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LE-2-2010

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

INDUSTRIE Rund eine

INDUSTRIE Rund eine Millionen Tonnen – und das meist in sehr kleinen Gewichtsgrößen und Mengen – hat der heimische Edelstahl- und Werkstoff-Hersteller Böhler-Uddeholm jährlich zu transportieren. Dazu kommt noch eine weitere Million auf der Beschaffungsseite. Was es zur Stahlherstellung braucht, sind Schrott, Legierungselemente wie Nickel und Chrom. Und natürlich Energie. „Wir schmelzen unseren Stahl mit Strom“, sagt Hubert Fratzl, Konzernleitung Supply Chain Management bei Böhler-Uddeholm. Und setzt gleich selbstbewusst nach: „Wir behaupten, den reinsten Stahl der Welt herstellen zu können.“ Während man sich in der Beschaffungslogistik zu den vier großen Produktionswerken in Österreich, Schweden, Deutschland und Brasilien von den Lieferanten frei Haus bedienen lässt, hat man die Logistik zu den vielen Tausend Kunden rund um den Globus lieber selbst im vollen Verantwortungsbereich. „Die Logistik ist bei uns eine sehr wichtige strategische Kernkompetenz, die wir auch nicht aus der Hand geben“, betont Fratzl. Von der gesamten Wertschöpfung im Konzern entfallen rund 60 Prozent auf Entwicklung und Produktion von Werkzeugstahl, Schnellarbeitsstahl und Sonderwerkstoffe; 40 Prozent der Wertschöpfung entfallen auf Vertriebs-, Logistik- und Servicedienstleistungen rund um den Globus. Zum Kunden wird frei Haus geliefert und „selbstverständlich kann der Kunde auch selber die Waren abholen kommen, das stellt aber erhöhte Anforderungen an die Organisation.“ Dann kann es passieren, dass ein Selbstabholer mit seinem Porsche Cayenne kommt und das Stahlstück auf die lockere Art in den Wagen verfrachtet. Und dabei nicht bedenkt, wie schwer so ein Stück ist. Logistik gehört zum Kerngeschäft Beim österreichischen Stahlhersteller Böhler-Uddeholm ist die strategische Logistik-Kompetenz im Haus. Outsourcing ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Redaktion: Markus Trostmann 100 Servicezentren rund um den Globus Diese 40 Prozent Wertschöpfung neben der eigentlichen Produktion sind viele sehr kundenorientierte Dienstleistungen wie beispielsweise das Fräsen, Bohren oder Zuschneiden von Stahlstücken nach Kundenwunsch. Selbst Spezialwärmebehandlungen werden für Kunden durchgeführt. Abgewickelt werden diese Dienstleistungen in fast 100 Servicezentren, die weltweit verstreut sind und über die man sehr eng mit den Kunden in den Ländern verbunden ist. Diese Servicezentren sind fest in der Hand des Konzerns, sprich: von der Lagerhaltung über value added Service bis zur Steuerung und Abwicklung der Logistik wird alles hier inhouse gemanagt. Beschickt werden die Servicezentren von den vier Produktionswerken in Europa und Brasilien aus. „Für die Überseetransporte bedienen wir uns logistischer Dienstleister, denn eigene Fuhrparks oder Logistik-Ressourcen außer den Servicezentren gibt es nicht“, sagt Fratzl. Logistiker immer wieder auf die Probe stellen Im November des Vorjahres wurden die Überseetransporte neu ausgeschrieben; von 12 potenziellen Anwärtern sind vier übrig geblieben, die jetzt dieses Geschäft erledigen. Fratzl: „Wir stellen unsere Logistikdienstleister immer wieder neu auf die Probe.“ Bei den Landtransporten setzt man gern auf kleine bis mittelgroße Lkw-Transportunternehmen, „weil deren Preis- und Leistungsverhältnis am besten passt.“ Bei der Bahn als Verkehrsträger ist der Manager gespalten. „Mit den Leistungen von Rail Cargo Austria in Österreich sind wir zufrieden und wir nutzen die Schiene beispielsweise für Nachtsprungverkehre zwischen unserem Lager in Wien und Kunden in West-Österreich.“ Im internationalen Verkehr schaut die Bahnwelt weniger schön aus. Internationaler Bahnverkehr kaum wettbewerbsfähig Der Vorteil Nachtsprung und Fahren am Wochenende geht im grenzüberschreitenden Verkehr verloren, weil hier die Leistungen der Bahnen schlichtweg nicht zufrieden stellend sind. Die Laufzeit sei zu lang, der Preis zu hoch. Dass durch die Liberalisierung die Bahnen besser werden, das könne man bei bestem Willen nicht beobachten. Sein Appell an die Bahnen: Sie sollten sich schleunigst anstrengen, sich besser und professioneller international zu vernetzen, sonst wird der Lkw weiterhin den Trumpf in der Hand behalten. „Die Logistik ist eine sehr wichtige strategische Kernkompetenz.“ Hubert Fratzl Dennoch: Auch die straßenseitige Branche sollte sich nicht allein auf die Entgegennahme von Transportaufträgen beschränken, „sondern mit guten Ideen zu uns kommen, um gemeinsam die Supply Chain zu optimieren“, rät Fratzl. (MT) 34 LOGISTIK express 2|2010 www.logistik-express.com

