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LOGISTIK express Fachzeitschrift

TRANSPORT LOGISTIK

TRANSPORT LOGISTIK Österreich favorisiert die Schiene Österreichs Regierung gibt grünes Licht für Milliarden-Investments in die österreichische Bahninfrastruktur. Redaktion: Markus Trostmann Bei 11,5 Mrd. Euro liegt das Ausbaubudget für die Jahre von 2011 bis 2016. Das sind zwar um 1,5 Mrd. weniger, als vor zwei Jahren geplant war, doch so viel wie nie zuvor, lässt Verkehrsministerin Doris Bures die Österreicher wissen. Nicht weniger als 30 aktuelle Bahnausbauprojekte wurden auf den Prüfstand gestellt und nach ihrer Wirtschaftlichkeit abgeklopft. Doris Bures (Verkehrsministerin Österreichs), Alois Schedl (Vorstand Asfinag) und Chrisitan Kern (ÖBB-Holding Chef) ganz rechts ins Bild. „Wenn überall gespart wird und wir über Zurücknahme von Sozialleistungen reden, muss es auch zumutbar sein, bei Straßenprojekten über Einsparungen zu reden“, kündigte Bures Ende des Vorjahres an. Dieser Tage hat die Bundesregierung das von Bures vorgelegte Sparkonzept akzeptiert. Die Ministerin wird nicht müde zu betonen, was die 18 Mrd. Euro (11,5 Mrd. für die Schiene und 6,5 Mrd. für die Straßen) der Wirtschaft und dem Staat bringen werden. Jeder investierte Euro bewirke eine Wertschöpfung von zwei Euro. Der Tritt auf die Geldbremse hängt zusammen mit der dringend notwendigen Staatshaushaltssanierung und mit der Wirtschaftskrise in den vergangenen zwei Jahren. Bis 2025 rechnet man mit einem gedämpften Wirtschaftswachstum, einer moderaten Zunahme des Personenverkehrs und einem stark steigenden Zuwachs im Güterverkehr. Der Ausbauplan 2011 bis 2016 sei eine Anpassung an die Verkehrsprognose 2025+, ist Bures überzeugt. ÖBB bekommen mehr Dass die ÖBB Garantien für 11,5 Mrd. Euro und die Asfinag lediglich für 6,5 Mrd. Euro bekommen, spiegelt die verkehrspolitische Marschrichtung wider: Von der Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene wird nicht abgelassen. Daher der Fokus auf die Bahn. ÖBB-Holding-Chef Christian Kern will mit dem Geld den ÖBB-Masterplan mit zehn „netzwirksamen Etappen bis zum Zielnetz im Jahr 2032“ umsetzen. Mit dem bis 2016 durch den Staat garantierten Geld - das sich die ÖBB auf dem Kreditmarkt besorgen müs- „Die Güterströme von Asien nach Europa werden künftig stärker über die Adria-Häfen laufen.“ Christian Kern sen - stehen große Projekte auf dem Ausbauprogramm. Bis 2013 wird die neue Westbahn mit deutlich mehr Kapazitäten von Wien nach Innsbruck befahrbar sein. Bis 2015 soll Wien zu einem TEN-Knotenpunkt mutieren, wo es durchgehende Verbindungen im Fernverkehr Prag- Wien-Graz geben soll. Im Zeithorizont 2018 steht die Kapazitätssteigerung im Güterverkehr auf der Prioritätenliste. Darunter fallen der Güterterminal Inzersdorf bei Wien und der Ausbau der Pyhrnachse für den Güterverkehr. Bis 2022 wollen die ÖBB schnell von Wien aus nach Prag, Bratislava und Budapest fahren. 