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LE-1-2008

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LOGISTIK express Fachzeitschrift

UNTERNEHMEN IM FOKUS Mit

UNTERNEHMEN IM FOKUS Mit dem Repair Clearing Concept von ComBase werden Retouren endlich transparent und entlang der gesamten Kette koordiniert. Das spart nicht nur Zeit bei der Abwicklung, standardisierte Eingabemasken vereinfachen zusätzlich die Reparatur-Administration. Servicelogistik am POS – erfolgreich retournieren mit ComBase Vom Shop zum Service und retour in nur 10 Tagen. Bislang erfolgte die Servicelogistik in Österreich eher unkoordiniert am POS (Point of Sale), defekte Geräte wurden mittels verschiedener Logistikdienstleister wie der Post zu unterschiedlichen Servicecentern verfrachtet, um dort repariert zu werden. Durch die oft jeweils einzelne Verpackung und Versendung entstanden hohe Kosten, die durch eine Bündelung wesentlich verringert werden können. Genau hier setzt die ComBase, die seit August 2007 unter dem Namen ComBase Central Eastern Europe Holding AG firmiert, an. Diese Vereinigung von Top- Unternehmen ermöglicht die Bündelung einzeln abrufbarer Dienstleistungen zu einem kompletten, übergreifend funktionierenden Dienstleistungspaket entlang der Supply Chain elektrotechnischer und elektronischer Produkte auf durchgehend hohem Qualitätsniveau. Die Händler nehmen die Kunden- und Gerätedaten der Retourware direkt am POS in eine eigene EDV-Plattform auf, der Kunde erhält einen Lieferschein samt Pin-Code, mit dessen Hilfe er im Internet stets den aktuellen Gerätestatus abfragen kann. Durch die Weitergabe der Daten entlang der gesamten Kette besteht hundertprozentige Verfolgbarkeit. Bei ComBase angelangt, werden die Geräte auf Servicecenter aufgeteilt, nach der Reparatur kommen sie zurück zu ComBase, von wo aus sie an die Shops retourniert werden. Gleichzeitig erhält der Kunde eine SMS- Benachrichtigung über die Abholungsdaten. Für Peter Benedet, Vorstand im Bereich Operations, liegen die Herausforderungen des Unterfangens klar auf der Hand: „Um mit diesem Konzept erfolgreich zu sein, muss man alle Beteiligten von den Netzbetreibern über die Händler bis hin zu den Servicestätten vereinen. Das haben wir geschafft – monatlich laufen etwa 25.000 Geräte durch unser System“. Durch die Standardisierung über die Plattform entsteht auch Transparenz für die Hersteller. Die garantierte Durchlaufzeit pro Gerät beträgt 10 Werktage. In 98 Prozent der Fälle wird die Durchlaufzeit auch tatsächlich erreicht, bei Überschreitung tritt ein Warnsystem in Kraft, das beispielsweise die Ausgabe eines Tauschgerätes auslöst. Der Transport der Geräte vom POS zu ComBase erfolgt per DPD, zu den Servicecentern gibt es zumeist Shuttles der Center selbst, wenn nicht, kommen Paketdienstleister zum Einsatz. ComBase und