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LE-1-2013

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

INFRASTRUKTUR Vorsicht

INFRASTRUKTUR Vorsicht Einsturzgefahr! Angesichts der knappen öffentlichen Kassen zeichnet sich für den Wirtschafts- und Logistikstandort Deutschland zunehmend ein düsteres Bild: Der Straßenbau ist unterfinanziert, das Schienennetz notorisch überlastet und große Infrastrukturprojekte versinken im Finanzierungschaos. Was läuft nur falsch in Deutschland? Oder anders gefragt: Kommen wichtige Verkehrs- und Infrastrukturvorhaben in Österreich denn besser voran? Die Branchenleitmesse transport logistic 2013 vom 10. bis 13. Mai in München bietet dazu eine gute Diskussionsplattform. Redaktion: Karin Walter beim Straßenbau klafft ein eklatantes Finanzierungsproblem. Damit auch die Sanierung maroder Eisenbahnbrücken, bröckelnder Schwellen oder der von den Güterbahnen dringend geforderte Netzausbau weiter vorangetrieben werden können, stimmen Experten von Bund, Ländern und Verbänden überein, dass der Bund pro Jahr mindestens noch einmal Milliarden Euro pro Jahr locker machen müsste, um die teilweise prekären Engpasssituationen im deutschen Schienenverkehr einigermaßen wirkungsvoll zu beheben. Was ist nur los mit dem Musterland Deutschland? Zuerst die nicht enden wollenden Diskussionen um das Bahnprojekt Stuttgart 21. Dann die peinlichen Bauverzögerungen am neuen Berliner Flughafen. Und zu allem Übel mehren sich angesichts der klammen öffentlichen Kassen die Anzeichen, dass die Gelder, die von den prestigeträchtigen Mega-Projekten verschlungen werden, bei der dringend notwendigen Sanierung von Schlaglöchern, bröckelnden Brücken oder veralteten Gleiskörpern fehlen. Lässt sich der drohende Verkehrsinfarkt in Deutschland eigentlich überhaupt noch verhindern? Die Erfahrungen der letzten Monate lassen Schlimmes erahnen: Allein auf der Leverkusener Autobahnbrücke wurden im Dezember so viele Risse gezählt, dass das viel befahrene Teilstück der Autobahn A1 über den Rhein für den Lkw-Verkehr gesperrt werden musste. Transporteure, die benachbarte Industrieunternehmen wie Bayer, Ford oder Lanxess bedienen, werden nun schon seit etlichen Wochen zu kilometerlangen Umwegen gezwungen. Doch auch auf den Ausweichstrecken ist die notorische Überbelastung deutlich sichtbar. Manche Verkehrstrassen sind ebenfalls veraltet. Für den Lkw-Verkehr sind sie deswegen leider auch nur noch sehr eingeschränkt befahrbar. Marode Brücken fast überall Notstandsmeldungen, wie sie aus der Rheinmetropole kommen, sind leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Aus fast allen Regionen der Republik mehren sich seit geraumer Zeit die Klagen, dass die Brücken aus den 1950-er bis 70-er Jahren der zunehmenden Belastung durch den Güterverkehr nicht mehr Stand halten. Die von den deutschen Landesverkehrsministerien eingesetzte Daehre-Kommission beziffert das Problem: Über eine Laufzeit von 15 Jahren müssten jährlich mindestens 4,2 Milliarden Euro in die Hand genommen werden, um der veralteten deutschen Straßeninfrastruktur wieder auf die Sprünge zu helfen, heißt es in dem von den Verkehrsexperten Ende Dezember verfassten Abschlussbericht über die „Zukunft der Verkehrsinfrastrukturfinanzierung“. Eine stolze Summe, denn längst nicht nur Endlosdiskussionen nützen hier nichts mehr. Es braucht dringend Lösungen, mit denen verhindert werden kann, dass Staatsgelder in Milliardenhöhe weiter in Großbaustellen versickern. Es braucht auf der anderen Seite klare Finanzierungskonzepte, mit denen sich wenigstens die dringlichsten Sanierungs- und Ausbauinvestitionen ohne weitere Verzögerungen stemmen lassen. Der österreichische Weg, den Etat für Verkehrsinfrastrukturprojekte über die jährlichen Einnahmen aus der Pkw-Vignette aufzustocken, ist bestimmt nicht der schlechteste Weg. Immerhin versetzt er die Verkehrspolitiker in der Alpenrepublik in die vorteilhafte Ausgangssituation einer klaren finanziellen Planungsgrundlage. Nur, ob es in Deutschland realistisch ist, eine von in- und ausländischen Autofahrern gleichermaßen finanzierte, zusätzliche Verkehrsabgabe in dem durch die marode Infrastruktur bedingten Zeitrahmen verkehrspolitisch durchzusetzen? Das bleibt in Anbetracht der bevorstehenden Bundestagswahl – nicht zuletzt aber auch wegen der bärenstark aufgestellten deutschen Autolobby – mehr als fraglich. Das einzige, was derzeit sicher erscheint, ist, dass sich die Experten der Logistikbranche auch in knapp drei Monaten bei der Münchener Leitmesse transport logistic noch eingehend mit diesem Thema beschäftigen werden ... (WAL) FOTO: ISTOCKPHOTO.COM 12 LOGISTIK express Ausgabe 1/2013 www.logistik-express.com

