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LE-2-2009

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

IM FOKUS Ausschreibungen

IM FOKUS Ausschreibungen gewonnen haben, um die Durchführung“, erklärt Neumann. Allerdings sei hierfür oftmals viel Recherche nötig: „Da kann es durchaus passieren, dass man ein Unternehmen kontaktiert, dem jedoch der Auftrag zwischenzeitig wieder entzogen wurde“, seufzt Neumann leicht. Der lange Weg nach Sotschi 2014 Noch vor nicht allzu langer Zeit war der Name Sotschi den wenigsten Westeuropäern ein Begriff. Seit jedoch diese Stadt zum Austragungsort der 22. Olympischen Winterspiele im Jahr 2014 auserkoren wurde, hat sich das radikal geändert. Die damit verbundenen Herausforderungen erklärt Perry Neumann von Kühne + Nagel. Mitten in der Region Krasnodar, an der Grenze zu Georgien, liegt der malerische Küstenort Sotschi mit seinen rund 331.100 Einwohnern (Stand 2007). Besonders gut betuchte Russen frequentierten bislang das subtropische Urlaubsparadies am Schwarzen Meer am Rande des Kaukasus, das im Sommer mit schwarzem Sand und Palmen und im Winter mit weißen Hängen lockt. „Im Moment mutiert die Gegend gerade zur Großbaustelle, sämtliche Sport- und Austragungsstätten werden sozusagen auf der grünen Wiese neu errichtet“, schildert Neumann die aktuelle Situation. Seit erstem März verfügt K+N über eine eigene Olympiabeauftragte, die direkt in Sotschi Anfragen koordiniert – übrigens übernimmt das Unternehmen damit eine Vorreiterrolle, bislang gibt es noch keine weiteren Repräsentanzen großer Unternehmen, die Meisten nehmen die Abstimmung der Aktivitäten von Moskau aus vor. Neumann selbst reist immer wieder an die „russische Riviera“ und kennt daher auch die Schwierigkeiten, denen man täglich begegnet: „Die Stadt ist wie ein Schlauch angelegt, die Straßen sind sehr schmal und die Bahnstrecken sind nicht ausgebaut. Zudem gibt es bislang lediglich einen Passagierhafen, auch wenn es bereits Gespräche über einen Ausbau gibt. Für Luftfracht wird ein neuer Terminal gebaut, das erleichtert die Anlieferung sehr.“ Immerhin wird bis zur geplanten Fertigstellung 2012 mit 100 Millionen Tonnen Infrastrukturmaterial zum Bau der Anlagen gerechnet, eine mit aktuellen Voraussetzungen unbewältigbare Menge. „Wenn die Cargoflut hereinbricht und nicht rechtzeitig organisiert und koordiniert wird, kommt es zu einem Kollaps“, befürchtet Neumann. Interview mit Perry Neumann National Manager Russland Kühne + Nagel Eastern Europe AG Perfekte Organisation? Für die Durchführung der Olympiade ist nicht nur der Aufbau der Sportstätten nötig, auch die Energieversorgung und Hotels, der Wohnraum und Geschäftszentren müssen modernisiert und erweitert werden. Für die Planung und Durchführung richtete die Regierung das „Organisationskomitee Sochi 2014“ (www. sochi2014.com) ein, das unter anderem die Einhaltung der ICC-Regeln überwacht und Marketingaktivitäten steuert. Zur Umsetzung der baulichen Maßnahmen jedoch wurde eine eigene Stelle geschaffen, die staatliche Kooperation „Olympstroy“ (www.sc-olympstroy. ru), die als Auftraggeber für öffentliche Investitionsvorhaben auftritt und für insgesamt 63 Projekte zuständig ist. „Wir bewerben uns bei jenen Unternehmen, welche diese offiziellen Licht und Schatten Die Austragung der Olympischen Spiele bringt der Region Sotschi viel Publicity und damit auch viele Touristen, sie soll auch das Image Russlands im Ausland verbessern. Durch die hohen Investitionen in die Vorbereitungen und Ausbauten entstehen wertvolle Arbeitsplätze. Leider wirkt sich allerdings dieser Boom für einige, nicht direkt beteiligte Einwohner auch negativ aus, denn die Grundstücks- und Lebenshaltungskosten steigen stark an. Zudem mussten für den Bau der weitläufigen Anlagen auch Familien übersiedelt und Häuser geräumt werden, viele politische Wechsel in der Regierung dokumentieren die Uneinigkeit in der Bevölkerung. Wie es nach der Olympiade weitergehen wird, darüber sind sogar die Experten absolut uneins. Langjährige Erfahrung Bereits 1992 verfügt Kühne + Nagel über ein Büro in Moskau, heute gibt es insgesamt vier Läger in Moskau, St. Petersburg, Rosov En Don und Jusno Sachalinsk. Über 600 Mitarbeiter sorgen für den reibungslosen Ablauf, die 100%ige Tochterfirma Nakutrans erledigt die Zollabwicklung. „Wir möchten im Rahmen der Olympischen Spiele nicht nur als 3PL (Third Party Logistics Providern, Anm.) im Projekt- und Anlagengeschäft tätig werden, sondern uns als Lead Logistics Provider positionieren. Generell ist Russland für uns ein absoluter Wachstumsmarkt, auf den wir vertrauen“, erläutert Neumann. Derselben Meinung ist auch Robert Saurwein, Overland Manager für Kühne + Nagel Österreich: “Für uns ist Wien das Tor in den Osten und ganz besonders nach Russland. Wir arbeiten sehr eng mit unseren Kollegen vor Ort zusammen, so dass unsere österreichischen Kunden für ihre Transporte nach Osteuropa optimale Logistiklösungen erhalten. Oft liegen die Herausforderungen im Detail, wie etwa der Verzollung, und hier hilft uns unser direkter Draht nach Osteuropa. Mit unserem Büro in Sotschi sind wir somit bestens für die Olympischen Spiele gerüstet und damit natürlich auch unsere Kunden. Von Wien aus bieten wir tägliche Anschlussverkehre in die gesamte Balkanregion, insgesamt umfasst der Bereich Eastern Europe in unserem Unternehmen stolze 21 Länder.“ 20 LOGISTIK express 2|2009 www.logistik-express.at

