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LE-2-2010

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

HANDEL Billy gehört zu

HANDEL Billy gehört zu jenen 9.500 Produkten in Österreich, das logistisch in der Ikea-Sprache unter „high flow“ eingestuft wird. Soll heißen: Das Produkt ist ein Renner und verkauft sich gut. „Wir entwickeln und produzieren jene Artikel, die Menschen zuhause brauchen“, sagt Barbara Riedl, PR Managerin bei Ikea in Wien-Vösendorf. Das Bücherregal Billy wird – wie alle anderen Produkte auch – von Ikea- Designern entworfen und im Ikea-Konzern selbst produziert. Bei allen neuen Entwicklungen von der Zuckerdose bis zum Fleckerlteppich steht am Anfang immer die Frage: Was darf das Produkt kosten und welche, möglichst umweltschonenden Materialien werden für dessen Produktion verwendet. Produziert werden die Waren entweder in Ikea-eigenen Produktionsbetrieben rund um den Globus oder bei Fremdproduzenten. Ob in Amerika, Australien, oder in China, überall gibt es die gleiche Produktvielfalt und Firmenkultur. Von Anfang an berücksichtigt wird auch der logistische Aspekt: Wie wird das Produkt verpackt und wie wird es möglichst kostengünstig transportiert, sind die zentralen Fragen. Ikea wird von 1.300 Lieferanten weltweit beliefert In die 309 Einrichtungshäuser zwischen Tokio und Amerika kommen jährlich mehr als fünf Mio. Menschen. Allein in Österreich verkauft das „unmögliche Möbelhaus aus Schweden“, wie es sich selbst nennt, in sieben Einrichtungshäusern 500.000 m3 Waren pro Jahr. Das bedingt tägliche Zulieferungen von 50 Paletten Waren. Finanzzahlen werden von Ikea nicht an die Öffentlichkeit kommuniziert. 13 Mio. Menschen kamen im Vorjahr in die österreichischen Ikea-Häuser und beim Umsatz habe man zugelegt, heißt es lediglich. Mehr Zahlen gibt es hingegen zu den anfallenden Transportmengen. Wie kommt Billy ins Regal? Billy ist wohl das meist verkaufte Bücherregal der Welt. Es wird von Ikea selbst produziert und weltweit in allen Ikea-Einrichtungshäusern verkauft. Von Wels und Ittingen aus wird die Handelslogistik zu den österreichischen Geschäften gesteuert. Redaktion: Markus Trostmann Drei Beschaffungskanäle An die 600.000 Paletten Fracht kommen entweder direkt von den Lieferanten zu den Österreich-Geschäften. Oder alternativ von den beiden Ikea-Großlagern in Wels und in Ittingen in der Schweiz, lässt Gottfried Kienzl, bei Ikea in Wien-Vösendorf hinter die Logistik- Kulissen blicken. Aus Wels und Ittingen bei Basel kommen jene Produkte, die unter „medium flow“ eingestuft werden, also Artikel, die nicht so schnell drehen wie die „high flow“- Produkte, die meist direkt von den Lieferanten kommen. „Low flow“-Produkte, deren Anteil rund fünf Prozent der Produktpalette ausmachen, kommen aus dem Lager Dortmund. In Wels hat Ikea Lagerkapazitäten für 100.000 m2 Waren; die Affinität zum Verkehrträger Schiene wird mit einem Anschlussgleis dokumentiert. „Wir würden gern mehr Transporte mit den Bahnen abwickeln, wenn deren Leistung nur besser und flexibler wäre“, merkt Kienzl an. Der Lkw ist schneller von Wels in Neapel als die Bahn von Wels nach Wien. Green Logistics ist bei Ikea Teil der Firmenphilosophie In den Jahren 2002 bis 2004 hat man mit der eigenen Bahngesellschaft Ikea Rail AB Transporte von Schweden nach Dortmund auf der Schiene gefahren. Doch mit den Anschlussverkehren von Dortmund hat es nicht leistungsmäßig nicht geklappt, bedauert Riedl. Ganz verspielt hat die Bahn dennoch nicht, zumindest nicht in Österreich. Ikea fährt im Kombi-Verkehr ab Wels nach Graz, Wien und Innsbruck. Dieses System bewährt sich. Das Gros der Transporte rollt auf der Straße, wobei hier streng darauf geachtet wird, dass die beschäftigten Frächter und Spediteure seriös agieren und die von Ikea verlangten Standards einhalten. Kienzl: „Wir setzen auf langfristige Partnerschaften und erwarten daher, dass unsere Partner alle gesetzlichen Vorschriften einhalten.“ Transparenz ist die Basis für die FOTOs: ikea.at 36 LOGISTIK express 2|2010 www.logistik-express.com