2024 wird es auf der Südbahn schneller und soll Wien-Graz in 1 Stunde 50 Minuten zu machen sein. 2025 steht der Lückenschluss auf dem Westbahnnetz auf der Agenda und von 2027 bis 2032 geht es um Ausbauphasen auf West-, Süd- und Brennerachse. Schon früher Gestalt annehmen sollen ein landesweiter Taktfahrplan und ein Hochleistungsstreckennetz mit einer Länge von 3.922 Kilometern. Hoffnungsachse Südbahn Kern spricht sich für den Bau des Semmering- und des Koralmtunnels aus; diese Projekte dürfe man auf keinen Fall isoliert sehen, sondern als Teil der Südbahnachse und als wichtigen Teil im europäischen Bahnnetzwerk. „Rein betriebswirtschaftlich betrachtet würden wir den Koralmtunnel nicht bauen“, räumte Kern allerdings ein. Der Plan, wie ihn Bures vor Augen hat: Die Koralmbahn soll zwei Jahre später, also 2022 statt 2020, befahrbar sein, die ausgebaute Semmering- Strecke hingegen schon ein Jahr früher mit Zeithorizont 2022. Die Südbahn ist laut Kern für den ÖBB-Güterverkehr eine große Hoffnungsachse: „Die Güterströme von Asien nach Europa werden künftig stärker über die Adria-Häfen laufen.“ Die Koralmbahn werde eine leistungsfähige Hinterlandverbindung darstellen, stellen sich Bures und Kern vor. (MT) FOTO QUELLE: BMVIT 36 LOGISTIK express 1|2011 www.logistik-express.com

TRANSPORT LOGISTIK ÖBB straffen die Produktion Die ÖBB setzen ein neues Produktionskonzept auf und wollen damit in den nächsten fünf Jahren 66 Mio. Euro einsparen. Redaktion: Markus Trostmann Mehr Effizienz soll erreicht werden bei der Ressourcen- und Fahrlagenplanung (38 Mio. Euro Einsparungspotenzial) und der „Bündelung von Strukturen“ (Einsparungsabsicht 2,4 Mio. Euro), es soll auch eine „Multifunktionalität“ beim Verschub geben, wo 26 Mio. eingespart werden sollen, wie ÖBB-Holding-Chef Christian Kern ankündigte. Bisher waren drei ÖBB-Unternehmen und zahlreiche Ansprechpartner dafür zuständig, einen Zug auf Schiene zu bringen. „Künftig wird das aus einer Hand mit eindeutigen Zuständigkeiten abgewickelt“, verspricht Kern. Durch die Einführung von Primär- und Sekundärnetzen wird die gesamte Produktion in einem gemeinsamen, angebotsgesteuerten System abgebildet. Damit gehörten die auf Auslastung ausgelegten Einzelwagen- oder kundengesteuerten Ganzzugsysteme der Vergangenheit an, heißt es dazu von höchster ÖBB-Weichenstelle. Stattdessen seien in Zukunft mehrere Hubs über hochfrequente Verbindungen länderübergreifend sowie mit dem lokalen und regionalen Sekundärnetz verbunden, über das die Zulieferung erfolgt, lässt Kern mitteilen. Neuer RCA- Vorstand seit Mitte Februar an Bord Die Umsetzung der neuen Produktionsstrategie müssen die neuen Vorstände bei Rail Cargo Austria (RCA) durchziehen. Der Niederländer Erik Regter (46) und Andreas Fuchs (45) sind seit Mitte Februar das neue Führungsduo an der Spitze des wirtschaftlich ins Trudeln geratenen ÖBB-Güterverkehrs. Einen neuen Chef gibt es auch bei der RCA- Tochter in Ungarn: Arnold Schiefer (45) trat ebenfalls zum 15. Februar die Geschäftsführung der Rail Cargo Hungaria (RCH) an und steht dort vor keinen leichten Aufgaben. Regter ist bei den ÖBB ein Quereinsteiger, der bisher eine internationale Karriere mit Stationen in der Slowakei, Tschechien, im Baltikum und in Frankreich durchlief. Von 2007 bis 2009 war er Geschäftsführer bei der Verbund International GmbH, für den RCA- Vorstandsjob übersiedelt er aus Paris, wo er zuletzt als Chief Operations