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LOGISTIK express Fachzeitschrift

TRANSPORT Damit

TRANSPORT Damit Binnenhäfen keine „Trockenhäfen“ werden und zur Waterfront für irgendwelche Hafencitys mutieren, ist das erklärte Ziel der Entscheidungsträger im Güterverkehr die Integration aller Verkehrsträger, die dann so eingesetzt und miteinander verknüpft werden, dass sie ihre spezifischen Stärken optimal ausspielen können. Wie wichtig diese Aufgabe ist, zeigt die deutsche Bundesregierung durch die Bestellung eines eigenen Staatssekretärs für Güterverkehr und Logistik, der seit Anfang 2010 im Amt ist. Transport und Verkehr muss künftig – egal von welcher Seite man das Thema betrachtet – jedenfalls deutlich leiser, klimafreundlicher und effizienter werden. Auch die Europäische Kommission erachtet bei der Erarbeitung des Verkehrsweißbuches-2010, dass der Klimaschutz neben der vollständigen Integration aller Verkehrsträger künftig eine der Hauptaufgaben für die Logistik sein muss. Denn, die gegenwärtigen Wachstumsraten im Verkehrssystem, sind auf Dauer – bei aller Freizügigkeit - nicht mehr tragbar. Vielmehr sind zur Erreichung der gemeinschaftlichen Klimaschutz-Interessen in allen Bereichen noch viele Hausaufgaben zu machen. Mit Transportvermeidungsmaßnahmen allein, wird das nicht möglich sein. Zunehmende Bedeutung bekommt unter diesem Gesichtspunkt die Förderung des Hinterlandverkehrs mit den regionalen und überregionalen Verteilerzentren. Die optimale Ausnutzung der wasserseitigen Verkehrsinfrastruktur ist ein Beispiel im großen Aufgabenbereich. Eine aktuelle Studie zum Thema „Grüne Logistik“ des Deutschen Speditions-und Logistikverband (DSVL), durchgeführt vom Institut für Nachhaltigkeit in Verkehr und Logistik (INVL Hochschule Heilbronn), kommt zum Schluss: Spediteure und Logistiker können einen entscheidenden Einfluss auf die Emissionsproblematik nehmen. Tatsächlich sollte das auch nicht sonderlich schwer sein, denn es gibt nur wenige ganz große Logistikunternehmen, die aber über einen wesentlichen Marktanteil verfügen. Sie, die Spediteure und Logistiker, haben es also tatsächlich in der Hand. Solange in der Logistik aber die Merkmale Preis, Zuverlässigkeit und Sicherheit (in dieser Reihenfolge) dominieren, wird es keine nachhaltige „grüne Logistik“ geben. Für die Mehrheit der in der zitierten Studie befragten Logistiker, spielt zum Beispiel die Nutzung des KV oder ein Verkehrsträgerwechsel eine untergeordnete Rolle. Die befragten Logistiker sprechen sich zwar für die Bedeutung von „grüner Logistik“ aus, sind aber der Meinung, dass die Ausnutzung von Umweltschutzpotenzialen durch externe Einflüsse erschwert green logistics = blue logistics Beim Thema „green logistics“ kommt es nicht nur auf die Farbe Grün an. Die Beteiligten sind sich manchmal noch nicht darüber einig, wie sich grüne Logistik tatsächlich definiert. Für einige ist es Verkehrsvermeidung, für andere die Erfüllung von ISO-Normen und manch einer will nur darüber reden. Redaktion: Kapt. Peter baumgartner wird. Als einen der Hauptgründe nennen sie dabei das fehlende Angebot alternativer Verkehrsträger. Dieses schlechte Ergebnis aus der Sicht der Binnenschifffahrt lässt sich darauf zurückzuführen, dass der Großteil der Antworten aus Logistikunternehmen kommt, die von der Struktur her zum Beispiel gar keine Binnenschifffahrt nutzen können. Ein wesentlicher Teil des Straßengüterverkehrs spielt sich in Bereichen ab, die für Binnenschiffe entweder zu kurze Strecken befahren, oder die falschen Güter(Mengen) transportieren. Das Studienergebnis verwundert daher nicht: wenn