IM FOKUS Viel zu holen durch Nachhaltigkeit Max Schachinger jun. ist die Umwelt und Nachhaltigkeit im Unternehmertum ein großes Anliegen. Obwohl er im Familienunternehmen schon viel umgesetzt hat, sieht er noch jede Menge gestalterische Möglichkeiten, um negative Auswirkungen der Wirtschaft auf die Umwelt zu reduzieren und gleichzeitig ökonomischen Erfolg zu haben. Zu meinem Bedauern musste ich in den letzten zehn Jahren mit ansehen, wie die Menschen mehr und mehr Ressourcen aus der Natur entnehmen und trotz ständig besserer Alternativen den Mineralölfirmen zu immer mehr Gewinn verhelfen – klingt Max Schachinger jun., Spartengeschäftsführer und Verantwortlicher für Unternehmensentwicklung der Schachinger Logistik Holding GmbH, enttäuscht. „Warum setzen die Unternehmen und auch Privatpersonen nicht auf Biodiesel, und lassen damit auch die Wertschöpfung im Land?“ fragt er sich und ortet gleichzeitig Barrieren im Kopf der Menschen, die lieber bei Gewohntem – in diesem Falle herkömmlichen Treibstoffen aus Mineralöl – bleiben und sich in ihren altbewährten Mustern wohlfühlen, anstatt aktiv zu werden und Innovationen zu begrüßen. Umstellung auf Biodiesel Vor etwa vier Jahren sei der Damm gebrochen, und das Thema Umweltschutz habe sich auch in der öffentlichen Wahrnehmung durchgesetzt. „Mit dem Preis für Mineralöle ist auch die Sensibilität gestiegen, und man hat erkannt, dass schon längst und ohne Mehrkosten die Umstellung möglich gewesen wäre“, so Schachinger. Auf sein Betreiben hin wurde dann ein großer Teil der LKW auf Biodiesel umgestellt, bis zu 120 der 150 Fahrzeuge wurden zu Spitzenzeiten mit dem umweltfreundlicheren Treibstoff betrieben. Natürlich müsse dabei einiges bedacht werden: „Man braucht neue Treibstoffbezugsquellen, die Serviceintervalle und die Wartung ändern sich, das Qualitätsmanagement muss angepasst werden, es gibt viele Details zu beachten“, klärt Schachinger auf. Nach der ersten Euphorie kam der erste Winter, und Engpässe sowie Preissteigerungen zwangen zur abermaligen Umstellung eines Teils der Flotte. „Zwischenzeitig ist der Biodiesel aber wieder günstiger geworden. Für mich überwiegen klar die Vorteile, da wir in der Region einkaufen und somit auch den heimischen Markt stärken“, versichert Schachinger. Bei der Beschaffung würde größter Wert auf Herkunft und Qualität gelegt: „Wir kaufen ausschließlich Biodiesel aus Altspeisefetten und Raps aus Gegenden, wo auf Gentechnik verzichtet wird und nachweislich keine Sojaanteile enthalten sind.“ Positive Umweltbilanz „Beim Mineraldiesel hat noch nie jemand eine Ökobilanz erstellt, der Biodiesel wird jedoch von allen Seiten durchleuchtet“, bekrittelt Schachinger. Dabei würde ein wichtiger Aspekt völlig außer Acht gelassen: „Die Reste bei der Biodieselerzeugung fließen als Eiweißfuttermittel in die Landwirtschaft ein, wodurch auf Soja verzichtet werden kann. Wenn man dies mit einrechnet, kommt man auf 30 bis 70 Prozent CO2-Einsparung im Vergleich zu Normaldiesel, da ist der Mehrverbrauch von drei bis neun Prozent bereits berücksichtigt. Jedes Unternehmen kann mit diesem einen „Nichts verbessert die Ökobilanz schneller als der Wechsel zu Ökostrom.