AEO – ein Flop? Bis Ende Dezember wurden zwar über 10.000 Firmen in der EU als „zugelassener Wirtschaftsbeteiligter“ (AEO- Authorised Economic Operator) zertifiziert, doch diese EU-Sicherheitsinitiative kommt nur schleppend voran. Redaktion: Logistik express HANDEL Die Weltzollorganisation WCO hat vor einigen Jahren Rahmenbedingungen zur Sicherung des weltweiten grenzüberschreitenden Warenverkehrs geschaffen. Der „zugelassene Wirtschaftsbeteiligte“ (AEO-Authorised Economic Operator) ist ein wesentliches Element dieser in der EU in europäisches Recht umgesetzten Sicherheitsinitiative. Das Zertifikat als „zugelassener Wirtschaftsbeteiligter“ gilt in der EU und der Schweiz als Gütesiegel für Sicherheit und Zuverlässigkeit. Es beschleunigt Prüfungen und Bewilligungsverfahren des Zolls bei der Ein- und Ausfuhr von Waren. Der AEO-Status wird von allen Staaten, mit denen die EU und die Schweiz ein entsprechendes Abkommen geschlossen haben, anerkannt. Für die EU sind dies die Schweiz, Norwegen, Japan, die USA, Kanada, Australien, Neuseeland und China. Die Schweiz hat ein Abkommen mit der EU und arbeitet noch an entsprechenden weiteren Verträgen. Die gegenseitige Anerkennung der EU (AEO)- und US-amerikanischen (C-TPAT) Sicherheitsprogramme im letzten Jahr hat die Attraktivität des AEO-Status erheblich gesteigert. „Das AEO-Zertifikat gewinnt bei Bestandskunden und potenziellen Neukunden immer mehr an Bedeutung und wird vermehrt von ihnen eingefordert, weil zollrechtliche Prozesse schneller und sicherer abgewickelt werden können. Wir freuen uns, auditiert worden zu sein und unseren Kunden einen noch besseren Service im Bereich Kontraktlogistik anbieten zu können“, erklärte Susanne Schildknecht, Vice President Operations Excellence, DHL Supply Chain Germany & Alps, kürzlich anlässlich der AEO-Zertifizierung von DHL Supply Chain. Offensichtlich ist die Nachfrage bei den Kunden jedoch nicht wirklich so groß. 10.000 Zertifikate in der EU, knapp 6.000 in Deutschland und nicht einmal 20 in der Schweiz wirken nicht sehr überzeugend. Dabei ist die AEO- Zertifizierung kein reines Zollthema und nicht nur ein Qualitätsmerkmal für eine effiziente Abwicklung grenzüberschreitender regionaler und globaler Warenflüsse. Die zertifizierten Firmen sind auch als Garanten für Sicherheit, Bonität und Qualität innerhalb der internationalen Lieferkette erkennbar. Die AEO-Zertifizierung ist ein Baustein des Qualitäts- und Risiko-Managementsystems eines Unternehmens respektive einer Supply- Chain. Zwar sei der innerbetriebliche Aufwand für eine Zertifizierung erheblich, gleichzeitig führten die vorbereitende Selbstbewertung und die Zertifizierung jedoch zu Kosteneffizienz steigernden Prozessoptimierungen, erklärte Michael Fischer, Zoll- und Compliancebeauftragter der Emons Speditions GmbH, Köln, anlässlich einer CSCMP Roundtable Germany Veranstaltung in Lörrach. Wer einmal zertifiziert ist, darf sich jedoch nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Die Firmen sind verpflichtet, auch nach der Zertifizierung in regelmäßigen Abständen Selbstbewertungen durchzuführen und ihrem zuständigen Zollamt alle wesentlichen Änderungen in ihrem Unternehmen mitzuteilen, die mit den AEO-spezifischen Risiken in Zusammenhang stehen können (Mitteilungspflicht). Obwohl die EU, die nationalen Zollverwaltungen, diverse Branchenverbände und unzählige Beratungsfirmen für die AEO- Zertifizierung werben, fehlt bis heute der Durchbruch, da sie nur eine Kür und keine Pflicht ist. (LE) reibungslose projekte. sicherer betrieb. ltw als generalunternehmer IntralogIstIk LTW auf der LogiMAT 2013: Stuttgart, 19. – 21. Februar, Halle 1, Stand 133 www.logistik-express.com LOGISTIK express Ausgabe 1/2013 13

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