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LE-2-2009

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

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ZUM THEMA Wenn Produzenten oder Händler ein neues Lager brauchen, stehen sie vor der Qual der Wahl: wen sollen sie beauftragen? Wem ihr Vertrauen und somit möglicherweise ihren zukünftigen Geschäftserfolg schenken? Lieber einen unabhängigen Berater engagieren, der die optimale Lösung ermittelt, oder doch eine bereits bekannte Firma mit der Generalunternehmerschaft betrauen und somit vor keine weiteren Entscheidungen gestellt sein? Eines vorweg: die Antwort liegt irgendwo dazwischen… Consulter zeigen auf! Viele Unternehmen sind bemüht, ihr Geschäftsmodell zu erweitern und neue Bereiche für sich zu erschließen. So erscheint es nur logisch, wenn ein Regalhersteller beginnt, ganze Läger zu planen und diese Dienstleistung anzubieten. So weit – so gut. Oder doch nicht? Consultingunternehmen haben naturgemäß eine etwas differenziertere Sichtweise. Interview mit CHristian skaret Geschäftsführer ECONSULT Bequemlichkeit kann teuer sein Die Generalunternehmerschaft hat einige Vorteile, nach einer gewissen Zeit kann der Auftraggeber ein schlüsselfertiges, voll funktionsfähiges Werk übernehmen, er erhält ein „rundum sorglos Paket“. „Je komplexer die Anlage, desto sinnvoller ist die Betrauung eines GUs für die Umsetzung, da so Schnittstellen reduziert werden können“, erklärt Jürgen Hess, Geschäftsführer der Miebach Consulting GmbH. „Allerdings hat jemand, der sich früh auf einen GU festlegt, keine Einflussmöglichkeit mehr, und nicht immer muss die GU-Lösung auch die wirtschaftlichste sein.“ Derselben Meinung ist auch Ing. Christian Skaret, Geschäftsführer der ECON- SULT Betriebsberatungsges.m.b.H: „Hat man einen Generalunternehmer, findet natürlich keine Ausschreibung der einzelnen Gewerke mehr statt, jeglicher Wettbewerb fehlt. Dabei lässt sich gerade jetzt im Moment sehr viel sparen, durch die Krise sind Investitionen viel günstiger als davor.“ Etwas besser ist in seinen Augen eine offene GU, wo der Kunde ein Mitspracherecht bei der Vergabe an Subunternehmer behält. Neutraler Planer – wozu? „Wenn ich ein Lager errichte, betrifft das die gesamte Logistik. Ein herstellerunabhängiger Planer sieht sich das neutral an, bezieht alle nötigen Schnittstellen mit ein, legt anhand der Ziele den Umfang fest, plant und macht dann eine Ausschreibung. Durch verschiedene Anbieter entsteht natürlich Wettbewerb, und das Projekt wird im Regelfall kostengünstiger“, erläutert Skaret. „Durch die deutlichen Einkaufsvorteile durch neutrale Bewertung der einzelnen Angebote übertreffen die Einsparungen für gewöhnlich das Beraterhonorar“, meint Hess. „Außerdem ist die Betrachtungsweise ganzheitlich – das bedeutet, ein erfahrener Planer bezieht auch das Anlaufmanagement und die Schulung der Mitarbeiter nach Projektabschluss mit ein, und die macht immerhin bis zu 50 Prozent des Projekterfolgs aus“, ist Hess überzeugt. Pro und Contra Ein wichtiges Kriterium vor der Vergabe ist die Qualität der Ausschreibung, die direkten Einfluss auf die einlangenden Angebote hat. „Je detaillierter die Ausschreibung, desto konkreter und damit vergleichbarer sind die Angebote. Wichtig ist, unvorhergesehene Mehrungen von Vornherein auszuschließen. Bei der Erstellung der Ausschreibung kann ein unabhängiges Planungsbüro äußerst hilfreich sein“, führt Hess aus. „Die Gefahr dabei kann es sein, dass man durch zu exakte Vorgaben mögliche Innovationen und Ideen der Industrie ausschließt“, gesteht er. Die Lösung und Praxis in diesem Fall sei es, die Möglichkeit für Alternativangebote zu geben, denn oft entstehe das endgültige Projekt erst durch das Zusammenspiel von Kunde, Planer und Lieferant. „Die Aufgabe des Fachplaners ist es, den Überblick zu bewahren. Es gilt, erst das Werkstück zu formulieren und dann das geeignete Werkzeug zu suchen. Natürlich kann auch ein Generalunternehmer die beste Lösung finden, aber normalerweise beziehen herstellerbezogene Planer das Umfeld nicht oder Interview mit jürrgen hess Geschäftsführer Miebach nur wenig mit ein, sondern haben doch „ihre“ Lösung im Hinterkopf“, weist Skaret auf die Problematik hin. Ein Fachplaner hingegen sei bemüht, das Werkstück in sich schlüssig zu erstellen und nicht rein das umzusetzen, was der Kunde zu brauchen glaubt – sondern das, was er tatsächlich braucht. Skaret: „Das Lager ist eine Abpufferung von Unsicherheiten, die aus Absatz und Zugang resultieren. Je mutiger ich bin, desto kleiner kann mein Lager ausfallen. Dieses Risiko nun abzuwägen und den Idealweg zu finden, ist Aufgabe des unabhängigen Planers. Natürlich ist wichtig, was der Kunde will – aber ein Berater überprüft, ob das auch notwendig ist.“ „Egal, ob man einen Generalunternehmer beauftragen oder die Gewerke einzeln vergeben will, ich empfehle jedem, für die Konzeptplanung und das Projektmanagement einen neutralen Planer hinzuzuziehen, der den Liefer- und Leistungsumfang festlegt, nach Fertigstellung testet und die Abnahme vornimmt. So kann man böse Überraschungen vermeiden“, rät Hess. Eine Universallösung gebe es nämlich nicht. FOTO: ISTOCKPHOTO.COM 30 LOGISTIK express 2|2009 www.logistik-express.at

