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LOGISTIK express Fachzeitschrift

GLOBALE

GLOBALE MÄRKTE Hafen Qingdao - Rising Star Der nordchinesische Hafen Qingdao will seine führende Rolle als bedeutender Rohstoff- und Containerhafen für China und Nordostasien ausbauen. Mit 30 Millionen TEU im Jahre 2020 könnte er dann zu den fünf größten Häfen der Welt gehören und seinen südkoreanischen Konkurrenten Busan hinter sich lassen. Redaktion: Dirk Ruppik Das Land der Mitte hat große Zukunftspläne für den am Containerumschlag gemessen momentan siebtgrößten Hafen der Welt Qingdao (laut Xinhua in 2012 14,5 Millionen TEU, +11,4 Prozent). Zum Vergleich: Schanghai schlug 2011 laut World Shipping Council 31,7 Millionen TEU, Singapur 29,9 Millionen TEU, Hongkong 24,4 Millionen TEU und Qingdao 13 Millionen TEU (Platz acht) um. Der ehemals vom deutschen Reich annektierte Hafen (1898 - 1914) soll zu einem Schifffahrtszentrum für Nordostasien werden. Dafür hat die Qingdao Port Group einen Verbund mit den chinesischen Häfen Rizhao, Yantai, Weihai und dem südkoreanischen Hafen Busan gebildet. Laut dem britischen Magazin Portstrategy beabsichtigen mehrere internationale Unternehmen, darunter APM Terminals, 4,6 Milliarden US-Dollar (3,4 Milliarden Euro) in die Hafenexpansion zu investieren. Durch verschiedene Projekte soll bis 2015 das Containervolumen auf 20 Millionen TEU und die Frachtkapazität auf 600 Millionen Tonnen erweitert werden. In 2012 erreichte Qingdao gemäß Xinhua ein Frachtvolumen von 400 Millionen Tonnen (+9,5 Prozent). Im Jahre 2020 könnte Qingdao mit 30 Millionen TEU Umschlagsvolumen und 200 Liegeplätzen (bisher 81) Schanghai und anderen Häfen in der Region wie Busan (Platz 5; 16,17 Millionen TEU) ernsthafte Konkurrenz machen. Bedeutende Rolle als Rohstoffhafen Die Millionenstadt Qingdao in der Provinz Shandong beherbergt einen der bedeutendsten Rohstoffhäfen Chinas. Der ostchinesische Hafen ist der weltgrößte Hafen für den Eisenerzimport und der wichtigste Rohölhafen Chinas. Er besteht aus dem alten Hafengebiet, dem Huangdao-Ölhafen, dem neuen Qianwan-Hafengebiet sowie dem Dongjiakou-Hafenbereich. In Dongjiakou existieren Tiefwasserterminals der Weltklasse für Eisenerz, Kohle, Rohöl und Getreide. Für die Entwicklung von Dongjiakou hat die Qingdao Port Group strategische Allianzen u.a. mit der Sinopec Group, COSCO und der China Merchants Group geschlossen, um den Schüttgutumschlag von bisher 30 Millionen Tonnen in 2012 auf 300 Millionen Tonnen auszubauen. Ende 2011 wurde der erste Vertrag mit einem ausländischen Investor – dem brasilianischen Hafen Vila Velha – geschlossen. Hinter dem brasilianischen Engagement stehen das Bestreben Chinas, sich aus der Eisenerz-Abhängigkeit von Australien zu befreien sowie der Wunsch der brasilianischen Minengesellschaft Vale, mit seiner Flotte von Valemax-Frachtern nach China vorzudringen. Bisher verbietet Peking aber immer noch das Docken von Valemax-Schiffen in China. Vale besitzt 35 Frachter mit einer Tragfähigkeit von 400 000 Tonnen, mit denen das Unternehmen den australischen Konkurrenten Rio Tinto und BHP Billiton das Wasser reichen will. Das Unternehmen will 25 bis 30 Prozent Transportkosten gegenüber den halb so großen Capesize-Frachtern einsparen. China