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LE-2-2011

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

TRANSPORT / Schifffahrt

TRANSPORT / Schifffahrt Alles im Fluss am Fluss Der Maschinenbauer ABB baut im Hafen Birsfelden in Kooperation mit der Birs Terminal AG eine Halle mit Krananlage für einen Umschlag direkt von der Montage aufs Schiff. Redaktion: URSULA SCHMELING Hans-Peter Hadorn, Direktor der Schweizerischen Rheinhäfen (SRH), blickt optimistisch in die Zukunft. Zwar gab es 2010 nur einen moderaten Zuwachs beim wasserseitigen Güterumschlag von 1,2 Prozent, doch zeichnet sich trotz der Loreley-Sperrung am Mittelrhein im Januar und Niedrigwasser im April auch für dieses Jahr eine Verkehrssteigerung ab. Als richtungsweisend sieht Hadorn die Neuansiedlung des Industriekonzerns ABB, der demnächst von Birsfelden aus Elektromotoren in alle Welt verschiffen wird, sowie die Ausweitung der Lagerkapazitäten bei Ultra-Brag im Muttenzer Auhafen. Letzterer entwickelt sich immer mehr zum Getreideund Futtermittel-Zentrum. Birsfelden ist bereits heute der größte Stahlhandelsstandort in der Schweiz. Der Ausbau eines Schrott- Recycling-Terminals im Hafen Birsfelden soll außerdem weitere Verkehre von der Straße aufs Wasser verlegen. Bereits im vergangenen Jahr konnten fast 2.000 Tonnen CO2-Ausstoss eingespart werden. Die Kombination von industrieller Fertigung und Hafenlogistik in Birsfelden sei einmalig in der Schweiz, erklärte Regierungsrat Peter Zwick, Basel-Land, während einer Medienkonferenz. Mit der Montagehalle am Wasser könnten Schwertransporte auf der Straße vermieden und der umweltverträglichere Wasserweg gewählt werden. Um die Hafenentwicklung weiter zu unterstützen, wollen die SRH die land- und wasserseitige Anbindung der verschiedenen Hafenteile optimieren. Bisher dürfen nur 110 Meter lange, in Ausnahmefällen 125 Meter Schiffe das Nadelöhr der Basler Mittleren Brücke passieren. Aktuell wird geprüft, ob auch 135 Meter zulässig sein könnten. „Selbstverständlich hat die Sicherheit aber absolute Priorität“, so Hadorn. „Die Prüfung ist ergebnisoffen“. Große Ladekapazitäten brauchen sowohl Massengüter, wie etwa Kies aus dem Elsass oder Kohle, als auch besonders raumgreifende Produkte, wie bis zu 36 Meter lange Eisenbahnschienen, Stahlträger und Rohre, die auf dem Schweizer Straßennetz kaum transportierbar sind. Auch der Maschinenbauer ABB will den Wasserweg nutzen. Das Unternehmen, das voraussichtlich ab Herbst von Birsfelden aus in seiner hier neu gebauten 3.000 Quadratmeter URSULA SCHMELING Logistik express Redaktion c/o Meneghin & Partner Unternehmensberatung großen Montagehalle vor Ort montierte Elektromotoren über Antwerpen (Belgien) oder Rotterdam (Niederlande) in alle Welt verschifft, kann seine Güter kaum auf der Straße transportieren. Bis zu 80 Tonnen schwere und bis zu 6,5 Meter breite Einzelteile werden hier verbaut. 300 bis 400 Tonnen Gewicht erreichen die Geräte nach der Endmontage. Rund 40 neue Arbeitsplätze könnten laut unbestätigten Aussagen dabei in Birsfelden entstehen. Landseitig wird eine Bahnanbindung des Auhafens an den Industriepark Baselland/ Schweizerhalle geprüft. Die SBB und SRH arbeiten außerdem an einer Machbarkeitsstudie, um die Verknüpfung der SBB mit dem Rheinhafen zu verbessern. In Basel zeichnen sich wegen der teilweisen Umnutzung am Rheinhafen längerfristig Kapazitätsprobleme für die Bahn ab. Beide Bahnprojekte sollen die Stellung der SRH als trimodaler logistischer Verkehrsknoten stärken. 2010 wurden 6.5 Mio. Tonnen in der SRH ge- TRANSPORT löscht, davon entfielen 5,5 Mio. Tonnen auf Importe. Die Ausgangslage für die Schweizer Häfen, die auch mit 38 Prozent an der (deutschen) Rheinhafengesellschaft Weil beteiligt ist, sei sowohl im landseitig weitläufigen Birsfelden als auch im Muttenzer Auhafen, einem der größten Tanklager der Schweiz, gut, so Hadorn – ungeachtet des auch in Basel und Umgebung bestehenden Konfliktpotenzials „Wohnen und Kultur versus Gewerbe/Industrie“ sowie Beschwerden über LKW-Verkehre und Immissionen. (US) Info: Rotterdam und Antwerpen, der größte und der zweitgrößte Hafen Europas, sind die Haupttore der Schweiz nach Übersee. 2010 wurden beispielswiese rund 3 Mio. Tonnen Güter von Antwerpen in die Schweiz befördert. Die Hälfte davon wurde per Binnenschiff befördert. Wöchentlich werden allein 24 Abfahrten von Containerbinnenschiffen in Richtung Basel angeboten. Auch die Bahnverkehre werden kontinuierlich verbessert. Allein in den ersten Monaten dieses Jahres wurden fünf neue Zugverbindungen eingefahren, darunter ein direkter MSC-Shuttlezug von Antwerpen nach Weil am Rhein. 38 LOGISTIK express 2|2011 www.logistik-express.com