Manager und Mitglied des Vorstandes des französischen Energieversorgers Poweo S. A. wirkte, wie aus dem Lebenslauf hervorgeht. Fuchs hingegen ist nicht neu bei der Bahn. Er kam 1985 zu den ÖBB und begann seine berufliche Laufbahn im Betriebsdienst im Stückgutbereich. Er arbeitete sich die Karriereleiter hoch und war u. a. Gründungsgeschäftsführer der ÖBB Postbus GmbH. Später avancierte er zum Chef von BEX Logistik und zum Geschäftsführer der ebenfalls zu RCA gehörigen Spedition Schier, Otten & Co. Ab 2008 zeichnete Fuchs als Leiter Strategie und Unternehmensentwicklung in der ÖBB-Holding AG verantwortlich. Im März des Vorjahres wurde er Finanzvorstand bei der ÖBB-Personenverkehr AG. Mit dem Abgang von Friedrich Macher und Günther Riessland im November des Vorjahres leitete Fuchs gemeinsam mit ÖBB-Holding-Chef Christian Kern die RCA. Letzterer zieht sich jetzt wieder auf seine Rolle als RCA- Aufsichtsratsvorsitzender zurück. Die beiden früheren RCA-Vorstände sind weiterhin im RCA-Haus: Friedrich Macher agiert als Geschäftsführer bei Express Interfracht (dafür musste der bisherige Geschäftsführer Ernst Aigner gehen) und Günther Riessland arbeitet „weiterhin an der Umsetzung des Turnaround der RCA“, verlautet aus der ÖBB-Holding. (MT) GASTKOMMENTAR Viel Lärm um nichts Die Logistikbranche darf - endlich - aufatmen, auch wenn die Causa Prima noch nicht endgültig abgehakt ist: Das Kartellgericht stellte kürzlich das Verfahren gegen Dr. Peter Muzik 40 heimische Spediteure ein, denen jahrelange Macheloikes beim Sammelladungsverkehr von Stückgut nachgesagt worden waren. Damit erlitt die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) eine schwere Schlappe. Sie wird zwar garantiert nicht aufgeben, sondern bis zum Obersten Gerichtshof gehen, aber nach menschlichem Ermessen auch dort nicht reüssieren. Die Aufregung in der Branche war jedenfalls gewaltig, und jetzt sind alle happy, dass die Bombe nicht detoniert ist. BWB-Chef Theodor Tanner muss sich allerdings die Frage gefallen lassen, ob sich seine Behörde nicht viel zu weit aus dem Fenster gelehnt bzw. zu verantwortungslos agiert hat. Immerhin stellte sie ein gutes Jahr lang in aller Öffentlichkeit gleich zig Unternehmen an den Pranger und brachte diese auf brutale Weise in Misskredit. Daher wäre zumindest eine gelbe Karte für die übereifrigen Wettbewerbshüter fällig. Österreichs Spediteure, die noch einmal mit dem Schrecken davongekommen sind, sollten ebenfalls nicht zur Tagesordnung übergehen, als wäre nichts geschehen. Die leidige Kartell-Diskussion hat ihr Image nämlich zweifellos angekratzt. Jetzt müssten die betroffenen Unternehmen, aber auch die Interessenverbände professionell reagieren und mit einer glaubwürdigen Öffentlichkeitsarbeit in die Offensive gehen. Das sind sie ihren Kunden schuldig - und nicht zuletzt sich selbst. Autor: Peter Muzik ist langjähriger Wirtschaftspublizist („Wiener Zeitung“, früher „WirtschaftsBlatt“ und „trend“) sowie Inhaber der auf Evaluation von PR-Aktivitäten spezialisierten Consultingfirma Public & Media. www. public-media.at www.logistik-express.com LOGISTIK express 1|2011 37

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