Philips – eine funktionierende Partnerschaft Seit eine EU-Richtlinie festlegt, ab welchem Gewicht es für den Kunden nicht mehr zumutbar ist, Geräte selbst zur Reparatur zu bringen, hat die Anzahl der Abholaufträge stark zugenommen. Um dieser Richtlinie möglichst effizient nachzukommen, hat Philips ComBase die Zentralisierung des Services übertragen. Hierzu zählt die Abholung der Geräte vom Kunden inklusive abschließen und verpacken. Besonders das Gewicht und die Größe der Geräte, beispielsweise Flat-Fernsehbildschirme für die Wandmontage, stellten eine große Herausforderung dar. Daher wird im Vorfeld mittels einer Hotline nicht nur der Abholungstermin vereinbart, es erfolgt auch eine Kategorisierung und dementsprechend die Auswahl des passenden Logistikdienstleisters. Ein Koordinator bei Philips steuert hierbei zentral sämtliche Frachtführer. Um den Transport möglichst effizient zu gestalten, hat ComBase eine eigene Kunststoff-Mehrwegverpackung entwickelt. Im Vordergrund standen bei der Entwicklung neben der Effizienz vor allem die Stapelfähigkeit sowie der Transport- und Nässeschutz des Inhaltes, etwa wenn die Kiste auf nassem Untergrund abgestellt werden muss. Auch die Einfachheit der Bedienung war ein wichtiger Faktor, die Verringerung der Handlingtime am Einsatzort spart zusätzlich Kosten. Durch die Mehrwegverpackungen können etwa 1.500 Kartonverpackungen jährlich eingespart werden. Derzeit kommen 70 Boxen zum Einsatz, die dank ihres Aufbaus mit Zwischenwänden nahezu beliebig große Güter fassen können. Der Abholer macht direkt beim Kunden ein Digitalfoto, das mitverwaltet wird, und versieht das Gerät mit Schutzfolien und einer Nadelhülle für den sicheren Transport. Benedet: „Von der Abholung über die Reparatur bis hin zur Auslieferung zum vereinbarten Zeitpunkt vergehen nicht mehr als sieben Werktage.“ Und was bringt die Zukunft? Die zukünftige Entwicklung liegt für Benedet klar auf der Hand: „Die Abholung am POS wird ausgeweitet werden, handle es sich nun um MP3 Player, Konsolen oder andere Kleingeräte. Grenzen setzt dabei nur das Gewicht.“ Hierbei bezieht er sich auf die Standard-Gewichtsbeschränkung der Paketdienstleister von 31,5 kg. Der Ausweitung des Repair clearing Concepts nichts im Wege, besonders die durch die Bündelung der unterschiedlichen Hersteller freigesetzten Skaleneffekte steigern die Attraktivität des Angebots zusätzlich. In diesem Fall ist nämlich mehr gleich weniger – je mehr Hersteller und POS-Stellen sich beteiligen, desto geringer werden die Kosten pro Retoure bei gleichzeitig steigender Prozesssicherheit und –qualität. Derzeit ist ComBase in den Branchen Telekommunikation, IT und Consumer Electronics tätig – doch wer sagt, dass man ein erfolgreiches Konzept nicht erweitern kann? FOTO: ISTOCKPHOTO.COM 28 LOGISTIK express 1|2008 www.logistik-express.at