“ MAX SCHACHINGER JUN. Hebel sofort die eigene Klimabilanz erheblich verbessern“, ist er überzeugt. Noch besser sei aber die Umstellung auf den Betrieb mit Pflanzenöl, da hier auch der Mehrverbrauch wegfalle. Seit 2008 betreibt die Firma Schachinger eine eigene Biodiesel- und Pflanzenölanlage. „Es gibt hier sehr viele staatliche Fördermöglichkeiten, die kann ich nur jedem ans Herz legen“, meint Schachinger. Sorgenkind Verkehr „Ich selbst betreibe meinen VW-Bus mit Biodiesel, aber generell zahlt sich die Umstellung bei PKW kaum aus, da sich das Vorhaben durch unterschiedliche Herstellervorgaben schwierig gestaltet“, gesteht Schachinger. Zudem wäre gesamtumweltpolitisch gesehen die Umstellung bei LKW viel effizienter: „Ein großer Sattelauflieger verbraucht – wenn man die durchschnittliche Kilometerleistung und das Gesamtgewicht mit einbezieht – jährlich etwa so viel Treibstoff wie 50 PKW. Steigere ich nun noch durch entsprechende Fahrerschulungen die Effizienz, habe ich schnell eine bessere Umweltbilanz.“ Die letzte Fahrerschulung bei Schachinger habe immerhin sieben Prozent weniger Treibstoffverbrauch je Fahrer zum Ergebnis gehabt. Im firmeneigenen PKW-Fuhrpark kämen nur PKW wie der VW Blue Motion und andere umweltschonende Fahrzeuge zum Einsatz, die zwingend mit einer Start-Stop-Automatik ausgestattet seien. „Ich habe die Liebe zur Natur zum Anlass genommen, mir die Thematik genauer anzusehen, aber auch aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen lohnt es sich, diese Dinge genauer zu betrachten“, ist Schachinger sicher. Interview mit MAX SCHACHINGER Spartengeschäftsführer Schachinger Logistik Holding GmbH Geeignete Maßnahmen „Nichts hilft schneller, die Ökobilanz des Unternehmens zu verbessern, als der Wechsel zu Ökostrom“, meint Schachinger. Des Weiteren empfiehlt er jedem, die Gebäude unter die Lupe zu nehmen: „Durch Wärmedämmung kann man sehr viel Energie einsparen, wir haben extra einen Energieberater engagiert. Generell gibt es auf dem Bausektor schon sehr viele Möglichkeiten, wie die Umrüstung auf Passivbauweise. Leider ist bei unserem Zentrum in Stockerau die Nutzung von Erdwärme aufgrund der Überflutungsgefahr nicht möglich, dafür nutzen wir für unsere großen Kühlhallen das Prinzip des ‚Free Cooling‘, und konnten dadurch den Energieverbrauch erheblich senken.“ Aus allen bislang getätigten Einzelmaßnahmen plant Max Schachinger, im nächsten Jahr ein Gesamtkonzept zu erstellen und daraus einen konkreten, vergleichbaren Wert zu erhalten. „Am Logistiksektor gibt es in Österreich derzeit noch wenige mit einem ganzheitlichen Konzept, dabei sehen wir, dass auch kundenseitig das Interesse stets wächst. Namhafte Unternehmen wie beispielsweise Otto, Tschibo und Nestlé übernehmen ökologische Themen und Nachhaltigkeit bereits in ihre Ausschreibungen“, freut sich Schachinger. www.logistik-express.at LOGISTIK express 2|2009 21

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