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LE-1-2011

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

INTRALOGISTIK SPEZIAL

INTRALOGISTIK SPEZIAL Shuttle-Systeme – Ganzheitlichkeit ist gefragt Die so genannten Shuttles oder Kanalfahrzeuge werden in der Intralogistik derzeit heftig diskutiert. Doch wo liegen die Nutzenpotenziale, wo machen andere Lösungen dagegen mehr Sinn? Wir haben im Folgenden versucht, einige Vor- und Nachteile dieser Technik aufzuzeigen. Redaktion: Thomas Wöhrle Grundsätzlich handelt es sich bei einem Shuttle-System um einen hochdynamischen Speicher zum Lagern und lieferungsreinen beziehungsweise sequenziellen Bereitstellen von Behältern. „Das Gesamtsystem besteht aus den Hauptkomponenten des Regalsystems, aus Vertikalliften mit fördertechnischer Anbindung an das Behälterfördertechniksystem sowie horizontal in den Regalgängen verfahrenden Shuttles“ erklärt Andreas Hartwig, Mitglied der Geschäftsleitung beim Beratungsunternehmen Miebach. „Je nach Aufgabenstellung sowie Hersteller werden die Hauptkomponenten dabei allerdings unterschiedlich ausgeführt.“ So unterscheidet man beim Regalsystem zum Beispiel zwischen der einfach- und der zweifachtiefen Lagerung. Die Erschließung der Regalebenen hängt darüber hinaus von der Position der Vertikallifte und der fördertechnischen Anbindung ab. Je nach geforderter Durchsatzleistung werden Behälter entweder nur vertikal transportiert oder einzelne Shuttles zwischen den Ebenen versetzt. Die Shuttles schließlich können je nach Hersteller eine bis drei Regalebenen mit Behältern verbeziehungsweise entsorgen. Höhere Leistung versus limitierte Behältergewichte „Die Vorteile des Shuttle-Systems gegenüber herkömmlichen Regalbediengeräten liegen in aller Regel in einer höheren, zum Teil skalierbaren Leistung, in einer verbesserten Raumnutzung und Flexibilität sowie in reduzierten Betriebskosten“, so Hartwig gegenüber Logistik express. Nachteile dagegen seien vor allem die höheren Investitionen, derzeit nur sehr begrenzte Referenzen und ein limitiertes Behältergewicht. „Wir sehen Shuttle-Systeme als die Zukunft in der Lagertechnik an und werden langfristig mit Sicherheit etwa 60 Prozent der vorhandenen Regalbediengeräte ersetzen“, sagt Matthias Kramm, Geschäftsführer beim Intralogistikanbieter Vanderlande Industries. „Welche Shuttle-Technik sich am Ende durchsetzen wird, hängt vom jeweiligen Bedarfsfall, wie der Leistung oder der Bedienung von Stellplätzen, ab.“ Die vorhandenen Shuttles würden auf jeden Fall immer leistungsfähiger, leichter und günstiger. TGW sieht Shuttles als ideale Ergänzung des Spektrums „Die Shuttle-Technik sehen wir als ideale Ergänzung unseres breiten Spektrums an Kleinteile-Regalbediengeräten in Richtung neuer Lösungsmöglichkeiten“, sagt Michael Etlinger, Pressesprecher bei der österreichischen TGW Logistics Group mit Sitz in Wels. „Shuttles eignen sich optimal für Anwendungen mit hohen Leistungen, beispielsweise wenn es um die exakt sequenzierte Bereitstellung von Artikeln für die Kommissionierung oder hoch dynamische Puffersysteme geht.“ Höhere Leistungen erzielten Shuttle-Systeme dabei vor allem durch die funktionale Entkopplung von Fahr- und Hubachse. Das Nadelöhr in Shuttle-Systemen stelle dagegen meist die Kapazität des Hebers dar, der die Lagerebenen mit der Fördertechnik verbindet. „Shuttle-Systeme stellen nicht für jede Anforderung die optimale Lösung dar“, so Etlinger. „Deshalb analysieren wir in jedem Projekt die Anforderungen sehr genau, um mit dem Kunden gemeinsam die optimale Geräteauswahl zu treffen - diese kann von klassischen Regalbediengeräten wie dem Stratus oder Mustang von TGW über hoch dynamische Hubbalkengeräte wie den TGW-Commissioner bis hin zu Shuttle-Systemen reichen.“ Werden unterschiedliche Funktionsbereiche in einer Lösung kombiniert, so sei auch der Einsatz von unterschiedlichen Techniken in einem Distributionszentrum eine oft zielführende Variante. Thomas WÖHRLE Logistik express Redaktion c/o Freier Journalist Logistik, Transport, IT-Systeme Swisslog gründet Joint Venture mit der Heron-Gruppe Mitte Januar 2011 hat Swisslog bekanntgegeben, im Rahmen von Servus Intralogistik, einem Gemeinschaftsunternehmen der österreichischen Heron-Gruppe und Swisslog, flexibel einsetzbare Transportroboter der neuesten Generation zu entwickeln und produzieren. „Mit dieser innovativen Technik soll das Potenzial im wachstumsträchtigen Bereich der hochdynamischen Lager- und Distributionslösungen verstärkt erschlossen werden“, sagt Swisslog-Sprecher Christian Winiker. „Die Transportroboter erlauben uns, neuartige Gesamtsysteme für hochdynamische Pufferlager und moderne Anbindungen an Kommissionierstationen anzubieten.“ Dabei gehe es insbesondere um Lager mit hohen Durchsatzleistungen für Kartons, Behälter und Tablare. Für Swisslog bedeutet das neue gemeinsame Unternehmen die ideale Ergänzung des Portfolios im Bereich der Leichtguttechniken. Mit Hilfe der neuen Transportroboter sieht man sich verstärkt in der Lage, innovative Gesamtsysteme für hochdynamische Pufferlager und moderne Anbindungen an Kommissionierstationen zu realisieren. Daniel Fink, Leiter der Division Warehouse & Distribution Solutions von Swisslog, zum Joint Venture: „Wir haben weltweit alle in Frage kommenden Systeme analysiert und sind zu der Überzeugung gelangt, dass wir mit den Transportrobotern der Servus Intralogistik das Produkt mit dem größten Potenzial gefunden haben.“ Shuttle-Pionier KNAPP setzt auf ergonomische Kommissionierung Das größte Potenzial des OSR Shuttle-Systems hat der österreichische Shuttle-Pionier KNAPP unter dem Schlagwort „Low Complexity Warehouse“ zusammengefasst. „Bisher wurden unterschiedliche Prozesse im Lager meist mit unterschiedlichen Techniken realisiert“, erklärt Roman Schnabl, Pro- 20 LOGISTIK express 1|2011 www.logistik-express.com

