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LE-1-2012

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

Nachgefragt Kontaktloses

Nachgefragt Kontaktloses Bezahlen im Handel Eine Frage der Akzeptanz Kontaktlose Bezahlsysteme sollen die Einkaufsprozesse im Handel vereinfachen und sicherer machen. Als erster Lebensmitteleinzelhändler akzeptiert die Supermarkt-Kette Zielpunkt in Österreich ein kontaktloses Bezahlsystem. Redaktion: THOMAS WÖHRLE Zielpunkt will die nötigen Terminals schrittweise in allen 300 Filialen in Österreich installieren. Zunächst könne in den 39 Wiener Filialen bis zu einer Höhe von 25 Euro per Paypass-Karte von Mastercard ohne PIN und Unterschrift bezahlt werden. Dies decke sich mit der durchschnittlichen Bonhöhe in den Zielpunkt-Filialen und sei somit die ideale Ergänzung zu den üblichen Zahlungsmöglichkeiten. Für höhere Beträge sei kontaktloses Zahlen ebenso möglich, aber mit einer PIN-Eingabe oder Unterschrift verbunden. Wird die paypass-fähige Karte in einem Abstand von maximal vier Zentimetern an ein paypass-fähiges Lesegerät gehalten, werden die Daten mittels Radio-Frequenz-Technik beziehungsweise der sogenannten Near Field Communication (NFC) binnen Millisekunden an das Lesegerät übertragen. Nach der Übermittlung der Zahlungsinformationen an das Terminal wird die Zahlung über das Mastercard- oder Maestro-Akzeptanznetzwerk verarbeitet. Die Technologie ist dabei nicht an einen klassischen Kartenkörper gebunden und funktioniert ebenso zum Beispiel in Schlüsselanhängern oder Armbanduhren. Ausgegeben werden die paypass-fähigen Karten derzeit von der Raiffeisen Bankengruppe Österreich. Pro und Contra bei österreichischen Unternehmen Bereits im Herbst hat auch die Drogeriemarktkette Schlecker österreichweit die Paypass-Technik von Mastercard eingeführt. Und auch der Burgerking-Franchisenehmer Carl Dirnbacher setzt in Österreich die kontaktlose Bezahllösung in seinem frequenzstarken Designer-Outletcenter Parndorf bereits ein. Andere Supermarktketten dagegen sind zurzeit noch etwas zurückhaltender bei dem Thema. Rewe ist in Österreich auch mit seiner Konzerntochter Billa beim kontaktlosen Bezahlen momentan in Gesprächen mit Partnern und Banken, außerdem laufen erste Testanwendungen. Man sei sehr interessiert an einer bankenübergreifenden, flächendeckenden Lösung mit einheitlichem Standard. RFID sei ansonsten kein Thema für das Unternehmen. Auch für Spar spielt das Thema RFIDgestütztes Bezahlen derzeit überhaupt keine Rolle. Und der deutsche Handelsriese Metro setzt RFID – mit Ausnahme des „Testlabors“ Future Store – ebenfalls ausschließlich in der Logistik auf Karton- beziehungsweise Artikelebene und nicht als Bezahlverfahren ein. Man denke im Moment allerdings darüber nach, die Technik auch im Bereich der elektronischen Artikelsicherung zu verwenden, so ein Metro-Sprecher gegenüber Logistik express. Pilotprojekte auch in Deutschland in der Testphase Andere deutsche Handelsunternehmen testen Paypass seit kurzem. So nutzen etwa die Parfümerien von Douglas sowie 700 Filialen von Hussel, Christ, Thalia und Appelrath-Cüpper seit Ende Oktober 2011 das Bezahlsystem. Als eines der ersten deutschen Kaufhäuser testet das Kaufhaus Galeries Lafayette in Berlin das RFID-basierte Bezahlen. Und auch der dm-Drogeriemarkt steht offensichtlich mit einem neuen Projekt in den Startlöchern. Das Unternehmen habe Anfang November eine Filiale in Karlsruhe mit Paypass ausgestattet. Ebenso investiert der Waagen-Hersteller Bizerba in neue Technik. Das Unternehmen hat zusammen mit Valuephone ebenfalls eine Mobile-Payment- Lösung entwickelt. Bis zum Jahr 2015 will auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) sämtliche 45 Millionen EC-Karten der Sparkassen- Kunden austauschen. Im Rahmen eines groß angelegten Feldversuchs testen Kunden in der Region Hannover, Braunschweig und Wolfsburg demnächst die Vorteile der RFID- Technik beim Bezahlen. Im Verlauf des Jahres soll dann eine Million Karten mit RFID an Testkunden verteilt werden. Einer der bereits jetzt feststehenden Partner ist die Einzelhandelskette Edeka. Mit weiteren potenziellen Partnern werde im Moment verhandelt. (TW) FOTO: ISTOCKPHOTO.COM 44 LOGISTIK express Ausgabe 1/2012 www.logistik-express.com

