Aufrufe
vor 6 Monaten

LE-1-2010

  • Text
  • Verpackung
  • Transportlogistik
  • Intralogistik
  • Express
  • Jaklitsch
  • Logistik
  • Unternehmen
  • Metro
  • Wien
  • Austria
  • Logistics
  • Entwicklung
LOGISTIK express Fachzeitschrift

HANDEL Was seit Jahren

HANDEL Was seit Jahren für eine ausgewählte Kundengruppe im Handel und Gastronomiebereich praktiziert wird, soll künftig offensiver betrieben und so die Kundenbindung gesteigert werden. Die Rede ist von der Hauszustellung der beim Großhändler Metro gekauften Waren zu dessen Kunden in der Hotellerie, Restaurants oder Cateringunternehmen. Die Zeiten, als sich der Koch eines Restaurants mal so zwischendurch schnell ins Auto setzt und schnell zum Metro fährt, um einkaufen, was in der Küche an Lebensmitteln gebraucht wird, sind vorbei. Der Koch bleibt in der Küche und Metro bringt die Lebensmittel oder Non-Food-Produkte bis zur Küchentür. „Wir haben in den vergangenen Jahren intern optimiert und wollen mit der Hauszustellung offensiv auf den Markt gehen und unseren Kunden bei Bedarf einen Mehrwert bieten“, sagt Johannes Schönburg, Geschäftsführer Finanzen und Logistik bei Metro Cash & Carry in der Wiener Metro-Zentrale. Um die Logistik der Food- und Non-Food-Produkte – Metro bietet 50.000 verschiedene Artikel an – zu bewerkstelligen, wurden bzw. werden an zehn von zwölf österreichischen Metro-Standorten so genannte „Schnelldrehlager“ errichtet, von wo aus die Zustellung mit Unterstützung zugekaufter Frächterdienstleistung abläuft. Der Kunde ist König „Logistik ist bei Metro Österreich erklärte Chefsache“ und somit strategisches Steuerungselement des Managements, betont Schönburg. Metro Cash & Carry nimmt für sich in Anspruch, in Österreich der billigste Anbieter in seinem Aktionsradius zu sein. Das bedingt eine straffe Logistikplanung, um die Kosten zu minimieren. „Niedrige Logistikkosten am Warenpreis können im Wettbewerb entscheidend sein“, merkt Karl Gigerl, Bereichsleiter Logistik, an. Bei Metro gibt es nicht einen starren logistischen Weg, vielmehr „bedienen wir uns aller gängigen Logistikprozesse“, betont er. Soll heißen: Die gänzlich ausgelagerte Logistik steht auf mehreren Säulen und es wird derjenige Weg gewählt, der prozess- und kostenmäßig am besten zum Produkt passt bzw. am besten mit den Kundenanforderungen am Point-of-Sale (POS) kompatibel ist. Bei der Logistik setzt Metro auch auf das Beschaffungsabholkonzept von Metro Gruppen Logistik, wo in großen Mengen über internationale Plattformen die Warenbereitstellung abgewickelt wird. Die Beschaffung von frischem Fisch wird über zwei internationale Plattformen in Cuxhaven und Frankfurt abgewickelt. Metro stellt zu Der Großhändler Metro Cash & Carry forciert in Österreich die Hauszustellung zu seinen Kunden. Dafür werden an zehn Standorten „Schnelldrehlager“ errichtet. Redaktion: Markus Trostmann In der Tiefkühllogistik fungieren zwei Konsignationslager in Passau und in Linz als Drehscheiben. Da Metro die gesamte Logistik extern erledigen lässt, zeichnen in diesem Bereich beispielsweise die Partner Frigologo, Daily und Brummer für die Beschaffung verantwortlich. Frische-Artikel sowie Obst und Gemüse werden über eine Plattform im niederösterreichischen Maria Lanzendorf zugeteilt und Produkte aus dem Non-Food und Food-dry-Bereich über ein Zentrallager in Wiener Neudorf disponiert. Für den Logistikjob ist hier der externe Dienstleister Weiss Lager und Speditionslogistik zuständig. Der Salat kommt auf kürzestem Weg Hat ein Gastronom beispielsweise einen stark schwankenden Bedarf an Salat, so „versuchen wir das über einen regionalen Lieferanten in der Nähe des betreffenden Großmarktes zu organisieren“, beschreibt Gigerl die Vorgangsweise. Der Salat kommt frisch und schneller zum Kunden; ihn durch ganz Österreich in Interview mit Johannes Schönburg Mitglied der Geschäftführung Metro Österreich ein Zentrallager zu karren und dann wieder retour in den Großmarkt wäre logistisch gesehen nicht klug. Durch die Einbindung lokaler Lieferanten lässt sich der Durchschnittsbestand im Großmarkt reduzieren und werden Abschriften aufgrund der schwankenden Nachfrage verhindert. Hohe Erwartungen an Lieferanten und Logistikdienstleister Wer bei Metro als Frächter, Spediteur oder Lagerdienstleister im Geschäft sein will, der muss nicht nur saubere Lagerhallen, einen ordentlichen Lkw-Fuhrpark und freundliche FOTOs: metro.at 36 LOGISTIK express 1|2010 www.logistik-express.com