INTRALOGISTIK SPEZIAL duktmanager für Shuttle-Systeme bei KNAPP „Shuttle-Systeme haben genügend Leistung und Lagerkapazität, um alle Lagerprozesse mit einer Technik, oft in wenigen Gassen - sozusagen in einem Block - zu realisieren.“ Für den Kunden bedeute das wesentlich geringere Investitionskosten und weit weniger Energieverbrauch. Die Kommissionierung erfolgt komplett nach dem ergonomischen Ware-zum-Mann- Prinzip oder via manuelle Stationen, wo aus Durchlaufregalen kommissioniert wird, die automatisch vom OSR Shuttle befüllt werden. Der Einsatzbereich des OSR Shuttles gehe hin bis zu Pufferfunktionen, bei welchen eine sequenzielle Auslagerung beispielsweise für eine „Shop-friendly“-Lieferung möglich sei, so Schnabl. „Vorbehalte bei Shuttle-Systemen sehen wir generell keine, jedoch sind wir der Meinung, dass Regalbediengeräte im Lagerbereich, wo wenig Durchsatz und viel Lagerplatz gefordert sind, zum Teil noch ihre Berechtigung haben.“ KNAPP hat sein erstes OSR Shuttle-System bereits vor zehn Jahren auf den Markt gebracht, 6.500 Shuttles sind seitdem bei 120 Kunden im Einsatz. SSI Schäfer entwickelt Lösung für den Tiefkühlbereich Orientiert an den Markt- und Kundenanforderungen hat SSI Schäfer ein kombiniertes Lager- und Transportsystem entwickelt, das die Effizienz, Leistungsfähigkeit sowie Sicherheit eines Kanallagers steigern kann. Das Schäfer Orbiter System (SOS) ist mit moderner Funktions- und Energietechnik sowie einem umfassenden Sicherheitskonzept ausgestattet. Die Innovation: Die eingesetzte Power Cap Technologie des Orbiter Systems ist außerordentlich langlebig und ermöglicht einen problemlosen Einsatz auch im Tiefkühlbereich. Batteriewechsel entfallen bei diesem System ganz und die Lebenszykluskosten der Anlage werden optimiert. Der Orbiter und die für die Beschickung mittels Gabelstapler konzipierte Docking Station des Schäfer Orbiter Systems bilden eine Funktionseinheit, die eine effiziente Warenbereitstellung bei denkbar einfachem Arbeitsprinzip ermöglicht. Der Gabelstapler nimmt die Docking Station inklusive Orbiter auf und setzt diese in die frontseitigen Zentrierkonsolen der Regalkanäle. Das Einsetzen der Docking Station soll dank großzügiger Einfahrtoleranzen einfach, sicher, schnell und ohne Bedienerstress erfolgen. Bito und Dematic sehen Potenziale Der Lagertechnikspezialist Bito hat mit dem „Promotion Shuttle“ ein batteriebetriebenes, ferngesteuertes Kanalfahrzeug entwickelt, mit dessen Hilfe Paletten innerhalb eines Palettenregals effektiv gehandhabt und befördert werden können. Es organisiert beispielsweise Be- und Entladevorgänge, sorgt für kontinuierliche Entladung und übernimmt Inventurfunktionen. Der Shuttle fährt dabei in speziellen Führungsschienen selbstständig im Lagerkanal, ohne mit einem weiteren Trägerfahrzeug verbunden zu sein. Das Umsetzen des Shuttles zwischen den Lagerkanälen übernehmen konventionelle Gabelstapler. Das bereits im Jahr 2004 mit dem VDI Innovationspreis ausgezeichnete Multishuttle von Dematic ist ein kombiniertes Lager- und Transportsystem. Entwickelt, um Geschwindigkeit, Genauigkeit und den Durchsatz in der automatischen Kleinteilelagerung bei der Kommissionierung, Auftragsabwicklung, Konsolidierung und Sequenzierung zu steigern. Ursprünglich als eine leistungsstarke, preisgünstige und innovative Alternative zum klassischen AKL entwickelt, zeigt es seit seiner Markteinführung im Jahr 2006 neue Ansätze für die automatische Kleinteilelagerung auf. (TW) www.logistik-express.com LOGISTIK express 1|2011 21

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