NACHGEFRAGT Steigerung von Wertschöpfung und Kundenbindung Retourenlogistik bringt besondere Herausforderungen mit sich. Durch die Rücknahmegarantien der Hersteller sind Retouren mittlerweile fester Bestandteil von Geschäftsbeziehungen. Die effiziente Abwicklung von Retouren trägt allerdings nicht nur zur Wertschöpfung bei, sie kann auch die Kundenzufriedenheit beziehungsweise –bindung nachhaltig steigern. Redaktion: THOMAS WÖHRLE Der Arnulf Betzold GmbH Lehrmittelverlag mit Sitz in Ellwangen ist ein Spezialversender für Lehrmittel, Schulausstattung und Bildungsmedien. Das Sortiment von ca. 40.000 Artikeln (10.000 ständig am Lager sowie 30.000 im Streckengeschäft) wird über Katalog und eigene Webshops vertrieben. Nachdem das ursprüngliche Logistikgebäude (Baujahr 2000) die stetig wachsende Zahl von Bestellungen nicht mehr bewältigen konnte, erweiterte Arnulf Betzold die eigene Abwicklung zunächst 2006 durch Einführung einer zweistufigen Karton-Direktkommissionierung mit teilautomatisierten Prozessen und neuer Lagertechnik. Im Jahr 2009 folgte der Neubau eines Vorratslagers mit einem vollautomatischen Paletten-Hochregallager auf einem Grundstück in näherer Umgebung. Pierau plant Retourenstelle für Lehrmittelversender Betzold Dieses Gebäude wird aktuell durch ein neues Versand- und Lagersystem erweitert. Teil dieser Erweiterung ist die Realisierung eines neuen hochautomatisierten, intelligenten Systems zur Bearbeitung von Retouren. Arnulf Betzold vertraut seit der ersten Erweiterung 2006 bei der Logistikplanung und -realisierung auf das Hamburger Planungsbüro Pierau. Das Ziel bei der Planung der neuen Retourenstelle für Arnulf Betzold ist es nun, Einzelkomponenten zu einem sogenannten „intelligenten Retourensystem“ zu kombinieren. Das Grundprinzip dabei ist relativ einfach: die weitestgehende Reduzierung von Handlingstufen. Bereits am Processing- Arbeitsplatz können erste Rework-Arbeiten durchgeführt und die Artikel final sortiert werden. So werden Sortier- und Umlagervorgänge vermieden. An den Rework-Arbeitsplätzen erfolgt die Aufarbeitung individuell nach Marken beziehungsweise Produktkategorien. Das System aus einzelnen eigenständigen Arbeitsplätzen ist voll skalierbar. Die einzelnen Module werden durch einfache Fördertechnik miteinander verbunden. So kann das Gesamtsystem nach und nach erweitert werden und je nach Ausbaustufe als Kleinanwendung um die 1.000 Retourenstücke pro Tag bis hin zu 20.000 Retouren abwickeln. Versandhändler Witt Weiden setzt in der Retourenabwicklung auf RFID Bereits seit einigen Jahren setzt die Witt- Gruppe in Weiden gemeinsam mit SSI Schäfer erfolgreich die RFID-Technik in der Retourenlagerung im automatischen Behälter-Center-Lager (ABC-Lager) ein. In den insgesamt 25 Karussellen können so bis zu 300.000 Artikel chaotisch in Mischwannen eingelagert werden. Mit Hilfe der RFID-Technik ermittelt das Versandhandelsunternehmen permanent, wo genau sich welche Wanne mit welchem Inhalt befindet. Die zum Datenaustausch mit den Transpondern verwendeten Leseköpfe sind platzsparend und leicht verbaubar. Die Artikel, die für eine Wanne bestimmt sind, werden durch einen handgeführten Scanner erfasst. Der Mitarbeiter drückt an seinem PC dann eine Funktionstaste, sodass die Daten der gescannten Artikel mit dem Wannentransponder verheiratet werden. Ein Lesekopf im ABC-Lager erkennt die Wanne im Moment der Einlagerung im Karussell. Die in der Wanne befindlichen Artikel werden in diesem Moment als lieferbarer Bestand verbucht. Die Bestände werden zur Folgefakturierung herangezogen. Auf Basis aller Warenbestände wird der lieferbare Bestand identifiziert. Sind Artikel bestellt worden, die sich im Retourenlager befinden, so werden diese bevorzugt fakturiert. Kommissionierleistung deutlich erhöht Zur Bearbeitung der Fakturierung übergibt Witt die Daten über eine Schnittstelle in den Materialfluss. Wenn die Anlage startet, werden die Wannen mit Artikeln, welche aufgrund einer Kundenbestellung fakturiert werden, aus dem Karussell herausgeholt und zu einem Kommissionierplatz befördert. Auch am Kommissionierplatz befindet sich ein Lesekopf, so dass der Mitarbeiter am Bildschirm erkennen kann, welches Teil aus der Wanne zu entnehmen ist. Die Wanne fährt nach der Entnahme zurück in das Karussell, sofern sie nicht vollkommen leer ist. Früher wurde dieser Arbeitsschritt von Hand erledigt. Mitarbeiter waren damit beschäftigt, die Wannen mittels Pick-Zetteln aus den Regalen zu holen, um die erforderlichen Artikel herauszuholen. Damit zeigt sich ein großer Vorteil der RFID-Technik: Es ergibt sich eine hohe Kommissionierleistung, weil die Wanne mit den Artikeln zum Mitarbeiter kommt und nicht der Mitarbeiter zur Wanne gehen muss („Ware-zum-Mann-Prinzip“). An insgesamt zehn Arbeitsplätzen sind Mitarbeiter mit der Kommissionierung und mit der Reorganisation beschäftigt. (TW) www.logistik-express.com LOGISTIK express Ausgabe 1/2012 45

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