überhaupt alternative Verkehrsträger eingesetzt werden, dann rangiert die Binnenschifffahrt abgeschlagen hinter der Luftfracht, Seeschifffahrt und Bahn an letzter Stelle. Dass es auch anders geht, zeigt ein privater Anbieter schön seit längerer Zeit im Amsterdam. Gut, dort haben immerhin rund 25 % der potentiellen Kunden einen Wasserzugang, aber Amsterdam leidet wie die meisten anderen Großstädte auch unter den Auswirkungen des wachsenden Straßenverkehrs. Die Kanäle der Stadt waren zwar schon immer auch Transportadern, verloren aber im Laufe der Zeit zunehmend an Bedeutung. Inzwischen Interview Peter Baumgartner NassPress ist die Überlastung der Straßen groß genug und man erinnert sich wieder an die wasserseitigen Transportmöglichkeiten. Batteriebetriebene Lastkähne transportieren völlig lautlos und emissionsfrei Baumaterial durch die Stadt. Achtundvierzig Paletten kann so ein Fahrzeug transportieren. Es ist geplant, dass mindestens zwanzig Prozent der innerstädtischen Lieferungen künftig über Wasser laufen soll. Das funktioniert auch in der Stadt Utrecht, wo man jetzt ein ganz neues „Bier-Boot“ eingesetzt hat, das sehr innovativ mit einem E-Antrieb den LKW-Verkehr der Stadt wirksam entlastet. Dafür wurde die Stadt mit einem Distributions-Preis ausgezeichnet und sogar von der Europäischen Union (EFRE) gefördert. Ausgerüstet mit ei- FOTOs: cityfoto.at 32 LOGISTIK express 1|2010 www.logistik-express.com

TRANSPORT nem PALFINGER Kran PK 8501, sind selbst hohe Kaimauern oder Uferböschungen kein Problem für die Verladung. Weitere Wasser- LKW sollen bald folgen. Schon interessieren sich etliche andere Großstädte für das Projekt. Paris transportiert ebenfalls bereits am Wasser. Seit 2005 sammelt die Stadt das Altpapier per Schiff. 4500 LKW-Fahrten pro Jahr werden so in der Stadt eingespart. Niemand wird auch der Ford-Logistik grüne Erfolge absprechen, wenn man sieht, dass ein einziges RoRo- Schiff 500 – 600 PKW transportiert und damit jährlich unzählige LKW-Fahrten eingespart werden. Wann ist die Logistik grün? Diese Frage lässt sich nicht ganz leicht beantworten. Erstens gibt es noch keine einheitlichen Parameter und zweitens wird ein vermeidbarer Transport nicht deshalb grün, weil er mit weniger Emissionen gefahren wurde. Eine kurze, zielorientierte Definition von Logistik lautet: die Verfügbarkeit des richtigen Gutes, in der richtigen Menge, im richtigen Zustand, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, für den richtigen Kunden und zu den richtigen Kosten. Um den Transport künftig auch unter dem Gesichtspunkt von „green logistics“ richtig beurteilen zu können, wird man diese Parameter wohl ergänzen und die Kennzahlen der Transportmittel neu definieren müssen. Vielleicht wird es auch notwendig sein, bei der Klassifizierung von Transporteinheiten nicht mehr primär technische Merkmale zu berücksichtigen. Außerdem, grüne Logistik hat nicht nur allein etwas mit Transport zu tun. Damit „green logistics“ auch zu „clean logistics“ wird, sind Fragen wie Industrieansiedlungspolitik, Verkehrswegeplanung und Stadtplanung ganz wesentlich entscheidend darüber, wie grün Logistik überhaupt sein kann. Fehler der Vergangenheit - wo man zum Beispiel ein Kraftwerk in Donaunähe so errichtet hat, dass ja kein Schiff Rohstoffe anliefern kann – wird heute sicher niemand mehr machen. Mit den MOE Ländern und dessen wachsenden Wirtschaftsraum im Hintergrund, ist auch die Industrie und Politik gefordert, im Sinne einer grünen Logistik unterstützend zu planen. Volle Kraft voraus! Ennshafen, der jüngste Donauhafen im dynamischen Wirtschaftsraum Oberösterreich, setzt