ZUM THEMA Viele Unternehmer setzen bei der Verwaltung und Steuerung ihrer Lagerprozesse heutzutage zu Recht auf ERP-Systeme (ERP = Enterprise Resource Planning, Anm.). Allerdings basiert die darauf aufbauende Kapazitätsplanung zumeist auf langfristigen Prognosebedarfen, die besonders in der aktuellen Situation leider eher vage oder unzuverlässig sind, sowie auf aktuellen Lagerbeständen und Lagersteuerungsregeln. Als strategisches Entscheidungselement wird bei der Planung festgelegt, was, wo und wann produziert wird. Scheduling hingegen ist ein operatives Entscheidungstool und legt fest, wann und in welcher Reihenfolge welche Operationen auf welche Ressourcen geladen werden. Die Grundlage bilden also keine Prognosen, sondern tatsächlich bestätigte Aufträge mit definierten Prozessfolgen. „Viele Manager erkennen die Vorteile des Scheduling noch nicht oder glauben, dass ERP-Systeme die gleichen Funktionen erfüllen. Dabei gehen Scheduler immer von begrenzten Ressourcen aus, man könnte sagen, Scheduling ist die Kombination aus Planning und Sequencing“, erklärt Dr. Karl Heinz Weigl, Stadtleiter der ESLA Solutions und seit 15 Jahren Partner von Preactor Int. ERP-Systeme sinnvoll ergänzen Ein auf dem Markt bereits gut etabliertes Planungs – und Scheduling System ist von Preactor International. Die Produktfamilie Preactor ist je nach Kundenwunsch in verschiedenen Ausprägungen mit unterschiedlichem Detaillierungsgrad im Ressourcenmodell verfügbar. Das Ziel ist, durch das Verfügbarmachen detaillierter Planungen samt interaktiver Planungsumgebung die Reaktionsfähigkeit und Flexibilität der Unternehmen im Bezug auf Bedarfsänderungen markant zu erhöhen – was sich natürlich positiv auf die Liefergenauigkeit auswirkt. Weigl: „Das bestehende ERP-System, dessen Implementierung oft mit hohen Investitionskosten verbunden ist, soll dabei nicht abgelöst, sondern sinnvoll technologisch ergänzt werden.“ Solche Funktionen sind beispielsweise die Abbildung reihenfolgenabhängiger Rüstzeiten, Einschränkungen (nötiges Werkzeug), die Verwendung von Attributen (Teilefamilie, Priorität, usw.), die Betrachtung feiner Zeitfenster oder eine Simulationsmöglichkeit einzelner Szenarien. Auch die Transparenz in den Abläufen kann nachweislich deutlich verbessert werden. Scheduling – ein neues Zauberwort? Wer des Englischen mächtig ist, weiß, dass „Scheduling“ für Zeitplanerstellung steht. Doch noch ist nicht zu jedem durchgedrungen, dass man damit Lagerbestände reduzieren und gleichzeitig trotzdem die Lieferbereitschaft erhöhen kann. Jedem das Seine Nicht jedes Unternehmen benötigt den gleichen Grad an Planung, deshalb gibt es verschiedene Abstufungen der Scheduling-Systeme von Preactor. Die „einfachste“ Stufe ist das „Finite Capacity Scheduling“ (FCS) und enthält Preactor 100, 200 und 300. Die enthaltenen Algorithmen zur Auftragsreihenfolgeplanung erstellen optimierte, machbare Pläne für Tage, Wochen oder Monate im Voraus. Sie dienen als tägliches Entscheidungswerkzeug zur Einplanung von Aufträgen. Während P100 mit eingeschränkten Funktionalitäten sofort einsatzbereit ist, verfügen P200 und P300 schon über die Funktionen sequenzabhängige Umrüstzeiten, Transfer Batching (P200) und Mehrfachbeschränkungen pro Arbeitsgang (P300). Interview mit heinz weigl Stadtleiter ESLA Solutions Die nächste Stufe ist die reine Kapazitätsplanung, für die sich Preactor 300 konfigurieren lässt. Die höchste Stufe hat erreicht, wer seinem Unternehmen ein APS-System (APS = Advanced Planning & Scheduling) gönnt. Preactor 400 APS besitzt zusätzliche Algorithmen, wodurch die Software nicht nur komplexere Anforderungen bewältigt, sondern auch effizientere Planungen unter gleichzeitiger Berücksichtigung von Prozessressourcen wie Maschinen, Personal, Werkzeugen und Material durchführen kann. Durch bereits integrierte Optimierungsregeln lassen sich beispielsweise Rüstzeiten minimieren oder Prozessschritte strategisch koordinieren, auch die Entwicklung eigener Regeln ist möglich. „Die Preactor-Lösungen kommen schon bei über 2.300 Kunden weltweit zum Einsatz. Dabei hat sich herausgestellt, dass neben einer Reduktion des Rohmaterialbestands und der Durchlaufzeiten um bis zu 50 Prozent die Kunden besonders eine Erhöhung der Produktivität um bis zu 20 Prozent sowie eine Steigerung des Servicegrades um 50 bis maximal 90 Prozent feststellen konnten“, nennt Weigl beeindruckende Werte. www.logistik-express.at LOGISTIK express 2|2009 31

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