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LE-1-2011

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

TRANSPORT | ZUM THEMA

TRANSPORT | ZUM THEMA Wohin steuert die Rail Cargo Austria? Mr. express Wieder einmal wird auf politischer Ebene heftig darüber gestritten, wie die Österreichischen Bundesbahnen saniert werden sollen. Aufgeflammt ist die Diskussion, nachdem bekannt wurde, dass die Bahn im Güterverkehr mehr rote Zahlen schreibt als schwarze. Rail Cargo Austria (RCA) hat im Vorjahr ersten Hochrechnungen zufolge 340 Mio. Euro Verlust geschrieben. Damit ist der Güterverkehr ein Sanierungsfall. Die Politik, allen voran Staatssekretär Reinhold Lopatka, setzt die unter Staatssekretär Helmut Kukacka begonnene ÖBB-Filetierung fort. Wohl bis sich keiner mehr bei den ÖBB selbst, geschweige denn außerhalb der Bahn auskennt, wie die Bahn dasteht und wohin die Reise gehen soll. Mit der Eingliederung der ÖBB in die ÖIAG glaubt der schwarze Koalitionspartner jedenfalls, den Schlüssel zur Problemlösung gefunden zu haben. Die Kunden im Güterverkehr, Spediteure, die verladende Wirtschaft aus Handel und Industrie, Kombi-Operateure etc. sind verunsichert, weil sie auf für sie wichtige Fragen bislang keine schlüssigen Antworten bekommen haben. Solche Fragen wären da etwa: Rail Cargo Autria soll in ÖBB Cargo umbenannt werden. Was wird mit der Umbenennung bezweckt? Verbirgt sich dahinter die Umwandlung der Aktiengesellschaft in eine GmbH und somit eine Weisungsgebundenheit gegenüber der ÖBB-Holding AG? Interessant ist auch die Frage, wie sich denn die kolportierten 340 Mio. Euro Miese im Güterverkehr zusammensetzen. Wie sieht die Kostenperformance in den einzelnen Geschäftsbereichen aus? Gibt es bei RCA überhaupt Geschäftsbereiche, die gewinnbringend oder zumindest kostendeckend sind? Was passiert mit der Reederei-Agentur Dolphin-Shipping, die angeblich verkauft werden soll? Oder die nicht weniger brennende Frage, wie im innerösterreichischen Kombinierten Verkehr künftig produziert wird. Fällt der Nachtsprung im nationalen Kombi-Verkehr? Wird es weiterhin einen Einzelwagenverkehr im nationalen Kombi-Verkehr geben? Wie ist der Status quo in Sachen Flurbereinigung unter den vielen RCA-Tochtergesellschaften? Werden ICA und Ökombi miteinander fusioniert? Wird ein externer Partner in die RCA hereingenommen? Diese Fragenliste ließe sich noch weiter fortsetzen.... Rote Zahlen bei der SBB Cargo! Der Bahntrassenpreis in der Schweiz sollte an den Euro gebunden werden, forderten die Vertreter der Schweizer Güterbahnunternehmen (Nicolas Perrin, CEO, SBB Cargo; Dr. Dirk Stahl, CEO, BLS Cargo; Dr. Hans-Jörg Bertschi, Präsident, Hupac) anlässlich einer Podiumsdiskussion des Speditionsnetzwerks Propeller Club Port of Basel Ende Januar in Basel. Doch Dr. Peter Füglistaler, seit 2010 Direktor des Bundesamts für Verkehr BAV im Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK , winkte ab. Das BAV habe gerade erst eine Erhöhung der Trassenpreise angekündigt, um 300 Mio. CHF zusätzliche Einnahmen für Erhalt und Modernisierung der Bahninfrastruktur zu generieren. Es sei nicht gewillt, diese Mehreinnahmen durch die Übernahme von Währungsrisiken zu Nichte zu machen. Die Trassenpreiserhöhung halten die Herren Bertschi, Perrin und Stahl für kontraproduktiv. Seit 2010 steigt das Güteraufkommen auf der Schiene zwar wieder - in der Schweiz und im internationalen Verkehr, jedoch nicht in gleichem Maße der Ertrag. Die SBB Cargo fährt weiter Verluste ein. Ihr und allen anderen Schweizer Güterbahnunternehmen macht zudem der starke Franken im Transitverkehr zu schaffen. Die Bahnoperateure erwirtschaften ihre Erträge in Euro. Die Kosten für Equipment, Infrastruktur, Personal und Wartung fallen jedoch in der Schweiz an. Seit Dezember 2009 hat der Kursanstieg des Franken gegenüber dem Euro bei den Bahnen zu einem Ertragsrückgang von rund 15% geführt. Während Private, wie die BLS Cargo, Kosten zum Teil bereits ins Euro-Land ausgelagert haben, muss die Schweizer Staatsbahn in der Schweiz produzieren. Bei diesen Rahmenbedingungen bleibt den Bahnen nur, den Kurs der letzten Jahre fortzusetzen, weiter Prozesse zu standardisieren und zu optimieren und so Kosten zu senken. Effizienzsteigerungen sollen der SBB neue Containerterminals in Basel und Dietikon bringen. Das seit längerem geplante Gateway Limmattal in Dietikon ist als Drehscheibe für Containerverkehre auf der Schiene von und zu den Seehäfen konzipiert. Ms. express In Ergänzung dazu soll in Basel-Nord, in unmittelbarer Hafennähe, ein neues Terminal für den Containerumschlag Binnenschiff- Schiene entstehen. Fazit: Die Bahn bleibt den Schweizern lieb und teuer. Der Staat investiert, aber der starke Franken führt zu millionenschweren Verlusten im Transitverkehr. GRAFIK: STUDIO ZWACK | FOTO: ISTOCKPHOTO.COM.. 38 LOGISTIK express 1|2011 www.logistik-express.com