HANDEL Kooperation. Welche Lkw kommen zum Einsatz, wie alt ist die Flotte, werden alle Fahrer nach gesetzlichen Vorschriften angemeldet sind beispielsweise Punkte, auf die Kienzl großen Wert legt. Gemessen werden die Leistungen der externen Logistik-Dienstleister mittels des „Code of Conduct“. Das ist ein hauseigenes Qualitätsmessinstrument, das sowohl gegenüber Lieferanten als auch Logistikdienstleistern angewendet wird. In Mailand, Paris und Dortmund wird Frachtleistung eingekauft Ikea kauft die Frachtleistungen in den drei Einkaufsabteilungen in Mailand, Paris und Dortmund für ganz Europa ein. Für Österreich ist Mailand zuständig, dort werden die Spediteure und Frächter für Transportleistungen auf definierten Korridoren verpflichtet, wie beispielsweise Zuliefertransporte aus Polen und Vösendorf. „Wir bekommen die Waren frei in unser Lager nach Vösendorf“, sagt Kienzl. Zwischen vier Uhr morgens und neun Uhr vormittags geht es logistisch hoch her: in dieser Zeit wird umgeschlagen und werden die Regale in den Geschäften nachgefüllt. Wenn um 9 Uhr aufgesperrt wird, muss Interview mit GOTTFRIED KIENZL Logistikleiter IKEA Wien-Vösendorf jedes Produkt in ausreichender Menge an seinem Regalplatz sein. Gemanagt wird die Logistik im Geschäft Vösendorf von den eigenen Mitarbeitern. Am Ende des Tages wird der Lagerstand überprüft und der Bedarf für die nächsten Lieferungen an das Zentrallager Wels gemeldet. Das Lager Wels managt Ikea ebenfalls selbst. Outsourcing der zentralen Lagerbewirtschaftung ist zwar in einigen Ländern Europas ein Thema, aber nicht in Österreich. Kienzl: „Wir sehen keinen Kostenvorteil im Outsourcing. Außerdem gehen eigene Mitarbeiter sorgfältig mit den Produkten um, weil sie sich mit dem Unternehmen identifizieren.“ Wobei hinter Ikea nicht immer auch Ikea als Eigentümer steht. In jenen Ländern, wo Ikea nicht mit eigenen Landesorganisationen tätig ist, gibt es zwar auch Ikea, doch steht dahinter unternehmerisch ein Franchise-Partner. DHL macht Kundenbelieferungen Obwohl die Produkte für den Kunden im Handling logistisch unkompliziert zu trans- Der „Blaue Blitz“ portieren sind, weil sie meist zerlegt und daher in flachen Verkaufsverpackungen verkauft werden, gibt es auch die Möglichkeit, sich die gekaufte Ware frei Haus zustellen zu lassen. Diesen Service hat Ikea in ganz Österreich an DHL ausgelagert. „Im vergangenen Jahr haben wir den Vertrag mit DHL um drei Jahre verlängert.“ Nicht jede Ikea-Kunde will und kann beim Aufbau von Billy selbst Hand anlegen. Unter Customer Service bietet Ikea dafür einen speziellen Montage-Service, der diesen Job macht. Alternativ zur DHL-Hauszustellung bietet Ikea in ganz Österreich 22 erdgasbetriebene Zustellfahrzeuge an, mit denen die Kunden die Ware selbst abholen können. Die Holzpalette ist passé Bei Ikea macht sich man sich derzeit Gedanken darüber, wie der Warenfluss ohne Holzpalette funktionieren könnte. „Als Alternative kommen für uns Papier- oder Komposit-Paletten in Frage“, sagt Kienzl. Zumal die alte Holzpalette zu groß und zu schwer ist. Ikeas eigenen Berechnungen zufolge lässt sich die Füllmenge eines Lkw um acht Prozent erhöhen, wenn man die Waren auf Papier- und Komposit-Paletten verlädt. Fazit: Bessere Ausnutzung der Lkw-Ladekapazität und ein Kostenvorteil, weil per saldo weniger Lkw- Transporte notwendig sind. Derzeit läuft mit ausgewählten Lieferanten ein Probeversuch mit den neuen Palettenlösungen. 2012 will man sich definitiv von der Holzpalette verabschieden und im ganzen Ikea-Konzern auf neue Palettenformen umstellen. (MT) Bild: IKEA Lager www.logistik-express.com LOGISTIK express 2|2010 37

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