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LE-1-2009

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

SPEZIAL Der 25.

SPEZIAL Der 25. Logistikdialog der BVL (Bundesvereinigung Logistik) Österreich steht in seinem Jubiläumsjahr unter dem Motto „Mut in der Logistik- mit ganzheitlichen Lösungen zu nachhaltigem Erfolg“. Am 12. und 13. März 2009 verwandelt sich die Eventpyramide Vösendorf zum Mekka der Logistik, hochkarätige Sprecher veredeln das bunte Programm. Doch nicht immer hatte dieses Thema den Stellenwert, den es heute genießt. Interview mit ALBERT OBERHOFER Logistik Club Leoben Der Siegeszug einer Idee „In den 70er Jahren war das Kompensieren der Zerstörungen nach dem Krieg in einer Sättigungsfunktion angelangt. Ab nun galt es, sich gegen die Konkurrenz zu behaupten, und plötzlich gewann die Verbesserung von Qualität und Service an Bedeutung, der Preis allein zählte nicht mehr“, erinnert sich em. Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dr. hc. Albert Oberhofer zurück. Um diese Verbesserungen zu erzielen, konzentrierten sich die Unternehmen wieder auf ihre Kerngebiete, es kam zur Arbeitsteilung innerhalb der Volkswirtschaften und auch auf internationaler Ebene. „Doch wo es eine Arbeitsteilung gibt, muss es auch wieder eine Arbeitsvereinigung geben, und das war und ist der wesentliche Auftrag der Logistik“, fährt Oberhofer fort. Zwar waren laut seinen Aussagen das Fließen und der Ablauf der Funktionen bereits in den 30er Jahren interessant, allerdings mangelte es damals am richtigen Werkzeug, der EDV. „Erst die moderne Informationstechnologie bot die nötigen Voraussetzungen für unternehmensübergreifende Koordination“, ist Oberhofer überzeugt. Auch an die Entstehung des ersten Logistik-Dialogs kann er sich noch gut erinnern: „Ich war Vorstand an der Montanuniversität Leoben, und einer meiner Assistenten, Dr. Herbert Bäck, schrieb eine Dissertation zum Thema Logistik. So ergab es sich, dass er mit der Durchführung des ersten Logistik-Dialogs – damals noch unter der Leitung der österreichischen Akademie für Führungskräfte – betraut wurde.“ „Unser Leitgedanke war, das frisch aufkeimende Gedankengut synergetisch zusammenzufassen und auf eine Plattform zu stellen. Ich Mut in der Logistik „Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende“, sagte einmal der weise griechische Philosoph Demokrit. Wenn er damit Recht behält, stehen die Chancen gut, Anfang März im Süden von Wien einer Menge glücklicher Leute zu begegnen – oder solchen, die es werden wollen. hätte niemals mit dem enormen Zuspruch der nächsten Jahre gerechnet“, zeigt sich Dr. Herbert Bäck, der die ersten zehn Logistik- Dialoge geleitet hat, überrascht. Schließlich mussten die damaligen Logistiker gegen viele Widerstände ankämpfen, besonders in den Vertriebsabteilungen der eigenen Betriebe: „Lange Zeit waren die Vertriebsmitarbeiter die großen Dominatoren im Unternehmen, an ihnen hing der Erfolg. Doch plötzlich kamen die Logistiker und begannen, alt eingefahrene Strukturen zu hinterfragen und beispielsweise die Wahrscheinlichkeit des Geschäftsabschlusses anzuzweifeln, da sie verfrühte Produktionen verhindern wollten. Sie stellten sich quasi gegen den „schönsten Mann des Unternehmens“ – da machte man sich nicht unbedingt nur Freunde“, schmunzelt Bäck. Die Zusammenkünfte in Form des Dialogs sollten helfen, das Thema zu verbrei- FOTOS: ISTOCKPHOTO.COM 14 LOGISTIK express 1|2009 www.logistik-express.at