TRANSPORT LOGISTIK Jacobs Kaffee fährt Bahn Der Lebensmittelhersteller Kraft Foods produziert in Wien handelsfertigen Kaffee. Die Kaffeebohnen kommen aus Bremerhaven in loser Schüttung im Container nach Wien. Das schont die Umwelt und rechnet sich zudem, wie der Logistik express herausgefunden hat. Redaktion: Markus Trostmann Der US-stämmige Lebensmittelhersteller Kraft Foods produziert in Österreich in seinem Kaffeeröstwerk in Auhof die bekannten Kaffeemarken Jacobs und Hag. Am zweiten österreichischen Produktionsstandort in Bludenz werden Schokoladen der Marken Suchard und Milka herstellt. Der Weg der Kaffeebohne vom Ursprungsland bis nach Auhof ist ein langer und dennoch transparent nachvollziehbarer, wie Stefan Scheidel, Leiter der Rohkaffee-Logistik Nordeuropa bei Kraft Foods in Bremen, darstellt. 118 Mio. Säcke Kaffee werden jährlich weltweit produziert, der schwarze Rohstoff mit seiner angeblich aphrodisierenden Wirkung ist nach Erdöl das wichtigste Gut auf der Welt, das an den Börsen gehandelt wird, bemerkt der Logistiker so nebenbei. Die Kaffeebohnen wachsen in 65 Ländern auf der Erde zwischen dem südlichen und nördlichen Wendekreis. Österreichischer Kaffee kommt beispielsweise aus Kolumbien, Peru etc., wobei zwischen Hochland- und Tiefland-Kaffee unterschieden wird; man spricht dann von Arabica- und Robusta-Kaffeesorten. Bis in die 80er Jahre wurden die Bohnen traditionell in 60 Kilogramm Säcken verpackt und in die Verbraucherländer verschickt. Später kamen Container für den Transport zum Einsatz und heute sind es spezielle Bulk- Container, in denen bis 21 Tonnen Bohnen in eine Box kommen und vom Ursprungsland bis nach Auhof in der gleichen Box durchgeroutet werden, erklärt Scheidel. Präziser Ablauf Der Kaffee aus Übersee für Österreich und Deutschland wird in Bremerhaven umschlagen, dort prüft Kraft Foods die Qualität, es wird die Verzollung erledigt, die Feuchtigkeit akribisch gemessen und die Rohware bis auf Abruf für die Produktion im Hinterland gelagert. Seit zwei Jahren werden die Bohnen im Bulk-Container in einem so genannten Kaffeezug von Bremerhaven in den Kombi- Terminal Wien Freudenau gefahren. Einmal pro Woche kommt die Lieferung für die wöchentliche Produktion in Auhof an. Die Rollfuhr der Boxen von Freudenau ins Werk Auhof erfolgt per LKW mit kippbaren Chassis. Nach der Entleerung werden Boxen den Reedereien in Wien zurückgegeben. Merkliche Vorteile Die Umstellung der Logistik von LKW- auf Schienentransporte bedingte auch eine grundlegende Umstellung beim Produktionsablauf, berichtet Wolfgang Stadler, Betriebsleiter bei Kraft Foods in Auhof. Planung und Prozesse wurden auf die intermodale Anlieferung abgestimmt mit dem Ergebnis, dass gleich mehrere Vorteile nur einem Nachteil gegenüberstehen: Durch den Kombi-Transport entfallen 1.000 LKW-Fahrten pro Jahr zwischen Bremerhaven und Auhof, wodurch 35 Prozent weniger CO2 in die Luft geblasen werden. Die Bahn ist kalkulierbar, die Abhängigkeit von den straßenseitigen Unwägbarkeiten fällt weg, wobei gleichzeitig im Fall einer bahnseitigen Störung die Option für einen „Fall-back“ auf den LKW jederzeit gegeben ist, so Stadler. Der Nachteil: Änderungen beim definierten Wochenbedarf an Kaffeebohnen sind nicht möglich. Die Umstellung von LKW auf Kombi-Verkehr erfolgte nicht zuletzt aus betriebswirtschaftlichen Überlegungen. „Es muss sich für uns als Produzent rechnen“, stellt Stadler unmissverständlich klar. Für das grüne Mascherl allein ohne betriebswirtschaftlichen Mehrwert macht man diese Umstellung nicht. Das grüne Mascherl gab es dennoch: Für den Kaffeezug hatte Kraft Foods den Umweltpreis 2009 der Stadt Wien erhalten. (MT) www.logistik-express.com LOGISTIK express 1|2011 39

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