TRANSPORT LOGISTIK Schifffahrt / TRANSPORT Containerdienst bis nach Österreich verlängern Die österreichische Helogistics Holding in Wien betreibt seit August des Vorjahres einen regelmäßigen Containerdienst (Helo I) auf der Donau zwischen Konstanza–Belgrad–Budapest v. v. und hat bisher knapp über 3.500 TEU auf die Schiffe bekommen, ist Herfried Leitner, Geschäftsführer der Helogistics Holding, zufrieden. Redaktion: MARKUS TROSTMANN Derzeit laufen Überlegungen, einen Teil der 253 fahrenden Einheiten der beiden Reedereien EDDSG (ehemals DDSG Cargo) und Mahart bis nach Wien, Krems und Enns hochzuziehen. Sofern freilich sich die entsprechende Nachfrage und das Volumen bemerkbar macht. „Nach Österreich zu fahren ist für uns teurer, weil wir zusätzliche Assets einstellen müssen“, so Leitner. Helo I beruht operativ auf einem ausgeklügelten Rundlauf- Konzept. „Wir haben die Donau von der Mündung bis nach Linz in vier Abschnitte unterteilt und fahren hier im Shuttle-Verkehr“, erklärt Leitner das Logistik-System. Rundlauf 1 wird mit Schiffen im Pendelverkehr zwischen Konstanza und der Einmündung des Cernavoda- Kanals in die Donau abgewickelt. Rundlauf 2 deckt die Strecke von Cernavoda/Donau nach Izmail in der Ukraine ab. Im Rundlauf 3 fahren die Schiffe zwischen Cernavoda/Donau nach Budapest und Rundlauf 4 ist die Strecke von Budapest nach Linz. Die Übergabe der Bargen zwischen den einzelnen Loops am Kreuzungspunkt Donau/Cernavoda-Kanal erfolgt auf der Donau, ohne die Landseite zu tangieren. „HELO I integriert das Binnenschiff in Supply Chains.“ HERFRIED LEITNER Mit diesem Agieren auf den vier Abschnitten bringt Helogistics einen Taktverkehr zusammen, der gleichsam die Voraussetzung für den Container-Verkehr nach Fahrplan ist. Leitner sieht in Helo I eine innovative Lösung, mit der „wir der Industrie zeigen, dass das Binnenschiff in getaktete Supply Chains integrierbar ist.“ Das operative Geschäft des Containerverkehrs wird von der Helogistic Transport GmbH abgewickelt, die im Vorjahr gegründet worden ist. Pro Fahrt von Konstanza nach Budapest können 144 TEU geladen werden, wobei die Boxen gemeinsam mit herkömmlichen Massengütern mitschwimmen; die Reise auf dieser Strecke bergauf dauert 11,5 Tage; talwärts 8 Tage. Herr Leitner, haben sich mit dem Volumen von 3.500 TEU mit Helo I Ihre Erwartungen erfüllt? Wir haben damit das Volumen gegenüber Plan sogar verdoppelt und planen jetzt die Ausdehnung des Dienstes nach