seinen Erfolgskurs trotz Wirtschaftskrise konsequent fort und investiert jetzt fast 9 Millionen Euro in den Infrastrukturausbau. Ennshafen OÖ GmbH Aufsichtsratsvorsitzender Bundesrat Gottfried Kneifel, Wirtschaftslandesrat KommR Viktor Sigl, Ennshafen OÖ GmbH Geschäftsführer Mag. Christian Steindl Hafen GF Mag. Christian Steindl erleichtert damit für seine Kunden den Zugang zur „green logistics“ und hält fest: „Eine leistungsfähige Containerinfrastruktur stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Exportwirtschaft. Neben dem maritimen Verkehr, wird der kontinentale Verkehr am stärksten wachsen.Wesentlich für die stärkere Verlagerung von Straßenverkehr auf Schiene und Wasserstraße, ist die Verfügbarkeit einer ausreichenden Infrastruktur an den Umschlagsknotenpunkten. Deshalb wird der Ennshafen zu einer leistungsfähigen, trimodalen Logistikdrehscheibe weiter ausgebaut“. Bereits im Mai 2009 startete der Ennshafen mit einer vorgezogenen Investitionsoffensive. AR Vorsitzender Bundesrat Gottfried Kneifel will durch die Erweiterung des Übergabe- Bahnhofes im Hafen, die trimodale Logistikdrehscheibe in Oberösterreich weiter für den Kombiverkehr ertüchtigen. In den kommenden Monaten werden rund 3,8 Millionen Euro in den Ausbau des Übergabe-Bahnhofes und in die Schaffung von 1.980 Meter zusätzlichen Gleislängen investiert. Damit wird dann auch eine deutliche Effizienzsteigerung bei den Verschubarbeiten erreicht werden können. Zusätzlich wurden vom Aufsichtsrat bereits Investitionen in der Höhe von 5,15 Millionen Euro für die Errichtung einer neuen Kaimauer im Hafenbecken West genehmigt. Dieser neue Kai 21 – eine 360 Meter lange Stahlbetonmauer mit einer 25 Meter breiten und befestigten Das Unternehmen Oberfläche, wird auch eine Verlängerung der bereits bestehenden Gleisanlagen beinhalten. Diese Maßnahmen bringen für den Containerterminal (Umschlag 2009 – 159.000 TEU) zusätzliche Gleiskapazitäten, insbesondere für die Abwicklung von Einzelwagenverkehren. Zusätzlich entstehen neue Flächen für die trimodalen Containerdienstleistungen. Die großen Investitionen am Standort Ennshafen wurden möglich, weil das Bundesland Oberösterreich mit seinem Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer das Konjunkturpaket vorgezogen hat. Wissend, dass es gerade in Zeiten wie diesen wichtig ist, richtungsweisende Signale für die regionale Exportwirtschaft zu setzen. Im Einzugsgebiet des Ennshafens, inklusive Mostviertel, wird ein Drittel (!) der österreichischen Exporte produziert. Das gesamte Bundesland Oberösterreich hat eine Exportquote von 65 % und einen Anteil von rund 28 % am Gesamtexport Österreichs. Die gesetzten Ausbaumaßnahmen sind also auch extrem konjunktur- und arbeitsplatzwirksamen. Die Entscheidungsträger im Land wissen um die Bedeutung einer leistungsfähigen Infrastruktur und kostengünstige Verbindungsmöglichkeiten zu den europäischen Seehäfen für den kombinierten Verkehr. • Ennshafen - Modernster Containerterminal in Österreich • Fläche (CTE): derzeit 80.000 m2 • Gleiskapazität: derzeit 4 Gleise à 750 Meter Länge • Kailänge: 630 Meter • Größter Containerbrückenkran an der Donau: 102 Meter Spannweite, wasserseitige Auskrangung von 22 Meter ermöglicht die Bedienung von zwei Schiffsbreiten. • Direkte Anbindung über die B1 zur Westautobahn A1 (Nordumfahrung Enns) • Ab Herbst 2010 – mit Fertigstellung der B309A – direkte Anbindung an den bedeutenden Wirtschaftsraum Steyr und Autobahnanbindung Enns Mitte • Info: www.ennshafen.at www.logistik-express.com LOGISTIK express 1|2010 33

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