IM GESPRÄCH Unterstützung der Kommunen. „Ohne Kontakte und lokale Kompetenz werden Sie es nicht schaffen“, sagte Valentin Bicu. (v.l.n.r.) Jörg Menzer, Wilfried Sihn, Johannes Elsner, Thomas Peter und Valentin Bicu. Ein „Kaminabend“ der Fraunhofer-Gesellschaft in Wien war der Herausforderung Rumänien gewidmet. Unternehmer berichteten von ihren Erfahrungen bei Werksansiedlungen, von wirtschaftlichen Vorteilen und kulturellen Unterschieden. Der Zug fährt gen Osten Unter dem Motto „Was ist los in Rumänien?“ lud die Fraunhofer-Projektgruppe für Produktions- und Logistikmanagement in Wien zum Kaminabend in den Hörsaal des Instituts für Managementwissenschaften der TU Wien. Im ehrwürdigen Hörsaal mit Deckenmalerei versammelten sich dutzende Unternehmer, um aus erster Hand über „Möglichkeiten und Herausforderungen in Rumänien“ zu erfahren. Gastgeber Univ. Prof. Wilfried Sihn hob in seiner Einleitung hervor, dass die Montageindustrien immer weiter in Richtung Osten wanderten. Waren es in den 90er Jahren die Slowakei und Ungarn, die Investitionen anzogen, so gehe es jetzt bereits nach Rumänien, Bulgarien, Belarus und in die Ukraine. „Der Zug fährt gen Osten“, so sein Fazit. Für Logistiker stellt dies eine Herausforderung dar: Die Entfernungen zwischen Herstellern, Zulieferern und Montagewerken werden immer größer. Gekauft werden die fertigen Produkte dann in Westeuropa, was das Transportrisiko erhöht. Rumänien ist ein günstiger Standort Dass es handfeste wirtschaftliche Gründe gibt, in Rumänien zu produzieren, bewies Valentin Bicu in seinem Vortrag. Er kam vom Fraunhofer Kontaktbüro in Timisoara angereist, einem der größten Industriestandorte im Westen Rumäniens, und zählte die harten Fakten auf: Niedrige Lohnkosten – durchschnittlicher Stundenlohn 2,50 EUR; niedriger Steuersatz von zehn Prozent, für Kleinstunternehmen mit weniger als 100.000 EUR Umsatz und weniger als neun Angestellten sogar bloß 2,5 Prozent; Stammkapital für GesmbH lediglich 55 EUR; hohe EU-Förderungen für Unternehmensgründungen – bis zu 50-60 Prozent, und vieles mehr. Die regionalen Unterschiede seien aber zu beachten: an bedeutenden Standorten wie Timisoara gebe es bereits Arbeitskräftemangel, daher auch höhere Löhne. So wird der Osten Rumäniens interessanter. Zu beachten sind aber die Energieversorgung, der Zustand der Straßen – hier muss Rumänien noch viel nachholen – und die lokale Von den Menschen lernen Welche Erfahrungen haben Unternehmen in Rumänien gemacht? Johannes Elsner, Vorstandssprecher von Eybl International, einem Hersteller von Autoinnenausstattung, berichtete von anfänglichen Fehlschlägen und einem schmerzlichen Lernprozess. „Man muss von der regionalen Kultur lernen, will man Erfolg haben“, sagte er. Eybl kämpfte mit niedriger Produktivität, Materialschwund und hoher Fluktuation. Dann kam das Umdenken: Die Bedürfnisse der Mitarbeiter wurden ernst genommen und entsprechende Angebote gesetzt. Ein Autobusregionalverkehr für die Mitarbeiter wurde eingerichtet, medizinische Betreuung wurde unterstützt, ein Kindergarten gefördert und es wurden Minikredite für notwendige Anschaffungen angeboten. „Die Produktivität ist von 35 auf 75 Prozent gestiegen, die Fluktuation auf ein normales Maß zurückgegangen“, berichtete Elsner. Ähnliche Erfahrungen machte auch ContiTech in Timisoara. Thomas Peter, Werksleiter bei ContiTech, meinte, dass bereits geringfügig höhere Lohnangebote zum Arbeitsplatzwechsel führen. Die Lohnsteigerungen machen derzeit 20-30 Prozent pro Jahr aus, will man das Personal halten. Allerdings relativiert sich dieser Wert angesichts der niedrigen Ausgangsbasis. Die Vorteile von Timisoara lägen laut Peter auch darin, dass es eine alte Handels- und Industrietradition gebe und der interkulturelle Hintergrund da sei. „Viele Rumänen sprechen drei Sprachen und die Ausbildung an den Universitäten ist sehr gut. Auch die Motivation, Gutes zu leisten, ist vorhanden“, sagte er. Zum Abschluss des Kaminabends erklärte Jörg Menzer von der Rechtsanwaltskanzlei Nörr, Stiefenhöfer und Lutz die rechtlichen Rahmenbedingungen in Rumänien. Das Arbeitsrecht und die Steuergesetze sind denen Deutschlands und Österreich sehr ähnlich, meinte er. „Die Schritte einer Unternehmensgründung müssen aber sehr sorgfältig geplant und zeitlich aufeinander abgestimmt werden, um finanzielle Nachteile zu vermeiden“, erklärte er.

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