importiert bisher 60 Prozent der weltweiten Eisenerz-Produktion. Im August 2012 hatte Vale daran einen Anteil von nur rund 20 Prozent. Langfristig ist geplant, Dongjiakou als Handelsbasis für Schüttgut sowie als Schifffahrts- und Logistikzentrum auszubauen. Ende 2012 gab Xinhua den Bau von drei neuen Hafenbecken mit 112 Liegeplätzen bekannt. Zudem wurde der größte Tiefwasser-Liegeplatz der Welt mit 400 000 Tonnen Kapazität eröffnet. Bisher existieren vier Liegeplätze, doch laut dem Vorsitzenden und Präsidenten der Qingdao-Hafengruppe Chang Dechuan werden 2013 weitere neun Liegeplätze mit einer Umschlagskapazität von 220 Millionen Tonnen im Hafengebiet gebaut. 2012 wurden in Dongjiakou 5,4 Milliarden Euro investiert, bis 2015 soll die Handlingskapazität bei 300 Tonnen liegen. Containerterminal der Spitzenklasse Laut eigener Aussage besitzt die Qingdao Port Group den weltweit größten Containerterminal für Containerschiffe mit Kapazitäten von 12 000 - 15 000 TEU. Dem Aoshanwan-Hafengebiet wird gemäß Xinhua zwischen 2015 und 2020 eine Schlüsselrolle in der Planung des Qingdao International Container Port zufallen. Zusammen mit der A.P. Moller-Maersk Group, DP World, APL, Cosco, China Merchants Group, Pan-Asia International Holdings und SITC International Holdings (“acht Partner aus vier Ländern”) will die Qingdao Port Group das internationale Containerterminal-Joint Venture auf die Beine stellen. Schon im Jahre 2000 wurde das Qingdao Qianwan Container Terminal Co.,Ltd (QQCT) eröffnet. Am QQCT sind neben der Qingdao Port (Group) Co. Ltd. (31 Prozent), die Dubai Ports World (29 Prozent), Cosco Pacific (20 Prozent Anteile, 18,18 Prozent Stimmrechte) und A. P. Moller-Maersk Group (20 Prozent) beteiligt. Das Terminal beherbergt bisher elf Containerschiffliegeplätze, die Schiffe bis zu 10 000 TEU aufnehmen können. Die Kailänge beträgt 3 400 m mit einer Wassertiefe von bis zu 17,5 m. Die Kapazität des gesamten Terminals lag bisher bei 6,5 Millionen TEU. Gemäß Bonnie Huang, PR-Managerin von Maersk China, sind weitere sechs Liegeplätze in Planung. Die dänische Reederei hat 2012 einen Rekordumschlag von mehr als einer 38 LOGISTIK express Ausgabe 1/2013 www.logistik-express.com

Hafen Qingdao (QQCT, © Maersk Line China) Million TEU im ostchinesischen Hafen erreicht. Der chinesische Staatsrat erteilte der Qingdao Qianwan Bonded Port Zone kürzlich die Erlaubnis für den Import von vollständigen Kraftfahrzeugen. Zurzeit wird laut Xinhua ein RoRo-Terminal gebaut, der Import wird noch 2013 beginnen. Dadurch soll die wachsende Nachfrage nach Automobilen aus dem Hinterland befriedigt werden. Qingdao kooperiert schon seit zwanzig Jahren mit Wilhelmshaven. „Mit dem Jade-Weser- Port bekommt Wilhelmshaven endlich einen festen Anlaufpunkt für die enge Partnerschaft. Dass die Kooperation und die Kontakte nach China bereits Früchte tragen, hatten zuletzt die Ansiedlungspläne der Jade-Werke gezeigt. Das Tochterunternehmen der chinesischen Jiang su Hantong Group will im Nordhafen Gründungsstrukturen (Tripods) für Offshore- Windkraftanlagen bauen“, erklärte der Oberbürgermeister von Wilhelmshaven, Andreas Wagner. Kopf an Kopf mit engstem Konkurrenten Das Zentrum der Weltwirtschaft bewegt sich unweigerlich Richtung China