HANDEL Fahrer vorweisen können. Schönburg: „Die Erwartungen an unsere Logistikdienstleister haben sich signifikant verändert.“ Die Partner müssen Qualität garantieren und Metro setzt bei seinen Lieferanten auf eine IFS-Zertifizierung. Damit sind diese Erwartungen und „noch viel mehr zur Gänze erfüllt“, fügt der Manager hinzu. Der „Blaue Blitz“ Interview mit KARL GIGERL Leitung Logistik Metro Österreich Metro bezieht seine Produkte von rund 1.200 Lieferanten; mit rund 350 davon gibt es einen Frachtkostenaustausch, so Gigerl. Das bedeutet in der Praxis: Metro kauft zwar grundsätzlich frei Großmarkt ein und müsste sich daher nicht um die Logistik bis ins Haus kümmern, tut das aber in jenen Fällen, in denen die Lieferanten die Logistik doch nicht selbst managen können oder wollen. „Wir können aufgrund unserer Kapazitäten besser bündeln und kümmern uns daher in diesem Fall um die Beschaffung und ziehen unsere Logistikkosten von der Rechnung des Lieferanten ab.“ Beim Transport von diesen Lieferanten hat Rail Cargo Austria (RCA), der Logistikkonzern der ÖBB, seine Hände im Spiel. Die Metro Gruppen Logistik hat im Rahmen einer Ausschreibung im Jahr 2005 die Beschaffungslogistik von den Frachtenaustausch-Partnern innerhalb Österreichs an RCA übergeben. Die Erfahrung bislang: „Wir sind mit der Performance zufrieden. Wir haben einen Ansprechpartner und die öffentlich vielfach kolportierten Qualitätsprobleme bei der Bahn scheint diese nur im Personenverkehr zu haben“, sagt Gigerl. Outsourcing macht Performance messbar Die Erfahrung mit Outsourcing ist für Metro sehr positiv. Gigerl: „Entscheidend ist immer, dass die Performance messbar ist, etwa durch Service Level Agreements in Form von Monitoring der Liefertreue, Kommissioniergenauigkeit etc. Outsourcing hat für Metro den Vorteil, Synergien von großen Netzwerken nutzen zu können. Qualität in der Dienstleistung wird belohnt oder sanktioniert. Und zwar mit einem Bonus-Malus-System. Hinterlässt der Logistikpartner einen guten Eindruck und wurde die Leistung besser erfüllt als vertraglich vereinbart, winkt ein Bonus. Gigerl: „Unsere Partner versuchen natürlich, immer gut zu sein.“ Klafft die Leistung zwischen Soll und Ist im Negativen auseinander, sieht es für den Dienstleister nicht so gut aus. Er hat Erklärungsbedarf und im ungünstigsten Fall weniger Geld in der Tasche, weil es Abstriche beim Entgelt gibt. Die Trends in der Handelslogistik konzentrieren sich derzeit ganz klar auf Liefertreue, Steigerung der Warenverfügbarkeit und effiziente, schlanke und systemgesteuerte Prozesse am POS. Schönburg: „Leider weisen einige Direktlieferanten nicht die Liefertreue-Performance auf, die wir von ihnen erwarten.“ Dieses Defizit zu beseitigen, daran werde derzeit auf Basis eines Masterplans mit Hochdruck gearbeitet. Denn eines ist klar: Letztendlich finden sich die Logistikkosten der Lieferanten im Rechnungspreis, und die Qualitätssicherung auf allen Ebenen sei man den Kunden schuldig. Alle reden von RFID, aber keiner will es RFID ist derzeit in aller Munde. Dessen Einsatz ist derzeit bei Metro in Deutschland ein ganz großes Thema, aber noch nicht in Österreich. Vereinzelt wird dieses Warenbewirtschaftungssystem via Funkerkennung bei Metro in Deutschland auf Colli-Ebene angewandt. Schönburg: „Bei uns wird das nicht angewendet, weil für ein kleines Land wie Österreich noch zu teuer und auch noch mit technischen Problemen behaftet.“ „Geld kostet nicht nur der Chip, sondern auch die dafür notwendige Hardware“, ergänzt Gigerl. Eine RFID-Anwendung auf Palettenebene sei aus Metro-Sicht nicht ausreichend. Wenn, dann idealerweise auf Colli-Ebene, weil damit der Nutzen wesentlich höher ist. Im Innovation-Center von Metro in Deutschland steht RIFD mit allen seinen Facetten auf dem Prüfstand. Das Unternehmen • METRO Cash & Carry Österreich • Sitz der Zentrale: Vösendorf bei Wien • Generaldirektor: Hans Gerhard Degen • Anzahl Großmärkte: 12 • Anzahl MitarbeiterInnen: 2.300 • Gesamtverkaufsfläche: 140.500 m² • Jahresumsatz 2008: Netto 808 Mio. EUR • Anzahl KundInnen: Rund 500.000, Kernzielgruppe aus HoReCa (Hotellerie, Restaurants, Cateringunternehmen) • Informationen unter: www.metro.at www.logistik-express.com LOGISTIK express 1|2010 37

LOGISTIK express informiert

LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 4
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 3
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 2
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2018 Journal 1
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2017 Special 1
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2017 Journal 4
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2017 Journal 3
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2017 Journal 2
LOGISTIK express Fachzeitschrift | 2017 Journal 1
LE-4-2016
LE-3-2016
LE-2-2016
LE-1-2016
LE-4-2015
LE-3-2015
LE-2-2015
LE-1-2015
LE-3-2014
LE-2-2014
LE-1-2014
LE-4-2013
LE-3-2013
LE-2-2013
LE-1-2013
LE-4-2012
LE-3-2012
LE-2-2012
LE-1-2012
LE-4-2011
LE-3-2011
LE-2-2011
LE-1-2011
LE-4-2010
LE-3-2010
LE-2-2010
LE-1-2010
LE-4-2009
LE-3-2009
LE-2-2009
LE-1-2009
LE-4-2008
LE-3-2008
LE-2-2008
LE-1-2008
OEQA-2018-2
OEQA-2018-1

© Copyright 2018 LOGISTIK express® Markus Jaklitsch. Alle Rechte vorbehalten.