mehr als über 1.000 km. Und dann werden die Produktionen wieder zurückverlagert.“ Ökonomisch, ökologisch und strukturell erwartet Österreich also einige Änderungen in naher Zukunft. Dass alle dafür gerüstet sind, wage ich zu bezweifeln – irgendjemand bleibt leider immer auf der Strecke. Wir werden sehen, wer am Ende übrig bleibt. (AT) www.logistik-express.com LOGISTIK express Ausgabe 2/2013 11

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