und Nordostasien. Dementsprechend entwickeln viele Länder ihre Logistiknetzwerke und streben eine Hubstrategie an. Während sich Qingdao also als führender Rohstoff- und bedeutender Containerhafen für China und Nordostasien etabliert hat und seine Stellung ausbauen und festigen will, plant z.B. Busan in Südkorea sich ebenfalls als Hub für Nordostasien zu beweisen. Busan handelt 95 Prozent des gesamten Containerumschlags und 45 Prozent der gesamten Exportfracht des Landes. Bis 2015 sollen dort 30 neue Containerliegeplätze im New Port entstehen und das Hinterlandstraßen- sowie Schienennetzwerk ausgebaut werden. Zudem will sich die Stadt in ein Finanzzentrum für Nordostasien verwandeln. Busan hat sich zunehmend in einen Transhipment¬hafen für Ostrussland, Nordchina und Nordwestjapan mit einem extensiven Feedernetzwerk entwickelt. Gegenüber den Häfen in Japan hat Busan aufgrund des starken Yen einen eindeutigen Kostenvorteil. Während einige Häfen in China aufgrund des stürmischen Wetters teilweise geschlossen werden müssen, bleibt Busan ganzjährig geöffnet. Laut der Busan Port Authority verfolgt der Hafen eine Strategie der Kooperation und des Wettbewerbs bzw. des gemeinsamen Wohlstands (co-prosperity). Deswegen erweitert die Hafenverwaltung ihre Partnerschaften mit Häfen in China (wie z.B. Qingdao) und Japan, um „die eigenen nordostasiatischen Transhipment-Services zu optimieren.“ Derweil wird Qingdao laut Xinhua in den nächsten fünf Jahren acht neue Logistikparks bauen und dadurch die Transformation der Stadt in ein komplexes Schifffahrtshub und internationales Luftfahrt-Logistikzentrum beschleunigen. Die Regierung wird 45 Milliarden chinesische Yuan (5,3 Milliarden Euro) in 63 logistische Schlüsselprojekte investieren. Der Anteil der Logistik am städtischen Bruttoinlandsprodukt soll 2015 elf Prozent betragen. Die Qingdao Port Group arbeitet weiterhin mit den nahegelegenen chinesischen Häfen Rizhao, Yantai und Weihai zusammen, um die Hubpläne zu verwirklichen. Seit kurzem betreibt die Hafengruppe auch ein Rohölterminal mit einer Kapazität von 300 000 in Kyauk Phyu, Rakhine State für die China-Myanmar-Pipeline. Präsident prophezeit harte Zeiten für chinesische Reeder Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua ist die Schifffahrtsindustrie des Landes aufgrund eines Rückgangs beim Im- und Exportwachstum Ende 2012 in stürmische Gewässer gefahren. Der Präsident der Qingdao-Hafengruppe Chang Dechuan sagte im September: „Die Häfen und Reedereien müssen sich gut darauf vorbereiten, da der globale Abschwung die Im- und Exporte innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre in Mitleidenschaft ziehen wird. Zudem wird die Situation durch Unsicherheiten auf dem heimischen Markt begleitet. Der Gewinnzuwachs der Hafenbetreiber ist geschwunden und die Reedereien leiden unter großen Verlusten durch Überkapazitäten. Zu Beginn dieses Jahres sagte der Geschäftsführer des Hafens Chang Chuande, dass sich Qingdao wegen des globalen Abschwungs mehr auf den Zugewinn von Fracht konzentrieren wird. Neben dem Bau des ersten Inlandshafens in Zhengzhou soll der Importboom angezapft werden. (DR) www.logistik-express.com LOGISTIK express Ausgabe 1/2013 39

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