Österreich. Die Verlängerung kostet allerdings Geld, weil wir zusätzliche Assets einbringen müssen und wir daher auch das entsprechende Substrat für eine wirtschaftliche Auslastung benötigen. Dienste auf der östlichen Donau anzubieten, ist bislang, früher oder später gescheitert. Welches Ziel verfolgen Sie mit Helo I? Helo ist eine innovative Lösung für den Transport von Containern auf der Donau und wir zeigen der Industrie damit, dass das Binnenschiff selbst für anspruchsvolle Fracht geeignet ist und in komplizierte Transportprozesse passt. Das operative Geschäft von Helo I wird von der Helogistic Transport GmbH abgewickelt, die wir Ende des Vorjahres neu gegründet haben. Helogistics hat seit Dezember des Vorjahres einen neuen Eigentümer? Ja, das Unternehmen wurde vom früheren Eigentümer Eastpoint Holding des serbischen Unternehmers Zoran Draculic an den schweizerischen Montan-Konzern Ferrexpo verkauft, der dafür 28 Mio. Euro bezahlt hat. Ferrexpo wird zu 51 Prozent vom ukrainischen Unternehmer Konstyantin Zhevago gehalten; die restlichen 49 Prozent notieren an der Londoner Börse. Das Unternehmen besitzt Eisenerzminen in der Ukraine und beliefert im großen Stil die Voest Alpine in Linz. Die Strategie dabei ist, mit eigenen Transportmitteln das Erz zu den Kunden zu bringen. (MT) herfried leitner Geschäftsführer Helogistics Holding Chronik des Unternehmens 1829 Gründung der DDSG; bis 1880 Aufstieg zur weltweit größten Binnenreederei ab 1914 1. und 2. Weltkrieg bringen große Verluste; die Schiffswerften und große Teile der Flotte gehen verloren ab 1970 Modernisierung der Flotte; Umstieg von der Zug- auf die kostengünstigere Schubschifffahrt 1991 Für die Privatisierung Trennung der DDSG in die Bereiche Frachtschifffahrt (DDSG Cargo GmbH) und Personenschifffahrt (DDSG Donaureisen); Personenschiffe werden an verschiedene Unternehmen verkauft, ein Großteil an die DDSG-Blue- Danube GmbH 1993 Verkauf der DDSG Cargo GmbH an die Stinnes AG 1997 Gerhard Meier AG übernimmt die DDSG Cargo GmbH 2004 Übernahme der MAHART Duna Cargo Kft. 2007 Verkauf der DDSG Cargo GmbH an die East Point Holdings Ltd.; Ende 2007 Verschmelzung der DDSG Cargo GmbH mit der neu gegründeten Erste Donau-Dampfschifffahrts-GmbH 2010 Akquisition von 100 Prozent des Anteilkapitals der Helogistics Holding GmbH durch Ferrexpo Plc., Baar, Schweiz www.logistik-express.com LOGISTIK express 2|2011 39

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