SPEZIAL ten und durch gegenseitigen Erfahrungsaustausch zu lernen. „Gerade zu Beginn war es sehr schwer, es wurde auch viel „Worthülsenlogistik“ betrieben. Nur weil man auf die Tür statt „Magazin“ plötzlich „Lagerlogistik“ schrieb, hatte sich im Denken und Handeln noch nicht viel geändert. Genaue Definitionen fehlten. Aber es war der Anfang, und ein paar Jahre später wurde es dann akzeptiert“, resümiert Bäck. Interview mit CHristian skaret BVL Vorstand und Geschäftsführer ECONSULT Positives Denken am 25. Kongress „Wir wollen zwei Tage Euphorie walten lassen“, gibt sich Ing. Christian Skaret, Präsident der Bundesvereinigung Logistik (BVL), resolut. „Wir möchten die Leute dazu bewegen, die Krise als Chance zur Kreativität zu sehen, um die Organisationen dem „state-of-theart“ anzupassen, damit sie dann, wenn die Situation überwunden ist, gleich auf hohem Niveau losstarten können“, meint Skaret und stellt eine These auf: „In Zeiten, wo das operative Geschäft rückläufig ist, muss man die Gelegenheit nutzen, die Organisation des Unternehmens auf den neuesten Stand zu bringen, denn schließlich macht man eine Inventur auch zu Ruhezeiten und nicht bei Vollbetrieb.“ Er rät zu einem „Fitnesscheck“ vor dem Aufschwung, damit man überflüssigen Ballast rechtzeitig loswird. „Die BVL stellt den diesjährigen Logistik-Dialog in diesen Dienst, damit das Publikum mutige Fallbeispiele unterschiedlicher Sparten vorexerziert bekommt, wie ähnlich geartete Unternehmen in dieser Situation agieren und erfolgreich sind“, liefert Skaret die Erklärung für die Vielfalt der beitragenden Unternehmen. Der Jubiläumsdialog soll etwas ganz Besonderes werden, 22 Funktionäre haben auf ehrenamtlicher Basis ein dreiviertel Jahr lang geplant und vorbereitet, um mit der „Creme de la Creme“ der Branche ein wunderbares Fest der Logistikfamilie für Mut und positives Denken zu feiern. Nötige Marktbereinigung „Wir möchten mit den Inhalten des Logistik- Dialogs einen Baustein des Optimismus in die verunsicherten Entscheidungsträger bringen. Anhand klarer Fallbeispiele statt leerer Worthülsen sollen sie Möglichkeiten aufgezeigt bekommen. Aber trotz des ganzen positiven Denkens muss uns auch klar sein, dass nicht jedes Unternehmen die Krise überstehen wird“, bleibt Skaret realistisch. Darum steht er auch manchen staatlichen Rettungsversuchen kritisch gegenüber: „Auch wenn es unpopulär ist, sollte die Politik in manchen Fällen überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist, jeden Patienten mit aller Kraft am Leben zu erhalten. Denn viele hatten schon vor der Krise eine starke Immunschwäche in Form geringer Eigenkapitalquoten, hier käme es zu einem notwendigen Bereinigungseffekt“, ist Skaret überzeugt. Die Vortragenden des Logistik-Dialogs sind alle Experten auf ihrem Gebiet. Wer ihnen aufmerksam zuhört, kann aus den von ihnen umgesetzten Lösungen und Ideen, die als leuchtende Beispiele für menschliche Kreativität und Einfallsreichtum angesichts schwieriger Situationen stehen, Vieles lernen. „Nachhaltigkeit durch Effizienz“ Prof. Dr.-Ing. Raimund Klinkner, Vorstandsvorsitzender der Knorr- Bremse AG, Vorstandsvorsitzender der BVL Deutschland: „Was in der ersten Jahreshälfte 2008 als Finanzkrise begann, hat im vierten Quartal Raimund Klinkner die Realwirtschaft und damit auch die Logistik erreicht. Das Tempo und die Intensität, mit denen sich ökonomische Prozesse seitdem vollziehen, überraschen auch erfahrene Wirtschaftsexperten. Die Talfahrt beschleunigt sich zudem von Woche zu Woche; der Handlungsdruck wächst. Bei der Mehrzahl der wirtschaftlich Verantwortlichen herrscht wohl Konsens darüber, dass kluges, strategiegetriebenes Agieren die richtige Antwort ist. Effizienz ist der Schlüssel zur Nachhaltigkeit unternehmerischer Tätigkeit. Nur wer sein Tagesgeschäft vollumfänglich beherrscht, wer Transparenz und geeignete „Stellschrauben“ geschaffen hat, kann mit der gebotenen Sensibilität reagieren. Bewährte Methoden und Verfahren der Logistik sind in der gegenwärtigen weltwirtschaftlichen Situation so konsequent wie nie umzusetzen. Operative Exzellenz bringt Effizienz und garantiert den nachhaltigen Geschäftserfolg. Zum Thema Mut schrieb schon der lebenskluge Dichter Fontane „Am Mute hängt der Erfolg“. Erfolg ist in der Regel das Ergebnis einer positiven inneren Haltung, ausgezeichneter Konzepte und akribischer Arbeit. Wer den Erfolg will, braucht Optimismus. Analysen müssen wohl fundiert und schonungslos sein, darauf aufbauende Strategien und Konzepte realistisch - und dabei konsequent zukunftsorientiert. Und schließlich bedarf es des unternehmerischen Mutes, die Ideen umzusetzen, trotz aller externen oder auch internen Irritationen, die es zwangsläufig immer geben wird.“ „Die 10 Gebote für mutige Logistiker“ Helmut A. Gansterer, Autor und Co-Herausgeber für das Wirtschaftsmagazin „Trend“, Kolumnist bei „Profil“ und „Autorevue“: „Dieser Vortrag ist der Versuch eines opus magnum: 30 Jahre Studium der Erfolgs-Phänomene und Versagens-Gründe in drei Kontinenten, verdichtet auf eine akademische Stunde, plus Auditoriums-Diskussion. Die maßgeblichen Eigenschaften der Erfolgreichen sind nicht unverrückbares Schicksal, sondern erlernbares Geschick. Entscheidend ist die Fähigkeit, sich mental umzustellen: von Ruhe auf Bewegung, vom Alten aufs Neue, vom Sicheren aufs Gewagte. Einige Techniken sind dabei behilflich. Sie lösen Bremsen, die Kreativität und Selbstvertrauen hemmen, und sorgen für einen Energiefluss auf hohem Niveau. Mein Vortrag zum Thema Erfolgspsychologie gliedert sich in zwei Teile. Im psychologischen Teil lernt man über den richtigen Umgang mit sich selbst und vom Lösen der inneren Blockaden. Im zweiten Teil steht der persönliche Energiehaushalt im Mittelpunkt. Ich möchte jenen Zuhörern konkrete Tipps geben, die an die Spitze streben oder dort bleiben wollen. Die im Vortrag gebotenen Weisheiten stammen zur Hälfte von prominenten Gesprächspartnern aus Japan, China, Europa und USA wie Kaku, Shih, Levy und Gates. An der Seitenlinie assistierten Wissenschaftler wie Mandelbrot, Popper und Riedl. Der Rest ist hausgemacht, als persönliche Philosophie. Das Thema Mut gefällt mir sehr gut und war für mich überraschend, da der Begriff „Logistik“ wenig Raum für Emotionen lässt, Mut hingegen ist eine Emotion, das kann sehr spannend werden.“ Fortsetzung auf Seite 16 und 17 www.logistik-express.at LOGISTIK express 1|2009 15

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