Effiziente Lagerhaltung und Materialflusssteuerung INDUSTRIE Als größter Telekommunikationsanbieter Österreichs geht die Telekom natürlich auch bei der Materialzuteilung im Technischen Kundendienst mit der Zeit. Durch Prozessoptimierung bei Bedarfserhebung, Materialbestellung durch das Zentrallager und die Zuteilung und Kommissionierung an die eingesetzten Techniker sollen die Kunden künftig noch besser betreut werden. Ein neues, hoch automatisiertes System bei der Technikerbelieferung revolutioniert nun die Teilelogistik und garantiert die ideale Versorgung jedes Einzelnen. Wer „Telekom Austria“ hört, denkt für gewöhnlich zu allererst an Festnetztelefonie. Dabei umfasst das Produktportfolio weit mehr, von Internet und Fernsehen über Alarmanlagen bis hin zum Handy erhält der Kunde auf Wunsch alles aus einer Hand. Diese enorme Breite stellt naturgemäß hohe Ansprüche an Lager- und Ersatzteilsysteme. Seit August 2009 wird im Hintergrund fleißig gearbeitet, um die Logistik komplett umzukrempeln: „Früher organisierten unsere Techniker all ihr Material selbst, fuhren in die Außenlager und packten alles ein, was sie in den nächsten Tagen für ihre Aufträge benötigten. Mit unserem neuen System werden die Aufträge über Dispatcher den Technikern zugeteilt, das System ermittelt den Materialbedarf und automatisch wird die Bestellung in unserem Zentrallager abgearbeitet“, fasst Ing. Erwin Trinkl, Leiter P&I Logistik von Telekom Austria TA AG, die Vorteile zusammen. Werden nach der derzeitigen Logistik noch die Lagerstandorte für die Techniker ein Mal pro Woche beliefert, so werden nach dem Rollout des neuen Systems die rund 1.300 Techniker täglich mit den benötigten Lager- und Ersatzteilen versorgt. Revolution im Lager Der Vergleich des neuen mit dem alten System offenbart den Paradigmenwechsel, der derzeit im Gang ist. Die in SAP erfassten Aufträge werden bis Mittag den für das Auftragsgebiet zuständigen Technikern zugeteilt, am Nachmittag erfolgt die beleglose Kommissionierung in spezielle Boxen des Pooling-Systems. „Wir führen Feldversuche mit unterschiedlichen Boxen durch, die einerseits optimal ins Fahrzeug passen und andererseits auch Repräsentationszwecke beim Kunden erfüllen“, erklärt Trinkl. Die Boxen befinden sich im Besitz von Logwin, die als Projektpartner die Distribution inne haben – die Tarifabrechnung erfolgt pro Box. „Derzeit führen 16 Techniker in Salzburg, Baden und Spittal an der Drau den Versuch mit dem neuen System durch, und das Feedback ist durchwegs positiv“, freut sich Martin Steiner, Logistikmanager Field Service, „besonders die Fahrzeiteinsparungen sind deutlich erkennbar.“ Höchste Prozesstransparenz durch zentrale Steuerung Während aktuell noch etwa 40 Prozent des Lagerbestands an den Außenposten vorgehalten werden, sollen es nach Implementierung der Neuerungen und der zentralen Materialflusssteuerung lediglich noch fünf Prozent sein. „Besonders bei der Einführung neuer Modelle wirkt sich diese Bestandsreduktion sehr positiv aus, da wir viel schneller umstellen können“, ist Norbert Perwein, Projektleiter seitens Logistik überzeugt. Durch den Wegfall der Zwischenlagerung in Außenlagern erwartet Perwein auch eine Steigerung der Lagerumschlagshäufigkeit. Positiver Nebeneffekt: „Die Transparenz innerhalb der Prozesse der Supply Chain steigt. Dank der auftragsbezogenen, täglichen Belieferung für Herstellungen und der nachschuborientierten Belieferung für Servicierung wissen wir jederzeit genau, wo sich welches Material befindet“, merkt Perwein an. Maxime Kundenzufriedenheit: Erfolgsfaktor Zeit „Uns ist wichtig, unseren Kunden rasche, effiziente und einfache Lösungen bei Herstellung und Wartung anzubieten. Ein effizienter Serviceprozess ist daher oberstes Gebot“, stellt Trinkl fest. Daher sei eines der wichtigsten Zukunftsthemen die Optimierung der Retourenprozesse. Steiner: „Unsere Techniker sollen auf ihre Kernkompetenzen fokussieren können, nämlich auf die Dienstleistung Vorort beim Kunden. Der Aufwand für die Beschaffung von Ersatzteilen bindet unsere Ressourcen und gehört auch nicht in ihre Verantwortung! Die neue Art der Belieferung ist ein enormer Zeitgewinn.“ Dass sich Telekom Austria zu einem Komplettdienstleister hin entwickelt, ist Trinkl bewusst, deshalb werde auch sehr viel in Infrastruktur investiert: „Die Anforderungen an das Festnetz werden im Zeitalter von Facebook, YouTube und Co immer größer. Daher gibt es auch die Refusion mit der mobilen Sparte, um konvergente Gesamtpakete schnüren zu können.“ Nach Abschluss der Umstellung und der Umbauarbeiten stehen im Zentrallager im 23. Bezirk in Wien rund 7.000 m2 gemeine Lagerfläche inklusive 400 m2 Pufferlager, 6.000 m2 Kabellager und etwa 4.000 m2 Lagerfläche inklusive automatischer Inventur und Staplerdisposition zur Verfügung. Das 12 m hohe Hochregallager mit 1.200 Paletten fügt sich dann an etwa 2.000 Regallagerplätze, gut 4.000 Fachbodenplätze im Kleinteilelager und knapp 400 Stellplätze im Blocklager für schnell drehende Artikel. Im September wird das moderne System um eine neue Kommissionieranlage der Firma KNAPP erweitert. (AT) www.logistik-express.com LOGISTIK express 2|2010 35

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